facebook, wir wollen Dich doch nur kennenlernen

Facebook ist vor allem die schrecklichste Spionage Maschine, die je erfunden worden ist. Das soziale Netzwerk Facebook ist praktisch: Man kann unkompliziert mit Freunden in Kontakt bleiben, sich interessante Seiten abonnieren und sogar Fotos hochladen.

Dennoch ist Vorsicht geboten. Denn Facebook liebt die Daten seiner Nutzer. Ein kleines Software-Update verrät großen Datenhunger: Das aktuelle Facebook-Programm fürs iPhone ermöglicht die Einbindung aller „Freunde“ ins Handy-Telefonbuch. Aber Facebook verlangt den Datenaustausch auch in der Gegenrichtung, und dies wirft ein Schlaglicht auf mögliche Strategien in der Branche.“Wenn du diese Funktion aktivierst, werden alle Kontakte von deinem Handy (Name, E-Mail-Adresse, Telefonnummer) an Facebook gesendet“, heißt es nach dem Update der App auf dem iPhone.
Warum will Facebook die E-Mail-Adresse meiner Tante? „Je mehr man über Sie weiß, desto konkreter kann ein Werbeprofil gestaltet werden“, antwortet der Medienwissenschaftler Hendrik Speck von der Fachhochschule Kaiserslautern, der sich seit langem mit sozialen Netzwerken beschäftigt. „Durch das Einsammeln von Kontakten wird versucht, eine Netzidentität hundertprozentig abzubilden.“ Bei den Datenschutzbeauftragten sind bereits Beschwerden gegen die neue Facebook-Anwendung eingegangen – von Personen, die gar nicht bei Facebook angemeldet sind, aber für eine Mitgliedschaft vorgeschlagen wurden.“Das ist eine Entwicklung, die ich für äußerst kritisch halte“, sagt der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix. „Da entsteht eine Art Sog in ein soziales Netzwerk.“ Jeder Nutzer solle sein Verhalten kritisch prüfen und jede Anwendung ablehnen, die nicht genau angibt, welche Daten wohin übertragen würden. Facebook verhalte sich wie ein „blinder Passagier auf dem sozialen Graphen des Nutzers“, sagt Speck und meint damit das gesamte vielfältige Gefüge der sozialen Aktivitäten im Netz. Das eigene Ich wird dort vielfältig gebrochen – je nachdem, auf welchen Plattformen man unterwegs ist.
„In World of Warcraft sind Sie der Goldene Krieger, in Wer-kennt-Wen der Knuddelprinz und auf Ebay der Schnäppchenkönig“, erklärt der Professor für Digitale Medien. „Für die sozialen Netzwerke ist es spannend, all diese Teilidentitäten zu aggregieren“, also zusammenzuführen. „Was früher in getrennten Datensilos war, wird jetzt zusammengezogen.“ Wer rund um die Uhr über sämtliche Plattformen hinweg die Nutzeraktivitäten verknüpfe, könne Werbekunden exakt die von ihnen gewünschte Zielgruppe bieten. Hinzu kommt die Möglichkeit, dank der GPS-Ortung aktueller Smartphones die Werbung auf den jeweiligen Standort des Nutzers zuzuschneiden. Die Ursachen der Entwicklung zu immer raffinierteren Werbestrategien sieht Speck darin, dass es in der traditionellen Werbung eine zunehmende Sättigung gibt. Das gilt auch schon für die klassische Banner-Werbung auf Webseiten zur Anzeige im Desktop-Browser, die entweder mit Ad-Blockern abgeschaltet oder gewissermaßen mental ausgeblendet wird.
Soziale Netzwerke wie Facebook setzen vor allem auf Werbung durch persönliche Empfehlung – wenn jemand zum „Fan“ einer Marke wird, soll dies auch die Freunde und Bekannten überzeugen. Wer sich allzu bedenkenlos auf alle Angebote der Online-Plattformen einlässt, geht das Risiko ein, dass sehr persönliche Daten auf Jahrzehnte hinaus gespeichert und in der Hand eines Privatunternehmens sind. Die Datenschutzbeauftragten in Deutschland haben daher schon 2008 die „datenschutzkonforme Gestaltung sozialer Netzwerke“ verlangt. Speck gibt außerdem zu bedenken, dass vor allem jüngere Nutzer kein Adressbuch auf Papier mehr führten, sondern sich ganz auf Facebook oder StudiVZ verließen. „Die Repräsentation ihres sozialen Lebens findet in der Online-Kommunikation und in den sozialen Netzwerken statt, sie haben kein physisches Backup mehr.“Wenn aber das Unternehmen die Mitgliedschaft kündige oder es aus einem anderen Grund keine Verbindung mehr gebe, breche mit einem Schlag ein großer Teil des sozialen Beziehungsnetzes weg. Der Wissenschaftler fordert daher klare gesetzliche Rahmenbedingungen für Online-Plattformen: „Wir brauchen ein völlig neues Datenschutzmodell.“ Allerdings ist er sehr skeptisch, ob die dafür erforderliche Medienkompetenz bei politischen und juristischen Entscheidungsträgern im Land ausreicht: „Es besteht die Gefahr, dass die Systemträgheit wesentlich größer ist als die Zeit, die wir für Entscheidungen haben, um die gesellschaft-technische Entwicklung nach den Grundsätzen einer demokratischen Gesellschaft zu gestalten.
„Das soziale Netzwerk “Facebook” hat übrigens stillschweigend seine Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen geändert, – und die haben es jetzt in sich! Jedes Facebook-Mitglied, überlässt jetzt dem Netzwerk Facebook alle Rechte an eigenen Texten, Fotos, Videos, selbstkomponierten Musikstücken und anderen hochgeladenen Dateien des Mitglieds.Facebook kann damit machen was es will. Zum Beispiel, Fotos an Zeitungen verkaufen (ohne dass das Mitglied, dem die Fotos gehören, etwas dafür bekommt!), Werbung damit treiben, Bilder der Nutzer als “Funny-Picture” verunstalten oder Nutzer-Videos ans Fernsehen verkaufen (z.B. an “Uups! Die Pannenshow” oder “TV Total”).

In den neuen Nutzungsbedingungen von Facebook heißt es, dass Facebook künftig sämtliche Daten, die der Nutzer hochgeladen hat “nutzen, kopieren, veröffentlichen, streamen, speichern, aufbewahren, veröffentlichen, übertragen, scannen, neu formatieren, ergänzen, bearbeiten, übersetzen, anpassen und verteilen”, sowie “abgeleitete Werke und Auszüge davon erstellen” kann. Wer jetzt schnell seine privaten Fotos, Texte und Videos bei Facebook löscht, der kann trotzdem Pech haben, denn die “Vereinbarung” gilt “unwiderruflich, unbefristet, nicht-exklusiv, übertragbar, vollständig bezahlt und weltweit”.

Was das in der Realität bedeutet ist unvorstellbar skandalös: Stellen Sie sich vor, Sie wissen, dass eine gute Bekannte von Ihnen, ein paar nette Bikini-Fotos von sich im letzten Urlaub in ihr Facebook-Profil hochgeladen hat. Nach dem Lesen dieses Artikels informieren Sie sie über die neuen Nutzungsbedingungen des Netzwerkes, und sie löscht die Fotos bei Facebook. Zu spät. Zwar sind die Fotos jetzt im Profil Ihrer Bekannten nicht mehr zu finden, trotzdem liegen sie wohl noch auf dem Facebook-Server. Facebook kann nun – heute , morgen, oder in zwei Jahren – die Fotos z.B. an die BILD verkaufen (denn die Rechte sind ja “übertragbar”). – Die BILD sucht nämlich ein halbnacktes Mädchen für die Seite 1. Ihre Bekannte kann gegen den Abdruck Ihres Fotos nichts unternehmen, denn Sie hat alle Rechte an Facebook abgetreten. Geld bekommt sie für den Abdruck der Fotos auch nicht, selbst wenn Facebook dafür von der Zeitung einen fünfstelligen Betrag kassieren sollte, – denn in den Nutzungsbedingungen gelten die Rechte an den Nutzerdateien als “vollständig bezahlt”! Nett, oder? Falls Sie zu den großen Poeten auf diesem Planeten zählen, sollten Sie Ihre Texte nicht unbedingt über Facebook Ihrem Freundekreis zugänglich machen. Facebook könnte die Texte nämlich sammeln und an einen Verlag verhökern. Wenn der dann mit Ihren Texten einen Bestseller herausbringt, werden Sie ziemlich wenig davon haben. Da kommt doch Freude auf!
Die hier dargelegten Missbrauchsmöglichkeiten dürften noch die harmloseren sein. Wieder zeigt sich, dass man nicht zu sorglos mit seinen Daten im Netz hantieren sollte. – Wer heute noch Freund ist, kann morgen schon Feind sein und die Daten missbrauchen. Der neue Feind der Facebook-Nutzer lautet Facebook.Quellen:
http://www.frankfurter-magazin.de/?p=1033
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.archiv.24a4b7b2-5b4f-4ed2-8878-b66073bb0d6f.html
http://www.aktivchrist.de
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Halt hoch das Haupt was dir auch droht und werde nie zum Knechte. Brich mit den Armen gern dein Brot und wahre deine Rechte! Treib nicht mit heiligen Dingen Spott und ehre fremden Glauben und lass dir deinen Schöpfer und Gott von keinem Zweifler rauben. Sieg oder Spott, folg deinem Gott!
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