Die Welthetze gegen Deutschland

I. Teil

Von Dr. jur. et Dr. phil. et Dr. rer. pol. Franz J. Scheidl

Zur Hölle mit allen Deutschen

Ich habe im Kriege meine Pflicht als deutscher Soldat und Offizier getreu meinem Eide erfüllt.

Ich habe mit meinem Panzer 23 Feindpanzer abgeschossen.

Ich selbst wurde mit meinem Panzer sechsmal abgeschossen.

Daß man nun mich und meine Kameraden, die deutschen Soldaten, als Kriegsverbrecher und das deutsche Volk als Verbrechervolk verfemen will, gegen diesen schändlichen Versuch werden wir uns gründlich zur Wehre setzen.

Panzerleutnant Herbert Ettmayr

Am 29. März 1958 sagte ein mir persönlich sehr nahestehender aktiver Diplomat, Botschafter und bevollmächtigter Minister eines Weststaates in leidenschaftlicher Erregung zu mir:

»Das ganze deutsche Volk gehört ausgerottet! Nicht ein Deutscher verdient, geschont zu werden! Der größte Fehler im letzten Weltkriege war, daß man die zwei Atombomben über Japan abwarf, statt über Deutschland. Ich habe nur die Hoffnung, daß man diesen Fehler im nächsten Kriege ausbessern wird und die Bomben auf Deutschland fallen werden. Wir ziehen es vor, lieber bolschewistisch zu werden, als Deutschland wieder zu bewaffnen.«

Er war eines der typischen gläubigen Opfer der systematischen Greuellügen- und Haßpropaganda gegen Deutschland, die in ihrer unvorstellbaren Maßlosigkeit und Hemmungslosigkeit nicht ihresgleichen in der Geschichte der Menschheit hat und die heute noch – Jahrzehnte nach Kriegsende – mit verantwortungsloser Heftigkeit den Haß gegen Deutschland schürt.

Der Haß gegen Deutschland ist heute rational gar nicht mehr faßbar. Lieber heute als morgen möchte man Deutschland am liebsten ganz von der Landkarte gelöscht sehen. Die Welt ist sich einig in dem glühenden Wunsch:

»Zur Hölle mit allen Deutschen!«

Haß hat aber noch nie zu einem guten Ende geführt. Es ist hoch an der Zeit, daß die Welt endlich einmal zur Besinnung kommt.

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Die Welthetze gegen Deutschland

»Mit unserer Propaganda gegen Deutschland errangen wir den totalen Sieg. Aber unser Propagandafeldzug gegen Deutschland hat erst begonnen. Wir werden den Terror unserer Propaganda gegen Deutschland nicht nur fortsetzen, sondern noch verstärken; solange, bis kein Mensch auf dieser Erde mehr ein gutes Wort von einem Deutschen annehmen wird; solange, bis jeder Rest von Sympathie zerstört sein wird, den Deutschland noch in irgendeinem Winkel dieser Erde genießt und solange, bis die Deutschen selbst seelisch so verstört sein werden, daß sie nicht mehr ein noch aus wissen und nicht mehr wissen, was sie tun sollen.«

(Sefton Delmer, ein Leiter der Alliierten Greuellügenpropaganda im April 1945 zu Professor Dr. Friedrich Grimm).

»Selbst wenn man der deutschen Jugend alles unterschlägt, wenn man die Wahrheit über die Vergangenheit mit allen Mitteln unterdrückt und wenn man sie dauernd mit Lügen, Verfälschungen und Verdrehungen füttert, wird man der deutschen Jugend diese Lügen doch nie als Wahrheit einreden können: Die deutsche Jugend wehrt sich leidenschaftlich gegen die Vorstellung, ihre Eltern seien samt und sonders Narren oder Verbrecher gewesen.«

Im praktischen Leben gilt als Wahrheit nicht das, was wahr ist, sondern das, was eine zielbewußte Propaganda der Welt und der öffentlichen Meinung als wahr einzureden versteht.

Und der Haß höret nimmer auf …

»Wir können keine Zukunft für Freiheit und Kultur erhoffen, wenn wir nicht bereit sind, vergangenes Leid zu vergeben und zu vergessen und den tragischen Ring von Vergeltung und Räche endlich zu zerbrechen. Alle Menschen, auch die ehemaligen Gegner und Feinde, müssen sich verbünden zur endlichen Erringung, Festigung und Verteidigung eines menschlichen Gemeinschaftsgefühles und Gemeinschaftsbewußtseins, ohne das eine lebenswerte Zukunft nicht möglich ist.

Der Fortbestand der abendländischen Kultur hängt heute und jetzt von unserer Fähigkeit ab, alte Beleidigungen und Missetaten zu vergessen und uns über nationale Vorurteile zu erheben …«

(Die englisch-amerikanische Publizistin Freda Utley)

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»Es ist Zeit, den ewigen Kreislauf des Hasses zu unterbrechen, der bisher die Welt beherrscht. Es ist höchste Zeit, dem Wechsel von neuer Aussaat und neuer Ernte des Hasses Einhalt zu gebieten.«

(Wilhelm Fritzsche, Schlußworte bei seiner Verteidigung im Nürnberger Prozeß.)

Die Bonner Bundesregierung erließ eine Verfügung, daß ab 1. Mai 1960 Verfolgungen nach dem »Kriegsverbrechergesetz« nicht mehr aufgerollt werden, sondern als verjährt gelten sollten. Auf scharfen Protest des britischen Botschafters wurde der Erlaß widerrufen.

Welche Grausamkeiten auch immer die Menschengeschichte aufweist: nach Beendigung der grausamsten und mörderischsten Kriege erkannten die ehemaligen Feinde, daß es notwendig ist, einen Strich unter die Vergangenheit zu setzen, die Haßkampagne der Kriegszeiten zu beenden und die Beziehungen untereinander so rasch als möglich und so weit als möglich zu normalisieren.

Das, was im Zweiten Weltkriege geschehen ist, ist weder einmalig, noch erstmalig in der Geschichte. Gewisse Menschen aber können und wollen nicht vergessen. Ihr Haß gegen alles Deutsche ist heute noch so unstillbar, daß viele von ihnen ganz offensichtlich von der Idee besessen sind, den Kriegszustand mit Deutschland zu verewigen und die Welt nicht zur Ruhe kommen zu lassen. Und dagegen kämpfen wir. Auch der Haß dieser Menschen muß einmal ein Ende haben.

Die Verwerflichkeit der Fortsetzung der Kriegspropaganda im Frieden

Haß ist das furchtbarste Übel dieser Welt, Haß zerstört alles. Haß verwandelt den Menschen in Bestien und Teufel! Nichts auf der Welt ist darum hassenswerter als der Haß; wir müssen ihn verfolgen und vernichten und austilgen mit allen Mitteln und wo immer wir ihn finden: den Haß der Verfolgten genauso, wie den Haß der Verfolger, weil er in schrecklichem Kreislauf die Verfolgten zu Verfolgern macht.

Haßpropaganda ist auch im Kriege moralisch verwerflich. Immerhin ist sie im Kriege notwendig, weil man ohne Haß keinen Krieg führen kann. Ohne Haß sind die Völker nicht bereit, Krieg zu führen. Das Aufhören der Haßpropaganda nach beendetem Kriege aber ist – abgesehen davon, daß dies ein sittliches Gebot ist – die unerläßliche Voraussetzung für die notwendige Normalisierung der Beziehungen.

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In der Vergangenheit pflegte daher nach Beendigung jedes Krieges auch die gegenseitige Haßpropaganda von selbst aufzuhören. Nach beendetem Kampf vergaßen die Menschen meist sehr rasch die Beschuldigungen und Schmähungen, die sie einander in der Siedehitze des Krieges gegenseitig an den Kopf geworfen hatten. Die Menschen versuchten, sich wieder zu vertragen, bis in einem nächsten Kriege die Büchse der Pandora dann wieder geöffnet wird, um alle bösen Geister wieder auf die Feinde loszulassen. Die ältesten Anschuldigungen werden dann wieder aus der Mottenkiste der Propaganda hervorgeholt, neu aufgeputzt, den neuesten Verhältnissen angepaßt, und – durch neue Schlager vermehrt – den Feinden an den Kopf geworfen.

So war es in der Vergangenheit. Diesmal aber sehen es viele Menschen anscheinend als ihre Lebensaufgabe an, die Haßhetze gegen Deutschland auch nach beendetem Kriege nicht einschlafen zu lassen. Pausenlos tobt die Hetze gegen Deutschland und das deutsche Volk in aller Welt weiter.

Frankreich

In Paris werden sogar Ringerveranstaltungen zur maßlosen Aufpeitschung des Deutschenhasses mißbraucht. Die Veranstalter haben für diese Freistilringervorführungen einen eigenen Catcher als »deutschen Würger« herausgestellt. Der muß in seiner Rolle einen »brutalen viehischen Würger« mimen, der seinen Gegner bespuckt und würgt, mit Füßen tritt, d. h. er muß sich eben so benehmen, wie sich der kleine Moritz nach der Haß- und Greuelpropaganda einen Deutschen vorstellt. Der »bestialische deutsche Würger« ist ganz auf grausam und roh hergerichtet: er fletscht die Zähne, schneidet tierische, furchterregende Grimassen und muß mit seinen gespielten Rohheiten das Publikum zur Raserei gegen den »viehischen Deutschen« bringen. Alle Kämpfe sind gestellt. Jeder hat seine Rolle zugeteilt. Der Partner des »deutschen Würgers« ist ein ausgesucht hübscher sympathischer Mannestyp. Seine Aufgabe ist es, unter den Griffen des »Würgers« sein Gesicht zu den schmerzlichsten, Mitleid und Erbarmen erregenden Grimassen zu verzerren, wobei natürlich auch die Grausamkeiten des Würgers ganz schmerzlos und die Griffe nur gespielt sind. Der sympathische Gegner bricht schließlich rollengemäß unter den Brutalitäten des »Deutschen« ohnmächtig zusammen. Das Publikum tobt und brüllt in wilder Raserei, irrsinnig vor Haß und Wut: »Schlagt das dreckige deutsche Schwein tot!«

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Alle Haßinstinkte der Zuschauer werden geweckt. Der Haß gegen alles Deutsche wächst ins Uferlose, Überdimensionale, Grenzenlose. Natürlich werden die Veranstaltungen mit vollstem Erfolge auch im Rundfunk und im Fernsehen übertragen. Die Veranstalter machen mit dem Deutschenhaß im Sport ein glänzendes Geschäft; und außerdem ansehnlichen finanziellen Gewinn, erreichen sie so ganz nebenbei auch ihre schmutzigen Haß- und Racheziele gegen Deutschland und alles Deutsche.

Zwanzig Jahre nach Kriegsende schrieb der Franzose Armand Gattis einen Haßgesang gegen Deutschland. Die Aufführung seines Haßstückes »Öffentlicher Gesang vor zwei elektrischen Stühlen« war in Paris für Wochen ausverkauft. Bei der deutschen Uraufführung in Ulm suchten die Gäste gruppenweise das Weite.

In mehr als dreißig Szenen zeigt der französische Autor Zerrbilder aus dem Dritten Reich und dem Zweiten Weltkrieg, eine Orgie von Wahnsinn und Greueln. Wenn auf der Bühne der bluttriefende Militärarzt abgesäbelte Glieder in die Mülltonne wirft, wenn die KZ-Häftlinge in einem überdimensionalen Reagenzglas von einem albernen kommentierenden Wissenschaftler zu Tode geschüttelt werden, wenn Juden der freien Welt unter Harfenklängen in einer eunuchenhaften Maskerade der Impotenz auftreten, dann stülpt sich schließlich der Magen.

Die sonst seriöse französische Illustrierte »Paris Match« sandte französische Reporter nach Deutschland, um »Nazis von 1966« aufzuspüren. Die beiden Pariser Reporter, Taousson und Joffroy, leisteten ganze Arbeit. Da sie keine deutschen »Nazis von 1966« fanden, suchten sie den Kostümverleiher Dr. Peter Breuer auf, mieteten für angebliche »Juxaufnahmen« alte SA- und SS-Uniformen, eine Hakenkreuzfahne, mehrere Hakenkreuz-Armbinden. Einige in München lebende Franzosen wurden als Komparsen gemietet. So entstanden zwei gefälschte deutsche »Nazifotos«: Drei junge Männer, die einander unter der Hakenkreuzfahne mit Hakenkreuzbinden am Arm zuprosteten und ein zweites Bild: Drei in SS-Uniformen gekleidete junge Männer, von denen einer mit erhobenem Arm eine Hitlerbüste grüßt.

»Paris Match« brachte die beiden Bilder im Vierfarbendruck und in riesiger Aufmachung und erregte Entsetzen in der ganzen Welt. Auch der Londoner »Daily Express« brachte die Fälschung.

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Deutschen-Hetze in den USA

»Das amerikanische Publikum ist ungeheuer naiv in puncto Zeitungsnachrichten und frißt die unglaublichsten Trottelhaftigkeiten mit einer unglaublichen Empfangsfreudigkeit und Vertrauensseligkeit«.

Helen Gendebien

Noch viel ärger und umfassender ist in den USA die infamste Haßpropaganda mit unverminderter Skrupellosigkeit und Schamlosigkeit am Werke.

Man kann fast keine amerikanische Zeitung oder Zeitschrift aufschlagen, ohne in fast jeder Nummer irgendeinen Haßartikel oder Hetzbilder gegen Deutschland zu finden, ganz zu schweigen vom Film, Rundfunk und Television. Und leider muß festgestellt werden: das amerikanische Publikum frißt auch heute noch mit Begier Berichte über »deutsche Verbrechen« und ist sehr unwillig, zu lesen, daß die deutschen Greuel gar nicht wahr sind oder gar, daß auch die anderen Verbrechen, vor allem am deutschen Volke verübten, wirkliche Verbrechen, die sogar die angeblichen deutschen Greuel an Abscheulichkeit noch weit übertreffen.

Vor mir liegt eine Nummer der amerikanischen Zeitschrift »Man’s Magazine« vom Frühjahr 1957, das einen Hetzartikel des amerikanischen Journalisten Ernest Hoenschel bringt, der von A bis Z erstunken und erlogen ist.

Unter dem Sensationstitel »The Nazis are back in business« (Die Nazis sind wieder im Geschäft) berichtet Ernest Hoenschel, wie er selbst Zeuge eines Mordes an der Münchnerin Erika Haupt war, die angeblich nach einer wilden Verfolgungsjagd von einigen Neo-Faschisten in einem Taxi erschossen wurde. Die Täter wurden von der Münchner Polizei verhaftet.

Nach dem Bericht Hoenschel’s patrouillieren die Neo-Faschisten an den Grenzen und liefern bei Nacht und Nebel tschechische Flüchtlinge gegen Geld und Waffen an die Sowjets aus.

Bei ihren Treffen veranstalten die Neo-Faschisten wilde sexuelle Orgien, bei denen auch Verräter ausgepeitscht werden. Die Auspeitschung einer solchen Verräterin hat der tapfere Mr. Hoenschel selbst miterlebt. Er beschreibt sie mit folgenden Worten:

»Mit roher Gewalt wird das vor Angst zitternde, splitternackte Mädchen an einen Pfahl gezerrt und daran festgebunden. Ringsherum im Kreis uniformierte Jungen und Mädchen. Der Anführer der Gruppe

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geht auf das gefesselte Mädchen zu und drückt ihr seine glühende Zigarette auf die nackten Brüste. Das Mädchen brüllt vor Schmerz. Der Anführer dreht sich um und befiehlt: ›Zwanzig Peitschenhiebe!‹ Klatschend schneidet die Peitsche ins weiße Fleisch …«

Mit wohligem Gruseln liest der amerikanische Durchschnittsleser diese so beliebten Greuelgeschichten über die Deutschen. Das ist gerade das, was er vor dem Schlafengehen so gerne hat: Sex, Mord und Sadismus und noch dazu, wenn die Deutschen die Verbrecher sind.

Zu diesem infamen »Tatsachenbericht« nimmt das Polizeipräsidium München wie folgt Stellung:

»In München wurde überhaupt keine Erika Haupt ermordet. Der von Mr. Hoenschel bis in alle Einzelheiten geschilderte Taxi-Mord und die Verhaftung der Mörder hat niemals stattgefunden.«

Vor mir liegt ein Kriminalroman von Ellery Queen »The murder is fox« (1951).

Im Kapitel 21 erzählen die beiden Verfasser, die sich hinter diesem Pseudonym verbergen, von einer amerikanischen Primadonna, die gelegentlich einer Tournee in Europa in ein deutsches KZ geriet. Dort hatten die deutschen Nazi-Chirurgen sie durch eine Halsoperation ihrer Stimme beraubt (!). Es gelang ihr aber dann, aus dem KZ und aus Deutschland zu fliehen. Ihre Stimme allerdings hatte sie eingebüßt.

Und das schreibt ein Buch 1951! Und so wird immer und überall, vor allem in den USA, gegen Deutschland heute noch mit Haßlügen gehetzt, die von den Amerikanern mit Gier geschluckt und geglaubt werden.

Es ist erschreckend, daß selbst ausgezeichnete Bücher blind und kritiklos die dümmsten Unrichtigkeiten nach- und weitererzählen. Bruce Marshall schreibt in seinem ausgezeichneten Buche »To every man a penny« (Deutsche Ausgabe: Keiner kommt zu kurz oder der Stundenlohn Gottes. Europäischer Buchklub, Stuttgart, Zürich, Salzburg):

S. 219: »Erst heute Morgen hatte er in der Zeitung von einem Juden gelesen, den die Nazis nackt ausgezogen und mit Stacheldraht geschlagen hatten, bis er tot war.«

S. 237: »Das Judenmädchen Vilma Wolf erzählt: ›Sie haben mich in Wien gezwungen, die Kärntnerstraße aufzuwaschen‹, schluchzte sie. ›Sie haben mir Säure über die Hände gegossen! Sie haben mich in meinen Kleidern genommen (also auf offener Straße vergewaltigt). Sie haben mir die Bluse (dabei) in Fetzen gerissen und die Brust besabbert!‹«

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Kein Mensch kann sich doch heute mehr damit ausreden, so etwas wirklich zu glauben und gutgläubig weiterzuverbreiten. Es ist wirklich erschreckend, wie selbst gute Bücher der Haß- und Hetzpropaganda zum Opfer fallen und ins Kitschige und Tendenziöse abgleiten.

Die Wahrheit ist folgende:

Früher hatte man die Nazi gezwungen, Mauerwände, Gehsteige und Straßen von den Propaganda-Inschriften zu reinigen, die ihre Gesinnungsgenossen heimlich, bei Nacht und Nebel, geschmiert hatten. Als dann die Nazis die Oberhand hatten, geschah es dann umgekehrt: Man zwang bekannte Nazigegner und Juden (keineswegs Juden allein), die gegen die Nazi gerichteten Propagandainschriften zu entfernen. Beides war menschlich kein erhebender Anblick, war abscheulich. Das ist die Wahrheit. Unrichtig aber ist, daß irgendjemandem dabei Säure über die Hände gegossen oder gar Frauen dabei vergewaltigt wurden.

Offensichtlich zentral gelenkt, geht in gewissen Zeitabschnitten immer wieder eine Haß- und Hetzwelle gegen Deutschland über die Welt. Die Zentrale dieser Haßhetze befindet sich in den USA. Die Zentralstelle sind amerikanische Juden, das Weltjudentum, an ihrer Spitze das amerikanische Judentum, wird nicht müde, ohne Unterlaß ewigen Haß gegen Deutschland zu verbreiten.

Im Jänner 1959 hämmerte der Radio-Kommentator Nathan Strauss in einer sich über drei Wochen hinziehenden Sendereihe der New Yorker Rundfunkstation WMCA den Schrecken und die Kriegsfurcht vor Deutschland den Amerikanern wieder in alle Glieder.

Die große amerikanische Fernsehgesellschaft CBS rollte den gesamten Nürnberger Prozeß in einer über die ganze Nation ausgestrahlten Sendung wieder auf.

Die amerikanische Zeitschrift »Look«, ein Magazin, dessen Leserzahl in die Millionen geht, brachte in ihrer Nummer vom 6. Jänner 1959 eine Erzählung unter dem Titel »Die kranke Welt Adolf Hitlers – Geschichte der schrecklichsten Epoche der Weltgeschichte.« Diese Geschichte stellt eine konzentrierte, mit Farbphotos illustrierte Greuelsammlung gegen das deutsche Volk dar.

Die deutsch-amerikanische »Bürgerzeitung«, Chicago, schreibt am 3. Februar 1959 über dieses Haßwerk:

»Der Artikel dieses Magazins, dessen Leserzahl in die Millionen geht, gibt eine Darstellung, die eine verheerende Wirkung haben muß. Die

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Darstellung bringt die Leser dazu, alles Deutsche zu hassen; und gerade das ist der einzige Zweck dieses Artikels.«

»Look’s« größte Konkurrenz, die »Saturday Evening Post« (Auflage 5,5 Millionen druckte im November 1958 eine Novelle von Noel Clad, in deren Verlauf ein junger Amerikaner, der von einer deutschen Baronesse zur Treibjagd in die Bonner Bundesrepublik eingeladen wurde, in der Schlächter-Art zu jagen und en gros zu morden, den deutschen Nationalcharakter entdeckt:

»Plötzlich wußte er die Wahrheit über diese Frau. Sie und alle ihre Landsleute tragen das Kainszeichen.«

Die »Chicago Tribüne« vom 12. März 1959 weist eindringlich auf eine neuerlich stark anwachsende antideutsche Haß-Propaganda.

In der »New York Times« vom 9. Juli 1959 ließ der amerikanische bekannte Bankier James P. Warburg eine Hetzanzeige gegen Deutschland einschalten, die ihm ein schönes Stück Geld gekostet haben muß. In dieser Anzeige warnt er die USA, Deutschland zu trauen. Sein Haß gegen Deutschland war ihm selbst diese hohen Kosten von wahrscheinlich mehr als 1000 Dollar wert.

Zu der ungeheuerlichen Haßhetze in den USA gegen Deutschland und das deutsche Volk schreibt die amerikanische Zeitung »Common Sense« (New Jersey):

»Befinden sich die USA im kalten Krieg gegen Deutschland?

Warum fördern heutzutage so viele Fernseh- und Tonfilme, Radiosendungen, Zeitungen und andere Mittel den Haß gegen die Deutschen? Das amerikanische Volk erfährt Tag und Nacht durch 365 Tage des Jahres eine Gehirnwäsche durch die Fernsehdiktatur der Sendegesellschaften. Diese Diktatur erreichte eine hundertprozentig monopolisierte Kontrolle über die öffentliche Meinung, als der Kongreß durch den Communication Act des Jahres 1934 den Inhabern der lizenzierten Sendegesellschaften unter anderem die volle Eigenzensur über die Sendeprogramme zugestand, während er gezwungen war, der Bundesverkehrskommission dieses Recht in der ersten Novelle zu verweigern.

Die drei Fernsehgesellschaften und Radiogesellschaften, mit Ausnahme des ›Mutual‹, sind in den Händen von ›Neu-Amerikanern‹, welche die stärkste und die am straffesten organisierte politische Gruppe der Welt gebildet haben. Fernsehen und Radio sind die einzigen Mittel, welche die gleichzeitige Verbreitung von Bild und Wort über die gesamte Nation ermöglichen. Weder Film noch Presse haben auch nur annähernd eine solche Einflußkraft. Ein öffentlicher Redner kann

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in einem einzigen Fernsehauftritt sich an mehr Menschen wenden als in einem lebenslangen persönlichen Auftreten.

Durch Gewährung des Zensurmonopols an die privaten Sendegesellschaften und durch die Erlaubnis für einen ganz bestimmten Kreis von Menschen, sie zu besitzen, hat die Regierung diesem Menschenkreis als einzigen Schiedsrichter für die Wähler, Verkäufer, Käufer und Diktatoren jedes Programm erklärt, das in alle Wohnzimmer der USA geschleust wird. Die Sendegesellschaften haben vor der Sendezeit jedes angeschlossenen Kanals, im ganzen Land täglich sieben Stunden Vorrang. Diese umfassen die Hauptsendezeiten von 19 Uhr oder 19.30 Uhr bis 23 Uhr; also wenn die Anzahl der Heimhörer am höchsten ist … Jede Woche werden im Fernsehen fünf bis zehn bösartige antideutsche Filme gezeigt. Vor einigen Wochen zählten wir elf ›Deutschenhaß-Fernsehfilme‹ im Gebiet von New York und New Jersey. Warum wird eine solche Kampagne nicht gegen den Kommunismus geführt, der eine Festung in den USA und ein militärisches Fort 90 Meilen von Florida besitzt? Weil die drei Fernsehgesellschaften von Neuamerikanern geleitet werden und in deren Besitz sind. Der Vorsitzende der CBS ist William S. Paley, recte Palinsky. Vorsitzender der NBC ist Robert Sornof. Vorsitzender der ABC ist Leonard Goldensohn.

Der Grund für den Deutschenhaß war für viele ein Rätsel. Das Ziel ist einfach die Ausrottung der deutschen Rasse. Man will so viel Haß gegen die Deutschen erzeugen, daß unsere Bürger zustimmen, sie dem Kommunismus auszuliefern … Es ist geplant, West-Berlin und später West-Deutschland dem Kommunismus auszuliefern. Auf diese Weise würden die Deutschen aufhören, als Volk zu existieren …

So erklärte kürzlich Davis Susskind über Fernsehkanal 5 wiederholte Male, daß eine Verteidigung West-Berlins einen Krieg bedeuten würde, der die Welt vernichtet. Und Eleanor Roosevelt, Adlai Stevenson, Herbert Lehmann und ihre Anhänger befürworten die Idee der Opferung Deutschlands …«

Die antideutsche Hetze wird immer perfider. Im Jahre 1962 und im Zeichen der NATO-Brüderlichkeit kann sich ein Tennessee Williams in den USA das niederträchtige Hetzstück »Die Nacht des Leguan« erlauben.

Neben Sex, Perversität, Alkohol, Mädchenschändungen und Latrinen- Englisch. Zwischendurch werden – ohne jeglichen Zusammenhang mit der Schweinerei auf der Bühne – »deutsche Touristen« gezeigt. Die deutschen Touristen sind genau die Karikaturen, die man in den verhetzten USA als »Deutsche« kolportiert. Widerlich fett, schreiend, saufend, hin und her rennend, Luftsprünge ausführend, so präsentiert uns Tennessee Williams seinen Beitrag zur Deutschenhetze. Vier

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Jammergestalten auf der Bühne brüllen auf deutsch wie besessene Wilde freudig »London brennt«. Dazu führen sie in ihrer unbeholfenen Dicke Freudentänze auf. Dazu hört man Ausrufe wie »Sieg Heil!«, »Die dummen Amerikaner!«, »Sie sind alle verrückt!« und ähnliche. Das Publikum stöhnt auf vor Empörung und im Protest gegen diese Barbaren und heutigen NATO-Brüder …

Und all diese Hetze wird getrieben, in den Filmen mit den größten Scheußlichkeiten Deutschland herabgesetzt, ohne daß irgendein amerikanisches Gericht wegen Völkerverhetzung (noch dazu gegen einen Verbündeten) einschreitet.

Um den Haß lebendig zu erhalten, hat man in vielen Städten Denkmäler und Gedenktafeln errichtet, die mit größter Aufmachung enthüllt und eingeweiht wurden und laufend immer noch werden, die dem »ewigen Erinnern« an die angeblich sechs und mehr Millionen ermordeten Juden dienen sollen, obwohl diese phantastischen Opferzahlen der Haßpropaganda von der Forschung längst als maßlos übertrieben und unhaltbar entlarvt wurden.

Selbst auf der Weltausstellung in Brüssel 1958 erachteten es die Israeli als notwendig, eine der Wacherhaltung des Hasses dienende Gedenktafel im Israeli-Pavillon anzubringen:

»Zur Erinnerung an die sechs Millionen ermordeten Juden.«

Am 15. Jänner 1959 erscheint in der »Chicago Daily Tribune« ein Bericht unter dem Titel »Ein Plan für ein Denkmal für Europas Juden«. Ein Komitee wurde gebildet zu dem Zweck, einen Plan auszuarbeiten, um in Chicago ein Gebäude zu errichten »Zum Gedenken und zur bleibenden Erinnerung an die Millionen jüdischen Menschen, die in Deutschland und in Polen abgeschlachtet wurden«. Philipp Pinkwater ist, den Zeitungsberichten zufolge, der Präsident dieses Komitees, Rabbi David Hollander (New York) und Dr. Abraham Hersberg (Chicago) waren die Redner in einer öffentlichen Propagandaversammlung, die das Komitee am Sonntag, dem 23. Jänner um 2 Uhr nachmittag im Morrison-Hotel abhielt.

Schon 1951 wurde in New York City geplant, ein Denkmal für den gleichen Zweck im Riverside Park in New York zu errichten, das 500.000 Dollar kosten sollte. Dieser Plan ist noch nicht zur Ausführung gekommen.

Neuerlich wird in Chicago wieder ein Versuch gemacht, die unrichtige Haßpropaganda-Lügenzahl von 6 Millionen von den Deutschen er-

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mordeten Juden auf die gleiche Weise zu verewigen. Eigenartigerweise wird bei diesem Versuch erstmalig eine neue Formulierung verwendet: man spricht von den »von den Deutschen und den Polen abgeschlachteten Juden.«

Es ist tief bedauerlich, daß den Haß- und Racheaposteln unwidersprochen gestattet wird, dauernd die Lügenzahl von 6 bis 12 Millionen zu verwenden.

Das deutsche Volk seinerseits hat niemals ein Denkmal errichtet zur Erinnerung an die vielen Millionen Deutschen, die wirklich ermordet wurden:

– die Hunderttausenden deutschen Männer, Frauen und Kinder, die England durch seine Hungerblockade im Ersten Weltkrieg erbarmungslos dem Hungertod preisgab;

– die ungezählten deutschen Männer, Frauen und Kinder, die in den drei Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg dadurch den Hungertod starben, daß man das deutsche Volk gemäß dem »Morgenthau-Vernichtungsplan« durch drei Jahre erbarmungslos dem Verhungern preisgab;

– die Hunderttausende deutsche Männer, Frauen und Kinder, die durch die Terror-Luftangriffe auf deutsche Städte und Orte auf die barbarischste Weise getötet wurden;

– die Millionen unschuldiger deutscher Männer, Frauen und Kinder, die nach beendetem Kriege in Polen, in der CSSR, in Jugoslawien usw. ausgetrieben und auf die bestialischste Weise ermordet wurden.

Das deutsche Volk hat dies nicht getan und wird dies nicht tun, weil solche Denkmale und Feiern die Toten nicht wieder lebendig machen und solche Denkmäler und Feiern in der Aufmachung, wie sie gewisse Racheapostel errichten und veranstalten, in ihrer Wirkung nur der Aufrechterhaltung des Hasses dienen.

Vor mir liegt die »Chicago Tribune« vom April 1957 mit einem bebilderten Artikel über eine »Candle lighting ceremony in the Constitution room of the Morrison Hotel, hold to the commemorate the 14 th anniversary of the Warsaw ghetto uprising 1943.«

Der Artikel sagt:

»The Service was a memorial to the more than 6 million jews in Eastern Europe exterminated by Nazi Germany during Hitler reign of terror.«

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(Die Erinnerungsfeier galt den mehr als 6 Millionen Juden in Osteuropa, ausgerottet durch Nazi-Deutschland während der Hitler-Schrekkensherrschaft).

Ich verneige mich in ehrfürchtiger Trauer vor allen Toten, die irgendwo in der Welt und irgendwann in der Geschichte als Opfer menschlicher Bestialität ihr Leben lassen mußten.

Es liegt mir sternenferne, die Berechtigung von Totenfeiern zu ihrem Gedenken zu bestreiten.

Nichts gegen würdige Totenfeiern. Aber alles gegen Totenfeiern, die offenkundig mehr der Lebendigerhaltung des Hasses als der Trauer um die Toten dienen.

So tief und aufwühlend unser Mitgefühl für die ermordeten Juden ist, halte ich derartig aufgemachte und alljährlich an vielen Orten abgehaltene Gedenkfeiern für bedenklich. Sie lassen die Welt – insbesondere aber die Judenheit selbst – nicht zur Ruhe kommen: sie verhindern, daß die tiefen Wunden, wie sie in jedem Kriege, jedem Volk, so auch im jüdischen-deutschen Krieg dem Judentum zugefügt wurden, sich jemals schließen.

Wohin aber käme die Welt, wenn alle Völker und Menschengruppen das Gedenken an ihre Toten, an ihre Opfer, im gleichen Ausmaß und Verhältnis und in der gleichen pompösen, öffentlichen Form alljährlich feiern würden, wie die Judenheit dies heute mit ihren Kriegsopfern tut:

– die Erde würde überschwemmt von einem niemals versiegenden Strom von Tränen,

– die Menschheit gliche einem blutenden Körper, zerrissen von niemals heilenden Wunden,

– die Seelen der Gequälten würden verzehrt von Gier nach Vergeltung und der Wutschrei der Millionen und Abermillionen nach Rache würde mit gellender Dissonanz das Leben zu einer unerträglichen Qual machen,

– die Welt würde ein Tollhaus, zu einer Hölle von Haß werden; das Leben in diesem Inferno würde noch grausamer werden, als es jemals war.

Prof. Michael Connors bringt in seinem Werke (siehe Artikel: »Warum werden die Deutschen so gehaßt?« in der »NZ« Nr. 27 vom 8. Juli 1966) einen kleinen Einblick in die unübersehbare Flut von amerikanischen Haß- und Hetzbüchern, die in den USA pausenlos bis auf den heutigen Tag erscheinen, um das Gift der Verleumdung gegen das deutsche Volk zu verspritzen.

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Das amerikanische Fernsehen führt mit größter Heftigkeit seinen eigenen privaten Krieg gegen Deutschland. Die amerikanischen Fernseher werden pausenlos in den gehässigsten und lügnerischsten deutschfeindlichen Filmen gefüttert.

Auch das amerikanische Theater ist hervorragend an der antideutschen Hetzkampagne beteiligt. Jetzt gibt es sogar schon antideutsche Musicals: man schmäht die Deutschen auch mit gesungenen Lügen und Gehässigkeiten.

Ein Beispiel für den Bewältigungs-Schwindel ist auch der Film »Die Flucht der weißen Hengste«, der das Schicksal der Spanischen Hofreitschule während der letzten Kriegswochen und nachher angeblich schildert. Angeblich ist der Film streng historisch und alle Figuren darin echt. Dabei ist gerade die Hauptfigur, der NS-Satan, der als Herr über Leben und Tod in der Hofburg residierte und aus Sadismus die Evakuierung der Lippizaner aus der täglich bombardierten Stadt nicht gestatten will, weil, wie er sagte »wenn Wien und das Reich untergingen, auch die Hofreitschule nicht zu überleben brauchte!«

Gerade dieser abstoßende Fanatiker mit dem Hakenkreuz ist völlig frei erfunden! Ihn hat es nie gegeben!

Coventry gibt ein Beispiel echt christlichen Denkens und lehnt eine KZ-Ausstellung ab

Die Mehrheit der Einwohner der englischen Stadt Coventry, die während des Krieges durch Bomben zerstört wurde, lehnte laut englischer Zeitungsmeldung eine Ausstellung im Rathaus über die deutschen KZ ab.

Der Labour-Bürgermeister Callow erklärte, er werde die Ausstellung weder in amtlicher Eigenschaft noch als Privatmann besuchen. Er wünsche auch nicht, daß seine Kinder hingingen. Auch die konservative Stadträtin Stoneman meinte, das ganze Vorhaben gefalle ihr nicht:

»Wir in Coventry bemühen uns, eine christliche Freundschaft in der Zeit aufzubauen, während diese Ausstellung dazu dient, den Haß zu fördern.« 1


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Die Stadt Coventry wurde als Vergeltung für die dauernde barbarische Zerstörung deutscher Städte durch die britische Luftwaffe von deutschen Fliegern zerstört. Der deutsche Vergeltungsangriff war vorher wiederholt angedroht worden mit der vergeblichen Aufforderung, die barbarischen Zerstörungsangriffe der britischen Luftwaffe auf deutsche Städte einzustellen. Erst nach monatelangen vergeblichen Warnungen schlug auch die deutsche Luftwaffe zu.

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Leider ist Coventry eine Ausnahme

Die »Deutsche Wochenzeitung« bringt am 15. Juni 1963 folgende Nachricht: »Neues Hetzstück in England.« »Fürchtet die guten Deutschen!«

Im Londoner Westend-Theater wurde eben ein Bühnenstück von Robert Müller »Verschwörung in der Nacht« aufgeführt … Der Held des Stückes verkündet: Es seien nicht die bösen, sondern die guten Deutschen, die die Welt zu fürchten habe.

Das Stück wurde von der Presse mit viel Beifall bedacht.

Kanada

In Kanada gibt ein gewisser Peter Lust wöchentlich einen Informationsdienst unter dem Titel »Antifaschist News letter«. Die Nachrichten dieses »Informationsdienstes« wühlen in KZ-Greueln und greifen laufend die DBR an. Dieser Informationsdienst wird in Tausenden von Exemplaren kostenlos an die maßgebenden Wirtschaftskreise Kanadas verschickt.

Die Hetzfilme

Eine Aufzählung und eine Inhaltsangabe der nach dem Kriege, vor allem in den USA und in England erschienenen Haß- und Greuelhetzfilme und Fernsehsendungen gegen Deutschland würde die Deutschen in einen so tiefen Abgrund von Haß, ungeheuerlicher Lüge, Infamie, Verleumdung, Unmoral und Unsittlichkeit blicken lassen, daß jeder Deutsche den Ländern, wo so etwas Ungeheuerliches ungestraft, ja ungerügt möglich war und heute noch ist, Zeit seines Lebens nur mit tiefer Verachtung und kaum überbrückbarem Widerwillen gegenüberstehen könnte.

Bei den Drahtziehern dieser nicht abreißenden Greuelpropaganda ist – worauf wir schon hinwiesen – das Motiv nicht immer nur Haß und Rache. Daneben ist eine der stärksten Wurzeln das hemmungslose Profitstreben.

So ist in der Millionen-Flut billiger Sensationsmagazine, die allwöchentlich die amerikanischen Zeitungskioske überschwemmen, nahezu in jedem Heft eine illustrierte Greuelgeschichte über KZ-Lager und

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Greuel über Hitler-Deutschland. Pornographie und Perversion, Crime und Sex, sind die zugkräftigsten Sujets der amerikanischen Massenunterhaltung.

Deutlicher wird das geschäftliche Motiv bei der Vorführung der propagandistischen Hetz-Filme aus dem Kriege, die wöchentlich mehrmals von fast allen amerikanischen Fernseh-Stationen gesendet werden.

In den USA wurde eine ganze Reihe von Hetzfilmen neu gestartet. Es gibt nur Hetzfilme gegen Deutschland. Niemals einen Film von den Greueln der anderen, so ergiebige Themen sich hier auch darbieten: In Rußland, in ganz Ost- und Südeuropa, in Korea, in Vietnam, in Palästina, in Algerien usw. Nur gegen Deutschland geht die Hetze.

Der in Deutschland herausgebrachte Film »Der Nürnberger Prozeß«, der auf das deutsche Volk losgelassen wurde, sollte ein Dokumentarfilm sein und gerade das ist er nicht. Hunderte genau so wohl und noch viel besser fundierte Kriegsverbrecher-Prozesse könnten gegen die Feinde Deutschlands angeführt werden. Solange man nur allein den Nürnberger Prozeß anführt und die anderen nicht anklagt, ist dieser Film, ganz abgesehen von seinen vielen sachlichen Mängeln, abstoßend und verletzend und erreicht in seiner Wirkung beim deutschen Volke das Gegenteil von dem, was er erreichen will. Man fragt sich: »Wer in den USA und in Deutschland verantwortet heute noch solche Darbietungen?«

Solche Prozesse, in denen die Ankläger gleichzeitig die Richter sind, und jene, die sich ein Richteramt anmaßen, auf die gleiche Anklagebank gehören, solche Prozesse tragen eine ungeheure Gefahr für die Zukunft in sich. Die weitreichenden, verhängnisvollen Folgen solcher Prozesse sind gar nicht abzusehen.

Während man in Deutschland dem deutschen Volke den Film über den »Nürnberger Prozeß« vorführt, haben die Japaner mehr Sinn für nationale Würde gezeigt. Gegen den erbitterten Widerstand der USA haben sie einen Film herausgebracht: »Der Großasiatische Krieg und das internationale Tribunal.« In diesem Film haben die Japaner nicht nur der Tapferkeit ihrer Soldaten ein mächtiges Denkmal gesetzt, sondern auch die alliierte Rache-Justiz vor der gesamten asiatischen Öffentlichkeit angeprangert.

Wie die Hamburger »Zeit« meldet, ist dieser Film in Japan ein Kassenschlager. Ja noch mehr: Wie die »Zeit« berichtet, wurde in Tokio zum Gedenken an sieben von den Amerikanern als Haupt-Kriegsverbrecher hingerichtete japanische Politiker und Offiziere (an der Spitze

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der japanische Ministerpräsident im Zweiten Weltkrieg, Tojo) ein Denkmal enthüllt. (Vgl. auch die Zeitung »Montag« Wien, 25. Mai 1959, S. 3 und die Zeitschrift »Die Plattform«, Jg. VIII, Juni 1959).

Wo bleibt da Deutschland? Wenn wir schon unseren gehenkten Generälen, Offizieren und Soldaten kein Denkmal setzen; wenn wir schon keinen Wert auf Filme legen, die die alliierte Rachejustiz gegen Deutschland anprangern, so wollen wir doch wenigstens keine Hetzfilme gegen Deutschland und das deutsche Volk.

Eine ganz besonders heimtückische Sorte von Filmen sind jene, die unter der Flagge von »Dokumentar-Filmen« die Geschichte grob verfälschen.

Unter diesen nehmen jene Filme eine besondere Stelle ein, die die Partisanen-Mörder verherrlichen, wie es die Partisanenfilme »Die letzte Brücke«, »Fanal« und andere tun. Diese Filme stellen die Partisanen als edeldenkende und menschlich handelnde Patrioten dar; wer je mit Partisanen – besonders auf dem Balkan – wirklich zu tun hatte, weiß, wie wenig die idealisierende Darstellung dieser Filme der realistischen grausamen Wahrheit entspricht. Wer die »menschliche Handlungsweise« der Partisanen im Kriege praktisch miterlebte, weiß, daß eine solche Darstellung eine gröbliche Verfälschung der Wirklichkeit ist. Sie waren meist die bestialischsten und heimtückischsten, die barbarischsten und grausamsten Mörder, die man sich vorstellen kann. In Jugoslawien z. B. begnügten sie sich nicht damit, ihre Opfer einfach zu ermorden; sie folterten sie nur zu oft bestialisch und verstümmelten sie lebend auf die gräßlichste Weise. Und diese von Deutschen hergestellten »deutschen« Filme entblöden sich nicht, sie als Helden darzustellen und zu glorifizieren.

Die schändlichen Hetzfilme des italienischen Waffengefährten

Die Ereignisse des 8. September 1943 in Italien sind kein Ruhmesblatt der soldatischen Geschichte Italiens. Italien war der Kriegsverbündete und Waffengefährte Deutschlands. An diesem Tage riß der italienische Marschall Badoglio die Macht an sich und kündigte das Bündnisverhältnis zu Deutschland. Über die Begleitumstände dieses Verrates am Waffengefährten mitten im Kriege, ist nichts rühmliches zu sagen. Der abspringende Bündnispartner verhielt sich aber nicht nur nicht neutral, sondern machte mit den einstigen gemeinsamen

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Feinden gemeinsame Sache und fiel mit Waffengewalt dem einstigen Kriegskameraden in den Rücken. Über diesen unrühmlichen Verrat haben die Italiener sich bemüht, in der italienischen Öffentlichkeit den Schleier des Vergessens zu breiten. Auch Deutschland hat dieses verständliche Bemühen seinerseits nicht durch Anklagen gestört. Umso niederträchtiger sind nach dieser schmählichen Treulosigkeit die mit dem Jahre 1960 einsetzenden Bemühungen der italienischen Filmgesellschaft, auf Wunsch oder Anordnung nur zu wohlbekannter Kreise als Drahtzieher und Hintermänner, über diese Zeit des Überfalls auf den deutschen Waffengefährten nunmehr infame Hetz- und Greuellügenfilme zu starten.

Der Beweggrund, in den Dienst der Haß-Hetzer gegen Deutschland zu treten, ist wohl ein zweifacher: zuerst wohl das Bestreben, die Heimtücke des Bündnisverrates am Waffengefährten, des Abfalls und des Überfalls auf die in Italien weilenden Soldaten, die ehemaligen Kameraden, zu beschönigen. Zweitens mag neben der Tatsache, daß maßgebende Persönlichkeiten der italienischen Filmindustrie der Menschengruppe der Haßhetzer gegen Deutschland angehören, die Erkenntnis gewesen sein, daß sich, wie überall in der Welt, so auch in Italien, mit Hetz- und Lügenfilmen gegen Deutschland ein gutes Geschäft machen läßt.

Wenn man die deutschen Soldaten nach dem Rezept der niederträchtigen Greuel-Propaganda als Bluthunde und Verbrecher zeichnete, dann verwandelte man den infamen Verrat an dem Waffengefährten und Verbündeten mit einem Schlage zu einem Siege der Moral. Nach diesem Rezept gingen italienische Drehbuchautoren und Filmproduzenten an ihr übles, antideutsches Hetzwerk. Italien begann, sich in der Produktion übelster antideutscher Hetz- und Greuelfilme zu überschlagen. Es erschienen: »Die lange Nacht des Jahres 1943«, »La Ciocciara« (Das Hirtenmädchen, mit Sophia Loren in der Titelrolle), »Alles nach Hause«, »Der Bucklige«, »8. September«, »Jovanka«, Rossellini’s abscheulich verlogener Hetzfilm »Rom, offene Stadt«, in dem deutsche Soldaten Priester und schwangere Frauen abknallen und tapfere kommunistische Partisanen grausam foltern und verschiedenes mehr.

Als letzter solcher Hetzfilm erschien »Die lange Nacht des Jahres 1943«. Er wurde mit einem Preis ausgezeichnet und zeigte die deutschen Soldaten als helmbedeckte, mit Maschinenpistolen herumfuchtelnde Massenmörder. In diesem Film werden die Deutschen als feige, sadistische Bestien geschildert, die entsetzliche Grausamkeiten begingen, während die Italiener sich in Heldentum, Tapferkeit und Edelmut beinahe überschlagen.

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Die deutschen Greueltaten werden in allen Einzelheiten geschildert. Regisseur Nanni-Loy hatte die Stirne, zu erklären, daß diese Greueltaten historisch bestätigt wären. Besonders zeigt Loy zwei deutsche Bestialitäten: Erstens die Erschießung eines gefesselten livorneser Matrosen, bei der die zum Zuschauen gezwungene Bevölkerung zum Dank für das gerechte Todesurteil niederknien und nach anfänglichem Zögern unter summarischer Erschießungs-Androhung Beifall klatschen muß. Zweitens die Ermordung einer auf einem Fischkutter vor der Zwangsverschickung nach Deutschland fliehenden Gruppe neapolitanischer Männer im Golf von Neapel. Die Deutschen umkreisen das Boot so lange mit ihrem Maschinengewehrfeuer, bis auch der letzte Italiener getötet ist.

Die historische Wahrheit ist, daß die 1. Armee am 10. Oktober Neapel planmäßig und in vollster Ruhe und Ordnung räumte, um in Richtung Garigliano auszuweichen. Es fanden in Neapel überhaupt keine Kämpfe statt. Es gab auch keine deutschen Greueltaten. Nach Abzug der deutschen Truppen, die in Neapel die Ordnung aufrechterhalten hatten, brach der Pöbel von Neapel los, plünderte, raubte und mordete und schlachtete vor allem die verbliebenen Faschistenanhänger auf die bestialischste Weise. Dieser üble und betrügerische Hetzfilm soll nach Antrag des Senators Sansone der Schuljugend und den Studierenden an den Universitäten vorgeführt werden. Welch’ ein bleibender Eindruck vom deutschen Volke wird der italienischen Jugend da vermittelt!

Nanni-Loy gestaltete auch den Hetzfilm »Un giorno da Leoni.« Auch hier verbringen die italienischen Partisanen wahre Heldentaten und jagen die deutschen Soldaten erbarmungslos vor sich her. Die Deutschen werden als dumm und feige gezeigt.

In dem Film »Kapo« wird gezeigt, wie die Deutschen in SS-Uniform die italienischen Häftlinge sadistisch foltern und reihenweise aufhängen lassen.

In »Der General della Rovere« spielt Sicca einen italienischen Gauner Bertoni, der in der Haft vom Lockspitzel zum Widerstandskämpfer sich entwickelt und von den Deutschen gefoltert und ermordet wird.

Allein im letzten Jahre wurden 21 solcher Hetzfilme gegen Deutschland gedreht.

Über einen neuen italienischen Hetzfilm berichtet C. C. Schulte, Berichterstatter des »Film-Echo« (offiz. Org. des Zentralverbandes der deutschen Filmtheater e. V.) in Nr. 44/1964 aus Rom:

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»Der Film ›Gott mit uns‹ ist ein abendfüllender Dokumentarfilm von Fernaldo di Giamatteo; er übertrifft an Fanatismus alle bisherigen antideutschen Hetzfilme. Das Werk richtet sich offenkundig gegen das gesamte deutsche Volk. Deutschland wird auf plumpe, schmähende Weise als der ewige Störenfried Europas hingestellt und angegriffen. Der Film ist ein Haßgesang auf alle Deutschen ohne Unterschied.Die Deutschen haben zwar den Krieg verloren, aber das Schicksal habe sie nicht hart getroffen. Die über sie verhängte Strafe sei zu milde und ihre Sühne unzureichend. Leider lasse sich das deutsche Volk nicht ausrotten. Der Film ›Gott mit uns‹ soll der Welt eine Mahnung sein, die deutschen Verbrechen nicht zu vergessen.«

So wird es gemacht

Wie gewissenlos gefälscht wird, um Haß gegen Deutschland zu erregen, zeigt das Beispiel mit der weitverbreiteten italienischen Zeitschrift »Le Ore«:

Diese Zeitschrift hatte im Herbst 1962 unter dem Titel »Das teutonische Paradies« über die angeblich menschenunwürdige Behandlung italienischer Gastarbeiter bei angeblichen Demonstrationen wegen Unzufriedenheit in Wolfsburg (Volkswagen-Werk) berichtet. Der Bildbericht enthielt Aufnahmen, die unter anderem den Einsatz von Wasserwerfern gegen die italienischen Demonstranten zeigten. Die Fotos waren jedoch im Sommer 1953 in München entstanden. In Wolfsburg gab es gar keine Wasserwerfer und keine Demonstrationen.

Der frühere verantwortliche Herausgeber der Zeitschrift »Alberto Rogogni«, hat vor Beginn der Hauptverhandlung gegen die Zeitschrift in Turin eine Erklärung unterschrieben, in der er die Veröffentlichung der Fotos bedauerte. Er habe sie nicht als Fälschungen erkannt.

Antideutsche Hetzfilme in England

In England brachte man 1960 wieder einen niederträchtigen Hetzfilm gegen Deutschland »Conspiracy of hearts« (Die Verschwörung der Herzen) zur Schürung des Deutschenhasses heraus.

Der Film bandelt von der Ermordung jüdischer Kinder und deren Eltern in Italien durch deutsche Soldaten. Einige jüdische Familien wer-

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den von edlen italienischen Partisanen, die sich mit den Nonnen eines in der Nähe liegenden Klosters verbündet haben, gerettet. Die Nonnen weigern sich, die Namen der Partisanen zu verraten und werden von den brutalen Deutschen mit dem Erschießen bedroht.

Und das 15 Jahre nach Kriegsende! Und deutschstämmige Schauspieler spielen die Hauptrollen in diesem Hetzfilm gegen Deutschland, der das deutsche Soldatentum in den Schmutz zieht.

Und in Deutschland erhielt dieser Film das Prädikat »Besonders wertvoll!«

Die Früchte der Fernsehhetze

Frau Maurin Gold, Cambridge, hat an eine englische Zeitung folgenden Brief gerichtet:

»Mein fünfjähriger Sohn, angeregt durch die vielen Fernsehstücke, hat die ganze Familie beim Mittagessen entsetzt, als er seinen Spielzeugrevolver aus der Tasche zog und, gegen unsere österreichische Diensthilfe zielend, ausrief: ›Peng! Peng! Wieder ein Deutscher tot!‹ Wir hatten richtige Mühe, ihn aufzuklären.«

(»DWZ« vom 2. Juli 1965, S. 9).

Deutsche als Regisseure antideutscher Hetzfilme

Leider finden sich auch deutsche Regisseure, die diesen antideutschen Hetzfilmen für gewisse Auftraggeber, die damit Haß- und Rachehetze gegen Deutschland treiben oder einfach auch nur damit gute Geschäfte machen wollen – mit ihrem Können zum Erfolg verhelfen. Aus den Vorführungen der Lichtspieltheater und des Fernsehens sind die zahllosen Hetzfilme zur Genüge bekannt. Für einige dieser Hetzfilme zeichnet ein gewisser Wolfgang Staudte als Regisseur; so für den scheußlichen Film: »Die Mörder sind unter uns«, ferner »Rosen für den Staatsanwalt.«

Über diesen Staudte schreibt die »DWZ« vom 7. Februar 1964, S. 10:

»Für sein neuestes Werk hat sich Staudte Jugoslawien ausgesucht. Er schildert die Erlebnisse einer westdeutschen Reisegesellschaft von 8 Herren, die ihre Devisen zu Tito bringen. In einem abgelegenen montenegrinischen Dorf begegnen den fröhlichen Wirtschaftswunder-Knaben

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fortgeschrittenen Alters 50 jugoslawische Frauen, die nach Staudtes Wunsch, fast 20 Jahre nach dem Krieg, noch tiefschwarze Trauerkleidung tragen. Die ahnungslosen deutschen Urlauber wollen die jugoslawischen Damen sangesfroh begrüßen – doch – da packt die Jugoslawinnen Schreck und Grauen; sie entfliehen mit einem Angstschrei: ›Das sind ja Deutsche!‹

Was dann kommt, ist einfach Staudte’scher Kitsch: Für ein und einhalb Millionen Produktionskosten bekommt man geschildert, wie die Frauen, deren Männer selbstverständlich samt und sonders von den Deutschen erschossen wurden – sich weigern, den Deutschen Benzin, Wein und Brot zu verkaufen, worauf diese, um zu zeigen, wie umerzogen und edel sie sind, auf dem Dorffriedhof, wo die Opfer des ›deutschen Militarismus‹ liegen, einen Kranz für die Erschossenen niederlegen. Aber schon sind die Witwen zur Stelle.

Sie zerreissen den Kranz und werfen ihn den nunmehr beleidigten Westdeutschen vor die Füße. In ihrer hilflosen Lage brechen die Deutschen jetzt in ein Wirtshaus und die Damen stürzen den Volkswagenbus in die Schlucht.

Sicherlich wurden von deutschen Truppen in Jugoslawien Männer erschossen. Sie starben nicht zur KdF-Belustigung oder aus privaten Motiven, sondern weil viele Zehntausende deutscher Landser von den Tito-Partisanen heimtückisch und verbrecherisch aus dem Hinterhalt ermordet und zu oft noch dabei grausam zu Tode gefoltert worden waren. Es gäbe in Jugoslawien Zehntausende deutscher Soldatengräber der unglücklichen Opfer jugoslawisch-kommunistischer Mordgier. Ihre Hügel sind eingeebnet und kein Kranz schmückt sie …

Aber für Staudte und seinesgleichen sind die ermordeten deutschen Soldaten und ihre Kameraden die Mörder, und die Partisanenmörder sind für Wolfgang Staudte und Genossen die edlen und lieben Freunde, die man versöhnen muß.«

Selbst der verhältnismäßig objektive Cornelius Ryan bringt in seinem bekannten Buche »Der längste Tag«, nach dem ein Monsterfilm gedreht wurde, eine abscheuliche Greuellüge über das angebliche »Blutbad von Lille.«

Ryan schildert in seinem Buch und Film eine Reihe alliierter Kriegsverbrechen an deutschen gefangenen Soldaten, so z. B. wie man einigen dieser Unglücklichen einfach die Kehle durchschnitt. Der ehemalige General Adolf Wolf erstattete auf Grund der Berichte dieses Buches, in dem Ryan alliierte Kriegsverbrechen begangen an deutschen Soldaten schilderte, Strafanzeige gegen unbekannte Täter. Da die Verfolgung alliierter Kriegsverbrecher den Deutschen verboten ist, wurde

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die Strafanzeige ad acta gelegt. Die Alliierten schützen ihre Kriegsverbrecher. Nur die Deutschen hängen sie.

Als deutsches Kriegsverbrechen berichtete er vom angeblichen »Blutbad in Lille.« Er beschreibt die Stimmung alliierter Soldaten auf einem britischen Landungsplatz, wo sie auf den Sturmbefehl warteten. Unter diesen britischen Soldaten befindet sich ein Mr. Hollis. Ryan berichtet:

»Der bevorstehende Angriff machte dem Kompanie-Feldwebel Stanley Hollis nicht viel Kummer. Er freute sich auf die Invasion. Er wollte dringend nach Frankreich, um ein paar Deutsche mehr umzubringen.

Hollis hatte seine persönlichen Gründe. Zur Zeit von Dünkirchen war er Melder gewesen. Auf dem Rückzug hatte sich ihm in Lille ein Anblick geboten, den er nicht wieder vergessen konnte. Von seiner Einheit abgeschnitten, hatte Hollis in einem Teil der Stadt, durch den offenbar die Deutschen gerade vorgedrungen waren, den falschen Weg eingeschlagen. Er stand mit einem Male in einer Sackgasse, in der die noch warmen Leichen von über hundert französischen Männern, Frauen und Kindern lagen. Sie waren mit Maschinengewehren niedergemäht worden. In der Mauer hinter den Leichen staken Hunderte von verschossenen Patronen und weitere Hunderte lagen über den Boden verstreut. In diesem Augenblick hatte Stan Hollis beschlossen, Jagd auf Feinde zu machen. Seine Erfolgsliste belief sich bereits auf über neunzig. Am Ende des Landungstages sollte er seinen einhundertundzweiten Abschuß in den Lauf seiner Maschinenpistole ritzen.«

Zu diesem erregenden Greuelbericht bringt die »DWZ« vom 7. Feber 1964 auf Seite 10 folgende sensationelle Enthüllung:

»Unser Leser Fritz Ruf, München, schrieb am 21. November 1961 an den Bürgermeister der Stadt Lille und bat ihn um Auskunft, wo und wann und wieso dieses schreckliche Massaker stattgefunden hätte. Schon am 29. November 1961 erhielt er die Antwort, daß über die Entdeckung des Feldwebels Stanley Hollis, nach der in einer Sackgasse von Lille im Mai 1941 etwa 100 Leichen fand, nichts bekannt sei.«

Cornelius Ryan ist einem Schwindler aufgesessen.

Einzig wahr an der Geschichte ist also nur der Berichter, Feldwebel Stanley Hollis von der britischen 50. Division und seine 102 getöteten Deutschen. Es gab ja bei der Invasion genug Gefangene, die er völlig straffrei ermorden konnte.

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Die Haß- und Hetzbücher

Immer wieder erscheinen Bücher, deren einziger Zweck es ist, den Haß und den Rachefeldzug gegen Deutschland bis ins Endlose fortzusetzen und die Greuellügenpropaganda gegen das deutsche Volk nicht zum Stillstand kommen zu lassen.

Alle diese Bücher sind literarisch ebenso wertlos, wie ethisch abstoßend durch ihre aufdringliche Tendenz, den Haß und die Rache gegen das deutsche Volk zu verewigen. Den Haßaposteln scheint offensichtlich die am deutschen Volk bisher geübte barbarische und bestialische Rache noch als höchst unzureichend. Sie scheinen offensichtlich der Meinung zu sein, daß dem deutschen Volke noch viel zu wenig Racheleid zugefügt wurde, vor allem, daß noch viel zu wenig Deutsche umgebracht worden sind.

Selbst wenn der Inhalt dieser Bücher wirklich voll der Wahrheit entspräche – wovon sie weit entfernt sind – wäre ihre Tendenz sittlich abzulehnen. Es ist auch ein nicht zu entschuldigendes, sozial überaus gefährliches Unternehmen, auch wirklich begangene Greuel der großen Masse zur Kenntnis zu bringen; wenn dabei noch erfunden, übertrieben und gelogen wird, ist es ein über die Maßen abscheuliches Verbrechen.

In der Vergangenheit lehnte man es daher auch ab, begangene Kriegsgreuel allgemein zu veröffentlichen. Sie blieben, in richtiger Erkenntnis der ungeheuren sittlichen Gefährlichkeit, der seelischen Zerstörungen, die die allgemeine Verbreitung ihrer Kenntnis unter den Massen anrichten muß, in den Akten begraben, die nur den Gelehrten und Forschern für ihre wissenschaftlichen Arbeiten und Zwecke zur Verfügung standen.

Fast alle diese Bücher sind nichts als eine Zusammenfassung und Wiederholung von Greuelbehauptungen und Greuellügen. Fast alle diese Bücher sind nichts als so viele Jahre nach Kriegsende unternommene, sittlich verwerfliche Versuche, den Haß und die Rache gegen das deutsche Volk nicht einschlafen zu lassen.

Weit davon entfernt, damalige Geschehnisse und Verhältnisse wirklich zu untersuchen und die Wahrheit finden zu wollen, bemühen sich die meisten dieser Bücher nur, Greuelberichte aufzustöbern. Vielfach handelt es sich um üble Berichte einer zentralgelenkten Haß-Propaganda, die zu einem Teil offenkundige Erfindungen sind, zu einem anderen Teile aber Tatsachen kraß verfälschen und tausendfach übertreiben.

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Die Absicht dieser Hetzbücher ist meines Erachtens ausschließlich, das deutsche Volk als Auswurf der Menschheit hinzustellen und vor der Welt zu diffamieren.

Und noch eines: Eine Darstellung menschlicher Grausamkeit muß alle Menschen umfassen. Auch eine wahre Darstellung wirklicher deutscher Grausamkeiten, ohne die Grausamkeiten der anderen Völker daneben zu stellen, macht auch die Wahrheit zur Lüge. Auch ein gerechtfertigter Vorwurf ist infam, wenn er sich nur gegen ein Volk richtet und dadurch, daß er die gleichen und größeren Sünden der anderen verschweigt, den Eindruck erweckt, daß die Deutschen grausamer seien, als die anderen Völker, während es sich in Wahrheit gerade umgekehrt verhält.

Malaparte – Suckert

Eine ganz besonders trübe Quelle der Greuelhetze gegen Deutschland sind die in Millionen Exemplaren in fast allen Sprachen der Erde verbreiteten Bücher des Curzio Malaparte (richtig Kurt Suckert, geboren in Deutschland).

Das Buch »Kaputt« enthält m. E. kaum zu überbietende Schmähungen deutschen Wesens, infame Beschmutzungen deutschen Soldatentums. Nachstehend eine Auswahl aus Malaparte-Suckert:

Aus »Kaputt«, S. 12 ff.: »Die Deutschen schlachten die Wehrlosen, sie hängen die Juden an die Bäume auf den Dorfplätzen, sie verbrennen sie lebend in ihren Häusern wie die Ratten, sie erschießen die Bauern und die Arbeiter auf den Kolchosen und in den Höfen der Fabriken. Ich habe sie lachen, essen und schlafen gesehen im Schatten der Leichen, die an den Ästen der Bäume schaukelten.«

S. 215/6: »118 Gefangene waren angetreten … Der Feldwebel erklärte ihnen durch den Dolmetscher, daß sie geprüft würden, wer gut lesen könne, würde als Schreiber für die Dienststellen der Kriegsgefangenenlager bestimmt, die anderen würden zur Feldarbeit eingeteilt … Der deutsche Oberst erschien zur Prüfung. Das Ergebnis war, daß 87 durchgefallen und nur 31 die Prüfung bestanden hatten. Der Feldwebel ließ die 31 an die Mauer stellen – dort wurden sie mit Maschinengewehren niedergemäht. ›So‹, sagte der Dolmetscher zu mir, ›wir müssen Rußland von all diesem Literaturgesindel befreien. Wer gut lesen kann, ist gefährlich. Es sind lauter Kommunisten.‹«

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Diese Greuellüge ist nichts als eine Umkehrung der bolschewistischen Anekdote: Ein bolschewistischer Lehrer fragt seine Schüler wieviel 2 x 2 ist. Die Schüler antworten falsch. Den ersten, der richtig antwortet, schießt der bolschewistische Lehrer nieder. Auf Befragen antwortet er: »Er weiß zuviel!«

S. 217: »Als die Juden weniger wurden, begannen die Deutschen die Bauern aufzuhängen. Sie hängten sie am Halse oder an den Füßen an den Bäumen auf, auf Dorfplätzen … Sie hängten sie neben den Leichen der Juden auf, die Tag um Tag unter dem schwarzen Himmel baumelten, neben den Hunden der Juden, die am demselben Ast hingen wie die Juden.«

S. 268: »Neben mir saß ein SS-Mann. Er war ein Junge von vielleicht 18 Jahren, blond, mit blauen Augen, mit roten Lippen, auf denen ein kaltes, unschuldiges Lächeln glänzte … Er erzählte mir, daß die Rekruten der SS dazu erzogen werden, den Anblick der Leiden anderer ohne mit Wimpernzucken zu ertragen. Ich wiederhole ihnen, daß seine blauen Augen außerordentlich rein waren. Er erläuterte, daß ein SS- Anwärter nicht würdig sei, wenn es ihm nicht gelänge, die Katzenprobe zu bestehen. Die Anwärter müssen eine lebende Katze mit der linken Hand am Rückenfell packen, und zwar so, daß sie die Krallen unbehindert zur Verteidigung gebrauchen konnte. Mit der rechten Hand müssen sie mit einem kleinen Messer die Augen aushöhlen. So lernen sie die Juden töten.«

S. 273/5: »(Aus einem Hause schießt ein Einzelner auf die deutschen Soldaten. Darauf wird das ganze Dorf in Brand geschossen). Plötzlich rennt aus der Rauchwolke hervor ein Schatten, mit erhobenen Händen. Die Soldaten ergreifen den Partisan. Es ist ein Knabe; er kann nicht älter sein als 10 Jahre; dürr, verschmutzt, der Anzug in Fetzen … ein Kind. Der Junge schaut ruhig auf den Offizier und blinkt mit den Augen und dann und wann hebt er die Hand und schneuzt sich die Nase mit den Fingern. Der Offizier fragt: ›Warum hast Du auf meine Soldaten geschossen?‹; der Junge antwortet: ›Du weißt es doch, warum fragst Du mich darnach?‹ Seine Stimme ist ruhig und hell. Er antwortet ohne Spur von Angst … Der Offizier sagt: ›Hör zu! Du bist ein Kind und hast auf meine Soldaten geschossen. Aber ich führe keinen Krieg gegen Kinder. Eines meiner Augen ist ein Glasauge, ein künstliches Auge aus Glas. Wenn Du mir sagen kannst, welches meiner Augen ein Glasauge ist, lasse ich Dich laufen, dann lasse ich Dich frei.‹ Ohne Zögern antwortete der Junge: ›Das linke Auge!‹ ›Wie hast Du das festgestellt?‹ Der Junge antwortet: ›Weil es von den beiden Augen dasjenige ist, das einen menschlichen Ausdruck hat.‹«

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S. 285/6: »Während meines Gespräches mit dem Poglavnik von Jugoslawien, Ante Pavelic, in dessen Arbeitszimmer, bemerkte ich einen Korb aus Weidengeflecht, der auf seinem Schreibtisch stand, links von Poglavnik. Der Deckel war geöffnet, man sah, daß der Korb bis an den Rand mit Muscheln und kleinem Seegetier gefüllt war, so schien es mir, mit Austern, hätte ich gesagt, aber schon geschälten … ›Sind das dalmatinische Austern?‹, fragte ich den Poglavnik. Ante Poglavnik hob den Deckel vom Korb und zeigte mir die Muscheln und kleinen Meerestiere, diese schleimige, gallertartige Austernmasse. Und lächelnd sagte er, mit seinem müden, gutmütigen Lächeln: ›Es ist ein Geschenk einer getreuen Ustaschas: Zwanzig Kilo Menschenaugen!‹«

S. 309 ff.: »Eines Tages beschloß die Sanitäts-Abteilung der 11. deutschen Armee in Soroca ein Wehrmachtsbordell zu eröffnen. Doch gab es in Soroca nur alte und häßliche Trauen … Der Sanitätsdienst schickte Streifen aus, um die in Kornfeldern und in den Wäldern vor der Stadt versteckten Judenmädchen einfangen zu lassen. Und als auf diese Weise das Bordell mit einer offiziellen Besichtigung, in streng militärischem Stil, durch den Kommandeur der 11. Armee eingeweiht wurde, empfingen ein Dutzend bleicher Judenmädchen mit rotgeweinten Augen zitternd den General von Schobert und sein Gefolge. Sie waren alle sehr jung, fast noch Kinder …«

S. 318: »Alle zwanzig Tage wurden die Mädchen ausgetauscht und abgelöst. Diejenigen Mädchen, die das Bordell verließen, mußten einen Lastwagen besteigen. Sie wurden zum Fluße hinuntergefahren und wurden dort erschossen. ›Wußten sie, daß sie erschossen wurden?‹ fragte ich. ›Ja, sie wußten es. Sie zitterten vor Furcht. O, sie wußten es und jedermann wußte es in Soroca!‹«

Ein sonderbares Geistesprodukt

Ein sonderbares Geistesprodukt ist der 1958 erschienene Roman des amerikanischen Zionisten Leon Uris »Exodus« (Kindler, München. Amerikanische Ausgabe bei Doubleday & Comp. Inc. New York).

Der Roman ist ein rein israelischer Tendenzroman. Er will die Juden und die Entstehung des Palästinastaates Israel glorifizieren und für beide eine Heldensage schaffen. Das geht nur mit arger Vergewaltigung der historischen Wahrheit. Historisch kommt dieser Tendenzroman der Wahrheit nicht einmal in die Nähe. So reduziert sich diese Heldensage auf eine Art israelischen Karl May Roman. Zentralgestalt und Zentralheld ist ein Über-Israeli, Ari Ben Kanaan, ein israelischer Karl May,

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ein Held, der einfach alles kann. Schließlich sinkt sogar die spröde amerikanische Christin Kitty gezähmt, widerstandslos und anbetend zu seinen Füßen. Um die Verworfenheit und Verdorbenheit der arabischen Jugend der Verachtung der Welt preiszugeben, bringt Uris (S. 470) folgende Schilderung:

Ein Schwarm bettelnder arabischer Kinder wird von Ari ben Kanaan verjagt. Doch ein kleiner Junge ließ sich nicht vertreiben … Möchten Sie Akt-Fotos? Er hielt Art am Hosenbein fest. »Oder vielleicht wollen Sie meine Schwester? Sie ist noch Jungfrau!«

Uris vergißt nur dazu zu sagen, daß gerade solche unappetitliche Szenen typisch für Rußland und Polen waren. Mir selbst haben jüdische Knaben in Kowel, Cholm, Lublin und anderen Orten dutzendmale haargenau dasselbe Anbot gemacht (mit Ausnahme der Akt- Fotos).

Das Buch ist ein Produkt reinster Phantasie; es kommt der Wahrheit auch nicht einmal in die Nähe. Alles in allem eine süßliche Lobhudelei. Das Buch ist nur für nationale Israeli lesbar; eine nationalistisch verlogene Karl May Jugendschrift, an der sich das Herz unschuldiger jüngerer und älterer israelischer Knaben und Mädchen zu verhängnisvoller nationalistischer Begeisterung entzünden wird.

Der Homer dieser israelischen Helden-Sage, Uris, lebt selbst natürlich nicht in Israel und es fällt ihm offensichtlich auch im Traume nicht ein, dort zu leben. Daß bei ihm die Briten und Araber und ganz besonders vor allem die Deutschen recht schlecht wegkommen, verzeiht man schließlich einem israelischen Autor. Unverzeihlich aber ist, daß sich dieser nationalzionistische Tendenzroman auch ganz in den Dienst der Haß- und Greuelhetze gegen Deutschland stellt. Es ist einfach nicht faßbar, daß ein amerikanischer Zionist in einer deutschen Buchausgabe im Jahre 1959 noch folgendes sagen darf: (S. 127 f.)

»… Sie hörte vom SS-Hauptsturmführer Fritz Gebauer, der sich auf das Erdrosseln von Frauen spezialisiert hatte und der gern zusah, wenn Kinder in Fässern im Eiswasser erfroren. Sie hörte von Heinen, der eine Methode erfand, wie man mehrere Leute in einer Reihe aufstellen und durch eine einzige Kugel umbringen konnte. Sie hörte von Franz Warzak, der Wetten darüber abschloß, wie lange ein menschliches Wesen am Leben bleibt, wenn man es an den Füßen aufhing. Sie hörte vom Obersturmführer Rokita, der Körper in einzelne Teile zerriß. Sie hörte von Steiner, der die Köpfe und Bäuche von Gefangenen durchbohrte, ihnen die Fingernägel herausriß und die Augen ausdrückte und der gern nackte Frauen bei den Haaren faßte und sie im Kreise herum schleuderte … Sie hörte, daß Dr. Heisskeyer in Dachau Kindern TBC-Bazillen einimpfte und ihren Tod betrachtete

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… Die wissenschaftlichen Versuche erreichten ihren Höhepunkt mit dem Versuch der künstlichen Befruchtung von Frauen mit Tiersamen … Sie hörte, daß das Steckenpferd von Willhaus darin bestand, kleine Kinder in die Luft zu werfen, um zu sehen, wie oft man den Körper mit der Pistole treffen konnte, ehe er auf den Boden aufschlug. Seine Frau Ottilie war auch ein ausgezeichneter Schütze … War ihre Familie unter den Toten, deren Körper in Danzig zu Seife verarbeitet wurden? … Doch all dies war gering, verglichen mit Auschwitz, wo besonders wohlgeformte Totenschädel präpariert und als Briefbeschwerer verwendet wurden …«

Der Skandal einer solchen unerhörten Verleumdung und Verunglimpfung eines Volkes im eigenen Lande durch fremde Todfeinde ist wohl in keinem anderen Lande der Welt außer in Deutschland möglich. Es ist demütigend, daß ein Buch mit so infamen Behauptungen in Deutschland verlegt, verkauft werden kann und gekauft wird.

Ebenfalls bei Kindler in München erschien 1961 der Roman von Peter Ustinow »Der Verlierer«, der u. a. auf Seite 66 die deutschen Soldaten der Massen-Vergewaltigung von Frauen auf die gehässigste schamloseste und niederträchtigste Weise bezichtigt.

Das geringe Gefühl für nationale Würde, ja oft der völlige Mangel daran, mit der deutsche Verleger in einzelnen Fällen Romane mit Stellen scheußlichster Deutschenhetze verlegen, übersteigt die tragbaren Grenzen.

Bei R. Piper & Co., München, erschien 1961 ein Roman von Romain Gary »Erste Liebe, letzte Liebe«, dem ich nachfolgende unglaubliche Stelle entnehme:

(S. 57): »Die Knochen …, die beim herausnehmen aus dem Ofen in Seife verwandelt wurden, haben – es ist entsetzlich, dies zu sagen, schon vor langer Zeit ›Reinlichkeitsbedürfnisse‹ der Nazis befriedigt.«

Man hat die Wahl, anzunehmen, daß der Verfasser so unglaublich ungebildet und naiv ist, das wirklich selbst zu glauben, was er schreibt, oder daß er wider besseres Wissen so infam ist, so eine Greuellüge weiterzuverbreiten.

Und so etwas ist heute in Deutschland möglich! Was würde mit solchen Leuten anderswo geschehen?

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Geschäfte mit dem Haß

Abgesehen davon, daß viele Menschen offenbar sehr besorgt sind, daß der Haß gegen Deutschland abflauen könnte, haben andere herausgefunden, daß sich mit der Haßhetze gegen Deutschland auch heute noch die besten Geschäfte machen lassen. So sind zu den alttestamentarischen Haß-Priestern nun auch noch die berufsmäßigen Geschäftsmacher hinzugekommen, die in dieser Haßpropaganda das glänzende Geschäft wittern und bemüht sind, Haß und Hetze in bare Münze umzusetzen.

Dazu gehört auch die traurige Geschichte der Anne Frank, die sich, in den Händen der Geschäftemacher, als Kassenreisser ersten Ranges, als Riesengeschäft erwies.

Anne Frank, ein deutsches jüdisches Mädchen von etwa 12 Jahren, lebte mit ihren aus Deutschland ausgewanderten Angehörigen lange in einer Amsterdamer Wohnung versteckt. Als das Versteck schließlich von Holländern der Gestapo verraten wurde, wurde Anne Frank zuerst nach Auschwitz und von dort nach dem KZ Belsen gebracht, wo sie einer Flecktyphus-Epidemie zum Opfer fiel.

Gewiß ein grausames ergreifendes Schicksal, das in jedem menschlich fühlenden Herz tiefste Anteilnahme finden wird. Es ist unfaßbar, daß Menschen, die keinerlei Schuld auf sich geladen haben, sich vor anderen Menschen verbergen müssen.

Widerlich aber ist, wie das tieftraurige Schicksal dieses unglücklichen Kindes zur Verewigung der Haßpropaganda mißbraucht wird und von geschäftstüchtigen Hetzern als einträgliches Geschäft ausgeschrotet wird.

Die Geschichte der unglücklichen Anne Frank war als Buch ein Bestseller; 1 der danach aufgebaute Bühnenreisser erwies sich gleichfalls als Weltgeschäft. Erst die Fortsetzung des Riesengeschäftes mit einer Verfilmung erwies sich als Fehlspekulation. Aus dieser umfassenden geschäftlichen Ausschrotung ergibt sich der Verdacht, daß es diesen Menschen weniger um echte Gefühle als um möglichst viel Geld gegangen ist.


1
Nach Angabe Otto Franks (Vater der Anne Frank) hat das »Tagebuch der Anne Frank« dreieinhalb Millionen Auflage überschritten. Die wirklichen Autoren und Vater Frank haben damit blendend abgeschnitten. (Europa Korr. 64/1960).

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Wir zitieren hier drei Zeitungsnotizen:

»Wie aus New York berichtet wird, hat der Schriftsteller Meyer-Levin, der das ›Tagebuch der Anne Frank‹ dramatisierte, gegen den Vater Anne Franks und gegen einige Theaterunternehmer in der Eigenschaft als geschädigter Autor Schadenersatzklagen auf zusammen 1,050.000 Dollar, das sind 27,3 Millionen Schilling, eingebracht.

New York, 17. Dezember

»Vor dem höchsten New Yorker Gericht hat Montag ein Prozeß begonnen, den der Schriftsteller und Journalist Meyer-Levin gegen den Vater Anne Franks, der Verfasserin des berühmten ›Tagebuchs‹ und Kermit Bloomgarden, den Produzenten des auf den Aufzeichnungen des jungen Mädchens basierenden Schauspiels Levins angestrengt hat. Meyer-Levin fordert Schadenersatz von 600.000 Dollar für von Bloomgarden und anderen Personen an seinem Manuskript vorgenommenen Veränderungen. Außerdem beschuldigt er die Autoren einer anderen Bühnenfassung des Tagebuches, aus seinem Entwurf Absätze übernommen zu haben, die nicht im ursprünglichen Tagebuch selbst stehen. (!)

New York, 9. Jänner

Das Oberste Gericht des amerikanischen Staates New York erkannte heute nach zehnstündiger Beratung dem Autor der Bühnenfassung des »Tagebuch der Anne Frank« Meyer-Levin, einen Betrag von 50.000 Dollar zu. Das Urteil wurde gegen den Produzenten des Stückes, Kermit Bloomgarden und den Vater der Anne Frank, Otto Frank, ausgesprochen.

Levin hatte vorgebracht, man habe ihn nach der Fertigstellung der Bühnenfassung um seine Rechte als Autor betrogen. Verschiedene von ihm verfaßte Dialoge, die im Original-Tagebuch nicht aufscheinen, seien von den Bearbeitern der Bühnenversion übernommen worden, die in den Jahren 1955 und 1956 am Broadway gespielt wurde.«

Dabei wird die Echtheit des angeblichen Tagebuches der Anne Frank mit starken Argumenten angezweifelt.

Der schwedischen Zeitschrift »Fri Press« (Nr. 2, 1959) entnehmen wir folgende Nachricht:

»Ein deutscher Lehrer in Lübeck steht unter der Anklage, weil er wagte, die Frage zu stellen, ob das ›Tagebuch der Anne Frank‹ eine Fälschung ist oder nicht. Dabei wird die Einsicht in das Originalmanuskript beharrlich verweigert.«

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Zur Frage der Echtheit des »Tagebuches der Anne Frank« schreibt Paul Rassinier mit feiner Ironie: (»Das Drama der Juden Europas« Pfeiffer, Hannover, 1965):

»Es ist mir aufgefallen, daß dieses Buch in den verschiedenen Sprachen dem Inhalt nach verschieden ist. (Einige Bücher bringen Faksimilien der Handschrift der Anne Frank). Wenn man diese Veröffentlichungen wieder mit einem anderen Buche: »Spur eines Kindes« von dem Deutschen Ernst Schnabel (1959) vergleicht, so findet man, daß die Handschrift, die der Anne Frank zugeschrieben wird, von einem zum anderen Mal unterschiedlich ist.«

(Rassinier stellt in seinem Buche zwei Faksimilien der Handschrift Anne Franks gegenüber: die Handschrift im Buche von Schnabel, mit der Handschrift die im »Life« wiedergegeben ist. Dann fährt er fort:)

»Man verstehe mich recht: ich behaupte nicht, daß das Tagebuch der Anne Frank eine Fälschung wäre. Nichts dergleichen. Ich möchte nur, daß man mir sagen könnte, daß diese zwei Handschriften der gleichen Person gehören, denn ich verstehe nichts von Graphologie. Daraus allein kann ich dann auf die Echtheit des Dokumentes schließen.«

Über das Geschäft mit der Anne Frank schreibt die »Deutsch-Amerikanische Bürgerzeitung«, Chicago, in ihrer Ausgabe vom 2. Oktober 1958, Nr. 12, Jahrgang 35:

Das Tagebuch der Anne Frank …

»Seit Jahr und Tag wird bei uns und in der ganzen Welt mit dem ›Tagebuch der Anne Frank‹ eine Mordspropaganda entwickelt. Als Theaterstück, das den ›Leidensweg einer jungen Jüdin‹, einem Kinde, zum Vorwurf hat, hat das Drama allein in Westdeutschland ca. 2000 Aufführungen hinter sich. Das will was heißen! Insbesondere für das Ehepaar Hacket, das das ›Tagebuch der Anne Frank‹ verarbeitet hat.« Kritische Beobachter meinten zwar schon vor Anbeginn, daß ein Kind unmöglich die im Theaterstück enthaltenen, tiefen Gedankengänge habe niederschreiben können – aber was wollen sie machen?

Nun jedoch kommen diese Kritiker zu ihrem Recht. Aus seiner Notiz in der »New Yorker Staatszeitung und Herold«, einem der angesehendsten amerikanischen Blätter, ergibt sich nämlich, daß das Oberste Gericht in New York einem gewissen Herrn Meyer-Levin, dem Verfasser des Theaterstückes »Das Tagebuch der Anne Frank«, 50.000 Dollar zusprach. Diese hohe Summe muß der Vater Anne Franks an den Bühnenautor berappen, weil er ganze, von Meyer-Levin natürlich erfundene Dialoge abschrieb und ins Tagebuch der Anne Frank als deren geistiges Produkt verpflanzte. Was also ein gereifter Bühnenschriftsteller sich zusammenreimte, mußte die erschütternde Öffentlichkeit als

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Aussage eines verfolgten, leidgeprüften Kindes hinnehmen. Und wer es nicht glauben wollte, mußte schweigen, wenn er nicht Gefahr laufen wollte, als ein »Nazi« oder Antisemit oder Fürsprecher der »braunen Mordbanditen« verschrien zu werden.

Wohin man schaut, überall stößt man auf Lüge und Betrug!«

Geschäfte mit dem Haß sind – wenn es gegen Deutschland geht – wie die Erfahrung zeigt, so einträglich, daß wir auf diesem Gebiete für die Zukunft noch allerhand erwarten dürfen. Schon entnehmen wir der Monatsschrift »Die Plattform«, Juni 1958, S. 8 folgende bezeichnende Nachricht:

»Anne Frank bekommt Junge. Die Einträglichkeit des ›Tagebuches der Anne Frank‹, die anläßlich der Klage des eigentlichen Autors dieses Tagebuches gegen den Vater der Anne Frank wieder zur Kenntnis der Öffentlichkeit gelangte, läßt andere Literaten nicht schlafen. Schon hat Sylvanus ein gleiches Buch geschrieben: ›Korczak und die Kinder‹. Das Drama hat den gleichen Inhalt. Das Stück wurde in Münster aufgeführt.«

In Polen erschien »Das Tagebuch des David Rabinowicz«. Aus dem Polnischen übertragen von Wanda Bronsky-Pampach. Deutsche Ausgabe bei S. Fischer-Verlag, Frankfurt.

Am 30. Jänner 1962 bringt der »Kurier« Wien auf Seite 3 folgende Nachricht:

»Warschau. KZ-Tagebuch gefunden. Auf dem Gelände des früheren Vernichtungslagers Auschwitz wurden 354 Seiten eines Tagebuches gefunden, daß ein unbekannter Jude knapp vor dem Gang in die Gaskammer vergraben hatte. Er schildert in diesem Tagebuch die grauenhaften Zustände im Ghetto der Stadt Lodz und seinen Kampf um das Leben seiner Tochter, die schließlich in seinen Armen starb. Auch fand man Hinweise, daß noch andere Dokumente dieser Art auf dem Lagerplatz von Auschwitz versteckt worden sind. Die Behörden haben eine Suchaktion eingeleitet.«

Man sollte nicht glauben, auf welche Gedanken die Haßhetzer kommen, um ihrer Hetze immer neues Material zu verschaffen. Und für wie blöd sie die Welt halten. Haben diese Lügner auch nur eine Ahnung, in welchem Zustand sich ein noch so gut eingepacktes »Tagebuch« befinden würde, das mehr als 17 Jahre in der Erde vergraben lag? Und diese dumm-dreist raffinierte Hindeutung auf »noch andere dort versteckte Dokumente« (!) um das Erscheinen anderer derartiger Bücher vorzubereiten.

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Es sei hier weder gegen das Buch »Anne Frank«, noch gegen die Bühnenreißer, noch gegen den Tendenzfilm polemisiert. Auch nicht dagegen, in Deutschland Schulkinder zwangsmäßig klassenweise zu diesem Stück zu führen. Es sei nur die innere Ablehnung und der Widerwille gegen das betriebsame Geschäftemachen mit dem Unglück und seine tendenziöse Ausschlachtung zur Haßhetze gegen Deutschland zum Ausdruck gebracht. Man veranstaltete sogar aufdringlich aufgezogene Wallfahrten Jugendlicher aus allen Ländern – vor allem aus Deutschland – zum Grab der Anne Frank, der kleinen jüdischen Märtyrerin.

Anne Frank und kein Ende

Man greift sich an den Kopf, wie das tiefbedauerliche Schicksal der armen unglücklichen Anne Frank bis zum Letzten ausgeschrotet wird. Nun hat man sogar an ihrem Geburtshause in der Ganghoferstraße in Frankfurt am Main eine Gedenktafel angebracht. Darüber hinaus wurde eine »Welt-Anne-Frank-Stiftung« errichtet.

Die »Wochenpresse«, Wien, vom 28. Mai 1959 bringt folgende Nachricht:

»Deutsche Spende für Anne-Frank-Haus. – Amsterdam, 27. Mai.

Der deutsche Bundespräsident und die Bonner Regierung haben der Anne-Frank-Stiftung 100.000 D-Mark zur Ausgestaltung des Anne- Frank-Hauses an der Amsterdamer Prinsengracht gestiftet. Der Betrag wurde dem Bürgermeister von Amsterdam als Schirmherr der Anne- Frank-Stiftung überreicht. Das Haus soll zu einem internationalen Jugendzentrum umgestaltet und das ›Hinterhaus‹, in dem Anne Frank ihr denkwürdiges Tagebuch schrieb, zu einer Gedenkstätte eingerichtet werden.«

Das »Neue Österreich«, Wien, vom 16. Juni 1959, bringt auf Seite 4:

»Frankfurt gedachte Anne Franks. – Frankfurt, 15. Juni.

Mehr als 500 Frankfurter, darunter viele Jugendliche, gedachten gestern im Großen Haus der Städtischen Bühnen des im Konzentrationslager Bergen-Belsen ermordeten (?) jüdischen Mädchens Anne Frank. Anne Frank wäre am 12. Juni dieses Jahres 30 Jahre alt geworden.

Der Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland Van Dam, erklärte bei der Gedenkfeier, man dürfe über Anne Frank niemals zur Tagesordnung übergehen. Die heute in Deutschland herrschende Indifferenz gegenüber den Verbrechen des Naziregimes sei eine tödliche Drohung, allerdings weniger für die überlebenden Juden in Deutschland als für das deutsche Volk selbst.«

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Dieselbe Zeitung bringt am 2. Juni 1959 die Nachricht:

»Ein Anne-Frank-Dorf.

(DPA, UPL) Das sechste Europa-Dorf der Aktion des belgischen Paters Pire (,Hilfe für Heimatlose‹), dessen Grundstein in Wuppertal am 31. Mai 1959 in Anwesenheit des Leiters der Israelischen Mission in Köln gelegt wurde, et hält den Namen ›Anne-Frank-Dorf.«

Wären – bei allem Bedauern für Anne Frank – die 100.000 DM für die Ausgestaltung des Anne-Frank-Hauses in Amsterdam nicht unvergleichlich notwendiger, dringender und zweckmäßiger etwa für die deutschen Ostvertriebenen aufgewendet gewesen? Jedenfalls segensreicher für die Unterstützung lebender Opfer, und um bestehendes Leid aus der Welt zu schaffen, statt damit Gedenkstätten zu errichten, die ihrer Wirkung nach in Wahrheit nur zur Verewigung des Hasses, zur Aufrecht- und Lebendigerhaltung der Rachegefühle dienen.

Diese Ausschlachtung des Schicksals der Anne Frank hat, meiner Überzeugung nach, nichts mehr mit echtem Gefühl und echter Anteilnahme zu tun. Sie soll nur, meiner Ansicht nach, neben der verwerflichen Absicht, Haß zu verewigen, Geld einbringen.

Alttestamentarischer Haß – Ewiger Haß

In ihrer Sorge, daß der Haß im Laufe der Zeit abflauen könnte, haben die Morgenthau-Racheteufel in Amerika einen Weg gefunden, von dem sie hoffen, daß er die Wiedergeburt des Hasses gegen das deutsche Volk in einigen Jahrhunderten sicherstellt.

Die »DWZ« berichtete am 17. Dezember 1965 (S. 2):

»Für die Menschheit des Jahres 2465 wurde eine ›Zeitkapsel‹ mit einem Mikrofilm des ›Tagebuches der Anne Frank‹ unter sicherem Verschluß und in den notwendigen Schutzhüllen in New York hinterlegt.«

Diese Gefangenen ihres Hasses sind doch wirklich arme, als Haß- Prediger aber auch gemeingefährliche Narren.

Der Gipfelpunkt der Geschäftlichen Ausschrotung des Falles Anne Frank: Die Anne-Frank-Gesellschaft, Bergen-Belsen, e.V.

Schon die oben kurz skizzierte übermäßige geschäftliche Tätigkeit um Anne Frank ließ – als für mich offenkundig und unzweifelhaft –

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erkennen, daß es sich bei diesen übereifrigen Geschäftshyänen nicht um einen Ausfluß echten Mitgefühls als vielmehr um eine einträgliche geschäftliche Ausschrotung des Mitgefühls mit der unglücklichen Anne Frank handelte.

Die Deutsche Wochenzeitung (Hannover) lenkt nun die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf eine Angelegenheit, die wohl einen Gipfelpunkt in diesem Komplex geschäftlicher Ausschrotung darzustellen scheint. Während sich bisher die Geschäftemacher mit dem Haß und scheint. Es handelt sich hierbei um die »Anne-Frank-Gesellschaft«. Während sich bisher die Geschäftemacher mit dem Haß und die Ausbeuter des Mitgefühls bei aller moralischen Unsauberkeit und Anfechtbarkeit ihrer Geschäftsmethoden doch noch innerhalb der vom Strafrecht gezogenen Grenzen hielten, scheinen sie in diesem Falle, wie der Bericht der »DWZ« vermuten läßt, in ihrer Erwerbsgier diese Grenzen überschritten zu haben.

Nachdem gewisse Menschen so ziemlich das Letzte aus dem Fall der armen Anne Frank herausgeholt hatten, was da herauszupressen war, gründeten in Hamburg besonders gewiegte Geschäftsleute, die sich das Wohlwollen und das Vertrauen des Hamburger Senats und einiger ehrenwerter angesehener Bürger zu erringen verstanden, die »Anne- Frank-Gesellschaft«. Auf Fürsprache des Hamburger Senats wurde dieser sonderbaren Gesellschaft – deren »wozu« und »warum« nicht recht einzusehen ist – von den Finanzbehörden der Charakter der »Gemeinnützigkeit« zuerkannt. Dadurch wurden die Spenden an diese Gesellschaft für die Spender steuerfreie Abzugspost, also steuerlich absetzbar! Dieser Umstand erleichterte den tüchtigen Geschäftsführern einen ergiebigen Spenden-Sammel-Fischzug bei der deutschen Industrie- und Geschäftswelt.

Die »DWZ« berichtet:

»Es ließ sich noch kein Übet blick über die Höhe der Spenden schaffen, die der Gesellschaft zuflössen. Soweit bisher festgestellt werden konnte, erhielt sie im vergangenen Jahr über 280.000 DM allein von einigen namhaften Industriefirmen. Der größte Teil hiervon dürfte für den Ausbau einer Druckerei verwendet worden sein, die der Ehemann der Geschäftsführerin, der vorbestrafte Graphiker Viktor-Bernhard Freiherr von Hövel leitete. Hövel ist wegen Fälschung von Postsparbüchern vorbestraft. Hövel hat gemeinsam mit einem schwedischen Staatsangehörigen, namens F. H. Gronemann, der flüchtig ist, in der Druckerei nachts Falsifikate von Zehn-Mark-Scheinen hergestellt … Nach Aufdeckung des Verbrechens wurde Hövel festgenommen; sein Komplice konnte flüchten. Inzwischen wurden auch die Ermittlungen gegen die

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Geschäftsführerin der Anne-Frank-Gesellschaft, die geborene Frau Helen Rosenthal-Nydahl eingeleitet, da der dringende Verdacht bestand, daß diese von der ›Arbeit‹ ihres Mannes unterrichtet gewesen sei … Sie gab an, die Druckerei habe vornehmlich zum Druck von Werbeplakaten der Anne-Frank-Gesellschaft gedient (Anm. d. A., … was sicher eine von Staats wegen zu fördernde ›gemeinnützige‹ Tätigkeit war!). Wegen ungebührlicher Höhe der Geschäftsunkosten wurde der Gesellschaft vor einiger Zeit (angeblich Anfang Oktober 1963) die Befugnis zur öffentlichen Sammlung abzugsfähiger Spenden entzogen … Es wird stark bemängelt, daß die ›Anne-Frank-Gesellschaft Bergen-Belsen e. V.‹ offenbar keinerlei Überprüfungen durch die dazu verpflichteten Aufsichtsbehörden des Hamburger Senats unterlag und daß ihr im Hamburger Rathaus stets alle Türen offen gestanden hätten. Nur so sei es möglich gewesen, daß eine Gruppe von Gangstern, … einen derartigen Mißbrauch treiben konnte …

Die Kette der eilfertigen Distanzierer seitens der alten Förderer und Mitglieder der Gesellschaft reißt nicht ab. So hat sieb inzwischen auch ihr bisheriger Erster Vorsitzender, der CDU-Bundestagsabgeordnete Georg Böhme aus Hildesheim von seinem Verein distanziert und dabei beteuert, er sei seinerzeit ohne sein Zutun ›in Abwesenheit‹ zu den Vorstandsehren gelangt … (E. B.)«

Und dann noch ein Anderes:

Was ist das Schicksal der dreizehnjährigen Anne Frank bei aller Bedauernswürdigkeit, gegen das ganz unvergleichbar größere unendliche Leid und Unglück Millionen anderer Menschen in dieser gleichen Zeit!

Worüber der Welt Berichte, Tagebücher, Filme und Theaterstücke vorenthalten werden

Was erfährt die Welt von dem unvorstellbar barbarischen Schicksal, das die Engländer und Amerikaner Dutzenden von deutschen Städten und Hunderttausenden ihrer unschuldigen friedlichen Bewohnern bereitet haben?

Das Verbrechen von Dresden

Nach Erlebnisberichten (Vgl. hiezu auch David Irving »Die Zerstörung Dresdens«.)

Das Geschehen von Dresden übersteigt jede sinnlose Grausamkeit, die je von weißen Menschen ausgeheckt wurde und dennoch völlig unverurteilt blieb. Sie übersteigt selbst die furchtbare Tat des unnötigen

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Abwurfs von Atombomben, die am 6. und 9. August 1945 auf Hiroshima und Nagasaki ohne jegliche Notwendigkeit fielen und die 225.000 Tote und 400.000 Verstümmelte an Opfern forderten.

Durch die alliierten Luftangriffe auf Dresden, den Nachtangriff vom 13. Februar und den Tagangriff vom 14. Februar wurde nicht nur das kunstgeschichtlich berühmte Stadtgebiet zerstört, sondern Hunderttausende von unschuldigen Menschen mit Phosphor- und Sprengbomben auf die bestialischste Weise ermordet. Die Engländer unternahmen den Nachtangriff mit Bombenflugzeugen auf die Stadt, die Amerikaner warfen am nächsten Tage die Phosphorkanister und Sprengbomben. 1,120.000 Menschen befanden sich zu diesem Zeitpunkt in Dresden. Zu den rund 670.000 Einwohnern waren rund 550.000 Flüchtlinge aus Schlesien gekommen, die vor den Russen dorthin geflohen waren. Der alte Dichter Gerhart Hauptmann befand sich unter ihnen. 9000 Maschinen griffen Dresden in drei Wellen an. Die erste Welle setzte eine Häuserfläche von rund 28 Quadratkilometern in Brand, die nächsten Wellen zerstörten die Randgebiete, in die sich die Überlebenden des ersten Angriffs zu retten versucht hatten.

Ein Bericht teilt mit:

Die Zahl der Opfer wird sich nie genau feststellen lassen. Sorgfältige Schätzungen beziffern die Zahl der in den Kellern erstickten oder ertrunkenen, der im Phosphorregen verbrannten, durch Trümmer erschlagenen und verschütteten Zivilisten auf 350.000 bis 400.000 Personen, Kinder und Greise, Männer und Frauen. Zwei Monate lang arbeiteten die Kommandos, um die Leichen zu bergen und zu beerdigen. Dann mußte man es aufgeben. Scheiterhaufen mit je 450 bis 500 Leichen wurden errichtet, Flammenwerfer eingesetzt, um die Keller auszubrennen. Militärisch waren die Angriffe völlig unbegründet. Weder militärische Rüstungsbetriebe, noch militärische Anlagen, sondern nur wehrlose Menschen sollten getroffen werden.

Und an dieses Verbrechen gegen die Menschheit reihten sich ähnliche Vernichtungsangriffe gegen hunderte andere deutsche Städte.

In einer einzigen Nacht, am 14. Februar 1944, wurden in Dresden mehr Deutsche auf die scheußlichste Art ermordet, als während des ganzen Zweiten Weltkrieges Juden an Seuchen verstarben oder von ihren Wirtsvölkern ermordet wurden. In jener Nacht, als der Krieg für die Alliierten entschieden und gewonnen war, legten 9000 britische und amerikanische Maschinen die deutsche Kunst- und Hospitalstadt in Schutt und Asche. In jener Nacht verbrannten Hunderttausende deutscher Männer und Frauen und Kinder als lebende Fackeln, schrien und

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liefen, bis sie schließlich verstummten und verloschen und von ihnen nichts übrig blieb, als ein Haufen verkohlten Fleisches.

Der Engländer Graham Greene urteilt:

»Wer nach dem großen Luftangriff auf Dresden die Ruinen dieser Stadt gesehen hat, der muß sagen, daß dort ein größeres Kriegs verbrechen begangen wurde, als beim Atombombenangriff auf Hiroshima.«

Vergleiche dazu David J. Irving »Und Deutschlands Städte sterben nicht«, ein Dokumentarbericht. Schweizer Druck- und Verlagshaus AG., Zürich. Axel Rodenberger »Der Tod von Dresden«, 8. Auflage, Verlag Franz Müller-Rodenberger, Frankfurt am Main.

Über die Wirkung von Napalm-Bomben

Anthony Carthew, Korrespondent der britischen Zeitung »Sun«, schreibt über die Wirkung der bestialischen Napalm-Bomben:

»Ich war Zeuge der Anwendung von Napalm (in Vietnam). Ich befand mich mit einem Helikopter über dem Schlachtfeld. Ich habe die furchtbaren Verwüstungen des Feuers beobachtet. Es verbrennt selbst der Reis auf den überschwemmten Reisfeldern. Ich habe auch ein Napalm-Opfer gesehen. Nur einmal. Ich habe kein krankes Nervensystem. Aber ich zweifle daran, daß ich imstande bin, das noch einmal zu ertragen. Dieser Mann war von Napalm getroffen worden. Er brannte. Von Kopf bis Fuß löste sich die Haut von seinem Körper. Obwohl der Leib regelrecht in eine Fackel verwandelt wird, lebt das Opfer noch weiter.«

Churchill gesteht: »Sind wir nicht Bestien?«

Als Churchill die Filme und Bilder von den Luftbombardements der deutschen Städte vorgeführt wurden, wandte er sich tief erschüttert an seine Umgebung und sagte: »Sind wir nicht Bestien?«

Die Vernichtung von Königsberg

Im März 1945 verkündete der Dekan der philosophischen Fakultät der Stadt Königsberg über den Rundfunk der Welt:

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»Ich spreche aus einem Trümmerhaufen. In zwei Nächten des August haben britische Bomber Leben und Gestalt der Innenstadt Königsberg ausgelöscht. Ich spreche nicht von den unmenschlichen Geschehnissen, die sich bei diesen britischen Vernichtungsangriffen gegen zivile Bürger ereignet haben. Jene höllischen Nächte enthüllten auch dieser Stadt, daß die Grausamkeiten des gegenwärtigen Krieges schon unter uns Europäern – von den teuflischen Grausamkeiten der Russen schweige ich – so ins Maßlose gestiegen sind, daß am Ende keiner, kein einziger der Beteiligten, und sei er noch so selbstgerecht gesonnen, über den Gegner moralisch Gericht halten könnte, ohne damit sein Innerstes zu schänden und Gott zu lästern.«

Das Grauen von Hamburg
Nach Erlebnisberichten.

Ende Juli 1943 wurde Hamburg in drei Nächten von 2.304 britischen Flugzeugen angegriffen. Allein beim zweiten Angriff fielen auf jeden Quadratkilometer: 30 Minenbomben, 803 Sprengbomben, 2.733 flüssige Phosphorbrandbomben und 96.429 Stabbrandbomben. Diese britische Vernichtungsoperation trug den bezeichnenden Decknamen »Gomorrha«.

Die Berichte des italienischen Konsuls in Hamburg und andere schildern entsetzliche Tatsachen. Die Phosphorbomben haben ganze Viertel der Stadt in Brand gesetzt und eine große Zahl von Todesopfern gefordert … Tausende und Abertausende von Unglücklichen, mit brennendem Phosphor Übergossen, hatten sich, in der Hoffnung, auf diese Weise das sie verzehrende Feuer löschen zu können, in die Kanäle gestürzt, die Hamburg in allen Richtungen durchziehen, in den Fluß, in den Hafen, in die Teiche und selbst in die Brunnen in den öffentlichen Anlagen. Dort krallten sie sich an den Uferböschungen oder an Booten und Kähnen fest. Sie hielten sich bis zum Munde unter Wasser getaucht. Oder sie hatten sich in Splittergräben bis zum Hals mit Erde zuschütten lassen. So warteten die Unglücklichen auf Hilfe, auf irgend ein Mittel gegen dieses heimtückische Feuer. Denn Phosphor wirkt in der Art, daß es sich wie ein klebriger Aussatz in die Haut einfrißt und nur bei Berührung mit Luft sofort zu brennen anfängt. Sobald diese Unglücklichen einen Arm aus der Erde oder aus dem Wasser heraus streckten, loderte dieser Arm wie eine Fackel auf. Um sich gegen diese Marter zu schützen, waren die Unglücklichen gezwungen, unter Wasser getaucht oder in der Erde eingegraben zu bleiben, wie die Verdammten in Dantes »Inferno«. Rettungskomman-

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dos banden sie mit Tauen am Ufer fest, damit sie nicht, von Müdigkeit überwältigt, untersinken und ertrinken. Man versuchte es mit Salben und Einreibungen. Doch alles war vergeblich. Sobald man einen Arm oder ein Bein oder eine Schulter behandelte, die einen Augenblick lang aus der Erde oder aus dem Wasser herausgestreckt wurden, leckten die Flammen sofort wieder empor gleich züngelnden Flammen und es gab kein Mittel, um das Weiterfressen dieses brennenden Aussatzes einzudämmen.

Ein paar Tage lang bot Hamburg einen Anblick, wie die Höllenstadt Dantes. Überall, auf den Straßen, auf den Plätzen, in den Kanälen, in der Elbe, ragten Tausende und Abertausende von Köpfen aus dem Wasser und aus der Erde, und diese Köpfe, blauschwarz vor Qualen und Schmerzen, bewegten die Augen, öffneten den Mund, sprachen. Zwischen diesen entsetzlichen Köpfen kamen und gingen Tag und Nacht die Angehörigen der Verdammten, eine abgezehrte und abgerissene Menschenmenge, die leise sprachen, als wollten sie diesen entsetzlichen Todeskampf nicht stören. Sie brachten Speisen, Getränke und Salben. Der eine brachte ein Kissen, um es einem Verwandten oder Freund unter dem Nacken zu schieben, ein anderer setzte sich neben einem Eingegrabenen und verschaffte ihm mit einem Fächer Erleichterung gegen die Gluthitze des Tages, ein anderer hielt einen zum Schutz gegen die sengenden Sonnenstrahlen einen Schirm über den Kopf, wischte ihm den Schweiß aus Stirne und Augen, netzte ihm die Lippen mit einem angefeuchteten Taschentuch oder ordnete mit einem Kamm einer unglücklichen Frau oder einem Mädchen das Haar. Alle versuchten, die Verdammten zu trösten. In Scharen liefen überall die Hunde umher und bellten, leckten ihren eingegrabenen Herrn und Frauen das Gesicht oder sprangen ins Wasser im verzweifelten Bemühen, ihnen zu Hilfe zu kommen.

Bisweilen wurden einige der Verdammten von Verzweiflung übermannt und versuchten, aus dem Wasser oder aus ihrem Erdloch herauszukommen, um der Qual dieses entsetzlichen Wartens ein Ende zu machen. Doch sogleich, bei der geringsten Luftzufuhr, loderten ihre Glieder in Flammen auf und grausige Schlägereien begannen zwischen diesen Verzweifelten und ihren Angehörigen, die sich abmühten, die grausigen Körper und Köpfe wieder ins Wasser oder in die Erde hineinzudrücken. Am mutigsten und geduldigsten waren die Kinder; sie weinten nicht, sie schrien nicht, sie sahen mit ruhigen Blicken umher auf das gräßliche Schauspiel, auf die Menschen, die ihnen nicht helfen konnten.

Das Furchtbarste aber waren die Nächte, wenn die unglücklichen Köpfe mit ihren Blicken den Himmel betrachteten, aus dem ihre Peiniger gekommen waren und immer noch kamen.

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Am siebenten Tage wurde der Befehl gegeben, die Zivilbevölkerung von den Unglücklichen zu entfernen. Die Scharen von Verwandten und Freunden entfernten sich schweigend, von Soldaten und Sanitätspersonal schonend abgeschoben. Die Verdammten blieben allein. Entsetztes Stammeln, Zähneknirschen, ersticktes Weinen ging von ihren schauerlichen Köpfen aus, die in den verlassenen Straßen, Plätzen und Kanälen aus dem Wasser und aus der Erde ragten. Den ganzen Tag über sprachen die Köpfe miteinander und schrien. Es war grauenhaft. Dann sank die Nacht herein … Man erlöste die Unglücklichen von ihren Leiden.

Neun Tage brannte Hamburg

Unter diesem Titel bringt Hans Joachim Richard in der »Deutschen Wochen-Zeitung« vom 2. August 1963, S. 4, folgenden Bericht:

»,Gomorrha‹ nannte sich sinnigerweise der verbrecherische Plan Englands und der USA, nach welchem die großen deutschen Städte in Trümmer aufgehen sollten … Bei klarer Sicht startete die königlich britische Luftwaffe mit 740 schweren Bombern in der Nacht vom 24. zum 25. Juli 1943, um als erste unter den deutschen Großstädten Hamburg dem Erdboden gleichzumachen und, wenn möglich, für alle Zeiten auszulöschen.

Wie der Chef des britischen Bomberkommandos, Luftmarschall Sir Arthur Harris, den eingesetzten Besatzungen in einem Tagesbefehl erklärte, werde die Stadt nicht in einer Nacht, sondern nur in mehrtägigen rollenden Tag- und Nachtangriffen ›auszulöschen‹ sein. Rund 10.000 Tonnen Abwurfmaterial wurden bereitgestellt. Dem ersten Angriff mit 740 schweren britischen Bombern folgten am nächsten Tag 297 amerikanische Bomber, darauf in den Nächten vom 27. und 28. wieder 738 und vom 29. und 30. erneut 726 britische Bomber, um ihre todbringende Last über der brennenden Stadt abzuladen.

Zwischen dem 25. Juli und dem 3. August flogen die Briten fünf Nachtangriffe und die Amerikaner drei Tagesangriffe. 4.400 Tonnen Sprengbomben aller Kaliber, 2.700 Tonnen Stabbrandbomben und 1.900 Tonnen brennbarer Flüssigkeit wurden über Hamburg abgeworfen und verwandelten die Stadt in eine Wüste aus Stein, Staub und Qualm. Bis weit ins Land, bis Bremen und Oldenburg, Schwerin und Lüneburg waren die himmelhoch züngelnden Feuersäulen und die Rauch- und Staubwolken zu sehen. Die Stadt fiel zunächst den Sprengbomben und dann den riesigen Flächenbränden zum Opfer, die durch Brandbomben und Brandkanister entfacht und ständig genährt wurden, bis die Stadt am zehnten Tage in Schutt und Asche versunken war. 277.330

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Wohnungen wurden durch den Bombenterror zerstört; 900.000 Menschen strömten in endlosen Zügen, von Panik getrieben aus dem brennenden Inferno, um wenigstens das nackte Leben zu retten. 600.000 Hamburger verloren in diesen Tagen geplanter Grausamkeit ihr Hab und Gut.

Mit brennenden Kleidern stürzten die Menschen aus den Trümmern auf die von Menschenmassen verstopften Straßen. Niemand, der es erlebte, wird je die Unzahl der kleinen Kinder vergessen können, die verlassen in angesengten Nachthemden, über und über mit Staub und Ruß bedeckt, um Hilfe flehten …!

30.482 Menschen, unter ihnen ungezählte Frauen und Kinder, starben einen schrecklichen gnadenlosen Tod … Bis zu dieser Stunde fanden sich weder Kläger noch Richter, die diese grausamen Verbrechen an Wehrlosen und Unschuldigen zu sühnen bereit wären. Die Namen der Kriegsverbrecher sind bekannt. An ihrer Spitze steht der Mann, der den Befehl gab, Mord und Brand und Verderben unter die deutsche Zivilbevölkerung zu tragen und weder Greise noch Kinder, noch Frauen zu schonen …«

Und die gleichen Verbrechen wurden in zahllosen Angriffen britischer und amerikanischer Flugzeuge verübt, die bis zum Kriegsende auf fast alle deutschen Städte und viele deutsche Dörfer ausgeführt wurden. Und mit Beginn des totalen Luftkrieges, des Terror- und Vernichtungskrieges gegen zivile Bürger ist nicht etwa Deutschland, sondern England belastet. Der britische Luftmarschall Spaight bekennt sich ausdrücklich zu dieser britischen Blutschuld.

Er bekennt:

»Wir begannen Ziele in Deutschland zu bombardieren, ehe dies die Deutschen in England taten. Das ist historische Tatsache.«

Über das Grauen des britisch-amerikanischen Terror- und Vernichtungs- Luftkrieges gegen das zivile Deutschland vgl. den Bericht des Generalmajors der deutschen Feuerschutzpolizei Hans Rumpf: »Das war der Bombenkrieg. Deutsche Städte im Feuersturm«. Ein Dokumentarbericht. Gerhard Stalling, Oldenburg und Hamburg.

Tagelang brannten die deutschen Städte nach den alliierten Luftangriffen: Lübeck, Würzburg, Darmstadt, Heilbronn, Wesel, Magdeburg, Frankfurt usw. Köln wurde von 107 Luftangriffen heimgesucht. Niemand verkündet das furchtbare Schicksal dieser deutschen Städte und Dörfer. Niemand berichtet über den entsetzlichen Phosphor- und Feuertod ungezählter, hunderttausender deutscher Frauen und Kinder.

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Kein Mensch veröffentlicht darüber Tagebücher, Filme, Theaterstücke. Nicht einmal die Zeitungen nahmen Notiz davon, sofern sie nicht frohlockten über die bestialische Tötung so vieler Deutscher. Kein Tagebuch, kein Film kündet von dem harten und leidvollen Leben der Millionen deutscher Frauen und Kinder in den bombenbedrohten und bombenzerstörten deutschen Städten!

Kein Tagebuch, kein Film kündet von dem entsetzlichen Schicksal der fast 4 Millionen Deutschen, die wie Vieh aus der Tschechei gejagt wurden, wobei fast eine Million auf bestialische Weise hingemordet wurde. Kein Tagebuch, kein Film kündet von dem furchtbaren Schicksal der an die 20 Millionen deutscher Männer, Frauen und Kinder, die aus ihren Heimen in Europa vertrieben wurden.

Nach Kriegsende wurden Millionen deutsche Männer, Frauen und Kinder bestialisch ermordet

Das Schicksal der Deutschen in Ostpreußen, Polen, CSSR, Ungarn, Rumänien, Jugoslawien war unvorstellbar grauenhaft. Viele Millionen wurden nackt beraubt und ausgetrieben aus Haus und Heim, aus ihrer Heimat, zahllose deutsche Frauen wurden geschändet, viele hunderttausende bestialisch ermordet oder als Arbeitssklaven in die Sowjetunion verschleppt.

Nachstehend nur wenige Augenzeugenberichte für die unter dem Protektorate Eisenhowers und Churchills verübten namenlosen Bestialitäten an Deutschen:

Father Emanuel Reichenberger berichtet:

»Prag war zur Lazarettstadt erklärt und die deutschen Truppen abgezogen worden. Diese Situation benutzten die Tschechen, die während des Zweiten Weltkrieges die deutsche Kriegsmaschine in der servilsten Weise bedient hatten, auf gänzlich gefahrlose Weise an den wehrlosen Deutschen ihren Heldenmut zu beweisen. Am 1. Mai 1945 begann in Prag die Hatz auf die Deutschen. Auf dem Wenzelsplatz wurden die unbewaffneten kranken und verwundeten deutschen Soldaten an den Laternenmasten aufgeknüpft und Feuer unter die Unglücklichen gelegt, so daß sie als lebende Fackel eines gräßlichen Todes starben. Andere wurden vom Mob in den Straßen kurzerhand erschlagen oder erschossen.

Die Stadt war von bewaffneten tschechischen Truppen besetzt, die die deutschen Lazarette stürmten, die Verwundeten ermordeten, in die

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deutschen Wohnungen und Geschäfte einbrachen und unter der nichttschechischen Bevölkerung ein grauenvolles Blutbad anrichteten … In den Straßen lagen Massen von Leichen, Soldaten und Zivilisten, Frauen und Kinder. Die unglücklichen Menschen wurden aus den Fenstern ihrer Wohnungen einfach auf die Straße geworfen. Tag und Nacht waren die Todesschreie der unglücklichen Menschen zu hören … Frauen wurden mit Kolbenschlägen und Peitschenhieben, vollkommen unbekleidet, durch die Straßen getrieben und gezwungen, Barrikaden Zu errichten und Leichen wegzuräumen. Viele dieser geschändeten Frauen und Mädchen mußten die ermordeten eigenen Angehörigen in die Massengräber werfen. Bei der Scharnhorstkaserne wurden nicht weniger als 4000 Verwundete, die man zusammengetrieben hatte, erschossen … Die Schwestern vom Koten Kreuz wurden vor den Augen aller öffentlich vergewaltigt …«

Aus dem Bericht der Martha Halke über die Niedermetzelung der Deutschen in Prag (Ostdeutsche Passion. Father Reichenberger, Westland-Verlag, Düsseldorf):

»Auf der Flucht vor den Bolschewiken kam ich aus dem Osten mit meiner neunjährigen Tochter Mitte April 1945 nach Prag und nahm bei meiner Schwester in Prag-Weinberge, Zuflucht … Was über uns hereinbrach, war zu furchtbar und bestialisch, als daß es mit bloßen Worten widergegeben werden könnte … Die tschechische Bevölkerung rief trunken vor Haß: ›Erschlagt die deutschen Bestien, erschießt sie!‹ … Man schnitt den Deutschen mit Rasiermessern Hakenkreuze in den Rücken und in andere Körperteile …

Es war nicht nur die untere Schicht des tschechischen Volkes, die sich bei diesen ungeheuerlichen Grausamkeiten beteiligte, auch viel Intelligenz war fest am Werk mit dabei … Auf dem Karlsplatz und in der Rittergasse wurden gefangene Deutsche mit dem Kopf nach unten an Laternen gehängt, mit Benzin angegossen und lebendig verbrannt … Die Baracken der deutschen Wehrmachtshelferinnen wurden erbrochen und die Mädchen von tschechischen Frauen zu Tode getrampelt. Rote- Kreuz-Schwestern ließ man im Hemd über den Wenzelsplatz und die Fochstraße zum Wolschaner Friedhof laufen, wo sie mit Maschinengewehren erschossen wurden. Die Verwundeten trieb man aus den Lazaretten und ließ sie in den Gassen durch eine immer ärger tobende Menge Spießruten laufen …«

Augenzeugenbericht einer deutschen Frau:

»Ich kam am 4. August 1945 auf der Flucht nach Deutschland nach Aussig und nächtigte dort bei tschechischen Bekannten, deren Haus unmittelbar an der Elbe lag. Am 5. August um 11 Uhr vormittags war die ganze Stadt auf den Beinen. Aus einem Konzentrationslager in der

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Nähe wurden die deutschen Frauen und Kinder herangebracht. Ich beobachtete den Zug aus einem Fenster des zweiten Stockwerkes, was nicht auffiel, da sämtliche Fenster von tschechischen Zuschauern dicht besetzt waren. Unter ohrenbetäubenden Gejohle bewegte sich der Zug, der ausnahmslos aus Frauen und Kindern bestand, darunter eine große Zahl an Kinderwagen, zur Elbebrücke. Hier wurden den Frauen, soweit es sich um jüngere handelte, sämtliche Kleider vom Leibe gerissen und die Arme mit eigenen Kleidungsstücken am Rücken zusammengebunden.

Verzweifelte, die sich zu wehren versuchten, wurden noch auf der Brücke angeschossen und dann über die Brücke in die Elbe gestoßen. Die ersten Ertränkungen erfolgten um 11 Uhr 20 Minuten und dauerten ununterbrochen bis ungefähr um 16 Uhr. Am rechten Elbeufer waren, soweit ich feststellen konnte, brückenabwärts eine große Anzahl von Zivilisten mit Gewehren und Maschinengewehren postiert. Daneben gab es zahlreiche Angehörige des zivilen nationalen Ordnungsdienstes, alle schwer bewaffnet. Die Frauen waren, wie mir Tschechen erzählten, bereits um 4 Uhr früh aus dem Lager geholt worden. Die Frauen gehörten allen Bevölkerungsklassen an. Alle ihre Männer waren bereits mehrere Wochen vorher ins Landesinnere abtransportiert worden. Bei der Aushebung der Frauen wurde keinerlei Rücksicht auf Parteizugehörigkeit oder nicht genommen. Kinder im Kinderwagen – häufig stieß man die Mutter noch in den Kinderwagen hinein – wurden in den Strom gestoßen. Ich selbst mußte mehrere Tage im Hause bleiben, da diesen furchtbaren Ausschreitungen noch weitere Treibjagden auf die Deutschen folgten und ein Teil der Bevölkerung den Eindruck von unter einem Blutrausch stehenden Volltrunkenen machte.«

Wie in Aussig an der Elbe, so wurden in Prag die Deutschen in Massen in der Moldau ertränkt.

»In der Moldau schwammen die Frauen umher. Einige versuchten ihre Kinder zu erreichen, die im Wasser trieben, andere schwimmen zum Ufer und zur Sophieninsel. Eben wird eine Frau über das Brückengeländer gestoßen … zwei Kinder folgen … das rettende Ufer oder die Insel erreicht niemand. Dort werden die Unglücklichen erwartet und mit Steinen und Prügeln beworfen. Wer Waffen hat, schießt auf sie … Man wirft Handgranaten auf sie!«

(Olga Berenyi, »Prager Totentanz«, Schild-Verlag, München 1958)

Jürgen Thorwald, der als Anti-Nazi bekannte Autor, schildert in seinem Buche »Die große Flucht« die Greueltaten der Tschechen nach Augenzeugenberichten. Er schildert, wie der deutsche Pfarrer einer

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Gemeinde bei Pirna (deutsche Ostzone) Karl Seifert, mit einigen alten Männern seiner Gemeinde, jene Deutschen bestattete, die Tag für Tag an den Ufern der Elbe angespült wurden.

»Sie kamen elbeabwärts aus der Tschechoslowakei. Es waren Trauen und Kinder, Säuglinge und Greise und deutsche Soldaten. Es waren Tausende und Abertausende, von denen der Strom nur wenige an jene Seite des Ufers schwemmte, an der die Gemeinde des Pfarrers Seifert lag. Am 20. Mai 1945 geschah es, daß der Strom nicht nur solche Deutsche von sich gab, die zusammengebunden ins Wasser geworfen und ertränkt worden waren, nicht nur solche Opfer, die man bevor man sie in den Fluß warf, erdrosselt, erstochen und erschlagen, ihrer Zunge, ihrer Augen, ihrer Brüste beraubt hatte. Der Strom trieb, wie ein Schiff, eine hölzerne Bettstelle an, auf der eine ganze deutsche Familie samt ihren Kindern mit langen Nägeln angenagelt war!«

Frau Hildegard Hurlinger bezeugt:

»Am 15. Mai wurde ich aus meiner Prager Wohnung … unter Prügeln und Kolbenschlägen, an den Haaren geschleppt … In der Nacht wurden wiederholt alle Häftlinge auf den Hof geholt, je zehn Männer, Frauen und Kinder – darunter auch meine zwei Brüder mit Familie – abgezählt und vor den Augen der übrigen Häftlinge erschossen. Das jüngste Kind meines Bruders war 5 Monate alt … Außer den offiziellen Hinrichtungen wurde ständig bei Tag und Nacht wahllos in Häftlinge hineingeschossen, wobei zahllose wehrlose Menschen ums Leben kamen … Dann stiegen die Tschechen über die Leichen und stachen mit den Seitengewehren blindlings in die noch Lebenden … Den Kindern wurde das Essen aus den Spucknäpfen verabreicht. Kinder, die diese zurückwiesen, wurden erschlagen.

Schwangere Frauen wurden von bewaffneten Tschechinnen aus den Zellen auf den Hof geführt, dort ausgezogen und dabei verprügelt, dann in die Aborte gesteckt und so lange verprügelt, bis die Frucht abging …

Bei Tag wurden Gruppen von 6 bis 8 Frauen in die St. Gotthardtskirche zur Arbeit geführt. Dort mußten wir die schon in Verwesung übergegangenen Leichen küssen, auf Haufen zusammenschlichten und den Boden der Kirche von dem dort fließenden Blut reinlecken …

Am 20. Mai 1945 wurden wir zur Arbeit auf den Wenzelsplatz geführt; dort wurden vor unseren Augen deutsche Knaben und Mädchen und auch deutsche Kriegsgefangene an den Füßen an Kandelabern und Bäumen aufgehängt, mit Petroleum Übergossen und angezündet…«

(Erich Kern, »Deutschland im Abgrund«, S. 13/14).

Nicht nur Soldaten, auch Frauen werden lebendig verbrannt. (Berenyi, »Prager Totentanz«, S. 261).

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Maria Benatzky gibt an:

»Ich befand mich am 30. Juli 1945 in Aussig. Ich sah, wie tschechische Eisenbahner in Uniform und tschechische Zivilisten die Deutschen, die ja alle Armbinden tragen mußten, jagten. Zu 30 und 40 stürzten sie immer auf ein Opfer, auch Frauen und Mädchen schlugen sie zu Boden und traten sie mit Füßen, bis es liegen blieb. Kopf und Gesicht waren dann nur mehr eine blutige, unförmige Masse … Ich hörte die Todesschreie eines Mädchens und sah, wie es niedergetrampelt wurde … 30 bis 50 Arbeiter wurden auf den Brücketiplatz getrieben und von tschechischen Soldaten mit Maschinengewehren hineingeschossen, so lange sich einer noch rührte. Viele Deutsche wurden in schwerverletztem Zustande in die Elbe geworfen und beschossen, wenn sie aus dem Wasser auftauchten …«

(Kern, »Das andere Lidice«, S. 224)

Adam Ehrenhart gibt an (Kern, S. 225 f.):

»Wir waren gegen 2000 Kriegsgefangene. Die amerikanischen Entlassungspapiere waren uns weggenommen worden … Wir wurden von einem Arzt auf das SS-Blutgruppenzeichen untersucht und dabei ungefähr 200 SS-Angehörige festgestellt … Diese wurden der Zivilbevölkerung zur Mißhandlung ausgeliefert. Ich war selbst Augenzeuge, wie sämtliche 200 Mann von der Zivilbevölkerung auf das grausamste ermordet wurden. Die wehrlosen SS-Leute wurden von den Frauen mit Messern und Dolchen erstochen und mit Knüppeln erschlagen. Körper, die noch lebten, wurden mit Benzin Übergossen und verbrannt. Ich habe selbst mitgeholfen, die Leichen in 3 Massengräbern im Schloß von Nachod zu begraben.«

Ingenieur Franz Hosch gibt an (Kern, S. 245 d.):

»Ich sah in Wokonitz, wie tausende von deutschen Soldaten und Zivilisten, Männer und Frauen und Jugendliche, auf die grausamste Art ermordet wurden. Sie wurden von tschechischen Revolutions-Gardisten meist mit Knüppeln erschlagen, zum kleineren Teil erschossen. Die meisten wurden nur angeschossen, um sie zu quälen, und dann erschlagen. Die furchtbar erschlagenen Körper wurden häufig mit Salzsäure eingerieben, um sie zu quälen …«

Robert Rief berichtet (Kern, S. 247 f.):

»Ich bin bis 10. Oktober 1945 in Saaz gewesen und hatte Gelegenheit alles mitzuerleben, was in meiner Heimatstadt vorgegangen ist … Die Deutschen wurden zu Tausenden in ein Lager nach Postelberg gebracht. Angehörige der Revolutionsgarde schossen wahllos in die Menge. Fünf 13 bis 15jährige Buben, darunter der kleine Körner, dessen Vater der Exekution zuschauen mußte, wurden an die Wand ge-

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stellt und ohne weiteres erschossen … Am 13. Juni nachdem bereits alle Männer weggeschafft waren, wurden alle Frauen in ein Lager in die Kaserne von Saaz gebracht … Am Abend öffneten sich die Tore des Lagers den russischen Soldaten, die sich wie die wilden Tiere auf die deutschen Frauen stürzten und sie vergewaltigten. Sie taten ihren Opfern in aller Öffentlichkeit Gewalt an. Die Tschechen vergnügten sich damit, zuzusehen … Saaz, eine rein deutsche Stadt mit etwa 20 Tausend Einwohnern, ist ganz entvölkert worden … Dem Arzt, Dr. Krippner, dessen Frau eine Tschechin ist, wurde von den Tschechen eine Sprengschnur um den Hals gelegt und sein Körper furchtbar verstümmelt …«

Elsa Rotter berichtet (Kern, S. 250) über das als »Landskroner Blutgericht« bekannte Massaker der Deutschen:

»Die tschechische Meute trieb die deutsche Bevölkerung ohne Unterschied des Alters auf den Marktplatz von Landskron zusammen. Mit erhobenen Händen mußten sie warten, bis alle Opfer beisammen waren. Etwa 50 Männer darunter … (es folgten Namen), ein achtzigjähriger Greis wurde ohne Verfahren auf einen Kandelaber aufgehängt. Die Schreie der Gemarterten waren durch die ganze Stadt zu hören. An die hundert ältere Männer wurden in ein zu Luftschutzzwecken erbautes Becken geworfen …«

»Neue Züricher Zeitung« vom 15. Juni 1946:

»Es ist wahr, daß in Teplitz-Schönau deutsche Frauen aus dem 2. Stock sprangen, um nicht vergewaltigt zu werden; es ist wahr, daß hier deutsche Kinder aus dem Fenster geworfen wurden; es ist wahr, daß Dutzende von Deutschen an den Bäumen im Kurpark hingen; es ist wahr, daß tagelang Gebrüll und Geschrei die Straßen füllte.«

Der Tscheche Jaroslav Stransky, Sohn des ehemaligen tschechischen Justizministers Jan Stransky, in seinem Buche »Eastwind over Prague«:

»In einem Prager Haus verbarrikadierte sich eine kleine Gruppe von SS-Männern … Als nach einigen Stunden die Menge sich den Zugang zum Haus erkämpft hatte, wurden die (schwerverwundeten) Deutschen, die noch am Leben waren, mit dem Kopf nach unten an den Straßenlaternen aufgehängt und langsam Feuer unter ihnen angezündet.«

(Siehe Protokoll der 86. Sitzung des Bayrischen Landtages vom 18. August 1948, S. 28).

»Die Tschechen schlugen die deutschen Soldaten mit Knüppeln und Gewehrkolben, bis sie zusammenbrachen. Den halb Ohnmächtigen

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wurden die Beine zusammengebunden. Dann hingen die Tschechen diese Unglücklichen mit dem Kopf nach unten an den Räumen der Straße auf … Holz wurde herbeigetragen und unter dem Kopf jedes Gehängten ein Teuer angezündet. Ich habe niemals zuvor Menschen so unmenschlich schreien gehört, wie damals.«

Father Reichenberger schreibt in seinem Werk »Europa in Trümmern« :

»Hat man je dagegen protestiert, daß die brennenden Menschenfakkeln auf Befehl des Präsidenten Benesch unter unsäglichen Schmerzen zum Himmel loderten? Fanden sie je ein Wort des Widerstandes, als im Schlachthause in Prag mehrere hundert Deutsche mit Fleischhaken am Kinn lebend gehenkt wurden? … Wiesen sie jene Bestien in die Schranken, die in einer böhmischen Stadt mit den Köpfen ermordeter deutscher Flauen und Kinder das Wappen des roten Teufels formten? Nahmen sie Anstoß daran, daß die entmenschte tschechische Jugend mit abgeschnittenen deutschen Köpfen Fußball spielten?«

Jürgen Thorwald schrieb in der »Ostdeutschen Zeitung« vom 14. Jänner 1951:

»Das waren keine Menschen, die wahllos auf jeden Deutschen einprügelten, bis er zusammenbrach. Das waren keine Menschen, die nackte Frauen zwangen, Steine fortzuräumen, nachdem sie ihnen zuvor die Achilles-Sehnen durchgeschnitten und sich dann ihrer Hilflosigkeit weideten … Das waren keine Menschen, die deutsche Mädchen, die ihnen als Wehrmachtshelferinnen in die Hände gefallen waren, diese der Kleider beraubten und … sie dann mit Schlägen und Stichen nackt in Heuhaufen trieben, die sie dann anzündeten. Und dies sind nur einige Gipfelpunkte in dem Meer von Unmenschlichkeit, in dem die einfache Erschießung – und sei es die einiger Hunderte von Schülern der Adolf Hitler Schule – noch als eine Wohltat erschien. Und das war nur der Anfang. Und Prag wiederum war nur das Beispiel für das ganze Land und für alle Städte und Flecken, in denen Deutsche lebten …«

Father Reichenberger bringt im Wochenblatt »Neue Heimat« Linz, vom 6. Februar 1949 folgenden Tatsachenbericht:

»Als ehemalige Ärztin des tschechischen Konzentrationslagers Olomouc- Hodolany lege ich folgendes Eidesstattliche nieder: Im Lager befanden sich auch Engländer, Juden, Zigeuner und aktive kommunistische deutsche Arbeiter und viele Kinder … Neun Baracken – normalerweise für je 80 Personen berechnet, waren mit 2800 bis 3200 Personen belegt. Sie lagen alle, Männer, Frauen und Kinder, auf blankem Fußboden … Bei der Einlieferung ins Lager wurde ihnen auch das Letzte

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noch abgenommen. Den Brillenträgern wurden die Brillen zerschmettert. Sie wurden getreten, geschlagen, bis sie zusammenbrachen … Magistratsdirektor Dr. Z. wurde, nachdem man ihn blutig geprügelt hatte, getötet, indem man ihm einen Schlauch in den After einführte, und ihm so lange kaltes Wasser in den Darm einströmen ließ, bis er starb. Eing. H. wurde zweimal gehenkt und wieder abgeschnitten, dann mit einer Riemenpeitsche mit Bleikugeln geschlagen, daß er aussah, wie ein anatomisches Präparat von bloßgelegten Sehnen, Blutgefäßen und Nerven, Darin wimmelten in den heißen Sommermonaten Myriaden von Fliegenmaden, bis der Tod dieser Qual ein Ende machte. Der Tote wog kaum noch 30 Kilo. Diese Methode, jemanden langsam sterben zu lassen, war die häufigste. Monatelang waren die Räume mit derart zugerichteten Menschen belegt. Bei der Ausdehnung der zerschlagenen Muskulatur und der Wunden war an eine Heilung nicht Zu denken. Der furchtbarste Fall war ein 13jähriges deutsches Mädchen, das von einem Kapitän der tschechischen Armee vergewaltigt worden war und dem davon ein 30 cm langes Stück Darmschlinge aus der Scheide hing … Aus dem Altersheim Olmütz wurden 68 alte Leute in das Lager gebracht und von den 17 bis 19jährigen Wachmannschaften einfach zusammengeschossen, weil sie alt und unnütz waren …«

Wer noch mehr vom tragischen Schicksal der ausgetriebenen Deutschen wissen will, der lese: »Ostdeutsche Passion«, Father Reichenberger, Westland-Verlag, Düsseldorf. – Kern »Das andere Lidice«, Kaiser-Verlag. – Dr. H. E. Jahn »Ostdeutsche Passion«, Preetz, Holstein, Gerres-Verlag, 1964. – Jürgen Thorwald »Die große Flucht«. – Olga Berenyi »Prager Totentanz«, Schild-Verlag, München. – Erich Kern »Deutschland im Abgrund«, Schütz-Verlag. – Jees »Geschichte der Verfemung Deutschlands«. – »Die Vertreibung«, K. H. Priester-Verlag, Wiesbaden. – »Dokumente zur Austreibung der Sudetendeutschen«, Herausgeg.: Arbeitsgemeinschaft zur Wahrung sudetendeutscher Interessen, 575 S. – Böhm A. W. »Verdammt, Verloren, Verlassen« – Erich Kern »Verbrechen am deutschen Volke«, Schütz-Verlag, 1964. – F. M. Bourg, Verlag Düsseldorf, Günter Karwüne, Günter Praschka »Prag, die blutige Stadt«, Erich-Pabel-Verlag, Rastatt-Baden. – »Der große Treck«, Wancura-Verlag, Wien 1959, »Verjagt, beraubt, erschlagen«. – Emil Franzel »Die Vertreibung Sudetenlands 1945/46«, Podzun-Verlag, Bad Nauheim.

Vgl. auch die zahlreichen Dokumentar-Artikel über die von den Tschechen an Deutschen verübten zahllosen Greuel in der »NZ« (so Nr. 3 vom 31. Jänner 1966) und in der »DWZ«.

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Ferner: Podzun-Verlag, Bad Nauheim »Flucht und Vertreibung«. Eine Bild-Dokumentation vom Schicksal der Deutschen aus Ostpreußen, Schlesien, Danzig, Westpreußen, Pommern, Sudetenland und anderen Gebieten. 240 Bildseiten.

Was war das Schicksal der 12jährigen Anne Frank gegen das jammervolle Sterben der gekreuzigten deutschen Säuglinge, die man in der CSSR in Dejwitz wie Fledermäuse an die Haustüre nagelte und an ihrem Marterpfahl langsam sterben und sich hilflos zu Tode wimmern ließ. Was war das Schicksal der Anne Frank gegen das jammervolle Sterben der deutschen verwundeten Soldaten, die an ihren Marterpfählen mit Benzin übergossen wurden und lebendig elendiglich verbrannten und denen niemand einen Gnadenschuß geben durfte?

Die »Milwaukee Deutsche Zeitung« brachte im Frühjahr 1959 folgenden Augenzeugenbericht eines Deutschen über das Massaker an den Deutschen in Aussig:

»Eine Menschenjagd hebt an, die nur wenige Beispiele in der Geschichte hat. Ohne Rücksicht auf Alter, Stand und Geschlecht werden die Deutschen aufgespürt und dort erschlagen, wo sie gerade stehen, laufen, sitzen, gehen oder liegen. Todesschreie gellen über die Straßen und Plätze, in Häusern, Kirchen und Schulen. Die Deutschen laufen um ihr Leben. Es kommt zu verzweifelten Szenen, die in ihrer Dramatik nicht mehr zu überbieten sind. Die weiße Armbinde ist wie ein Magnet, auf die sich die Tschechen in ihrem Blutrausch wie die wilden Tiere stürzen. In Zügen und Straßenbahnen werden die Fenster eingeschlagen und die Deutschen hinausgeworfen. Wer noch lebt, wird niedergemacht. Die bewaffneten Tschechen geben Salvenfeuer auf jede weiße Armbinde. Die anderen nehmen Hacken, Schaufeln, Eisenstangen, Knüppel, Steine, Drahtschlingen, Messer und Totschläger. Viele Deutsche werden mit den bloßen Händen erwürgt. Alte Frauen und Männer werden genau so niedergeschlagen wie Jungen, Mädchen und Säuglinge. Das Wüten steigert sich zum Sadismus und greift nach den Ungeborenen: Schwangeren Frauen wird der Bauch aufgeschlitzt und die Leibesfrucht vernichtet. Ein besonderes Drama spielte sich auf der neuen Elbebrücke ab. Die aus den Schicht-Werken in Schreckenstein heimkehrenden deutschen Arbeiter und Arbeiterinnen werden anstandslos bis auf die Brücke gelassen. Dort schließt sich der Ring der Verfolger um sie. Scharenweise werden die Deutschen ins Wasser geworfen. Wer nicht ertrinkt, wird von der Brücke aus von den Tschechen erschossen. Ganze Leichenbündel treiben stromabwärts. Auf dem Marktplatz in Aussig wurden im Kriege vier große und über 1 Meter hohe Löschwasserbecken aus Beton errichtet. Dorthin werden zahlreiche Deutsche getrieben und wie Ratten ertränkt. Das Morden

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währt bis zum Sonnenuntergang. Niemand weiß, wieviele Deutsche bei diesem Blutrausch unschuldig ihr Leben verloren haben. Wer es weiß von den Tschechen, wird heute schuldbewußt und beschämt schweigen …«

Eine deutsche Krankenschwester berichtet über die Austreibung der Deutschen aus Brünn und ihren Todesmarsch:

»Am 30. Mai wurden wir aus unseren Brünner Wohnungen gejagt. Die ganze Nacht standen wir in Massen, Trauen, Kinder und Männer, im Freien. Bei Morgengrauen kam ein tschechischer Stabskapitän mit einer Horde von Gendarmen und Partisanen und schrie: ›Gold, Geld und Sparkassenbücher abgeben!‹ Nach diesem Ruf stürzten er selber und alle seine Begleiter auf die wehrlosen Frauen und Greise und entrissen ihnen alles, was ihnen wertvoll genug erschien. Eine alte Dame, der ein Partisan den ganzen Schmuck geraubt hatte, bat ihn: ›Mein Herr, ich bitte Sie, lassen Sie mir den Ehering. Er hat keinen Wert für Sie. Bald sind es 55 Jahre, daß ihn mir mein Mann vor dem Altar gegeben hat. Ich will mit diesem Ring begraben werden.‹ Der Tscheche schrie sie an: ›Du alte Sau!‹ … Im Morgengrauen begann der Abmarsch. Da die Massen die ganze Nacht hatten stehend verbringen müssen brachen die Alten und Kranken schon nach wenigen Kilometern zusammen … Ein schweres Gewitter überflutete die Straßen. Die müden, vollständig erschöpften alten Menschen rutschten auf dem aufgeweichten Boden aus und fielen. Sie wurden aufgeprügelt und weitergepeitscht. Oft waren sie nicht mehr auf die Füße zu bringen. Die Straßengräben waren gefüllt mit Gepäckstücken, die von den völlig Erschöpften weggeworfen worden waren. Wer nicht weiter konnte, starb am Wege oder wurde von der Bevölkerung überfallen, nackt ausgezogen und nach Schmuck oder Wertgegenständen durchsucht. Zahllose wurden zu Tode geprügelt oder erschossen … Nacht für Nacht wurden alle Frauen, die Kranken, die Alten, ja die Siebzigjährigen, vergewaltigt. Die Frauen kamen jede Nacht zwei- bis dreimal dran. Ein Soldat wollte ein elfjähriges Mädchen mißbrauchen. Die Mutter wehrte sich mit übermenschlichen Kräften und bot sich an Stelle des Kindes an, um es zu retten. Die Mutter wurde blutig geschlagen, das Kind nicht freigegeben … Ich wurde in einer Nacht von fünf Soldaten vergewaltigt …«

Stefanie Mohr gibt an:

»Ich wurde geprügelt und in den Bunker im Kaubitzkolleg geworfen. Jede Nacht kamen die tschechischen Polizisten und mißhandelten die Häftlinge. Einer verlangte von mir, daß ich seinen Geschlechtsteil in den Mund nehme. Als ich mich weigerte, wurde ich geprügelt, mit den Füßen getreten, mit dem Gummiknüppel in den Mund gestoßen.

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Eine Trau wurde neben mir so geprügelt, daß ihr die Sehnen an den Fußsohlen durchschlagen wurden. Dann wurde sie in diesem Zustande von einem Aufseher vergewaltigt. Einmal kamen zehn junge Tschechen. Wir mußten uns ausziehen und eine der anderen den Geschlechtsteil ablecken. Dann wurden wir geprügelt.«

Was war das Schicksal der zwölfjährigen Anne Frank gegen das entsetzliche Schicksal dieser Millionen deutschen Menschen! Wie wäre es, wenn die Haß- und Hetzapostel das grauenvolle Schicksal dieser Unglücklichen der Welt mit Bühnen- und Filmreißern und Bestsellern zur Kenntnis bringen wollten?

Nach Angabe des Statistischen Jahrbuches 1947 des Zentralbüros für Statistik in Warschau wurden von den Sowjets zwischen dem 1. Juli 1945 und dem 1. Jänner 1947 aus Schlesien 7,300.000 Deutsche vertrieben.

(Vgl. hiezu Raymond de Geouffre de la Pradelle »Le Problème de la Silésie et le Droit.« Ferner den Artikel von Jean de Pange in der »Revue des Deux Mondes«, Paris, vom 15. Juni 1952, S. 374, über diese unmenschliche Aktion.)

Die Unterschrift zur Legalisierung dieses größten Verbrechens der Geschichte, der Massenvertreibung von Millionen von nacktberaubten Deutschen aus ihrer angestammten Heimat steht auf dem Potsdamer Morddokument.

Warum schweigt die Welt dazu? Ist es das Schweigen der Angst vor einem kommenden Nürnberg? Ist es Charakterlosigkeit? Es ist der völlige Bankerott christlichen Denkens und Handelns.

Zur Austreibung der Deutschen aus Ost-Europa

Es wird behauptet, daß Hitler auch die Tschechen ausgesiedelt hätte, wenn er gesiegt hätte.

Ob das geschehen wäre, ist keineswegs gewiß; gewiß ist nur eines: als Hitler von einer möglichen Umsiedlung der Tschechen sprach, erklärte er, daß eine solche Umsiedlung einen Zeitraum von hundert Jahren erfordern würde. Die 20 Millionen Deutschen wurden in wenigen Monaten nacktberaubt auf die bestialischste und barbarischste Weise aus ihren Heimen und aus ihrer Heimat vertrieben.

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Ein Gipfelpunkt der Lüge und der Geschichtsfälschung

3,500.000 Deutsche wurden unter den grausamsten und barbarischsten Bedingungen und Begleiterscheinungen aus ihrer sudetendeutschen Heimat ausgetrieben und nackt beraubt; 250.000 wurden dabei direkt oder indirekt ermordet. Je mehr diese ängstlich geheimgehaltenen Tatsachen allmählich der Welt bekannt werden und die öffentliche Meinung erregen, umso mehr und umso unverschämter bemühen sich die Hasser und Todfeinde Deutschlands, durch ihre Lügenpropaganda diese Tatsachen, die sich auf die Dauer doch nicht verschweigen lassen, mit kalter Stirne einfach abzuleugnen und womöglich in ihr Gegenteil zu verkehren.

Der ehemalige amerikanische Gesandte in der CSSR, A. Steinhardt, vor dessen Augen sich das entsetzliche Drama der Austreibung abspielte, trägt ein vollgerütteltes Maß an Mitverantwortung für diesen »Völkermord.« Durch eine geradezu ungeheuerliche Geschichtsverfälschung sucht er dieser Verantwortung zu entgehen und sie von sich abzuwälzen.

Der Tscheche Dr. Juray Slavik veröffentlichte in der in Kanada erscheinenden tschechischen Zeitschrift »Nave hlasy« (Vol. X. 1964, Nr. 19) Briefe und Reden dieses Geschichtsverfälschers.

Slavik schreibt in seinem Artikel:

»Die organisierte ›Aussiedlung‹ der Deutschen, gemäß der Entscheidung der Potsdamer Konferenz wurden dann im Laufe des Jahres 1946 durchgeführt. Am 8. und 9. Januar und am 9. und 10. April waren mit Vertretern der amerikanischen Besatzungsbehörde, die tschechischen Bedingungen der Aussiedlung festgelegt worden. Am 29. Januar war der erste Aussiedlungstransport von der amerikanischen Besatzungsmacht in Deutschland übernommen worden. Bis zum 24. Februar wurden jeweils vier Züge täglich mit jeweils 4.800 Menschen über die Grenze geschickt. Anschließend wurde das Tempo der Aussiedlung auf sechs Züge täglich erhöht.«

Dann zitiert der Artikel Slaviks die Angaben Steinhardts:

»Der Artikel in der ›Washington Post‹, daß die Tschechen eine Massen- Enteignung und Massendeportation von dreieinhalb Millionen Sudetendeutschen durchführten, ist eine typische journalistische Übertreibung. Erstens gibt es höchstens 2,800.000 Sudetendeutsche. Zweitens ist es fraglich, ob bisher mehr als 200.000 die CSSR verlassen haben. Von diesen 200.000 haben ca. 50.000 die CSSR freiwillig verlassen. Was nun die übrigen 150.000 angeht, waren unter ihnen zweifellos viele, die gegen ihren Willen deportiert werden mußten, denn sie waren im höchsten Grade unerwünscht. Diese fünf Prozent von der ganzen deut-

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schen Bevölkerung waren es, die von einigen Journalisten und Soldaten gesehen und mit Tränen der Rührung bedauert worden waren – in vollkommene Verkennung der Tatsache, was diese selben Deutschen den Tschechen durch Jahre hindurch angetan hatten. Ferner hatten diese Menschen relativ wenig zu leiden, das Wetter war günstig, sie hatten verhältnismäßig nur kurze Entfernungen zurückzulegen, konnten sich ihre eigenen Vorräte mitnehmen und ihr Schicksal ist gar nicht vergleichbar mit den ungeheueren Leiden der DP in ganz Europa.«

Hier noch einige Einzelheiten aus einem Vortrag Steinhardts, den dieser vor dem National War College in Washington am 15. November 1947 gehalten hatte. Er sagte unter anderem:

»Es ist nach meinem Gefühl ein Unglück, daß viele unserer jungen Soldaten, wenn sie aus Europa zurückkehren, die Aussiedlung der Deutschen verurteilen, nach rein amerikanischen Maßstäben, dabei aber keine Ahnung davon haben, was die Deutschen den Tschechen angetan haben. (!) Die Aussiedlung wurde unter unserer Aufsicht durchgeführt. Unsere eigene Militärverwaltung hat die Vorgänge laufend verfolgt. Bei der Aussiedlung von 1,750.000 Menschen gab es kaum ein Dutzend Beschwerden. (!) Ich glaube, das ist wohl eine der unglaublichsten Aufgaben, die je von einer Militärverwaltung gelöst wurden. Diese Menschen wurden ausgesiedelt. Vielleicht wissen Sie, daß nach den Vorschriften Familien nicht getrennt werden durften. Die Menschen wurden ärztlich untersucht. (!) Sie hatten für mehrere Tage Verpflegung mit sich. Die Waggons wurden geheizt. All das wurde nach amerikanischen Bestimmungen verwirklicht. Die Aussiedlung wurde in humanerer Weise durchgeführt, als ich das bei ähnlichen Gelegenheiten in Europa sonst gesehen habe.

Alle Kritiker der Ausweisung möchte ich darauf hinweisen, daß auch wir viele Japaner von der pazifischen Küste ausgesiedelt haben, trotzdem sie nicht daran dachten, den Staat zu unterminieren, wie die Sudetendeutschen, die eindeutig am Zusammenbruch der CSSR schuld waren. (!) Ich glaube, daß die Tschechen, nach allem, was geschehen war, das Recht hatten, die Menschen auszuweisen … Daß die Ausweisung vollkommen human vor sich ging, verstehe ich nicht, wie irgend jemand Kritik üben kann. Die Ausweisung wurde nun einmal durchgeführt; sie ist jetzt abgeschlossen und wir brauchen uns dafür nicht zu schämen …«

Steinhardt behauptet außerdem, die Deutschen hätten beim Einmarsch 37.000 Tschechen getötet. 1


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Diese infame Lüge wird noch übertroffen vom deutschen Fernsehen, das in einer Sendung am 10. Oktober 1965 sogar behauptete, die Deutschen hätten bei Ihrem Einmarsche 360.000 Tschechen getötet. Tatsächlich vollzog sich der Einmarsch völlig unblutig. Die Tschechen leisteten nicht den geringsten Widerstand.

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Die Größe und Schamlosigkeit dieser Geschichtsverfälschung durch den mitschuldigen Steinhardt zeigt die Angst des schlechten Gewissens vor der Verantwortung für das entsetzliche Geschehen.

Sollte stimmen, was ziemlich offenkundig ist, daß Steinhardt israelischer Herkunft ist, so würde das die Größe seines Deutschenhasses erklären, ohne deshalb die Niedertracht und Ungeheuerlichkeit seiner Lüge zu verringern.

Wer die Publizistik in der Hand hat und sie maßgeblich beeinflußt, oder gar beherrscht, hat eben in der Hand, alles zu verschweigen, was er verschweigen will und jede Lüge als Wahrheit einzureden. 1

Tschechische Greuellügen

Den Tschechen ging es niemals so gut, wie unter dem deutschen Protektorate. Die Nachricht von den ungeheuerlichen tschechischen Greueln an deutschen Männern, Frauen und Kindern, veranlaßte die Tschechen, ihrerseits deutsche Greuel zu erfinden und zu behaupten.

Die Behauptung der Ermordung von 10.000 Tschechen beim Einmarsch der Deutschen in Prag

Diese Lüge wurde schon zu Kriegsbeginn von der ausländischen Greuelpropaganda in die Welt gesetzt. In Nürnberg sagte der angeklagte »Hauptkriegsverbrecher« Fritzsche zu dieser Lüge:

Dr. Siemers: »Herr Fritzsche! Ist es richtig, daß im September 1939 in der ausländischen Presse behauptet worden ist, daß in der Tschechei durch deutsche Kreise 10.000 Tschechen, darunter der Ober-Bürgermeister in Prag ermordet worden sind?«

Fritzsche: »Ob dies in der ›Times‹ gestanden ist, weiß ich nicht, sicher aber im ›News Chronicle‹.«


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Das zeigt sich nicht nur in der Frage der Austreibung, Beraubung und Ermordung der Sudetendeutschen, wie auch an tausend anderen Beispielen; so besonders krass auch in der Frage der barbarischen Austreibung von fast 1 Million palästinensischer Araber aus ihrer Heimat Palästina und ihre Nachtberaubung und vieltausendfache Ermordung. Als das Weltgewissen allmählich stückweise von diesen furchtbaren Kriegsverbrechen erfuhr und sich dagegen zu erregen begann, hatte Ben Gurion die Kühnheit, zu behaupten, die Israeli hätten nicht einen einzigen Araber mit Gewalt ausgetrieben. (Vgl. Scheidl, »Israel – Traum und Wirklichkeit«).

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Dr. Siemers: »Was hat das deutsche Propagandaministerium darauf getan?«

Fritzsche: »Es hat in- und ausländische Journalisten nach Prag gebracht. Einer der ausländischen Journalisten, die damals nach Prag flogen, ist heute sogar hier im Gerichtssaal anwesend.«

Dr. Siemers: »Und was stellten diese ausländischen Journalisten in Prag fest?«

Fritzsche: »Sie hatten ein Interview mit dem angeblich getöteten Ober- Bürgermeister von Prag; sie reisten im Lande herum und berichteten entsprechend.«

Dr. Siemers: »Stellte sich demnach die Meldung als völlig unrichtig heraus?«

Fritzsche: »Sie stellte sich damals als völlig unrichtig heraus.«

360.000 Tschechen von den Deutschen ermordet
(»DWZ« vom 29. Oktober 1965)

Am 8. Oktober 1965 lief im Ersten Programm des Deutschen Fernsehens eine Sendung über die heimatvertriebenen Sudetendeutschen unter dem tendenziösen Titel »Vertrieben ohne Hoffnung«. Diese Sendung, die ein Hohn auf die wirklichen historischen Begebenheiten ist, wurde von einem gewissen Wolf Littmann zusammengestellt. Unter anderem wird in dieser Diffamierungssendung behauptet, die Deutschen hätten 360.000 Tschechen und Slowaken ermordet. Diese verbrecherische und verlogene Behauptung wurde nicht einmal von den tschechischen Kommunisten aufzustellen gewagt.

Die Tschechen selbst behaupten in gewaltiger Übertreibung, daß während der Besetzung von den Deutschen 30.000 bis 55.000 Tschechen umgebracht worden wären.

Der Autor Villars, der bis 1948 in Prag lebte und Zugang zu allen amtlichen Protokollen und Unterlagen hatte, spricht in seinem Buche »Die böhmische Zitadelle« (1948, Wien) von 36.000 Opfern der deutschen Besetzung in der Tschechoslowakei, eine Zahl, die noch hundertfach übertrieben ist.

Dem deutschen Fernsehen blieb es vorbehalten, die Lügenbehauptung von 360.000 ermordeten Tschechen in die Welt zu setzen!

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Mit Deutschland kann man sich alles erlauben

Bei diesem würdelosen Verhalten vieler Deutscher – vor allem des deutschen Fernsehens – nimmt es kein Wunder, daß auch die Tschechen die deutsche Melkkuh gründlich zu melken versuchen. Den Tschechen ging es wirtschaftlich niemals so gut, als unter dem deutschen Protektorat. Mit deutschem Geld wurde die tschechische Industrie modernisiert und ihre Leistungsfähigkeit vervielfacht. Das Organ der tschechischen Gewerkschaften »Prace« schreibt:

»Die tschechischen Schäden und Verluste erreichen die Höhe von 11,538,468.000 amerikanische Dollar im Kurswerte des Jahres 1938! Davon haben wir 14,500.000 US-Dollar erhalten. Die BRD bleibt unser großer Schuldner.«

Die Wahrheit über Lidice

Ungeheure Haßpropaganda wurde und wird heute noch in aller Welt gegen Deutschland damit getrieben, daß während des Zweiten Weltkrieges das kleine tschechische Dorf Lidice strafweise zerstört und die 199 männlichen Einwohner des Dorfes als Straf-Repressalie erschossen wurden. 1

Was war in Lidice wirklich geschehen?

Die deutsche Verwaltung von Böhmen und Mähren strebte eine völlige Aussöhnung und freundschaftliche Verbindung zwischen Tschechen und Deutschen an. Es gelang in immer größerem Maße, das Vertrauen und die Mitarbeit der Tschechen zu gewinnen. Das widersprach den Absichten und Plänen der Alliierten, die in der Tschechoslowakei einen Unruheherd schaffen wollten, der den Deutschen die größtmöglichen Schwierigkeiten bereiten sollte.

Der pro-tschechische Brite, Alan Burgess, schildert in seinem Buche (»Seven man at daybreak«, London 1960; deutsche Ausgabe: »Sieben Mann im Morgengrauen«, Siebert-Mohn-Verlag, Gütersloh) die damalige Situation in der CSSR folgendermaßen:


1
Bericht der Gestapo vom 24. 6. 1942: Die Ortschaft Lidice bestand aus 95 Häusern; 199 männliche Einwohner über 15 Jahren wurden an Ort und Stelle erschossen. 184 Frauen wurden in das KZ Ravensbrück verbracht. 7 Frauen kamen nach Theresienstadt. 4 schwangere Frauen kamen nach Prag ins Krankenhaus. 88 Kinder kamen nach Litzmannsstadt. 7 Kinder unter 1 Jahr kamen nach Prag in ein Heim. X Kinder wurden zur Erziehung nach Deutschland verbracht. 1 schwerkranke Frau liegt im Krankenhaus von Kladno.

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»Die Westmächte konnten jetzt nicht mehr damit rechnen, daß weiterhin Widerstand geleistet würde; mit jedem Tag geriet die CSSR weiter in das Lager der Nazi … Der tschechische Geheimdienst sah nur die Möglichkeit, den Lauf der Dinge zu unterbrechen und der Welt zu zeigen, daß die CSSR wieder auf der Seite der Alliierten stand. Während das Scheinregime vor den Nazis katzbuckelte und sich von ihnen streicheln ließ, sollten Fallschirm-Partisanen unbemerkt vom Himmel fallen und die streichelnde Hand unversehens abhauen. Heydrich (der stellvertretende Reichsprotektor und oberste Chef der Sicherheitspolizei) mußte umgebracht werden. Sollte sich das als unmöglich erweisen, so mußte man versuchen, Frank, den nazistischen Staatssekretär zu töten …«

Die Engländer begannen, Exiltschechen als politische Emissäre und Saboteure auszubilden und – entsprechend ausgerüstet – in Fallschirmen über der CSSR abzusetzen, mit dem Auftrage, das tschechische Volk zu Aufständen aufzuwiegeln und dazu Sabotage-Akte zu verüben.

Erich Kern bringt in seinem Buche (»Deutschland im Abgrund«, Seite 160 bis 166) nach dem Berichte von Alan Burgess eine Darstellung des Attentates, seiner Vorgeschichte und des Schicksals der Attentäter. Es heißt darin:

»Die tschechischen Emigranten Jan Kabil und Joseph Gabcik wurden in der Nacht zum 15. Dezember 1941, nach sorgfältiger Agentenausbildung in England, von einer Militärmaschine mit dem Fallschirm über der CSSR abgesetzt. Sie hatten den Auftrag, Heydrich zu ermorden. Der Pilot war aber so ungenau geflogen, daß die Beiden, … anstatt bei Pilsen, … 20 km von Prag entfernt landeten. Da alle Anlauf-Adressen auf Pilsen gelautet hatten, kamen sie – mehr durch Zufall als planmäßig – mit der kleinen Prager Widerstands-Gruppe in Verbindung. Von ihr wurden sie beherbergt. Aber es geschah nichts, daß die tschechischen Widerständler sich gegen den Mordanschlag auf Heydrich aussprachen.«

1942 gewährte Lidice, ein kleines Dörfchen, den zwei Fallschirmspringern Unterschlupf und Unterstützung. Die zwei Agenten verübten ein gelungenes Attentat auf Heydrich, der getötet wurde. Das Dorf Lidice wurde wegen Unterstützung des Attentates schwer bestraft: Die männliche Bevölkerung von 16 Jahren aufwärts, insgesamt 199 an der Zahl, wurden als Repressalie zur Abschreckung für künftige Fälle, standrechtlich erschossen. Die weiblichen Einwohner und die Kinder wurden ausgesiedelt (184 Frauen und 98 Kinder).

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Die Exekution wurde am 10. Juni 1942 durch 30 tschechische Gendarmen der Prager Ordnungspolizei auf deutschen Befehl ausgeführt. Das Dorf selbst wurde dem Erdboden gleichgemacht.

Das war sicher eine furchtbar grausame Maßregel, aber sie war als Repressalie zur Vorbeugung einer Wiederholung ähnlicher Fälle völkerrechtlich nicht verboten.

In ähnlichen Fällen haben alle Völker und Mächte der Erde genau so gehandelt. Zehntausende Dörfer, ja auch Städte, wurden im Laufe der Geschichte – vor allem auch in der Neuzeit und in der neuesten Zeit bis auf unsere Tage dem Erdboden gleichgemacht und ihre Einwohner (und zwar alle, nicht nur die Erwachsenen männlichen Geschlechtes) ausgerottet. Die wohlgemerkt gerade von jenen Nationen, die sich heute als Richter des deutschen Volkes aufspielen. Alle Welt spricht heute von Lidice, als dürfte die Zerstörung dieses kleinen Dorfes und die Erschießung seiner männlichen Erwachsenen als Repressalie zur Strafe und zur Abschreckung, eine einmalige und erstmalige Grausamkeit sein, deren nur die Deutschen fähig wären.

Die Zahl der von den alliierten Völkern und Staaten seit dem Zweiten Weltkriege ausgerotteten und zerstörten Dörfer und Orte geht in die Hunderte, ja in die Tausende.

Am 12. Februar 1957 teilten die Zeitungen der Welt mit:

»Total zerstört wurde durch englische Bombenflugzeuge das Dorf Danuba im britischen Protektorat Aden, weil die Bevölkerung sich geweigert hatte, die für einen Überfall auf eine Patrouille verantwortlichen Dorfbewohner auszuliefern.«

Über die französische Kriegsführung lesen wir:

»Die französische Luftwaffe rühmte sich in einem Kriegsbericht, 44 arabische Dörfer dem Erdboden gleichgemacht zu haben …«

(Kern »Algerien in Flammen«, S. 125).

»Die Franzosen ließen neun Dörfer, deren Bewohner in dem Verdacht standen, mit den Moudjahidines (den algerischen Freiheitskämpfern) in Verbindung zu stehen, dem Erdboden gleichmachen.«

(Ebenda, S. 280)

»Zerstört wurde von den Franzosen das tunesische Dorf Sakiet-Sidi- Yussef, weil angeblich Algerier dort Unterschlupf gefunden hatten und von dort aus in Algerien einfielen. 75 Tote, 30 Schwerverletzte und über 170 Leichtverletzte waren zu beklagen.« (S. 280)

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Ein Beispiel, wie die Briten Partisanen bekämpfen, bringt die Athener Zeitung »Kathinerini« (November 1946):

»Nach einer Meldung aus Batavia sind 5 englische notgelandete Flieger und indische Soldaten im Bezirk X auf Java von der Bevölkerung niedergemacht worden. Durch ein Truppenstrafkommando wurden daraufhin alle Dörfer des Bezirkes in Brand gesteckt.«

Am 9. April 1948 wurde das nahe bei Jerusalem liegende Dorf Der Yasin von den Israelis überfallen und die gesamte Einwohnerschaft, nicht etwa nur die 250 Männer, sondern auch die Frauen und Kinder umgebracht und ausgerottet. Die Leichen wurden in die Brunnen geworfen, um diese zu verseuchen und unbenutzbar zu machen.

Arnold Toynbee schreibt in seinem Buche »Study of Historv«. Vol. VIII, S. 290 in Fußnote 2:

»Zu den teuflischsten Taten, die die Israeli gegen die palästinensischen Araber begingen, gehört an erster Stelle das gräßliche Massaker von Dayr Yasin am 9. April 1948, die Ermordung von 250 Männern, Frauen und Kindern … An 2. Stelle kommen die daran anschließenden wohlüberlegten und planmäßigen Austreibungen der arabischen Bevölkerung aus den nach dem 15. Mai 1948 von den Israelis besetzten Gebieten; aus Akabar im Mai 1948, aus Lydda und Ramleh im Juli 1948 und aus Beersheba und Westgaliläa im Oktober 1948.«

Am 13. Oktober 1948 wurde nach einem Bericht des Chefs der UNO- Waffenstillstands-Kommission, des dänischen Generals Bennike, das arabische Dorf Kibya von den Israelis überfallen und die gesamte Bevölkerung – einschließlich der Frauen und Kinder bestialisch ermordet. Dieses entsetzliche Massaker wurde von der regulären israelischen Armee durchgeführt. Die Araber, Männer und Frauen, Kinder, Greise und Säuglinge, wurden bei diesem Massaker nicht nur erschossen und mit Handgranaten getötet. Nach dem UNO-Bericht des Generals Bennike wurden die Frauen und Kinder daran gehindert, ihre Häuser zu verlassen; sie wurden alle in die Häuser getrieben und diese mitsamt ihren unglücklichen Insassen, Frauen, Kindern und Säuglingen, von den israelischen Soldaten in die Luft gesprengt.

Die schwedische Zeitung »Dagansnyheter« berichtete am 17. Oktober 1953:

»Donnerstag, den 14. Oktober 1953, haben reguläre israelische Truppen das syrische Dorf Kibya überfallen. Die Einwohner wurden ermordet. Das Dorf wurde dem Erdboden gleichgemacht. Keine denkbare Entschuldigung kann hiefür vorgebracht werden.«

(Vgl. hiezu auch Olden, »Israel geht gefährliche Wege«, Stockholm, 1954).

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Vgl. hiezu den Bericht der Überwachungs-Kommission der UNO in Palästina und die lange Liste von Dörfern, deren Bewohner von den Israelis ausgerottet wurden, in Dr. Moavad, »Duel in the Holy Land« und Scheidt, »Israel«, 2. Auflage.

Es macht uns kein Vergnügen, diese Dinge hier aufzurühren. Sie würden viel besser mit dem Mantel des Schweigens bedeckt bleiben. Aber wir sind dazu gezwungen, da wir uns nur so wirksam gegen die Verleumdung zur Wehre setzen können, daß so etwas nur die Deutschen tun, während die Geschichte lehrt, daß auch die anderen Völker niemals gezögert haben, zu solchen Repressalien zu greifen, ja sich viel rascher und leichter und gründlicher dazu entschlossen, wenn sie dazu gezwungen waren oder sich auch nur dazu gezwungen glaubten. Nur schweigt bei den Anderen die Berichterstattung; die große Welt erfährt von all diesen Dingen nichts, wenn sie bei anderen Völkern passieren.

Der Fall Lidice aber geht immer wieder von neuem um die Welt und ruft Entsetzen über die »Gewalttat der Deutschen« hervor.

Die britischen Gewerkschaften bauten Lidice auf ihre Kosten besser und schöner wieder auf. Um die Marterung, Nacktberaubung, Austreibung und Ermordung von um die 24 Millionen Deutschen, um die 17 Millionen überlebenden ausgetriebenen Deutschen kümmerte sich keine britische Gewerkschaft und keine andere Gewerkschaft der Welt. Es sind ja nur Deutsche!

Die Tschechen aber, arbeiten heute genau so eifrig für die Sowjets und die sowjetischen Kriegspläne, wie sie damals für die Deutschen gearbeitet haben. Nur geht es ihnen heute auch nicht annähernd so gut, wie unter den »grausamen« Deutschen.

Der Mißbrauch des Falles Lidice zur systematischen Deutschenhetze reißt nicht ab. Um größeren Eindruck zu machen, erhebt man das kleine winzige Dörfchen sogar zu einer Stadt. In dem 1959 erschienenen Buche von L. W. Thayer, »Die unruhigen Deutschen« (Scherz-Verlag, Bern, 1959) heißt es auf Seite 205:

»Beim Blutbad von Lidice … wurde als Vergeltung eine ganze Stadt vernichtet …!«

Vergleiche hiezu die Kommentare von Fritz Peter Habl »Lidice – Facts and Fictions«, erschienen im »Sudeten-Bulletin«, Juni 1960.

Im Zweiten Weltkrieg wurden von Deutschlands Feinden ganze Dörfer aus der Luft ausgelöscht als Repressalie gegen Heckenschützen!

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Tatsache ist leider, wie ein bekannter englischer Journalist und Militärhistoriker schrieb:

»Die Erschießung von Geiseln wurde von den Militärbehörden aller zivilisierten Länder als Druckmittel praktiziert. Artikel 453 und 454 des britischen Handbuches für Kriegsgesetzgebung äußern sich klar und unmißverständlich zu diesem Punkt. Artikel 454 erklärt, daß Repressalien dadurch zum Druckmittel werden, weil sie in den meisten Fällen unschuldige Einzelpersonen treffen. Artikel 358 des amerikanischen Handbuches erklärt ebenfalls die Erschießung von Geiseln als zulässig und zur notwendigen Maßnahme, um die Sicherheit der kämpfenden Truppen zu gewährleisten.«

(F. J. P. Veale »Advance to Barbarism«, Appleton, Wisconsin, 1953, S. 213–214.)

Der Zeitung »Time« entnehmen wir folgenden Bericht:

»In den sechs Monaten seit dem Krieg haben israelische Sicherheitskräfte 63 bewaffnete Guerillas gestellt und getötet und 350 gefangen genommen. Und sie haben den arabischen Einwohnern in den besetzten Gebieten unmißverständlich klargemacht, daß es Wahnsinn ist, mit den Terroristen zusammenzuarbeiten. Im Dorf Dir el Bellah im Gaza-Streifen hat die Armee zehn arabische Häuser als direkte Repressalie für die Ermordung eines jungen jüdischen Siedlers zerstört. Am Westufer des Jordan-Flusses walzten Bulldozer die gesamte Stadt Jiftlig (Einwohnerzahl vor dem Krieg: 6000) nieder, weil der Verdacht bestand, daß sie die Ausgangsbasis für Terroristeneinheiten war.«

(Siehe »Time« vom 29. Dezember 1967, Seite 9.)

Oradour

Neben Lidice ist die Zerstörung des französischen Dorfes Oradour ein Hauptobjekt der Hetzpropaganda gegen Deutschland.

Oradour war ein Hauptstützpunkt der französischen Freischärler. Hier hatten sie ihren Unterschlupf und ihre Lager für Kriegsmaterial: Waffen, Munition und Sprengstoffe. Das Dorf stellte eine dauernde schwere Bedrohung für die deutschen Besatzungstruppen dar.

Am 10. Juni 1944 wurde der Ort von den deutschen Truppen umstellt und durchsucht. Fast in jedem Hause fanden sich Waffen-, Munitions- und Sprengstoff-Lager. Darauf wurde der Ort zerstört und die Bewohner erschossen. Das war nicht völkerrechtswidrig. Die Tötung aber erfolgte auf eine völkerrechtswidrige Art: Die Bevölkerung wurde in die Kirche

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getrieben, diese wurde dann zusammengeschossen und niedergebrannt. Der verantwortliche deutsche Offizier wurde sofort einem kriegsgerichtlichen Verfahren unterworfen. Denn diese Art der Repressalie war unmenschlich. Bevor es durchgeführt wurde, fiel der verantwortliche deutsche Offizier.

Der Ort Château, ein benachbarter Stützpunkt der Partisanen, wurde ebenfalls umstellt und durchsucht. Man fand dort keine Waffen. Der Ort und die Bewohner blieben deshalb unversehrt.

Die Repressalie von Oradour war sicher entsetzlich. Aber sie ist erklärlich und eine völkerrechtlich zugelassene und entschuldigte Repressalie. Abgesehen von der Form der Ausführung. Nicht weniger entsetzlich aber und durch nichts entschuldigt ist der Massenmord an wehrlosen und schuldlosen deutschen Soldaten in französischen Kriegsgefangenenlagern.

Ende August 1944 traf in den französischen Kriegsgefangenenlagern im Departement Haute Savoie im Wege über den Departements-Präfekten der Befehl (angeblich von General König gezeichnet) ein, aus jedem der Gefangenenlager je 40 deutsche Soldaten zu erschießen. Das französische Rote Kreuz intervenierte vergeblich.

Über den vollzogenen Massenmord in zweien dieser Gefangenenlager (in den Lagern von Annecy und von St. Pierre de Rumilly) liegt der erschütternde Bericht eines Augenzeugen vor. Der deutsche Wachtmeister Anton Gottschaller, geb. 27. Februar 1903 in München, derzeit Verlagsangestellter, wohnhaft in München 19, Renatastraße 37/II, berichtet eidesstattlich, wie in beiden Lagern je eine 40-Mann-Gruppe – vornehmlich jüngere Offiziere – zusammengestellt und in offenen Lastwagen zum Hinrichtungsort transportiert wurden. Der evangelische Kriegspfarrer Höchstetter und der katholische Kaplan Fritz Völker, die die Todeskandidaten zur Exekution begleiteten, erhoben beim Kommandanten, Major Barrelet, Einspruch gegen den Mord.

Barrelet erklärte u. a.:

»Es ist gleichgültig, ob die Leute etwas verbrochen haben oder nicht. Ihr habt alle ›Heil Hitler!‹ geschrien; das müßt ihr jetzt büssen!«

Die Hinrichtung erfolgte am 2. September 1944. Die Leichen wurden in einem Massengrabe verscharrt. Den Angehörigen der ermordeten deutschen Soldaten wurde mitgeteilt, die Hingerichteten seien »durch Unfall ums Leben gekommen«. Gottschaller bringt auch die Liste der 80 Ermordeten in diesen beiden Lagern. Gottschaller, der dem Arbeits-

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kommando angehörte, und das Grab für die Ermordeten schaufeln mußte, schließt seinen Bericht:

»Die Toten wurden in die Grube eingescharrt. Am 2. September 1947, also drei Jahre nach dem Geschehen, war ich wieder an diesem Grab. Es war noch deutlich erkennbar.«

Die eidesstattliche Erklärung Gottschallers ist abgedruckt in der Zeitschrift »Die Grenzmark«, Jahrgang V/IX, September-Oktober 1960, Heft B 5/10.

Die Berichte über die in den anderen Lagern erfolgten gleichen Erschießungen von kriegsgefangenen deutschen Soldaten haben uns nicht erreicht. Hier hat man vorsichtigerweise keine Zeugen überleben lassen.

Erich Kern berichtet in seinem Buche »Algerien in Flammen«, S. 280 über die Kriegsführung der Franzosen:

»Bewaffnete Milizen der Colons streifen durch die ganze Gegend. In kleinen Gruppen, darunter zahlreiche Halbwüchsige, jagen sie mit ihren Kraftfahrzeugen durch die Wilaya Constantine und treiben überall die Araber zusammen, deren sie habhaft werden können. Es fallen unter den Pistolenschüssen alte Männer, Trauen, selbst Kinder. Züge und Omnibusse werden angehalten und die Araber gezwungen auszusteigen. Sie werden meist an Ort und Stelle unter dem Gejohle der Zuschauer erschossen …

… In Chevreul müssen die unglücklichen Araber, die von den Milizionären gefangen genommen werden, in Gruppen zu je 20 Mann ihre eigenen Massengräber schaufeln. Ehe sie fertig sind, krachen die Salven und die nächsten 20 Araber müssen zuerst ihre Vorgänger zuschaufeln, ehe sie selbst drankommen. Und es kommen alle dran, die von den Franzosen in ihrem Blutrausch erwischt werden. In Guelma ließ der Unterpräfekt Achiary die Algerier in Lastwagen zusammenfahren und in Massenerschießungen in den Kalkwerken von Heliopolis und Millesimo liquidieren … In Guelma und Kerrata waren mehr als 45.000 Araber ums Leben gekommen … Amerikanische Berichterstatter berichten, daß gegen 50.000 Araber getötet wurden … (S. 125/6)

In Algerien starben in Wahrheit bis Mai 1958 weit mehr als 500.000 Menschen, vor allem Zivilisten, die an Kampfhandlungen nicht beteiligt waren …« (S. 322)

Der Korrespondent der Pariser Zeitung »Le Monde«, Georg Penchenier, berichtet über ein Massaker in einem Dorf in der Gegend von Philippeville:

»Etwa 50 alte Männer, Frauen und Kinder wurden in Abwesenheit der Männer, die in der Nacht die Flucht ergriffen hatten, getötet. Ich

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habe niemals tragischeres gesehen, als das, was sich meinen Augen nach Abzug der Kommandotruppen bot. Ich ging mitten durch die Zerstörung einher, und nichts begrüßte mich, als das anklagende Geheul von Kettenhunden, die einzigen Überlebenden des Blutbades.« (S. 196)

Wer ein hundertfaches Oradour erleben will, braucht nur die Berichte über den Algerienkrieg lesen, oder die von der deutschen wissenschaftlichen Kommission gesammelten Berichte über die Behandlung der deutschen Kriegsgefangenen, deutschen Soldaten durch die Alliierten oder das Buch Erich Kerns über die Kriegsverbrechen am deutschen Volke. Schütz-Verlag, 1965.

Die Affäre von Hameln

1945 wurden im Zuchthause von Hameln 92 deutsche Männer und Frauen von britischen Truppen getötet und eingescharrt. Einige Jahre später wurden diese 92 wie Tierkadaver verscharrten Deutschen in geweihten Boden umgebettet

Der »Jüdische Weltkongreß« hatte die ungeheuerliche Anmaßung, in alttestamentarischem Haß gegen die vollzogene Umbettung der 92 deutschen Männer und Frauen in geweihten Boden zu protestieren. Die englischen Zeitungen machten diesen ungeheuerlichen Protest zu ihrem.

Hans Grimm berichtet in seinem Buch »Warum, woher …« S. 550 f. über das, was wirklich in Hameln geschah:

»1945 wurden im Hofe des Zuchthauses von Hameln etwa 200 Todesurteile durch Erhängen vollstreckt. Etwa 60 der Hingerichteten waren Raubmörder polnischer und russischer Nationalität, die die Engländer mit dem Zuchthause von den Deutschen übernommen hatten. 92 der Hingerichteten waren deutsche Männer und Frauen, die die Engländer dorthin gebracht hatten: Ärzte, Soldaten, Frauen, die angeblich weibliches KZ-Personal waren, Industrielle usw.

Gehenkt wurden die Gesellschafter der Hamburger Firma Tesch und Stabenow, Bruno Tesch und Karl Weinberger. Sie waren durch ein britisches Militärgericht zum Tode verurteilt worden, weil sie dem Staate Gas geliefert hatten, das dann nicht nur zur Desinfektion, sondern angeblich auch zur Judenvergasung verwendet worden sei. Hingerichtet wurde ein Hauptmann, der einen Gefangentransport durchführte, weil auf diesem Transport einige Gefangene an Ruhr starben. Die 92 Erhängten wurden gleich an der Exekutionsstätte im gleichen

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Hof in je 3 Särgen übereinander verscharrt. Zur rascheren Zersetzung der Leichen legte man in die Erde einige Schichten Holzkohle, um die Zeugen dieser Morde rascher verschwinden zu lassen. Die Verscharrung fand deshalb auf dem Zuchthaushof statt, weil die deutschen ›Kriegsverbrecher‹ nicht auf geweihtem Boden beerdigt werden sollten und weil man andererseits bei einem Transport der Leichen zum Friedhof der Stadt Hameln Unruhe befürchtete. Zwei der 92 Hingerichteten wurden nicht in Holzverschlägen, sondern gleich in der Häftlingskleidung in den Boden verscharrt, weil sie den Henker kurz vor der Urteilsvollstreckung mit Fußtritten bearbeitet hatten.

Der gesamte Hof, der ein großes Massengrab war, wurde mit Pflastersteinen ausgelegt. Weil die Stadt Hameln das Zuchthaus eines Tages verschwinden lassen wollte, stellten sie den Antrag, die verscharrten Leichen umzubetten. Die Engländer trachteten zunächst, die Umbettung Zu verhindern; als der Druck stärker wurde, wurde dann die Umbettung in größter Heimlichkeit durchgeführt. Bei keinem der Ausgegrabenen wurde ein Ring gefunden. Die Namen der 92 Hingerichteten sind bekannt. Bis zum Jahre 1952 war es verboten, die Gräber mit Blumen zu schmücken.

Ein Überlebender der Verurteilten von Hameln, der im letzten Augenblick begnadigt wurde und heute in Freiheit ist, berichtet, daß die Mehrzahl der Hingerichteten völlig unschuldig war.«

Es ist fast unfaßbar, die ungeheuerliche Nachricht zu lesen, daß die Tatsache, daß man in Hameln die Gebeine der deutschen Galgenopfer der britischen Nachkriegsjustiz aus dem geheimen Massengrab, in das sie unmenschliche Rache verscharrt hatte, zu einem christlichen Begräbnis auf einen Friedhof überführte, im britischen Unterhaus helle Aufregung und Empörung auslöste; Empörung nicht vielleicht gegen die Mörder, sondern gegen die »nationalistische deutsche Herausforderung«, die darin liege, daß man die deutschen Opfer britischer unchristlicher Rache nicht auf dem Schindanger liegen ließ.

Es wäre an der Zeit, daß die Rachehetzer, die es angeht, sich endlich dessen bewußt werden, daß die Deutschen heute mehr Grausamkeiten und Verbrechen zu vergessen haben, als Juden jemals erdulden mußten. Gegen das Entsetzliche, was das deutschen Volk nach 1945 erdulden mußte, verblassen alle wirklichen und erdichteten Verbrechen, die einige Deutsche – nicht das deutsche Volk – verübten.

Wir haben mehr als übergenug von dieser maß- und uferlosen Hetz- und Haßpropaganda gegen alles Deutsche. Haß erzeugt nur wieder, Haß und die Welt braucht endlich Ruhe.

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Coventry

Die Wiedel Herstellung der von deutschen Bomben zerstörten Kirche der kleinen englischen Stadt Coventry (Juni 1962) gibt der Meute der Haßapostel wieder willkommene Gelegenheit, maßlos gegen Deutschland zu hetzen.

Die Vernichtung unschätzbarer und unersetzlicher Kunstdenkmäler in deutschen Städten durch die Terror-Luftangriffe englischer und amerikanischer Flieger übergeht man in tiefstem Schweigen. Die Zerstörung von Kunst- und Kulturdenkmälern durch Attila und seine Hunnen im späten Römischen Kaiserreich waren verschwindend an Bedeutung gegenüber den englisch-amerikanischen Zerstörungen und Verwüstungen in Deutschland und anderswo.

Die Propagandahetze läßt die Welt von den Zerstörungen in Coventry und von Verfluchungen Deutschlands aus diesem Grunde widerhallen; von den millionenfach umfangreicheren und kostbareren Zerstörungen durch England und Amerika spricht die Welt kein Wort, die Vernichtung unschätzbarer Kulturgüter in Deutschland und anderswo durch die Alliierten wird totgeschwiegen.

Die »wissenschaftliche Kommission für deutsche Kriegsgefangenengeschichte«

Die deutsche Bundesregierung, die sich gegenüber der Greuelhetze gegen Deutschland völlig passiv verhält, ist nur auf einem Gebiete tätig geworden. Sie hat veranlaßt, daß der Leidensweg der kriegsgefangenen deutschen Soldaten im Zweiten Weltkrieg durch die »Wissenschaftliche Kommission für deutsche Kriegsgefangenengeschichte« aufgezeichnet wird. Leiter dieser Kommission ist der Heidelberger Historiker Prod. Dr. Heinrich Maschke.

Diese Kommission wurde durch die deutsche Bundesregierung ins Leben gerufen. Sie sammelt im Auftrage der Bundesregierung das Erlebnis der Millionen deutscher Kriegsgefangener im Westen wie im Osten und publiziert das Ergebnis. Aus dokumentarischen Aussagen von hunderttausenden Kriegsgefangenen entstand ein ergreifendes Bild des deutschen Leides hinter Stacheldraht. Der Plan dieser Kommission ist es, diese Kriegsgefangenengeschichte in 25 bis 30 Dokumentarbänden niederzulegen. Der Heidelberger Gelehrte hofft, daß die Arbeit der Kommission bis 1968 abgeschlossen sein wird. Bisher

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ist das Material von 250.000 Kriegsgefangenen gesichtet und ausgewertet. Die ersten Bände wurden bereits zur Publikation vorbereitet.

Nun veröffentlichte die »Rhein-Neckar-Zeitung« vom 12. und 13. Jänner 1963 eine Erklärung, daß um die Erweckung und »Lebendigerhaltung« von Haß zu vermeiden, die die Veröffentlichung dieser Berichte zweifellos zur Folge hätte, die Publikation dieses Dokumentarwerkes bis auf unbestimmte Zeit verschoben würde. In dieser Erklärung heißt es unter anderem:

»Politische Erwägungen sind es, die im Augenblick gegen die Herausgabe sprechen. Professor Dr. Maschke ist für diese Fragen nicht zuständig; sie werden im Bundes-Vertriebenenministerium entschieden. Innerhalb der Kommission ist man sich darüber klar, wie groß die nationalen Sentiments in allen Fragen der Kriegsfolgen noch sind und daß durch das Dokumentarwerk über die deutsche Kriegsgefangenengeschichte nach nahezu zwanzig Jahren eine politische Spätzündung erfolgen kann, die außenpolitisch unerwünscht ist. Darum wird innerhalb der Bonner Behörden, die für die Herausgabe dieses Dokumentarwerkes zuständig sind, die Frage geprüft, ob die Veröffentlichung von Dokumentarberichten im jetzigen Zeitpunkt zweckmäßig ist.«

Eine solche, von höchster sittlicher Verantwortung getragene Haltung verdient um so größere Beachtung, als die gesamte Weltpublizistik ohne Unterbrechung fortfährt, alles, was gegen Deutschland spricht, selbst offenkundige Lügen und Verleumdungen, breitzutreten und im Fernsehen und Rundfunk und in Büchern und Zeitschriften und Zeitungen, vor allem in den widerlichen großen deutschen »Illustrierten« darzubieten.

Zur selben Zeit, als dies gegen Deutschland und das deutsche Volk geschieht, überlegt dieses »Verbrechervolk« in Deutschland, ob es politisch ratsam sei, das deutsche Volk durch die Publikation der ungeheuren Leiden und himmelschreienden Brutalitäten, denen die wehrlosen kriegsgefangenen deutschen Soldaten ausgesetzt waren, mit loderndem Haß gegen seine damaligen Richter und Henker und heutigen Bündnispartner zu erfüllen. Denn das würde die unvermeidbare Folge sein. So sehr ich nun dafür dankbar bin, die Veröffentlichung dieses Werkes in deutscher Sprache im Interesse der notwendigen Befriedung und Eindämmung des Hasses heute noch zu unterlassen, so notwendig ist es, die Übersetzung dieses Dokumentarwerkes, das die Schandtaten der »Engel« festhält, in allen in Betracht kommenden Sprachen der Welt außerhalb Deutschlands zur Kenntnis zu bringen und vor allem den Übeltätern selbst als Spiegel vorzuhalten.

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Einmal muß schluß sein …
(Gerd Knabe, Frankfurt am Main)

Einmal muß Schluß sein
mit dem ewigen Geschrei,
daß unsere Vergangenheit noch unbewältigt sei.
Daß wir die Kollektivschuld tragen müßten
und zur Kollektivscham ja sagen müßten.
Daß wir, anstatt zu büßen,
vor dem Gescheh’nen die Augen verschließen
und noch kein Wort der Reue gesprochen –
ja, hab’n denn die anderen gar nichts verbrochen?

Einmal muß Schluß sein,
daß man die Wahrheit trübt
mit der Lüge, wir allein hätten Verbrechen verübt.
Was war denn – zum Beispiel mit Katyn?
Mit Bromberg?
Mit Freudenstadt?
Oder mit Kassel, Frankfurt, München, Wien?
Würzburg, Darmstadt, Hamburg, Berlin?
Nicht alle nennen kann man selbstredend,
Dresden steh’ für sie stellvertretend,
Allein der Angriff auf diese Stadt
hat
eine Viertel Million Menschen vernichtet! –
Und schon hör’ ich den Vorwurf an mich gerichtet:
man soll Unrecht nicht gegen Unrecht aufzeigen.
Aber man kann doch nicht hier reden – und da verschweigen.

Einmal muß Schluß sein
mit dem ewigen Geschwätz:
Mißachtet hätten nur wir das Gesetz.
Nürnberg – zum Beispiel – war ein Schlag ins Gesicht
des Völkerrechts. Und warum stellt man nicht vor das gleiche Gericht
die von Korea, Algerien, Palästina,
die von Suez, Ungarn und Indochina?
Denn ein Krieg ist wie der andere und nicht zweierlei;
Doch bei uns läßt man noch nicht einmal die letzten Drei
Vergessenen von Spandau frei.

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Und hinter Frankreichs, Belgiens und Hollands Kerkermauern
und jenen von Italien – lauern
verkauft und verraten
noch immer deutsche Soldaten, während schon wieder die Bundeswehr –
doch lassen wir das,
es erzeugt letzten Endes nur neuen Haß,
und der kann für keine Seite ein Plus sein,
denn einmal – Freunde – einmal muß Schluß sein.

Und der Schlußstrich sei ein Satz, ein gerechter:
Wir sind nicht besser als die andern,
aber auch nicht schlechter.

II. Teil

Was Deutschland und der ganzen Welt nottut


Was Deutschland und der ganzen Welt nottut

Die Feststellung der Wahrheit und die Wiederherstellung der Ehre Deutschlands und des deutschen Volkes.

Die Haß- und Greuelhetze, die während des Krieges gegen Deutschland und das deutsche Volk tobte, war nur ein Anfang gegenüber der Greuelhetze und Haßpropaganda einer bestimmten Gruppe von Menschen, die die haß- und rachetrunkenen Sieger nach errungenem Siege gegen Deutschland losließen.

Mit 1945 brach die Hölle gegen Deutschland los.

Professor Dr. Friedrich Grimm berichtet über die furchtbare seelische Wirkung des über Deutschland hereinbrechenden Haß- und Racheorkans in jenen Tagen:

»Das niederschmetternde Erlebnis, das wir Deutschen, ich glaube alle Deutschen, in diesen Tagen nach dem Zusammenbruch haben auf uns nehmen müssen, war die Greuelpropaganda der Gegner, mit der wir damals erstmalig in diesem Umfang Bekanntschaft machen mußten, oder besser gesagt, damit wie mit einem Kübel voll Unrat geradezu übergossen wurden.

Dieses Erlebnis wirkte erschütternd auf ein Volk, das so rechtlich und menschlich denkt und fühlt, wie das deutsche, das auch in den beiden letzten Kriegen, die unsere Generation heimgesucht haben, in seiner Mehrheit bestrebt war, selbst dem Feinde gegenüber, die Gesetze von Recht und Menschlichkeit zu achten.

Ich war auf diese Prüfung vorbereitet; denn ich hatte in den letzten Monaten vor dem Zusammenbruche täglich die Schweizer Presse gelesen. Ich hatte mit Sorge festgestellt, daß die deutschen Stellungnahmen nicht mehr beachtet wurden. Ich ahnte also, was uns bevorstehen würde. Trotzdem war auch ich erschüttert über die Wucht der Greuelpropaganda, die dann über uns hereinbrach.

Das fing schon in Tiengen an, (Lager, in das Grimm gebracht worden war), als mir Kapitän Loquin die Greuelbilder von Oradour und Buchenwald vorlegte. (1945 wurden Greuelbilder in vielen Millionen als Flugblätter verbreitet.) Das wurde auch in Waldshut fortgesetzt. Es fehlte aber auch in Donaueschingen nicht, wo mir der sehr wohlmeinende Chef des Sicherheitsbüros verschiedene Flugblätter mit aufreizenden Schlagzeilen und Greuelbildern vorlegte. Ich bemerkte, wie sehr auch die Offiziere von Donaueschingen von diesen Veröffentlichungen beeindruckt waren.

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›Dazu müssen Sie Stellung nehmen!‹, so sagten sie. ›Das dürfen Sie nicht leicht nehmen. Das ist es, was uns alle, aber auch die ganze Welt gegen Sie aufbringt.‹

In Donaueschingen konnte ich zum ersten Male ein paar ruhige Gegenbemerkungen machen. Man hatte mir ein Flugblatt gegeben, das die Zustände im Lager Schirmeck im Elsaß behandelte. Es sollten da 13.000 Insassen gewesen sein. Sie sollten bis auf einige wenige alle umgekommen sein und zuerst zu scheußlichen Experimenten der medizinischen Fakultät Straßburg gedient haben.

Unter den Insassen wurden auch hohe französische Generäle und zwei geistliche Würdenträger, die Bischöfe von Clermont-Ferrand und von Münster genannt. Ob sie zu den Überlebenden gehörten, wurde nicht gesagt.

Nun hatte ich – wenige Tage vor meiner Festnahme – in einer Baseler Zeitung den amtlichen amerikanischen Bericht gelesen, wonach die amerikanischen Truppen den Bischof von Münster in Telgte bei Münster wohlauf angetroffen hätten. Er habe die amerikanischen Journalisten enttäuscht, denn er habe sich weniger über die Nationalsozialisten beschwert, als über die unmenschlichen Leiden, die die englisch-amerikanischen Fliegerangriffe über die Zivilbevölkerung von Münster, Frauen, Greise und Kinder, gebracht hätten. Dies berichtete ich dem Kommandanten von Donaueschingen und er wurde daraufhin nachdenklich.

In Lindau hatte ich dann ein Erlebnis, das für meine persönliche Einstellung zum Greuelkomplex von entscheidender Bedeutung wurde. Eines Morgens meldete sich bei mir ein französischer Kommandant, der sich als Universitätsprofessor aus Montpellier vorstellte. Er begann ein hochgeistiges Gespräch …

Plötzlich kam er auf die Greuel zu sprechen: Oradour-Buchenwald. Wie ich mich dazu stelle?

Ich erwiderte: ›Da rennen Sie bei mir offene Türen ein. Ich bin deutsch-französischer Rechtsanwalt, Rechtslehrer und Vizepräsident der deutsch-französischen Gesellschaft. Aus all diesen Gründen bin ich für das Recht, für den Ausgleich, für die Verständigung. Ich nehme es mit all dem sehr ernst. Ich verurteile das Unrecht wie Sie, viel stärker noch als Sie. Nicht nur um des Unrechts an sich willen, für das es keine Entschuldigung gibt, sondern als Deutscher, weil es den deutschen Namen entehrt …

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Über die Verurteilung der Greuel als solcher herrscht also Einverständnis. Aber da gibt es noch zwei Dinge. Die muß man auseinanderhalten: Die Greuel selbst als Tatsachen, und die Art, wie davon in der Propaganda Gebrauch gemacht wird.

Greuel und Greuelpropaganda sind zweierlei. Die Greuel verurteile ich. Die Greuelpropaganda aber auch, auch um der Gerechtigkeit willen und für unser Volk.‹

Der Kommandant machte Einwendungen. Es sei doch alles sehr seriös. Vor mir lag ein Flugblatt von Schirmeck mit dem Greuelbericht über den Bischof von Münster.

Ich sagte: ›Ich habe monatelang die Entwicklung der Greuelpropaganda in der Schweiz verfolgt. Jedes besetzte Gebiet kam dran, in einem bestimmten Turnus: Norwegen, Dänemark, Holland, Belgien, Frankreich. Filme wurden gedreht: ›Wie lange noch?‹ mit schrecklichen Bildern. Zuerst waren es Hunderte von Toten, dann Tausende, dann Zehntausende, dann Hunderttausende!

Ich war erschüttert über diese Zahleninflation und dachte mir: An die Millionen wird man doch wohl nicht kommen. So viele Menschen (wie da von den Deutschen umgebracht worden sein sollen) gibt es ja gar nicht!‹

Mein Gegenüber wurde unruhig.

Ich fuhr fort: ›Ich verurteile die Taten; aber ich wehre mich dagegen, daß aus so traurigen Vorkommnissen Giftwaffen gemacht werden, die den Haß verewigen sollen. Ich wehre mich gegen die Übertreibungen, Verallgemeinerungen und Lügen. Sie wissen doch, wie es im vorigen Kriege war. Wir kennen die Veröffentlichungen des Northcliffe-Büros, das Buch von Klotz (ehem. französischer Finanzminister): ›De la guerre à la paix‹, worin er die Erfindung des Greuelmärchens von den abgehackten Kinderhänden erzählt und vor allem das klassische Buch über Greuelpropaganda von Ponsonby ›Die Lüge im Kriege‹, in dem die ganzen Methoden der Greuelpropaganda des vorigen Krieges offenbart werden. 1 Ganze Behörden hat es gegeben, die nichts anderes fabrizierten, als Greuelbilder, Leichenbilder und Leichenhaufen, durch Photomontage zusammengestellt.‹

Da sprang der Kommandant auf: ›Ich sehe, ich bin an einen Fachmann geraten. Ich bin gar kein Professor aus Montpellier. Ich bin vom Contre-espionnage-Bureau. Seit einigen Monaten tue ich nichts als das:


1
Vgl. hiezu auch die ausführlichen Enthüllungen in: Justinus, Frankreich erwache! 2 Bände, Diskus-Verlag, Leipzig, 2. Band, S. 113 bis 130, ferner Scheidl: Geschichte der Verfemung des deutschen Volkes.

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Greuelpropaganda. Das war die entscheidende Waffe in diesem Kriege; damit haben wir den totalen Sieg erfochten.‹

Ich erwiderte: ›Jawohl, Sie haben den totalen Sieg. Nun aber wird es Zeit, daß Sie diesen Kampf einstellen!‹

›Nein‹, rief nun der Kommandant aus. ›Jetzt fängt es erst richtig an! Wir werden fortfahren, jahraus, jahrein! Wir werden diese Propaganda noch steigern, bis in der Welt der letzte Funke der Sympathie für Deutschland ausgelöscht, und das deutsche Volk selbst so restlos zerknirscht sein wird, daß es sich nie wieder erheben kann!‹

Damit stand er auf. Ich konnte ihm nur noch die Worte nachrufen: ›Dann werden Sie eine große Verantwortung auf sich laden!‹«

Schon im und nach dem Ersten Weltkriege hatte man mit allen Mitteln der Lüge und Propaganda versucht, das deutsche Volk zu verfemen. Damals haben sich die Deutsche Regierung und das deutsche Volk gemeinsam tatkräftig und entschieden zur Wehr gesetzt. 1 Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Greuelpropaganda-Behauptungen durch den Untersuchungsausschuß der verfassunggebenden deutschen Reichsversammlung und des Deutschen Reichstages untersucht und das Ergebnis der mehrjährigen Untersuchungstätigkeit (1919–1927) wurde in einem großen Werke niederlegt 2 und die infame Verleumdung – wenigstens die offizielle – des deutschen Volkes dadurch zum Schweigen gebracht.

Auch die Behauptung, als wären nur auf deutscher Seite Kriegsgreuel vorgekommen, wurde gründlichst widerlegt. Das Internationale Rote Kreuz in Genf forderte nach dem Ersten Weltkrieg alle Landesverbände des Roten Kreuzes zur Untersuchung der Kriegsgreuel und zur Berichterstattung über das Ergebnis der Untersuchung auf. Man hoffte, Deutschland damit entscheidend zu treffen. Nach Einlangen des Berichtes des Deutschen Roten Kreuzes wurde diese Untersuchungsaktion schleunigst abgeblasen.

Gegen die Greuellügenhetze des Zweiten Weltkrieges wurde nichts unternommen. Im Gegenteil: Man ist noch am Werke, an der Ermordung des deutschen Namens eifrigst mitzuwirken und durch eine nicht abreißende Kette von Kriegsverbrecherprozessen die These vom deutschen Verbrechervolk nachhaltigst zu stützen.


1
Über die Entlarvung der infamen Greuellügenpropaganda im Ersten Weltkrieg, vgl. Scheidl: Geschichte der Verfemung des deutschen Volkes, Band I.
2
Völkerrecht im Weltkrieg.

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Aber nichts geschah von Amtswegen dagegen. Weder von seiten der Bundesregierung, noch des Bundestages, noch von anderer offizieller Seite wurde etwas unternommen, um die Wahrheit festzustellen. Im Gegenteil! Zahlreiche Deutsche, darunter hohe und höchste Beamte, überstürzten sich, die Greuelbehauptungen alle demütig und widerspruchslos als wahr und erwiesen hinzunehmen, trotzdem das deutsche Volk in Gefahr war, in diesem Meer von Unrat, das da über sein Haupt ausgegossen wurde, zu ersticken.

Ja, noch mehr! Sie überboten sich in der Weiterverbreitung der Greuelbehauptungen und in Selbstbeschuldigungen. 1

Man verteidigte sich nicht nur nicht, man besorgte willfährig die Geschäfte der Todfeinde des deutschen Volkes und führte und führt noch – fast zwei Jahrzehnte nach beendetem Kriege – massenweise Strafprozesse und Kriegsverbrecherprozesse durch, deren Wirkung letzten Endes für die ganze Welt nur die sein konnte, der ganzen Welt immer wieder aufs Neue zu beweisen, daß das deutsche Volk ein Verbrechervolk ist.

Einer erschütternden Mitteilung des Bundesjustizministeriums entnehmen wir folgende ungeheuerliche Bilanz:

In der Bundesrepublik waren bis zum 31. März 1961 12.715 Personen wegen sogenannter »Kriegsverbrechen“ angeklagt worden. Deutsche Gerichte verurteilten bis zum Inkrafttreten des Grundgesetzes (1949) zwölf Beschuldigte zum Tode. (Die Urteile wurden aber nicht vollstreckt, da die Todesstrafe abgeschafft ist.) 68 Angeklagte wurden zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. 5.178 Beschuldigte zu zeitlich begrenzten Freiheitsstrafen und viele andere zu Geldstrafen. Eine hohe Anzahl der Angeklagten (über ein Drittel) – insgesamt weit über 4.000 – mußte freigesprochen werden. In weiteren 2.500 Fällen mußte das Verfahren überhaupt eingestellt werden.

Alliierte Militärgerichte verurteilten mehr als 5000 Deutsche, vornehmlich Soldaten, darunter 806 zum Tode.

Wer hat jemals von einem Kriegsverbrecherprozeß irgendwo in der Welt gegen alliierte Kriegsverbrecher gehört? Wann und wo hat jemals in Deutschland eine Untersuchung oder gar eine Verhandlung gegen einen alliierten Kriegsverbrecher wegen an Deutschen begangener Kriegsverbrechen stattgefunden?


1
Vgl. dazu Geschichte der Verfemung Deutschlands – Die deutschen Selbstbesudler.

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Die Sieger haben Deutschland verboten, solche Untersuchungen und Verhandlungen gegen alliierte Kriegsverbrecher durchzuführen: denn allein schon durch solche Kriegsverbrecherprozesse gegen alliierte Kriegsverbrecher wäre die Durchführung der deutschen Kriegsverbrecherprozesse unhaltbar geworden.

Denn sie hätten der ganzen Welt offenbar gemacht, daß die Anderen nicht nur ebensolche, ja noch viel schwerere und zahlreichere Kriegsuntaten begangen und noch viel schwerere Schuld auf sich geladen haben.

Man hätte wenigstens mit gleichem propagandistischen und publizistischen Mitteln, durch Presse und Buch, Rundfunk, Film und Fernsehen alles tun müssen, die alliierten Untaten auf diese Weise gebührend anzuprangern, nachdem die brutale Macht der Sieger ihre ordentliche rechtliche Untersuchung und gerichtsmäßige Verfolgung verbot. Das einseitige Reden von deutschen Untaten und das gleichzeitige Verschweigen allen Unrechts der Anderen ist nichts als eine Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln. Irgend etwas hätte geschehen müssen! Aber nichts wurde und nichts wird heute noch unternommen, um Deutschland gegen die maßlose und hemmungslose Greuelpropaganda zu schützen und zu verteidigen.

Der bewußte Verzicht der deutschen Regierungen nach 1945 auf jeden geistigen Widerstand gegen Übertreibung, Lüge und Verleumdung trifft jeden Patrioten schwer. Noch tiefer aber treffen die zahllosen ungeheuerlichen Selbstbeschuldigungen, aus welchen Motiven sie immer erfolgen. Der in Deutschlands Politik und Publizistik bis zum Exzeß getriebene Verzicht auf die Darlegung des deutschen Rechtsstandpunktes gegenüber den Siegerhandlungen ist tief beunruhigend.

Deutschland schweigt

»Durch Schweigen zu sündigen, wo protestiert werden müßte, macht aus einem Volk von Männern ein Volk von Feiglingen.«

(Abraham Lincoln)

Für die deutsche Staatsführung mag dieses dauernde Hinausschieben der schließlich doch unvermeidlichen Verteidigung der deutschen Ehre, die Unterdrückung der Feststellung der geschichtlichen Wahrheit augenblicklich bequem sein; aber die unvermeidliche Auseinandersetzung der Haß-, Rache- und Greuelhetze wird durch das dauernde

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Hinausschieben nicht einfacher, sondern immer schwieriger und kompliziert. Der Zeitverlust erwies sich immer als verhängnisvoller.

Es hat sich erwiesen, daß die Greuelpropaganda immer ärgere und immer übertriebenere Formen annimmt, je wehrloser sich Deutschland dagegen zeigt. Je länger und beharrlicher Deutschland schweigt, umso hemmungsloser und übertriebener wurden und werden die Greuellügen. Angesichts des Fehlens jedes Widerstandes, jeder Kontrolle und Zurechtweisung werden die Greuellügner und Verleumder immer dreister. Die Greuellügen hätten niemals dieses Ausmaß annehmen können, wenn die Berufenen den Mut besessen hätten, dieser Hetze von Anbeginn an fest und entschieden entgegenzutreten. Als die Hetzer und Lügner sahen, daß wir wie gelähmt schwiegen, schwoll ihnen der Kamm und ihre Übertreibungen und Erfindungen wuchsen von Tag zu Tag bis ins Phantastische. Und weil Deutschland schwieg und immer noch schweigt und weil sie in der ganzen Welt unwidersprochen blieben, sind sie inzwischen der ganzen Welt als wahr und wirklich in Fleisch und Blut übergegangen. Die Lügenhetze hat auf allen Linien gesiegt.

Mit jedem Tage wird es schwieriger, Wahrheit und Recht im Falle Deutschland zur Geltung zu bringen. Vor allem wird die Welt, wenn man endlich daran gehen wird, der Wahrheit ihr Recht zu erkämpfen, allen so verspäteten Veröffentlichungen und Stimmen mit größter Skepsis begegnen und mit Recht fragen: Warum erst jetzt?

Einer feindseligen – im besten Falle teilnahmslosen – Welt eine im Lauf der Jahrzehnte zu Stein gewordene Überzeugung zu nehmen, ist ein Unternehmen, vor dessen Schwierigkeit und Langwierigkeit jedem bange werden kann. Zu viel ist auf diesem Gebiete zu lange versäumt worden.

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III. Teil

Kein Schutz der deutschen Ehre


Kein Schutz der deutschen Ehre

Seit dem Zweiten Weltkrieg scheint die deutsche Ehre in aller Welt vogelfrei zu sein.

»Die Stimmung der deutschen Bevölkerung ist gegen die jetzige Ordnung der Dinge und deren Urheber erbittert … Eine unruhige, tyrannische, mißtrauische Polizei überwacht die öffentliche Meinung: Literatur, Briefwechsel, öffentliche Lehrstühle, alles ist ihr unterworfen; das gesellige Zutrauen, alle Bande der Freundschaft sind zerrissen …«

Freiherr von Stein im Jahre 1812

Trostlied eines abgesetzten Professors

»Einst bin ich Professor gewesen:
Nun bin ich abgesetzt.
Einst konnt’ ich Collegis lesen.
Was aber kann ich jetzt?

Jetzt kann ich dichten und denken
bei voller Lehrfreiheit.
Und keiner soll mich beschränken
von nun bis in Ewigkeit.

Mich kümmert kein Staatsminister
und keine Majestät.
Kein Bursch und kein Philister
noch Universität.

Es ist noch nichts verloren:
Professor oder nicht –
Der findet noch Augen und Ohren,
Wer Wahrheit schreibt und spricht.

Der findet noch treue Genossen
Wer für das Rechte ficht,
Für Freiheit unverdrossen
Stets eine Lanze bricht.

Der findet noch eine Jugend,
Beseelt von Tugend und Mut,
Wer selbst beseelt von Tugend
Und Mut das Gute tut.

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Ich muß das Glas erheben
und trink auf mein eigenes Heil!
O, würde solch freies Leben
dem Vaterlande zuteil!

Der Professor ist begraben.
Ein freier Mann erstand –
Was will ich weiter noch haben?
Es lebe das Vaterland!«

Hoffmann von Fallersleben nach seiner Amtsenthebung im Jahre 1812.

Der deutschen Ehre ist vogelfrei

In Deutschland kann jeder sein Land und sein Volk mit jeder Greuelbehauptung besudeln, auch nur im geringsten genötigt zu werden, seine Behauptungen zu beweisen.

Der Patriot aber, der in gerechter Empörung aus Vaterlandsliebe versucht, Deutschland zu verteidigen und unbewiesene oder übertriebene Behauptungen zurückzuweisen, wird als staatsgefährdendes, gefährliches und strafwürdiges Subjekt behandelt; man fordert von ihm die probatio diabolica, den in einem Rechtsstaat unzulässigen – meist ganz unmöglichen und oft dazu noch mit allen Mitteln unmöglich gemachten Beweis, daß das Behauptete nicht geschehen ist.

Es ist unverständlich, daß deutsche Zeitungen und Zeitschriften Tag für Tag, Woche um Woche den übelsten Unrat über das deutsche Volk ausgießen dürfen, ohne daß alle ehrbewußten, ihrer Würde bewußten Deutschen sich schämen würden, noch einmal in ihrem Leben solche Zeitungen zu kaufen oder auch nur in die Hand zu nehmen, um sie zu lesen.

Was uns Deutschen fehlt, ist ein Gesetz zum Schutze der Ehre des deutschen Volkes. Nirgends in der ganzen Welt finden wir dieses abstoßende Schauspiel, daß Menschen die Ehre ihres eigenen Vaterlandes und ihres eigenen Volkes straflos beschmutzen zu dürfen, um Geschäfte damit zu machen.

Die Verbreitung von Unwahrheiten muß nicht immer auf Unehrenhaftigkeit beruhen und im Bewußtsein ihrer Unrichtigkeit geschehen. Haß und Abneigung verblenden und verdummen und machen auch sonst höchst anständige und ehrenwerte Menschen gegen Lügen kritiklos und leichtgläubig.

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Es erscheint uns schändlich, daß es keine Stelle gibt, die bei Verleumdungen und Kollektiv-Beschuldigungen des deutschen Volkes zum Schutze seiner Ehre einschreitet.

Jeder unter dem NS-Regime verfolgte und jetzt in der deutschen Bundesrepublik lebende Jude hat das Recht, eine Verleumdungsklage einzubringen, wenn seine Rasse kollektiv verleumdet wird. Damit soll jedem Juden die Möglichkeit gegeben sein, als Anwalt für die Ehre seines Volkes aufzutreten.

Es wäre zu begrüßen, wenn sich der Oberste Gerichtshof auch auf seine ihm noch viel näher liegende Aufgabe besinnen würde, nämlich auf die Pflicht, auch die Ehre des deutschen Volkes zu schützen, und auch jedem Deutschen das Recht zur Klage zu geben, wenn das deutsche Volk und deutsches Soldatentum verleumdet und kollektiv beschuldigt und in den Kot gezogen wird. 1


1
Die Praxis zeigt, daß die Strafbestimmungen zum Schutze der jüdischen Ehre – soweit ihr Zweck die Bekämpfung des Antisemitismus in Deutschland ist – ihren Zweck verfehlen und ihre Auswirkungen sich ins Gegenteil verkehren.
Zu den Verurteilungen wegen antisemitischer Äußerungen sagte der Groß-Rabbiner Dr. Isaak Goldstein:» … Wenn wirklich jemand antisemitisch eingestellt sein soll, ist das sein Privatvergnügen. Man kann doch die Gedanken der Menschen nicht reglementieren … Jeder Monat, den ein Dummkopf für den Hitler-Gruß und eine Hakenkreuzzeichnung eingesperrt verbringt, vergiftet die Atmosphäre zwischen Deutschen und Juden. Hören Sie bitte, was ich Ihnen jetzt sage: Wenn die Leute so etwas tun – meist sogar aus reiner Dummheit und abseits von politischen Akzenten tun – wenn man diese Leute für ein einziges dummes und primitives ›Heil Hitler‹ ein Jahr und sieben Monate ins Gefängnis sperrt, so wird daraus ein neuer Antisemitismus erwachsen. Das ist eine Saat, die eines Tages schrecklich aufgehen wird, daß mir vor diesem Tage graut.«

William S. Schlamm schreibt in seinem beachtlichen Deutschland-Buch »Die Grenzen des Wunders« (S. 69 f.):

»Im April des Jahres 1958 wurde der Offenburger Gymnasiallehrer Studienrat Zind zu einem Jahr Gefängnis und zum Verlust seiner Lehrerstelle verurteilt, weil er ein Jahr vorher in einem Weinkeller seiner Provinzstadt (in alkoholischer Verfassung) einige häßliche antisemitische Bemerkungen gebrüllt hatte. Was diesen Fall so ungewöhnlich macht ist, … daß Deutschland, soviel ich weiß, als einziges Land der Erde, beleidigende ›Äußerungen‹ und nicht etwa nur Handlungsdelikte des Rassismus gesetzlich bestraft werden … Es erhebt sich die schwierige Frage, ob das Verbot einer peinlichen Idiotie (antisemitische Äußerungen) das privat verbreitete Gift nicht eher stärkt, als reduziert. Und es ergibt sich zweitens die Frage, ob solche unleugbare achtbare Prinzipien … sich für ewig mit dem weitaus weniger achtbaren Tatbestand vereinbaren lassen, daß in Deutschland beleidigende Ansichten unter Strafsanktion fallen … Mit anderen Worten: Wie lange kann die Bundesregierung darauf beharren, daß der Ausdruck (und nicht die Anwendung) von Vorurteilen – rassischen und anderen – vom demokratischen Gesetz verfolgt werden muß? Es ist höchst unwahrscheinlich, daß sich … Deutschland ewig einen solchen Belagerungszustand gefallen lassen wird. Es ist genau das Ausnahmegesetz eines Belagerungszustandes, das den Deutschen in dieser einen Sphäre eines der Grundrechte der zivilisierten Gesellschaft verweigert – nämlich das Recht, privat ausgesprochene ‚beleidigende‹ Ansichten (so lange sie nicht zu kriminellen Taten führen) dem Interesse des Strafgesetzes zu entziehen … selbst wenn sich eine … Gruppe von deutschen Staatsbürgern betroffen fühlt…

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Gegen das deutsche Volk darf heute straflos zum Haß aufgestachelt, es darf verleumdet und verächtlich gemacht werden – verunglimpfende Behauptungen dürfen weiterhin über es aufgestellt und weiterverbreitet werden.

Ich bin für die Verfemung und – in gewissen Fällen – sogar für die Bestrafung von Kollektiv-Beschuldigungen. Ich bin aber dagegen, daß nur eine bestimmte Gruppe von Menschen davor geschützt, der deutsche Bürger und Soldat aber vogelfrei sein soll. Der Antisemitismus gehört verfemt und geächtet – aber ebenso und nicht weniger die maßlose Deutschenhetze, mit der gewisse Menschen ihren maßlosen Haß und ihren Rachedurst pausenlos und endlos austoben. Es ist verständlich und das gute Recht jeder Menschengruppe, sich gegen Kollektiv-Verdächtigung und Verfemung zur Wehr zu setzen; aber das gleiche Recht muß auch für das deutsche Volk und vor allem für den deutschen Soldaten gelten.


Solange Deutschland dazu angehalten wird, die ordinären Redensarten, die in den feinsten Clubs New Yorks und Londons gang und gäbe sind, mit Gefängnis zu bestrafen, so lange bleibt es eine unstete Demokratie, eine Gesellschaft unter Belagerungszustand, eine kranke Nation …«
Ks hat sogar den Anschein, als ob zur Bekämpfung des Antisemitismus in Deutschland sogar Staatsgrundsätze außer Kraft gesetzt werden. Es wäre geradezu ungeheuerlich, wenn stimmen würde, was der »Spiegel« vom 11. Februar 1959 auf S. 4 berichtet:»Als Zind’s Tochter einen Weihnachtsbrief an eine Freundin in Italien schrieb, wurde dieser Brief angehalten und geöffnet. Frau Zind wurde zum Gericht gerufen. Da lag der Brief.«

Der hochangesehene deutsche Verleger C. H. Priester erklärte mir (im Februar 1960):

»Es besteht heute in Deutschland eine Geheim-Zensur. An mich gesandte Briefe wurden zurückgehalten. Es war offenkundig, daß sie vor der Zustellung an mich geöffnet wurden. Auf meine Beschwerde über diese Verletzung des durch Staats-Grundsätze verfassungsrechtlich geschützten Briefgeheimnisses erklärte mir der leitende Postbeamte, daß diese Zensur gegen den Willen der Postverwaltung geschähe, die dieser Gesetzesverletzung durch den GStA in Frankfurt/Main d. B., machtlos gegenüberstehe und ihr machtlos zusehen müsse.«

Zu dem beim deutschen Bundestag entstehenden Sondergesetz für Juden erklärte Groß-Rabbiner Dr. Isaak Goldstein:

»Dieses Sondergesetz wäre das Ende. Hat man das schon einmal gehört, daß eine verschwindende Minderheit von 30.000 Leuten, die frei und unbehelligt nach ihren Vorstellungen in diesem Lande leben können, daß diese 30.000 Menschen bei einer Bevölkerung von 55 Millionen eines Sonderschutzes bedürfen. Gleiche Rechte brauchen sie und gleiche Rechte haben sie ja, aber bessere Rechte … das wäre doch das Ende, dann kommt doch ein neuer Antisemitismus, ja, man züchtet ihn dadurch direkt heran.«

Wilhelm R. Schlamm erklärte in einem in der »Deutschen Soldatenzeitung« veröffentlichten Interview zu dieser Sondergesetzgebung:

»Die wenigen Antisemiten in Westdeutschland stellen keine Gefahr dar. Eine Gefahr, eine Keimzelle für einen Antisemitismus, sehe ich eher in einer Sondergesetzgebung für Juden, Nürnberger Gesetze mit umgekehrten Vorzeichen. Ich will einen Lumpen einen Lumpen nennen dürfen, auch wenn er ein Jude ist. Und es wäre doch erstaunlich, wenn es unter den Juden keine Lumpen gäbe.«

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Der »Deutschen Hochschullehrer-Zeitung« (Tübingen 1959, 7. Jahrgang, Nr. 3/4) entnehme ich folgende unglaubliche Nachricht:

»Der hessische Kultusminister Schütte konnte am 28. April 1959 in Frankfurt am Main im Volksbildungsheim vor Jugendlichen, Hindenburg als Verbrecher bezeichnen und das Andenken eines Verstorbenen verunglimpfen (§ 189 St. G. B.), ohne daß er gerichtlich bestraft oder wenigstens vom hessischen Justizminister, dem Ministerpräsidenten Zinn, gerügt wurde. (Vgl. Stenograph. Bericht des Hess. Landtages vom 1. Juli 1959, S. 368 ff. und vom 24. Juli 1959, S. 447 ff.)

In der gleichen Ausgabe schreibt die »Deutsche Hochschullehrer-Zeitung« die überaus beachtlichen und beherzigenswerten Worte:

»Immer unverkennbarer kündigt sich eine Fehlentwicklung unseres Rechtsstaates zu einem Gerichtsstaat an, deren schädliche Folgen nicht ausbleiben können … Während der hessisch-nassauische Kirchenpräsident Niemöller, selbst ehemaliger aktiver Marineoffizier, den Wehrgedanken aufs gröbste verunglimpfen konnte, werden weiterhin törichte Äußerungen antisemitischen Inhalts bestraft, werden der Bund der Entnazifizierungsgeschädigten, sein soziales Hilfswerk und seine mutige Wochenzeitung »Der Ring« unterdrückt. Wenn man einen der 27 höchstausgezeichneten Offiziere des Zweiten Weltkrieges, den General Manteuffel, mit Gefängnis bestraft, so liegt hier ebenfalls ein Rechts-Konstruktionsfehler vor, der den Soldaten nicht mehr als Soldaten, sondern als Bürger in Uniform beurteilt, was sich als Irrweg herausstellen muß.

Hinzu kommt, daß die Justizminister der Länder die General-Amnestie mit rechtsmechanischen Gründen abgelehnt haben, obwohl es sich gar nicht um eine juristische Vollzugs- sondern um eine politische Gesinnungsfrage handelt. So hat man nun mutwillig den mühsam aufgebauten Damm einer Aussöhnung in Ehren durchstoßen und mit einer Flut von Prozessen wird Deutschland erneut schwerster Schaden zugefügt werden. Die Ludwigsburger Zentralstelle der Justizverwaltungen der Bundesländer wird demnächst in 1641 Fällen Anklage erheben lassen, weitere etwa 2000 Prozesse werden sich voraussichtlich daraus entwickeln. Generalbundesanwalt Dr. h. c. Güde hat mit guten Gründen vor einem Jahr vor dieser Flutwelle von Prozessen und vor der ›Gefahr einer neuen Entzweiung zwischen der deutschen Justiz und der deutschen Öffentlichkeit‹ eindringlich gewarnt.

Dieser hohe Jurist hat auch zu der für jeden wirklichen Rechtsstaat grundlegenden Frage der Gesinnungsfreiheit Stellung genommen: Güde sprach zur Eröffnung des Wintersemesters in der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie von Baden in Karlsruhe. Er sagte: ›In jeder politischen Strafrechtssprechung muß das Bild der absoluten Gesinnungsfreiheit des Rechtsstaates sichtbar bleiben. Für den Rechtsstaat

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sei auch der Staatsschulz im Gegensatz zum Unrechtsstaat nur eine Gesetzgebung für die Ausnahme.‹ In der Hand des Richters liegt es, nach Güdes Ansicht, daß selbst die Freiheit des freiheitsfeindlichen Gedankens gewährleistet bleibe, solange es nur eine Gesinnung sei und nicht zur staatsfeindlichen Tat werde …« 1

Vgl. »Die Welt« vom 17. Oktober 1959.

Right or wrong – my country

Der Fall Prof. Dr. Leibbrand

Ende Juli 1961 brachten deutsche Zeitungen folgende erstaunliche Nachricht: (»Die Presse« – Wien, Mittwoch, 26. Juli 1961, S. 6)

»Frankfurt. Wie eine Bombe schlug in Deutschland die kurze Mitteilung der Oberstaatsanwaltschaft in Stuttgart ein, daß der international bekannte Verkehrsexperte und Städteplaner Prof. Dr. Ing. Kurt Leibbrand, Sonntag auf dem Flugplatz in Frankfurt unter Mordverdacht verhaftet worden sei. Oberstaatsanwalt Robert Schabel gab als Grund hiefür die Erschießung von 30 Italienern in der Nähe von Avignon in Südfrankreich an; Leibbrand wird beschuldigt, als Kompanie-Chef und Oberleutnant einer deutschen Einheit, in der auch italienische Hilfsfreiwillige dienten, diesen Befehl erteilt zu haben.

Leibbrand ist seit 1950 Dozent der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich. Auch in Deutschland hatte man den Gelehrten eingeladen, für München und Frankfurt zu arbeiten. Vor allem sollte Leibbrand die Pläne für die zukünftige Frankfurter Stadtbahn ausarbeiten.

Gegen den 47jährigen Professor von Weltruf läuft, wie jetzt bekannt wird, schon seit längerer Zeit ein Ermittlungsverfahren; doch hatte man dies geheimgehalten und nur darauf gewartet, den Mann festnehmen zu können, wenn er deutschen Boden betrat …«

Und nach einigen Tagen berichtet dieselbe Zeitung:

»Stuttgart. Nach dem zweiten eingehenden Verhör hat Prof. Dr. Ing. Kurt Leibbrand vor dem Oberstaatsanwalt in Stuttgart, Robert Schabel gestanden, als Chef einer deutschen Pionierkompanie bei Avignon die Erschießung von dreißig italienischen Hilfswilligen befohlen zu haben … Dr. Leibbrand behauptet, die Erschießung sei auf Wunsch und auf Drängen höherer Wehrmachtsdienststellen und der SS er-


1
Dr. Güde ist nicht mehr Generalbundesanwalt. Er zog es vor, freiwillig aus dem Dienste zu scheiden, um Mitglied des deutschen Bundestages werden zu können.

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folgt, weil die Italiener aufsässig waren und versucht hatten, hei der französischen Widerstandsbewegung unterzutauchen …«

Mit größtem Unbehagen muß man bei dieser Nachricht erneut feststellen, daß gewisse Kreise in Deutschland sich in der Bereitwilligkeit überschlagen, »deutsche Kriegsverbrecher« ausfindig zu machen und vor ein deutsches Gericht zu stellen. Deutschland bietet damit der Welt das erstmalige und einmalige Schauspiel, daß ein Volk eigene Volks- und Staatsangehörige wegen angeblicher oder wirklicher Kriegsverbrechen oder wegen nachträglich als Verbrechen klassifizierten Kriegshandlungen fast 20 Jahre nach beendetem Kriege im eigenen Lande verfolgt, Kriegsverbrechen der Kriegsgegner Deutschlands an Deutschen aber unbeachtet läßt.

Wo hat je ein Volk oder ein Staat der Welt ein ähnliches Schauspiel geboten?

Das ist nur in Deutschland möglich

Nachdem Prof. Leibbrand von zwei ordentlichen deutschen Gerichten nach ordnungsgemäßem Verfahren dank dem Spruche der Geschworenen freigesprochen wurde, wird gegen ihn in derselben Sache zum dritten Male Prozeß geführt.

Das wäre wohl in keinem anderen Lande möglich.

Dieser dritte Prozeß fand im Jänner – Februar 1966 vor dem Stuttgarter Schwurgericht statt.

Belastet wurde Prof. Leibbrand nur von 2 Italienern, die die Exekution überlebt hatten und die natürlich aussagten, daß von der Gefahr, daß die Italiener sich auf die Seiten der Partisanen hätten schlagen können, keine Rede gewesen sei. Eine völlig wertlose Aussage. Nur ein Idiot hätte eine andere Aussage von ihnen erwarten können. Belastet wurde er schließlich noch vom 43jährigen Hochbau-Ingenieur Hans Weisweiler, den selben ehrenwerten deutschen Staatsbürger, durch dessen Denunziation vor sieben Jahren das Verfahren gegen Leibbrand erst in Gang gebracht wurde. Alle Ehre diesem Anzeiger, so weit und so viel sie ihm gebührt.

Zu dem Prozeß Leibbrand schreibt das »Suchlicht«, Heft 10/1962, S. 4 (Verlag Nation Europa):

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»Besonders der Prozeß Leibbrand beweist, daß es den Hintermännern der KV-Prozesse nicht um die ›Bewältigung des Nazismus‹ geht, sondern um die Herabsetzung des deutschen Volkes schlechthin …

Wie die ›Neue Züricher Zeitung berichtet, hat die deutsche Illustrierte ›Quick‹, sobald sie von der Anzeige gegen Leibbrand verständigt wurde, Reporter ausgeschickt, die Männer von Leibbrands ehemaliger Kompagnie ›befragen‹ mußten. Unter ihnen befand sich auch der Anzeige-Erstatter, der nach seinem eigenen Eingeständnis vom ›Quick‹ für seine Auskunft DM 1400,– erhalten hat. Einem anderen Zeugen soll die famose Illustrierte für Aussagen DM 500,– und für passende Fotographien DM 100,– pro Stück gezahlt haben.

Die Verteidigung Leibbrands stellte in diesem Zusammenhang den Auftrag, den im Leibbrand-Prozeß auftretenden Oberstaatsanwalt Dr. Schneider darüber zu vernehmen, welche Zeugenadressen er ›Quick‹ übergeben habe. Auch die Verhaftung Prof. Dr. Leibbrands am 23. Juli 1961 auf dem Flugplatz Frankfurt am Main soll mit den Bemühungen von ›Quick‹ zusammenhängen.

Oberst a. D. Teske, Leiter des Militärarchivs, berichtete als Sachverständiger, seinerzeit seien nach seinen Unterlagen allein an der Côte d’Azur mindestens 25.000 Partisanen tätig gewesen. Rund um die beiden Orte, an denen die Italiener der Kompagnie Leibbrands erschossen wurden, seien zwischen den 20. und 22. August – dem Zeitpunkt der Erschießungen – zehn größere Terroristen-Überfälle zu verzeichnen gewesen.

Der 70jährige Oberstleutnant a. D. Theodor Larsen aus Tutzing sagte aus, die auf dem Rückweg befindliche Armee sei von den Partisanen in eine ›regelrechte Mausefalle‹ gesperrt worden. Larsen war damals Stabsoffizier der 19. Armee, der auch Leibbrands Kompagnie angehörte.«

Wir wissen nicht, ob Prof. Dr. Leibbrand die 30 italienischen Arbeiter erschießen ließ und ob er, wenn er dies tat, damit im Rahmen und in Erfüllung seiner soldatischen Pflicht oder in Überschreitung seiner Befugnisse handelte.

Eines aber wissen wir: wenn Leibbrand alliierter Offizier und erwiesener Kriegsverbrecher wäre und den Tod hunderter Deutscher auf dem Gewissen hätte – in England, Frankreich oder in den USA, würde es keiner Justizbehörde auch nur im Traum einfallen, ihn deshalb zu verfolgen, ihn in Untersuchung zu ziehen oder gar auf die Anklagebank zu zerren. Und schon gar nicht 20 Jahre nach beendigtem Krieg. Viel wahrscheinlicher hätte er schon vor 20 Jahren für die mustergültige Erfüllung seiner Pflicht durch die Erschießung aufsässiger Deutscher, die gefährlich zu werden drohten, einen Orden be-

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kommen. Der Krieg ist ein rauhes Handwerk; er stellt die Soldaten bei Erfüllung ihrer Pflicht vor Entscheidungen und er fordert von ihnen Handlungen, die in der sicheren Ruhe von Friedenszeiten nicht recht verstanden werden können. Es ist ein gefährliches Beginnen, Kriegshandlungen aus der Friedens-Perspektive heraus nachträglich als Verbrechen zu erklären.

Jedenfalls sollte Deutschland, solange seine Kriegsgegner nicht ihre Angehörigen wegen an Deutschen begangener Kriegsverbrechen zur Verantwortung ziehen, die Verfolgung seiner Bürger – noch dazu 20 Jahre nach Kriegsende – besser unterlassen.

Der Fall Leibbrand rührt an den Grundfesten, auf denen jedes Militär, vor allem das Wirken jeder Offiziere beruht. Es ist mir unverständlich, daß das Bundeswehr-Ministerium dem entwürdigenden Schauspiel, das sich um Prof. Leibbrand abspielt, tatenlos zusieht und den Gerichten nicht in die Arme fällt. Wie schlimm wäre es um ein Offizierskorps bestellt, das seinen Dienst in der ständigen Sorge versehen müßte, daß es nach dem Kriege für seine Handlungen von militärisch ganz und gar unerfahrenen und unzuständigen militärisch laienhaften Instanzen zur Verantwortung gezogen wird.

Der Fall des Obersten Meurer

Der grundlegende Sachverhalt dieses Falles ist dieser:

In Frankreich wurden während des Zweiten Weltkrieges wiederholt deutsche kriegsgefangene Soldaten und Offiziere getötet. So wurde auch der kriegsgefangene deutsche General von Brodowski wegen Aussage-Verweigerung ermordet. Er wurde an einen Jeep gebunden und über einen Kasernenhof zu Tode geschleift. Bei der Veröffentlichung der Todesnachricht über den Londoner und Schweizer Rundfunk ließen die Franzosen durchblicken, daß sein Tod eine Vergeltung für Oradour sei. (General von Brodowski hatte niemals, und in keiner wie immer gearteten Weise, etwas mit Oradour zu tun.)

Als Repressalie, um die Franzosen in Hinkunft vor der Ermordung kriegsgefangener deutscher Generäle abzuschrecken, ordnete Hitler die Erschießung eines kriegsgefangenen französischen Generals an. Zur Erschießung wurde durch General Keitel der kriegsgefangene französische General Mesny bestimmt. Die Repressalien-Erschießung erfolgte nicht durch das deutsche Militär, sondern durch das Reichssicherheitshauptamt. (RSHA).

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Der Oberst Meurer betreffende Tatbestand ist folgender:

Oberst Meurer war Leiter des Stabes der Dienststelle »Chef des Kriegsgefangenenwesens« Berlin. Diese Dienststelle wir mit der Sache insofern befaßt, als der in einem Kriegsgefangenenlager befindliche französische General dem RSHA übergeben werden mußte. In seiner Eigenschaft als Leiter des Stabes beim Chef des Kriegsgefangenenwesens oblag es Oberst Meurer, diese Übergabe zu veranlassen.

Dieser Tatbestand hatte achtzehn Jahre nach Kriegsende die unheimlichen Folgen:

Zuerst traten die deutschen Justizbehörden in Aktion: Gegen Oberst Meurer wurde beim Landesgericht Essen ein Strafverfahren als Kriegsverbrecher eingeleitet! Das Strafverfahren wurde schließlich eingestellt, aber mit einer Oberst Meurer diffamierenden Begründung.

Nach diesem Fehlschlag traten die deutschen Verwaltungsbehörden in Aktion: Oberst Meurer wurde der »Beihilfe zu einem Mord und eines Verstoßes gegen die Menschlichkeit« beschuldigt und ihm die Pension »wegen Unwürdigkeit« aberkannt! Die Berufung gegen diese Aberkennung an das Finanzministerium Stuttgart wurde abgewiesen.

Rechtlich ist zum Falle des Oberst Meurer folgendes zu sagen:

  1. Zur rechtlichen Beurteilung war – wenn überhaupt – nur das zuständige Gericht berufen.
  2. Ist zu fragen: War die Repressalie völkerrechtlich zulässig? War die Unzulässigkeit – wenn sie vorlag – für Oberst Meurer klar erkennbar? War – selbst bei erkennbarer Unzulässigkeit – die Verweigerung der Übergabe des Kriegsgefangenen an das RSHA zumutbar?

Die Frage der Zulässigkeit von Repressalien an Kriegsgefangenen kann auch heute noch nicht als entschieden angesehen werden. In Friedenszeiten wird sich die öffentliche Meinung immer in hoher sittlicher Begeisterung gegen Repressalien wenden; im Kriege wird dieselbe öffentliche Meinung bei jeder Klage über schlechte Kriegsgefangenenbehandlung ebenso einstimmig und leidenschaftlich Repressalien zur Strafe und zur Abschreckung fordern.

Die Erfahrung lehrt, daß man in der Praxis ohne Repressalien nicht auskommt, wenigstens solange nicht, solange es einen hinreichenden Ersatz für Repressalien nicht gibt. Deshalb waren durch Doktrin und Gewohnheitsrecht Repressalien bisher immer anerkannt. Das Genfer Abkommen vom Jänner 1929 legt nun zwar in Artikel 2, Absatz 3 das Verbot der Repressalien an Kriegsgefangenen fest; ebenso unum-

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stößliche Tatsache ist aber, daß man bis heute in der Praxis das Auslangen ohne Repressalien einfach nicht finden kann. Das Repressalienverbot an Kriegsgefangenen wird daher solange in der Praxis unrealisierbare Theorie bleiben, als es im Völkerrecht keine übergeordnete Exekutivgewalt zur Erzwingung der Einhaltung der Bestimmungen des Völkerrechts, kein wirksames Völkerrechtsstrafrecht gibt. Auch nach dem Genfer Repressalienverbot sind Repressalien derzeit noch ein unentbehrlicher Notwehr- und Notrechtsakt geblieben.

Die Teilnehmer an der Genfer Konferenz, die in Friedenszeiten im Rausche ethischer Begeisterung die radikale Lösung durch ein einfaches Verbot beschlossen, haben, wie aus den Akten der Konferenz hervorgeht, selbst in Wahrheit an seine Wirksamkeit nicht geglaubt. Jeder denkt bei einem solchen Verbot an die verpflichtende Wirksamkeit für den Anderen und weiß dabei genau, daß er sich selbst an das Verbot nicht halten wird und in Wahrheit gar nicht halten kann, wenn er sich vor dem Unrecht der anderen wirksam schützen soll.

Nachdem die Engländer mit ihrem praktisch-nüchternen, der Wirklichkeit Rechnung tragenden Vorschlag, an Stelle der radikalen Formulierung »Die Repressalien an Kriegsgefangenen … sind verboten« die unverbindlichere Fassung »Les représailles … sont condamnées« (sind verurteilt) zu setzen, nicht durchgedrungen waren, erklärte der britische Delegierte, Sir Horace Humboldt: er sei überzeugt, daß sich die Anwendung von Repressalien in einem künftigen Kriege nicht ausschließen lasse.

Man kann nun von einem, inmitten eines turbulenten Kriegsgeschehens stehenden und dem Anprall all seiner Nöte unmittelbar ausgesetzten Obersten keine andere Ansicht über die Unentbehrlichkeit der Repressalien verlangen, als dies die Ansicht vieler Völkerrechtslehrer, vieler maßgebender Staatsmänner und Militärs in der ganzen Welt war. Niemand kann von Oberst Meurer verlangen, daß er das wirklichkeitsfremde, alle Notwendigkeiten mißachtende und allen Realitäten ins Gesicht schlagende Repressalienverbot, an das auch seine Schöpfer selbst nicht glaubten, als absolut und unter allen Umständen bindend anerkennen sollte. Kein Militär – welches Staates immer – hätte das getan und hätte im gegebenen Falle anders gehandelt, als Oberst Meurer gehandelt hat.

Damit kommen wir zur Billigkeitsfrage, ob es Oberst Meurer zumutbar gewesen wäre, anders zu handeln und die Mitwirkung an der Übergabe des Kriegsgefangenen zu verweigern. Eine solche Frage kann aber im Ernst nur ein Irrsinniger stellen. Oberst Meurer stand unter

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militärischer Gehorsamspflicht einer strikten Anordnung des Obersten Befehlshabers der Wehrmacht gegenüber; einer Anordnung, von der er überdies wußte, daß sie als letztes und äußerstes Mittel zu dem Zwecke gegeben war, die Feinde von ihren wiederholten bestialischen Morden an deutschen Kriegsgefangenen abzuschrecken.

Und nur um diese militärische Gehorsamspflicht geht es hier und nicht um gelehrte Untersuchungen über die Zulässigkeit von Repressalien. Durch solche Untersuchungen würde die Angelegenheit Meurer nur auf ein Nebengeleise abgedrängt, wo sie nichts zu suchen hat.

Die Frage aber, ob sich Oberst Meurer offizierswürdig oder standeswidrig verhalten hat, kann zuständigkeitshalber nur durch das für Militärangelegenheiten zuständige Ministerium geprüft und beurteilt werden, niemals aber durch zivile Dienststellen und das Finanzministerium eines Bundeslandes.

Wenn daher die verantwortlichen Stellen des deutschen Bundesheeres nicht einschreiten, den deutschen Offizier der Vergangenheit zu schützen, untergraben sie selbst die Grundlagen, auf denen – wie jedes Heer der Welt – auch das deutsche Militär der Zukunft beruhen muß, wenn es nicht auf Sand gebaut und im Ernstfalle wertlos und nutzlos sein soll.

Wenn übrigens – abgesehen von ihrer Verständnislosigkeit gegenüber militärischer Gehorsamspflicht – die Finanzdienststellen eines deutschen Landes nicht wissen, wie unerläßlich notwendig es war, die deutschen Kriegsgefangenen vor Bestialitäten der Todfeinde Deutschlands zu schützen, dann mögen sie bei dem Nürnberger Historiker, Professor Dr. Erich Maschke, dem Leiter der im Auftrage der deutschen Bundesregierung gebildeten »Wissenschaftlichen Kommission für deutsche Kriegsgefangenengeschichte« sich über das Schicksal der zwölf Millionen deutschen Kriegsgefangenen im Zweiten Weltkriege Aufklärung einholen.

Und immer wieder muß man die eine Frage stellen: In welchem Lande, außer Deutschland, wäre ein Fall Meurer möglich, ja auch nur denkbar?

Der Fall Vracaric

Wer etwa schon beim Fall Professor Dr. Leibbrand Schmerz und Erstaunen über den Mangel an Gefühl für nationale Würde empfand, wird als Deutscher über den Fall Vracaric noch tiefer betrübt sein.

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Der jugoslawische Staatsbürger Vracaric wurde 1961 in München verhaftet. Er war seit Jahr und Tag wegen der Ermordung von zwei deutschen Soldaten im Fahndungsblatt ausgeschrieben. Vracaric ist des Meuchelmordes an zwei deutschen Soldaten beschuldigt.

In der ganzen Welt brandete eine neue Haßwelle gegen Deutschland wegen der Verhaftung von Vracaric auf. Man sprach Deutschland das Recht ab, über Kriegsverbrecher in anderen Nationen, über an Deutschen begangenen Kriegsverbrechen zu Gericht zu sitzen.

Man ging sogar plötzlich dem vom Westen selbst geprägten Begriff »Kriegsverbrechen« zu Leibe. Der international anerkannte Völkerrechtler Isi Foighal (Kopenhagen) erklärte:

»Eine Rechtfertigung von Rechtsverfolgung ist nur gegeben, wenn eigentlich kriminelle Handlungen vorliegen, wie beispielsweise geplanter Mord aus persönlichen Gründen (z. B. aus Eifersucht).«

Und obwohl kein Urteil gefällt wurde, sondern nur eine Untersuchung im Sinne Foighels erst stattfinden sollte, erging sich die Weltpresse in wütenden Angriffen gegen Deutschland. Die mildesten Kritiken sprachen im Falle der Verhaftung von Vracaric von einem »Akt vollendeter politischer Idiotie eines von allen guten Geistern verlassenen Staatsanwaltes«. Die Welt, vor allem auch die westliche Welt, weigert sich, Verbrechen an Deutschen mit dem gleichen Maße zu messen. Man schäumte über die »deutsche Frechheit«, Meuchelmörder zur Verantwortung ziehen zu wollen. Am ärgsten brandete die Haßwelle gegen Deutschland wegen dieser Verhaftung in Jugoslawien auf. Die Jugoslawen, die viele Zehntausende unglücklicher deutscher Soldaten aus dem Hinterhalte feige abgeschlachtet hatten, die viele unglückliche deutsche Soldaten nur zu oft unmenschlich zu Tode gefoltert, gemartert und verstümmelt hatten, protestierten: die blutschuldbeladenen und für ihre Morde an Deutschen mit Orden geschmückten Partisanen überschlugen sich in Wut und Haß wegen der Verhaftung des Meuchelmörders.

Anstatt die Unverschämtheiten der Weltpresse und der jugoslawischen Presse zu tadeln und sie in die Schranken zu verweisen, glaubte man, wie schon so oft in ähnlichen Fällen, sich durch Zurückweichen vor dem Wutgeheul Wohlwollen und freundliche Gesinnung gegen Deutschland erkaufen zu können. Und vergaß darüber, was die Geschichte immer wieder lehrt: Zu allen Zeiten wird, wer seine Würde nicht wahrt, mit Füßen getreten.

Die »Europa-Korrespondenz« 82/83, 1961, schreibt über den Fall Vracaric:

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»Der Vorfall Vracaric spielte sich in seiner Entstehung folgendermaßen ab: An dem Tage, als der Mordanschlag auf drei deutsche Soldaten in Agram geschah, hatte ein Befehl für alle Angehörigen der deutschen Wehrmacht im Stadtbereich Agram sowie Umgebung Gültigkeit, wonach es allen deutschen Soldaten untersagt war, Waffen (auch keine Seitenwaffen zu tragen. In dieser Zeit war auch im ganzen Raume Agram nichts von einer Partisanentätigkeit zu merken.

Zu dieser Zeit begaben sich drei deutsche Soldaten – im Alter von 19, 20 und 23 Jahren – auf einer Straße außerhalb Agrams, zu einem nahegelegenen und gern besuchten Gasthof. Auf dem Wege dahin kamen sie an einer Plakatsäule vorbei, an der drei Zivilisten eifrig debattierten. Als sie an den Zivilsten vorbeigingen, drehten sich diese plötzlich um und schossen mit Pistolen die drei Soldaten ohne jeden Anlaß nieder. Der Neunzehnjährige war sofort tot, ein zweiter so schwer verwundet, daß er am nächsten Tage starb und nur der Dritte überstand seine ebenfalls schweren Verletzungen und lebt heute noch in Deutschland.

Einer dieser drei Meuchelmörder war Vracaric!

Niemand kann nach diesem wahren Sachverhalte behaupten, daß dieser Mord auch nur zu einem Teil etwas mit einer Kampfhandlung in Zusammenhang mit Partisanenaktionen zu tun hat. Wie die ›Deutsche Wochenzeitung‹, Hannover, bekannt gibt, hat Vracaric bei seiner jetzigen Einvernahme selbst zugegeben, daß er und seine Begleiter damals Zivilkleider trugen und daß sie in keiner Weise als Angehörige der Tito-Armee gekennzeichnet waren. Er gab weiters zu, daß sie damals die drei deutschen Luftwaffensoldaten so weit an sich herankommen ließen, bis sie ihres Überfalles sicher waren. Nicht genug damit, hatte Vracaric noch die unerhörte Frechheit, nach seiner Freilassung und Rückkehr laut ADN (sowjetzonale Agentur) die Westdeutsche Polizei anzuklagen und die Behauptung aufzustellen, die Westdeutsche Justiz versuche, Leute auf die Anklagebank zu zerren, die aktiv gegen den Faschismus gekämpft hätten.«

Die »Deutsche Soldatenzeitung«, München, bringt eine rechtliche Betrachtung dieses Falles durch den Herausgeber, Dr. Gerhard Frey, in der dieser feststellt:

»… auch soweit Partisanen als Kombattanten anzuerkennen sind, unterliegen sie als Kriegsverbrecher natürlich denselben Strafbestimmungen, wie sie für Kriegsverbrecher jeder Armee gelten.

Als Partisan war Vracaric ein Kriegsverbrecher; als Zivilist ein hinterhältiger Meuchelmörder. Und die westliche Welt deckte mit ihrem Geheul die Mordtat des kommunistischen Partisanen. Die Deutsche Bundesrepublik aber kapitulierte und anerkannte damit, daß deutsche Soldaten vogelfrei sind.«

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Wir werden die Ersten sein, die sich dem Standpunkte anschließen würden, daß man nach Kriegszeiten, die Blütezeiten von Gewalt, Grausamkeit und Unmenschlichkeit sind, aus vielen Gründen am besten tut, die Akten über Kriegsverbrechen zu schließen und gemeinsam an den Aufbau einer neuen Gemeinschaft zu gehen.

Aber dann müssen dies alle am Kriege beteiligten Parteien tun. Solange dies nicht der Fall ist, erfordert die Würde des deutschen Volkes und das Ansehen des Rechtes, daß dem Recht Genüge geschehe und Mörder vor ein ordentliches Gericht gestellt werden. 1

Der württembergische Justizminister hat vor dem Landtag die Untat des jugoslawischen Mörders klar als Mord bezeichnet und festgestellt, daß dieses Verbrechen »in der Art seiner Durchführung durch keine rechtliche Norm gedeckt war und ist.«

Er fügte allerdings hinzu:

»Vracaric habe auf freien Fuß gestellt werden müssen, weil der Überleitungsvertrag eine strafrechtliche Verfolgung von Widerstandsverhandlungen durch deutsche Gerichte nicht zulasse«. 2

Man muß mit tiefstem Unwillen zur Kenntnis nehmen, daß der Kriegsverbrecher Vracaric entlassen werden mußte. Aber die Mehrheit


1
Ein Anderes ist es, ob und inwieweit aus staatspolitischen Gründen der Bundespräsident von seinem Abolitionsrecht und Gnadenrecht Gebrauch macht und derartige Verfahren einstellt oder verhängte Strafen durch Gnadenakt erläßt.
2
Nach den Petersberger Gesprächen veröffentlichte die Alliierte Hochkommission am 26. November 1949 ein Gesetz, in dem es u. a. heißt:
»Deutsche Gerichte dürfen ohne ausdrückliche Genehmigung des zuständigen hohen Kommissärs keine Gerichtbarkeit über die alliierten Streitkräfte, Personen oder deren Angehörige ausüben …«Erich Kern schreibt dazu in der »Deutschen Wochenzeitung«, Hannover vom 12 Jänner 1963. Seite I:

»Deutsche Staatsanwaltschaften haben daher wiederholt Anzeigen gegen alliierte Kriegsverbrecher mit dem Hinweis zurückgewiesen, daß diese Verbrechen nicht verfolgt werden können.«

Keineswegs aber haben nur Deutsche allein sogenannte Kriegsverbrechen begangen. Abgesehen von den unmenschlichen Grausamkeiten der Bolschewiken, der Polen, der Tschechen und der Tito-Banditen haben auch die westalliierten Armeen ihre Fahnen mit Kriegsverbrechen beschmutzt. Vor allem Angehörige der amerikanischen Armee und hier wieder in erster Linie Offiziere und Soldaten der Regenbogendivision. Sie haben im Mai 1945, vor allem in Bayern, als die Waffen schon ruhten, zahllose deutsche Soldaten oder Beamte, aber auch reine Zivilisten auf das bestialischste ermordet. In Oberpframmern, in Eberstetten, in Traisheim, bei Ruderting, in Eggstädt bei Rosenheim, in Rosenheim, bei Abtenau, in Obersberg, in Kreuzberg, in Siebenhausen, in Hengersberg, in Orlach-Jungholzhausen, bei Schwäbisch-Hall, in Erlau, in Titting bei Passau, in Kleinweil, in Meilenhofen und Zell bei Eichstatt, in Utting bei Ammersee, im Lazarett Dachau und vielen anderen Orten haben amerikanische Soldaten Kriegsverbrechen begangen.

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des deutschen Volkes, vor allem aller ehemaligen deutschen Soldaten, empfindet es als tief beschämend, daß der damalige Bundes-Justizminister sich nicht mit der einfachen Entlassung des Verbrechers begnügte, sondern der jugoslawischen Regierung »das Bedauern aussprach und eine Entschuldigung anbot.«

Da kommt man nicht mehr mit.

Die Kapitulation vor dem Haßgeheul der Todfeinde Deutschlands, die Einstellung jedes Verfahrens und die bedingungslose Freilassung des Mörders, unfaßbarerweise noch mit einer Entschuldigung über den »Mißgriff untergeordneter Stellen« zu begleiten, das war so ziemlich das Schlimmste und Würdeloseste, was man überhaupt tun konnte. Wie man die Verurteilung deutscher Soldaten zum schmählichen Henkertode wegen völkerrechtlich erlaubter Kriegshandlungen oder Verhalten widerspruchslos hingenommen hatte, nahm man ohne feierlichen Protest widerspruchslos hin, daß Morde an deutschen Soldaten ungesühnt bleiben müssen. 1


In einer fundierten Broschüre »Das große Kesseltreiben« habe ich eine Reihe dieser Fälle eingehend geschildert …«
Im Überleitungsvertrag, den die DBR mit den Alliierten am 28. September 1954 schloß, ist im Teil 1, Artikel 2, Absatz 1, in der Fassung der Bekanntmachung vom 30. ? 1955 (RGBL. 1955, II, S. 405 ff.) die Strafverfolgung Westalliierter, die Kriegsverbrechen an Deutschen begangen haben, den deutschen Behörden verboten. Aber die deutschen Behörden ermitteln mit nimmermüder Emsigkeit gegen Deutsche, die angeblich Kriegsverbrechen gegen Alliierte begangen haben.Verstößt das nicht grob gegen die Auffassung der Mehrheit der deutschen Bürger von nationaler Würde?

1
Der deutsche Rechtsanwalt Wilhelm Schöttler aus Recklinghausen hat im Dezember 1963 bei der Bundes-Staatsanwaltschaft in Karlsruhe gegen den jetzigen jugoslawischen Außenminister Koca Popovic Strafanzeige wegen Ermordung wehrloser deutscher Kriegsgefangener erstattet. Eine weitere Anzeige wegen bestialischer Kriegsverbrechen wurde gegen den heutigen jugoslawischen Vizepräsidenten Alexander Rankovic erstattet. Dieser wird auf Grund vorhandener Zeugenaussagen und anderen Beweismaterials beschuldigt, mehr als 100.000 deutsche Kriegsgefangene und mehr als 250.000 Volksdeutsche ermordet zu haben. Außerdem soll die Ermordung aller in Lazaretten aufgefundenen deutschen und kroatischen Soldaten, sowie die Niederwalzung aller deutschen Soldaten-Friedhöfe in Jugoslawien auf einen Befehl von Rankovic geschehen sein.
Die Bundesstaatsanwaltschaft leitete diese Anzeigen an das Landgericht in München weiter. Die Staatsanwaltschaft München I verlautbarte aber am 21. Februar 1964. gegen den jugoslawischen Außenminister Popovic kein Ermittlungsverfahren einleiten zu können. (Wegen des bevorstehenden Verbotes der Alliierten).Es ist moralisch und rechtlich unerträglich, daß Deutschland und Österreich ihre Kriegsverbrecher vor Gericht stellen, daß aber die Massenmörder der Gegenseite völlig ungeschoren bleiben. Noch unerträglicher aber ist es, daß man alliierte Kriegsverbrecher und Massenmörder an Deutschen, wenn sie als Abgesandte ihrer Staaten zu uns auf offiziellen Besuch kommen, mit Ehren-Kompagnie und gesenkter Fahne empfängt.

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Besonders verletzend und aggressiv im Falle Vracaric war die leidenschaftliche Inschutznahme des feigen Meuchelmörders durch die europäischen kleinen Staaten. Die Zeitungen in Norwegen, Dänemark, Holland und in der Schweiz überschlugen sich im Haß und tobten vor Wut gegen Deutschland. In Dänemark befaßte sich sogar das Parlament mit dem Fall des verabscheuungswürdigen Meuchelmörders. Ein Regierungsblatt der Schweizer Eidgenossen nannte die Verhaftung des Meuchelmörders eine »politische Idiotie« und die Kopenhagener »Information« schrieb, der Staatsanwalt in Konstanz, der die Verhaftung auslöste, müsse entweder verrückt oder ein Nazi sein.

Der Fall Vracaric beleuchtet grell, daß die Welt unserer Zeit mit zweierlei Maß mißt.

Vracaric und die Zehntausenden anderen Meuchelmörder, an deren Händen das Blut Ermordeter klebt, bleiben in aller Welt frei und ungeschoren. Sie haben ja nur Deutsche getötet. 1

Wer sein Recht und seine Würde aufgibt, den tritt man mit Füssen

Darauf, daß Deutschland gewagt hatte, einen jugoslawischen Meuchelmörder zu verhaften, gab die jugoslawische Justiz ihre Antwort: Der Münchner Kaufmann Hans Kohl wurde unter der Anschuldigung, während des Krieges Mitglied des SD (Deutscher Sicherheitsdienst) in Jugoslawien gewesen zu sein, zu elf Jahren Kerker verurteilt.

Es konnte ihm nicht das geringste Vergehen oder Verbrechen nachgewiesen werden. Und Deutschland schweigt dazu. (Der Prozeß fand in der serbischen Kleinstadt Tilowe Uzica statt. Entlastungszeugen aus Deutschland wurden nicht zugelassen. Urteil vom 23. Dezember 1961.)

Ein Denkmal für die Jugoslawischen Partisanen in Graz

Dem Blutrausch der jugoslawischen Partisanen fielen über 100.000 Deutsche, zumeist versprengte deutsche Soldaten und kriegsgefangene


1
In dem Invasions-Bericht des Amerikaners Cornelius Ryan »Der längste Tag« wird die Ermordung von sechs deutschen Kriegsgefangenen geschildert, denen die Kehle durchschnitten wird. Als Täter gibt Ryan kanadische Soldaten an. Doch die Verfolgung von alliierten Kriegsverbrechen ist in der BDR untersagt. (Siehe auch E. Kern: »Verbrechen am deutschen Volke«, Verlag Schütz, Göttingen, 1964).

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deutsche Soldaten zum Opfer. Unvorstellbar waren die Bestialitäten und Verbrechen, die jugoslawische Partisanen nach dem Zusammenbruch an der deutschen Zivilbevölkerung ihres Landes und in der Südsteiermark verübten. Zu Tausenden wurden deutsche Familien mit Frauen und Kindern bestialisch ermordet. Man hat es bis heute verstanden, diese Blutschuld vor der Welt zu verschleiern.

Für diese Partisanenmörder ließen nun deutsche Menschen in einem deutschen Lande ein Denkmal errichten. Das ist ungeheuerlich; wenn man schon keine Sühnung dieser ungeheuerlichen Verbrechen fordert, so kann man doch fordern und erwarten, daß ein Land, dessen Bürger, die viehisch ermordeten Frauen und Kinder und Männer waren, so viel Ehrfurcht vor dem Andenken an die Ermordeten und vor ihren Hinterbliebenen hat, daß sie die Mörder nicht dadurch ehrt, daß man ihnen im Lande der Ermordeten ein Denkmal setzt, dessen Kosten die Mitbürger der Ermordeten zahlen.

Zu diesem, in der Welt wohl einmaligen Denkmal, schreibt die »Europa-Korrespondenz«, Wien, 82/83, 1962:

»Ein instinktloser Mandatar – instinktlose Geschäftsleute.

Ausgerechnet in Graz, und zwar auf dem Zentralfriedhof, wurde am Allerheiligentag 1961 ein 20 Meter hohes Denkmal eingeweiht, das dem Gedenken an die etwa 1200 wegen Partisanentätigkeit im Zweiten Weltkrieg justifizierten Jugoslawen, gewidmet ist. Die Kosten für den Gedenkstein betragen zwei Millionen Schilling. Die Hälfte davon bezahlten die Jugoslawen. Die Initiative zur Errichtung des Denkmales ging von dem Ersten Landeshauptmannstellvertreter der Steiermark aus, der auch Vizepräsident der österreichisch-jugoslawischen Gesellschaft ist. Dieser hohe sozialistische Funktionär, einer der führenden Männer des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, hat hunderte Bittschreiben an die Geschäftswelt ausgeschickt und rund 500.000 Schilling an Geld- und Sachspenden für dieses in einem nichtdeutschen Lande wohl unmögliche ›einmalige‹ Denkmal zusammengebracht.

Dabei wissen alle, daß die heimtückische Form ihres Kampfes die Mehrzahl der Partisanen außerhalb jedes Gesetzes stellte. Wir erinnern nur an die Morde auf der Sau-Alpe und im Kärntner Unterland. Wehrlose Bauernfamilien – seit Jahrhunderten auf ihrem Besitz – wurden von den Partisanen ausgerottet. Unter der Maske des Kampfes zogen die Räuber- und Mörderbanden durch die Nächte. Und als ein englischer Fallschirmspringer – ein Major – auf der Sau-Alpe eine Partisanenabteilung ermahnte, einen militärischen Kampf zu führen und die schwerbewachte Bahn zu sprengen und nicht die Bevölkerung zu brandschatzen, wurde er einfach erschlagen. Aus Unter-Kärnten verschleppten die Jugoslawen nach dem Zusammenbruche Hunderte

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von Zivilisten und noch heute weiß man nicht, wo sich das Grab dieser Unglücklichen, Verschollenen befindet.«

Zum Partisanendenkmal in Graz schreibt der »Eckartbote« (Wien 1962, Folge 2, S. 15):

»Im steirisch-jugoslawischen Grenzland ist kein Ort, in dem die Bewohner nicht von den unmenschlichen Korden der südslawischen Partisanen zu erzählen wüßten. Ich selbst sehe noch die rauchenden Trümmer und die gräßlich verstümmelten Leichen von Männern und Kindern vor mir, als am 16. Oktober 1944 auf der Sau-Alpe, weit weg von allen Fronten, ein kleiner Bergbaubetrieb von Titopartisanen überfallen und dem Erdboden gleichgemacht wurde. Hunderttausende Menschen deutscher Zunge wurden aus der von ihnen urbar gemachten und zur Blüte gebrachten Landstrichen in Jugoslawien, Syrmien, Banat und der Batschka von den Jugoslawen ermordet oder zu Tode gequält oder nacktberaubt aus ihrer jahrhundertealten Heimat vertrieben. Und nun ein Denkmal für diese Unmenschen!

Solange die Jugoslawen nicht bereit sind, den ohne Gerichtsurteil ermordeten österreichischen Soldaten der Wehrmacht oder den in den jugoslawischen Konzentrationslagern ermordeten oder verstorbenen Untersteirern ein Denkmal zu setzen, so lange brauchen wir kein jugoslawisches Mahnmal in Österreich.«

Ein zweites Partisanen-Denkmal in Kärnten

Nach einem Bericht der slowenischen Zeitung »Slovenski Vestnika« wurde auf dem Friedhof in Klagenfurt ein Mahnmal für »die Opfer des Faschismus« enthüllt, das den kommunistischen Tito-Partisanen-Mördern geweiht ist.

In ganz Jugoslawien gibt es kein einziges Mahnmal, das den Gedenken der Hunderttausende von den kommunistischen Mordbanden Titos grausam hingemordeten Volksdeutschen und deutschen Soldaten geweiht ist. Auch die 1945 aus Südkärnten verschleppten und ermordeten Kärntner Deutschen warten noch auf ein Mahnmal, das ihren Gedenken geweiht ist und das die Folterungen und Morde der Mordbanden Titos anklagt.

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Ein drittes Partisanen-Denkmal in Kärnten (Völkermarkt) geplant

Nach Zeitungsberichten ist die Errichtung eines dritten Denkmals für die jugoslawischen Partisanen (Kosten zwei Millionen Schilling) in Österreich (in Kärnten in der Stadt Völkermarkt) geplant.

So sah der »Freiheitskampf« der Tito-Partisanen aus

Erich Kern schreibt (»Deutsche Wochenzeitung«, Hannover, 18. November 1961):

»Niemals und nirgendwo hat sich die berüchtigte Kote Armee mit solchen Greueln und Massenverbrechen belastet, wie es Tito und Genossen taten. Die Bestialitäten der Tito-Partisanen sind unbeschreiblich. Diese Mörderbande ›Soldaten‹ und ihre Henkertrupps ›Armee‹ zu nennen, ist ein Hohn auf das ganze Soldatentum schlechthin …

… Ihre Haupttätigkeit war das Berauben der Deutschen im Banat, der Batschka, Syrmien, Slavonien und Baranya. Unzählige Frauen wurden vergewaltigt, unzählige Männer, Frauen und Kinder in einem Blutrausch sondergleichen abgeschlachtet. Mit den Deutschen starben die königstreuen Serben und die heimattreuen Kroaten zu vielen Zehntausenden …

… Diese kommunistischen Banden konnten ihren blutigen Kampf aus ihren Schlupfwinkeln heraus nur deshalb führen, weil sie vom Britischen Oberkommando aus der Luft ständig mit Waffen, Munition und Verpflegung versorgt wurden …

… Als Zugsführer stieß ich im Spätherbst 1943 in der Umgebung von Agram auf einer Sicherungsstreife auf die Leiche eines Feldwebels der Luftwaffe, dem Titos Freiheitskämpfer Ohren, Nase und Geschlechtsteile abgeschnitten und die Augen ausgestochen und den noch Lebenden mit riesigen Nägeln an einen Kastanienbaum genagelt hatten … Wie festgestellt wurde, war der Mann 56 fahre alt …«

Jugoslawische Kriegsverbrechen

Noch ärger als die Tschechen wüteten die jugoslawischen Banden gegen deutsche Soldaten und die deutsche Bevölkerung in Jugoslawien. Die Wochenschrift der Donauschwaben »Neuland« veröffentlichte darüber einen erschütternden Bericht:

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»Unter anderem wurden in der bosnischen Ortschaft Doboj-Uschora 1945 von kommunistischen Partisanen 5000 Volksdeutsche Kinder auf entsetzliche Weise ermordet. Sie wurden vergast und ihre Leichen verbrannt. Auf die gräßlichste Weise wurden am selben Orte 300 Offiziere und Unteroffiziere der Deutschen Wehrmacht ermordet. Sie wurden bis zum Halse eingegraben. Dann ließ man eine von Pferden gezogene Egge über die Reihe der lebenden Menschenköpfe fahren und diese zerstückeln.«

Dr. W. Neuner schreibt über die ungeheuerliche Würdelosigkeit des Grazer Partisanendenkmals in der »Deutschen Wochenzeitung« vom 25. November 1961:

»Die nach Kriegsrecht getöteten Meuchelmörderpartisanen wurden im Grazer Zentralfriedhof beerdigt.

Dem sei folgendes gegenübergestellt: In Rudolfsgrad in Jugoslawien wurden von den jugoslawischen Behörden nach dem Kriege 23.000 deutsche Frauen und Kinder in einem KZ zusammengepfercht. Allein im Jahre 1946 wurden in diesem Lager 7400 Kinder und Frauen durch Aushungern umgebracht. Sie durften nicht auf dem Friedhof beerdigt werden. Ihre Leichen wurden auf der Hutweide ›Teletschka‹ verscharrt. Im Gegensatz zu den slowenischen Partisanen-Mördern hatten diese Frauen und Kinder niemals auch nur einen Menschen umgebracht oder sonst ein Verbrechen begangen.

Die jugoslawische Regierung aber hat die Errichtung von Grabzeichen für diese Massengräber verboten. Eine Kranzniederlegung oder dergleichen an diesen Gräbern wurde niemals gestattet. Noch nie hat sich ein Vertreter irgendeines Staates zu Allerheiligen um diese unschuldigen deutschen Opfer gekümmert oder diese Gräber aufgesucht, obwohl gut bekannt ist, daß sich unter den Opfern in diesen Massengräbern auch viele deutsche und österreichische Staatsbürger befinden, die nach dem Kriege aus Kärnten und der Steiermark verschleppt und im erwähnten Lager liquidiert worden sind.

(Zur Enthüllung des Partisanendenkmales waren der österreichische Vizekanzler, der Innenminister Afritsch, der Landeshauptmannstellvertreter Matzner erschienen und hielten dort Reden.)

… Nach dem Krieg wurden Hunderttausende deutsche Zivilpersonen beiderlei Geschlechts in Lagern konzentriert, in den Lagern Sterntal bei St. Heinrich ob Marburg, am Schloßberg von Mahrnberg, in der ›Huda Luknja‹ bei Wöllan, bei Kötsch östlich von Rann, in Tresternitz, in der Marburger Strafanstalt, bei Schloß Guttenhag, in den alten Bergwerken bei Trüffer und Trifail, in Tüchern bei Cilli, bei Gottschee usw.

Dort wurden sie in Gruppen bis zu jeweils 300 Personen gleichzeitig und ohne ein Verfahren liquidiert und in Massengräbern verscharrt.

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Und den Jugoslawen würde es nicht einfallen, dort ein Denkmal für diese unglücklichen und unschuldigen Mordopfer errichten zu lassen.«

Die katholische Münchner Wochenzeitung »Volksbote« veröffentliche in ihrer Ausgabe vom 25. Mai 1963 den Bericht eines Augenzeugen, Ivan Boras, der unter anderem angab:

»Momeilo Propovic hat sich 1945 als Offizier des Korpus narodne odbrane Jugoslavije (KNOJ) im Rahmen der Samadija-Division … in der Derventa betätigt … In Derventa fand die erste mir bekannte Liquidation deutscher Kinder statt, Volksdeutscher Kinder, die aus dem Banat und aus der Batschka herangetrieben wurden. Man hatte ungefähr 200 bis 300 zusammengetrieben. Man hat sie vergast … Die Täter waren Momeilo Popovic, Momeilo Slijepcevic, Djoko Mieie, Meljeno Sarie, Omar Propbie und Mato Bijelic … In der Zuckerfabrik in Usora haben sie mindestens 5000 Kinder umgebracht.

Wir alle, die wir im Gefängnis saßen, lauter gefangene Kroaten, nahmen an dem Ausladen dieser Kinder teil. Ich selbst habe etwa zwanzigmal ausgeladen. Aus meiner Zelle habe alle am Ausladen teilgenommen. Die Kinder waren noch lebendig, als wir sie ausluden, aber vor Hunger sehr erschöpft. Wir haben lebende Kinder ausgeladen und tags darauf tote geladen. Wir transportierten sie an den Fluß Bosan. Dort haben wir sie verbrannt.

Die Kinder waren im Alter von drei bis vierzehn Jahren. Es gab welche, die mit uns sprechen konnten und es gab ganz kleine, die nicht redeten … Die Kinder wurden in einen großen Raum gesperrt und zwar im untersten Stockwerk der Zuckerfabrik. Im Raum befanden sich ungefähr 100 bis 200 Kinder. Dann wurden sie durch Gas getötet. Die Leichen wurden nicht begraben, sondern am Ufer der Bosna mit Naphta und Benzin begossen und verbrannt. Mit einer Straßenwalze hat man dann den Rest zusammengewalzt und wir haben sie dann mit Schaufeln in die Bosna geschaufelt.« 1

Die »Deutsche Wochenzeitung« (Hannover), die über diese schauerlichen Verbrechen berichtet, bringt am 1. Juni 1963 auch ein Interview mit dem Augenzeugen Ivan Boras.


1
Vgl. hiezu auch das Wüten der Tito-Partisanen gegen die ihnen von den Engländern ausgelieferten Kriegsgefangenen in den italienischen Karsthöhlen ob Triest. Weiters die Berichte der deutschen »Wissenschaftlichen Kommission für deutsche Kriegsgefangenengeschichte«. »Die deutschen Kriegsgefangenen in Jugoslawien«, Band I 1941 – 1949, Band II 1949 – 1953, Verlag Giseking, Bielefeld. Ferner die Berichte des kroatischen Sozialdienstes (Sitz Düsseldorf). E. Kern »Verbrechen am deutschen Volke«, 1964. »Europa in Flammen« (Nation Europa), Band I, S. 316 »Titos unbewältigte Vergangenheit«; S. 319 »Die Ausrottung des Jugoslawien-Deutschtums«.

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Ungeheuerlich war das Wüten der Partisanenbanden nicht nur gegen wehrlose deutsche Soldaten und Kriegsgefangene und gegen die unglückliche deutsche Zivilbevölkerung Jugoslawiens. Die Mordbanden wüteten in gleich erbarmungsloser Weise auch gegen die Kroaten.

Die »Deutsche Wochenzeitung« (Hannover) vom 14. Oktober 1963 bringt folgenden Bericht:

»350.000 Kroaten und Deutsche von Titopartisanen gefoltert und abgeschlachtet.

Der kroatische Sozialdienst, dessen Zentrale in Düsseldorf ihren Sitz hat und der etwa 60.000 in Deutschland lebende Kroaten betreut, stellte beim Internationalen Roten Kreuz in Genf den Antrag, das IRK möge das Schicksal von 350.000 deutschen und kroatischen Soldaten aufklären, die nach der Kapitulation von 1945 von den kommunistischen Partisanen in Jugoslawien umgebracht worden sind. Ein Teil dieser unglücklichen Opfer wurde von den Engländern an die Titopartisanen ausgeliefert.

Die Kroaten fordern außerdem, daß die Massengräber der ermordeten Soldaten, vor allem in Slovenien, in denen bis zu jeweils 40.000 Soldaten liegen, geöffnet und die Leichen exhumiert werden. Ein Massengrab mit 40.000 Opfern liegt bei Marburg an der Drau; ein anderes Massengrab mit 30.000 bei Koceje in Slovenien und ein Massengrab mit 25.000 bei St. Vid.«

Der serbische Publizist B. M. Karapandjitsch schildert, wie im Mai 1945 tausende und abertausende Slovenen, Kroaten und Serben mit Draht zusammengebunden auf Lastwagen verladen und aus der vermeintlichen Sicherheit des britisch besetzten Kärntens in die slovenischen Wälder gebracht wurden. Dort stellten die Titopartisanen sie reihenweise auf und schossen sie in einer schauerlichen Massenvernichtung zusammen.

Im Sammellager St. Veith wurden die Opfer der britischen Auslieferung konzentriert, wo der Häuptling der Partisanen, Slobodan Penezitsch die Massenhinrichtungen leitete. Allein hier wurden rund 100.000 Kroaten, Slovenen und Serben liquidiert.

Im Lager Vetrinje bei Klagenfurt 12.000 Slovenen, 3000 Serben, 2.500 Kroaten und etwa 100.000 Montenegriner erschossen.

Über die Todeslager von Gekowa hat Geistlicher Rat Matthias Johler geschrieben: über die von Groß-Betscherek und Rudolfsgnad hat der Oberlandesgerichtspräsident von Groß-Betscherek ausgesagt; es kam hier zu einem Massenmord an 300.000 Wehrlosen.

125


Bei St. Heinrich am Bachern (südlich der Drau auf halbem Wege von Marburg nach Bleiburg) wurden 10.000 deutsche Kriegsgefangene ermordet.

Im Orte Rann wurden 4000 deutsche Kriegsgefangene in einem Lager zusammengepfercht und in der Nacht vom 21. auf den 22. Mai 1945 ermordet.

Insgesamt befanden sich in Jugoslawien rund 50 KZ für die 300.000 deutschen Bürger dieses Landes.

Die deutschen und österreichischen Touristen bringen den jugoslawischen kommunistischen Partisanenmördern jährlich über eine Milliarde Schilling ins Land!

Die Landsleute und Angehörigen der von den jugoslawischen kommunistischen Partisanen ermordeten und zu Tode gefolterten Deutschen und Österreicher wählen als Ziel für ihre Urlaubsreise und ihren Ferienaufenthalt mit Vorliebe das Land der Partisanenmörder. In anderen Ländern bemüht man sich, über die im Krieg verübten Grausamkeiten den Mantel des Schweigens und den Schleier des Vergessens zu breiten. Anders im halbbarbarischen Jugoslawien. Die Mörderpartisanen werden heute noch bei jeder Gelegenheit als nationale Helden gefeiert. Die von ihnen an hunderttausenden Deutschen und Österreichern verübten barbarischen Morde und bestialischen Folterungen werden als nationale Heldentaten im Gedächtnis des Volkes erhalten.

Die slowenischen Partisanen haben gleich nach Kriegsende das Buch »Kärnten im Kampf« herausgegeben, in dem sie über ihre Aktionen und Kämpfe in Südkärnten berichten. Sie gestehen darin ganz offen, daß sie während des Krieges 600 Aktionen in Kärnten ausführten und dabei 3.800 Österreicher töteten, über 2000 verwundeten und über 3000 verschleppten, was für diese Unglücklichen einen besonders grausamen Folterungstod bedeutete.

Über das selbe Thema berichtet auch ein zweites Buch und Selbstzeugnis. Unter dem Titel »Gemsen auf der Lawine« berichtet es stolz über weitere nur in Südkärnten verübte Anschläge und Greueltaten. 1951 erschien in Klagenfurt (!) ein Gedenkbuch unter dem Titel »Koreska v borbi«, in dem schauerliche Verbrechen der serbischen und slowenischen Partisanen an den Jugoslawien-Deutschen gerühmt werden.

Am 4. Oktober 1963 erschien in Laibach eine 100 Seiten starke, reichbebilderte Festschrift ehemaliger jugoslawischer Partisanen unter dem Titel »Tovaris«.

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Das »Salzburger Volksblatt« brachte am 20. Jänner 1964 die Faksimile einer Seite dieser Mörderzeitschrift. Diese Seite sollten sich die deutschen und österreichischen Jugoslawien-Reisenden ausschneiden und in ihr Familienalbum kleben. Das Bild zeigt eine Gruppe von im Hinterhalt liegenden Partisanen. Ihre MG’s sind auf eine Abteilung ahnungslos dahinmarschierender deutscher Landser gerichtet. Die Truppe führt eine requirierte Kuh mit sich. Die Bildunterschrift lautet:

»Fantje, enega pastite, da ne bomo po vojni eiste ob tarizin!« (Zu deutsch: Burschen, einen lassen wir am Leben, damit wir nach dem Krieg nicht ganz ohne Fremdenverkehr sind!)

Österreichs Spende für ein Partisanen-Mörder-Denkmal in Laibach

»Unverständlich ist, daß Österreich diesen Mördern auch noch ein Denkmal setzen will, obwohl sie doch einen Teil Kärntens von unserem Staatsgebiet mit Gewalt losreißen wollten. Kürzlich wurde bekannt, daß die 90.000 Schilling, die im Staatsvoranschlag als ›Spende Österreichs für die Errichtung eines Partisanen-Mahnmals‹ in Laibach vorgesehen sind, aus Gründen ›guter, nachbarlicher Beziehungen‹ zum Tito-Staat um mehr als eine halbe Million überschritten wurde. Die österreichischen Steuerzahler, von denen nicht wenige ihre Verwandten und Freunde und dazu ihr ganzes Vermögen in Jugoslawien verloren haben, dürfen also den Schuldigen dafür noch gewissermaßen eine ›Anerkennungsprämie‹ zahlen … Das Ganze klingt so unglaubhaft, daß man es gern für eine üble Nachrede halten möchte, die der österreichischen Bundesregierung angehängt wird. Aber da es sich um öffentlich bekanntgewordene Tatsachen handelt, die unwidersprochen blieben, muß man mit tiefer Beschämung zur Kenntnis nehmen: leider, leider ist das alles wahr!«

(Wiener »Montag« vom 7. September 1964)

Der Gipfel der Unverschämtheit

Man kann von einer nahezu völligen Ausrottung des Deutschtums in Jugoslawien durch Tito sprechen. Nach der scheußlichen Ermordung von Hunderttausenden deutschen Männern, Frauen und Kindern, nach Nacktberaubung und Austreibung von Hunderttausenden überlebenden Deutschen (Wert des Raubes 2,5 Milliarden Goldmark nach den Berechnungen der jugoslawischen Staatsbank) fordert Tito von Deutschland

127


Wiedergutmachung in der Höhe von 400 Millionen DM mit der Begründung, die deutsche Besatzung habe in Jugoslawien einen Schaden von 140 Milliarden DM angerichtet. Von all den vielen Wiedergutmachungsforderungen an Deutschland ist dies wohl die unverschämteste.

Belgrad will 3,5 Milliarden DM

Die »NZ« vom 23. Juni 1967 bringt folgende Nachricht:

»Im Auswärtigen Amt unter Willy Brandt bemüht man sich um diplomatische Beziehungen zu Jugoslawien. Belgrad wünscht dafür eine Wiedergutmachung von 3,5 Milliarden DM für Schäden, die im Verlaufe der Kämpfe zwischen der regulären deutschen Wehrmacht und der irregulären Partisanenarmee Titos entstanden sind. An eine Wiedergutmachung der Austreibung, Ermordung und Nacktberaubung der deutschen Volksgruppe in Jugoslawien denkt Tito nicht.«

Das Zentralorgan der bayerischen CSU, der »Bayernkurier«, befaßte sich in der Ausgabe vom 30. Mai 1964 sehr kritisch mit dieser Nachricht:

»Was ist eigentlich los? Auf der einen Seite wird alles, was tatsächlich oder angeblich von Deutschen den Anderen angetan wurde, nicht nur draußen in der Welt, sondern auch innerhalb der Bundesrepublik bis ins Gigantische aufgebauscht und Tag und Nacht verbreitet. Wird mit dem. gleichen Eifer all das Entsetzliche und Qualvolle, was deutsche Menschen in und nach dem Kriege von den Andern erleiden mußten, unterschlagen. Darf das deutsche Volk diese Wahrheiten nicht erfahren? Es darf wohl keinen Zweifel darüber geben, daß einer Regierung kein Heller Wiedergutmachung gezahlt werden darf, die so viel an Deutschland und den Deutschen wiedergutzumachen hat.«

Das Dokumentationswerk »Die deutschen Kriegsgefangenen in Jugoslawien 1941–1945«, herausgegeben von der »Wissenschaftlichen Kommission für die Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen« ist auf ausdrücklichen Wunsch des Auswärtigen Amtes in Bonn im Buchhandel nicht zu kaufen, weil sich das deutsche Volk über seinen Inhalt zu sehr erregen würde!

Das gottgesegnete, mit allen Schätzen der Natur verschwenderisch beschenkte Jugoslawien leidet heute infolge der kommunistischen Wirtschaft, die überall auf der Erde die gesegnetsten Landstriche zu Notstandsgebieten macht, empfindliche Not. Die kommunistischen Wirtschafter in dem früher so reichen, heute so armen Jugoslawien brauchen

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dringend Geld. Nach so vielen Beispielen und Mustern in aller Welt, will sich nun auch Jugoslawien das infolge Fehlschlagens der kommunistischen Wirtschaft an allen Ecken und Enden fehlende Geld von Deutschland holen.

Die »DWZ« (26. Juni 1964, S. 9) schreibt zu der unverschämten Forderung Titos unter der Überschrift »Wo bleibt die jugoslawische Wiedergutmachung an Deutschland – das Vermögen der Volksdeutschen betrug 2,5 Milliarden Golddollar«:

»In der Nähe von Marburg an der Drau liegen in Massengräbern 40.000 gemeuchelte Deutsche und Kroaten, in der Gottschee 30.000 und bei St. Veit in Slowenien 25.000. Von den ehemals in Jugoslawien lebenden etwa 550.000 Volksdeutschen wurde etwa die Hälfte ermordet. Die Zahlenangaben der Ermordeten oder in den kommunistischen KZ’s Molidorf, Rudolfsgnad, Jarek, Gawoko, Kurschewije, Mitrowitza verhungerten schwanken zwischen 125.000 bis 250.000. Sie verloren nicht nur das Leben, sondern auch all ihre Habe und jegliches Menschenrecht.

Am 31. November 1944 veröffentlichte der politische Kommissar Titos, Moscha Pijade, in Jaice die berüchtigte ›Verfügung von Jaice‹ als Regierungsgesetz des Tito-Regimes.

Die drei Punkte der Verfügung lauteten:

1. Alle in Jugoslawien lebenden Personen deutscher Abstammung verlieren automatisch die jugoslawische Staatsbürgerschaft und alle bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte.

2. Der gesamte bewegliche wie unbewegliche Besitz aller Personen deutscher Abstammung gilt als vom Staat beschlagnahmt und geht automatisch in dessen Eigentum über.

3. Personen deutscher Abstammung dürfen weder irgendwelche Rechte beanspruchen, noch ausüben, noch Gerichte oder Institutionen zu ihrem persönlichen oder rechtlichen Schutz anrufen.

297.500 überlebende Volksdeutsche wurden aus Jugoslawien vertrieben. Nur ein Rest von rund 80.000 blieb rechtlos und geknechtet in Jugoslawien zurück. Alle, die Ermordeten und Gefolterten, die Vertriebenen wie die Zurückgebliebenen, wurden ihrer Habe völlig beraubt.

Die jugoslawische Staatsbank in den dreißiger Jahren, als serbische Chauvinisten erstmals die Forderung auf Aussiedlung der Volksdeutschen stellten, kam nach eingehenden Prüfungen zu dem Ergebnis, daß das Vermögen der Volksdeutschen in Jugoslawien 2,5 Milliarden Golddollar betrage.

Der amerikanische Außenminister Dean Rusk wandte sich kürzlich an den bundesdeutschen Außenminister Schröder mit dem Ersuchen, Bonn solle die Wiedergutmachungsansprüche Titos in der Höhe von etwa 400 Millionen DM erfüllen.

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Die amerikanische Zumutung ist ebenfalls ohne Beispiel, da doch auch in Washington bekannt sein müßte, daß Jugoslawien diplomatische Beziehungen mit dem kommunistischen SED-Regime in Ostberlin unterhält.

Noch hat sich die Bundesregierung geweigert, dem amerikanischen Druck zugunsten Titos nachzugeben. Aber schon wird in Bonn bekannt, daß jugoslawische Schulden in der Höhe von 200 Millionen DM in nächster Zeit konsolidiert werden und die BRD darüber hinaus bereit sein soll, Bürgschaften für neue Warenkredite an Jugoslawien in der Höhe von 300 Millionen DM bereitzustellen. Längst erhalten auch jugoslawische Studenten deutsche Stipendien für ihr Studium an deutschen Universitäten. Dies alles trotz der Massenmorde an Deutschen, die in die Hunderttausende gehen, und ohne daß Tito und seine Belgrader Henkerregierung auch nur das geringste Entgegenkommen gegenüber Deutschland zeigen.«

Der Fall Major Reder

Der Österreicher, Major Walter Reder, wurde vom territorialen Militärgericht von Bologna wegen Kriegsverbrechen, begangen an der Zivilbevölkerung von Marzabotta am 31. Oktober 1951 zu lebenslänglicher Haftstrafe verurteilt. Major Reder schmachtet heute noch, 23 Jahre nach Kriegsende, im italienischen Gefängnis. Der Fall Major Reder ist eine himmelschreiende Kulturschande. In einem gewissenhaften Dokumentarbericht hat Lothar Greil »Die Lüge von Marzabotto«, Schild-Verlag, München 1959, nachgewiesen, daß Major Reder die ihm angelasteten Verbrechen gar nicht begangen haben kann, da er am Tatorte gar nicht zugegen war. Das aufrüttelnde und erschütternde Ergebnis der Forschungen Greils blieb von den offiziellen österreichischen Stellen bis heute unbeachtet.

Es blieb aber nicht bei dieser Teilnahmslosigkeit.

In beschämend gehässiger Weise hat ein führendes Parteiblatt Wiens dem Kriegsgefangenen Major Reder trotz der heute offenkundigen und nachgewiesenen Unschuld Reders, diesen aller der Mordbeteiligungen bezichtigt, die ihm die KP Italiens angedichtet hat. Es blieb nicht bei dieser einen Ungeheuerlichkeit. Die für alle Kriegsgefangenen Sendungen bestehende Portofreiheit für alle Postsendungen an Major Reder war lange Zeit aufgehoben. Dies trotzdem, daß Major Reder es vom obersten Militärgericht in Rom bestätigt hat, daß er nicht Strafgefangener, sondern Kriegsgefangener ist.

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Auch Italien lockt der deutsche Goldesel

Auch Italien, der »Kriegsverbündete« Deutschlands konnte der Versuchung nicht widerstehen, den deutschen Goldesel anzuzapfen. Deutschland hat ihm auf seine Forderung 40 Millionen DM zur Entschädigung für NS-Verfolgte und -Geschädigte bewilligt. Die Aussicht, einen Happen von diesen 40 Millionen zu bekommen, hatte eine Sturzflut Ansprüchen und Anträgen auf Entschädigung zur Folge.

Der Präsident der Sonderkommission für NS-Verfolgte in Rom, Felici, gab bekannt, daß in den ersten Monaten der Anmeldefrist schon 320.000 Italiener ihre Ansprüche als »Verfolgte des NS« anmeldeten.

Wieviel Aasgeier mögen darunter sein?

131

Teil 4-8 folgt die Tage

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Über totoweise

Halt hoch das Haupt was dir auch droht und werde nie zum Knechte. Brich mit den Armen gern dein Brot und wahre deine Rechte! Treib nicht mit heiligen Dingen Spott und ehre fremden Glauben und lass dir deinen Schöpfer und Gott von keinem Zweifler rauben. Sieg oder Spott, folg deinem Gott!
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4 Antworten zu Die Welthetze gegen Deutschland

  1. globalewelt schreibt:

    Jetzt bin ich FIX und FOXI vom langen Lesen 😉

  2. Pingback: moin moin ! | Totoweise

  3. deutschelobby schreibt:

    Vielen Dank für die umfangreiche Arbeit. Eine wichtige Dokumentation.

    Diese wahren Geschichtsverhältnisse müssen die Lügen in den Geschichtsbüchern ändern.

    Gegen das Deutschen Reich wurde von der feindlicher alliierten Seite bereits 1870 ein Konzept zur Vernichtung entwickelt.
    Jeder der sich noch als Frei-Denker bezeichnen darf, muss dieses Lügengebäude durchschauen.
    Nach 70 Jahren kein Friedensvertrag……alle anderen Beteiligten, z.B. Japan, besitzen einen….

    Dazu die zahlreichen bewiesenen Aussagen der alliierten Führer, bis hin aktuell zu Obama.

    Doch wieviele Überlebende des Deutschen Reiches können sich noch als Frei-Denker bezeichnen?
    Wahrscheinlich sogar viele……….Doch der größte Teil davon hat keine Courage, keinen Mut….genau-genommen ein verschenktes Leben…..

    Danke nochmals,

    Wiggerl,
    deutschelobby.com

  4. GermaniaSapereAude schreibt:

    Es hat einen Grund, warum dieser Hass gegen das deutsche Volk so unvermindert fortgeführt wird.

    In meiner Jugend den 70gern, war ich in der Nähe des so genannten „gelobten Landes“ und muss ganz ehrlich sagen, bis auf die Regionen wo es Wasser gibt, möchte man da nicht mal tot über einem Zaun hängen.
    Schon damals machte ich mir Gedanken zu der Aussage „gelobtes Land“ und „auserwähltes Volk“.

    Und es fielen mir ein paar Aussagen ein die ich mal in der Bibel gelesen hatte.
    Ich halte es mit der Bibel wie mit einem Märchenbuch, phantastische Geschichten (von Menschen geschrieben und immer wieder manipuliert) die aber immer wieder einen Kern von Wahrheit haben.
    Diese Prophezeiung die fast jeder kennt

    „ihr werdet euch mehren wie die Sterne am Himmel und ich werde euch führen in ein Land wo Milch und Honig fließen“

    passte so überhaupt nicht zu diesem „gelobten Land“ und schon gar nicht zu den Verkaufsregalen die man in diesem Land in Lebensmittelgeschäften vorfand.

    Nach meinem Aufenthalt in der Region, wurde damals in unserem Bundestag darüber debattiert, ob es sinnvoll wäre weitere Steuermillionen nur für die Lagerung der Milch und Butterberge die sich in Deutschland zwischenzeitlich angesammelt hatten, aufzubringen.

    Wenn man dann wieder diese Bibel nimmt und sich die Story von den 12 Stämmen Abrahams durchliest, findet man die Information dass da ein Josef der Lieblingssohn war.

    Den Liebling des Vaters wollten seine Brüder dann aus Missgunst weg haben, also warfen sie ihn einem Löwen zum Fraß vor. Der wollte das HappiHappi aber nicht und so schmissen Sie ihn in einen Brunnen bis zufällig ein Sklavenhändler vorbei kam, dem sie ihren Bruder verkauften woraufhin der nach Ägypten kam.
    Dort wurde der Pharao auf dessen Geschick und Fleiß aufmerksam, so dass Josef sehr schnell eine herausragende Stellung in diesem Staat einnehmen konnte.
    Sicher sind mit der Zeit immer mehr Stammesangehörige der Clans seiner Brüder, in diese blühende ägyptische Wirtschaft immigriert und haben sich dort „angesiedelt“ oder „eingenistet“ (ganz nach belieben)
    So lange, bis der Pharao die Schnauze voll hatte und genau dieses Klientel los haben wollte, woraufhin ein David sich per „göttlicher“ Wasser-Fluten-Teilung nach Palästina verdrücken konnte.
    Gedanken über die wirklichen Gründe warum er und seine Sippe vertrieben wurde, sei jedem selbst denkenden Menschen überlassen.
    Der vom Stamme Josef, war meiner Meinung nach sicher nicht unter diesen Flüchtlingen, weil es spricht viel mehr dafür, das der und die seinen irgend wann in Zentraleuropa aufgeschlagen sind, wo noch vor 100 Jahren der Name Josef, Joseffa, Josefine, Jupp ect. häufiger war wie Schmitz und Müller.
    Wenn man sich dann noch vor Augen führt, das das Volk Davids heute vielleicht 18 bis 22 Millionen Menschen umfasst und das der deutschstämmigen hunderte von Millionen, dann beschleicht mich der Verdacht, das sich da jemand bei der Sterne Vermehrungs-Story an unsere Stelle gelogen hat und deswegen dafür sorgen muss, das die lebenden Nachkommen derer, deren Identität man sich bedient hat, letztendlich verschwinden, bevor diese Lüge auffliegt.

    5. Mose 33,16 und vom Kostbarsten des Landes und seiner Fülle; und das Wohlgefallen dessen, der im Dornbusch wohnt, es komme auf das Haupt Josephs und auf den Scheitel des Geweihten unter seinen Brüdern!

    Nach all diesen meinen Gedanken fand ich irgendwann im Netz dieses Buch W A L (auch mit Märchenbuchpassagen :o) von einem Norbert Marzahn welches ich jedem Deutschen nur empfehlen kann.
    Der Junge hat sich richtig Mühe gegeben und wird dafür von den Wasser-Teilungs-Flüchtlingen verständlicherweise gehasst und verfolgt.

    http://moltaweto.files.wordpress.com/2009/02/marzahn-nh-wal.pdf

    besser als diese Volks verblödende TV Propagandakiste

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