Der Betrug um den Ölpreis

Nach Aussagen von Ahmadinejad, dem Präsidenten des Irans, ist der Trend in Richtung steigende Ölpreise künstlich auferlegt, wenn das Konsumwachstum niedriger als das Produktionswachstum ist und es genügend Öl auf dem Markt gibt.  Es ist klar, dass unsichtbare Hände die Preise zu politischen und wirtschaftlichen Zwecken künstlich steuern. “

Wahr oder falsch?

Iran, weltweit der viertgrößte Öl-Exporteur hat wiederholt verlautbart, dass der Markt über ausreichend Erdölreserven verfügt und führt die steigenden Preise auf Spekulationen, den schwachen Dollar-Kurs und geo-politische Faktoren zurück. Das Sinken des Dollar-Kurses und die steigenden Energiepreise stellen die zwei Seiten derselben Münze dar und werden als Gründe für die derzeitige Krisenanfälligkeit angesehen.“

Hinter dem Streben nach Krieg und militärischen Aktionen im Mittleren Osten, stecken mächtige Sonderinteressen (durch die der Kriegsmilitarismus und die geo-politischen Interessen Israels kaschiert werden). Öl muss aus Gründen nationalem Interesses als Vorwand bzw. Entschuldigung herhalten, um militärische Einsätze und Maßnahmen zu rechtfertigen und um sowohl wirtschaftlichen und geo-politischen Gewinn aus dem Krieg zu ziehen.

Die Behauptung, dass das Ölfördermaximum bereits erreicht ist und dass die schwindenden Reserven mit einer schwerwiegenden Ölknappheit und hohen Energiepreisen einhergehen, spielt nicht nur den Militaristen mit ihren Kriegsgeschäften in die Hände, die ständig auf der Suche sind nach neuen Feinden und Vorwänden, um das Führen weiterer Kriege und die Eskalation der Militärausgaben zu rechtfertigen, sondern stellt darüber hinaus die Grundlage einer cleveren Manipulation dar, durch die die realen Kriegs- und Militärkräfte (d.h. der militärisch-industrielle Komplex und die pro-israelische Lobby) frei gesetzt werden.

Tatsache ist, dass kein Beweis dafür vorliegt, dass das Ölfördermaximum (peak oil) bereits erreicht wurde, oder dass die Erdölreserven abnehmen, oder dass der derzeitige schwindelerregend hohe Ölpreis auf eine Knappheit des Angebots zurückzuführen ist. Dabei wird nicht berücksichtigt, dass die energiesparenden Maßnahmen sich drastisch verbessert haben. Ebenfalls werden die Vorkommen an nicht-konventionellem Öl, sowie Kanadas gigantische Vorkommen an extra-schweren Bitumen, die sich zur Erzeugung konventionellen Öls aufbereiten lassen, außer Acht gelassen.

Andere Energiequellen bleiben ebenfalls unberücksichtigt. Erdgas macht derzeit an die 25% der Energienachfrage aus und es wird geschätzt, dass Erdgas bis 2050 die Hauptenergiequelle sein wird.

Statistiken zufolge liegt kein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage auf den weltweiten Erdölmärkten vor. Der derzeitige Ölpreisschock ist eine Folge der destabilisierenden Kriege und der politischen Unsicherheit im Mittleren Osten und lßsst sich nicht auf eine mögliche Ölknappheit zurückführen. Dies schließt auch die im Irak und Afghanistan geführten Kriege sowie die Möglichkeit eines ausbrechenden Krieges gegen den Iran mit ein. Krieg trägt immer indirekt zu einer Eskalation des Ölpreises bei, durch die der USA ein noch höherer Schuldenberg aufgelastet und der Dollar weiter abgewertet wird und günstige Voraussetzungen für Spekulationen geschaffen werden.

Da der Ölpreis zum großen Teil in US-Dollar angegeben wird, haben die Erdöl-exportierenden Länder einen höherer Dollarpreis pro Barrel gefordert, da der Dollar an Wert eingebüßt hatte. An die 60% des derzeitigen Erdölpreises lässt sich auf die von den großen Handelsbanken und mittels Hedge Fonds betriebenen Spekulationen zurückführen. Der Preiseskalation hat nichts mit dem Mythos des Ölfördermaximums zu tun, der manchen Leuten äußerst gelegen kommt, sondern es geht dabei einzig und allein um die Kontrolle über das Erdöl und den Ölpreis.

Seit dem Beginn der Öltermingeschäfte und den zwei bedeutenden Terminabschlüssen in London und New York, unterliegt die Kontrolle des Ölpreises nicht mehr den OPEC-Ländern sondern wird durch die Wall Street ausgeübt: Dieselben Finanzgiganten der Wall Street, die für die Dritte Welt Schuldenmisere gegen Ende 1970 und Anfang 1980, sowie für die technische Spekulationsblase der neunziger Jahre und die Spekulationsblase auf dem Wohnungsmarkt im Jahr 2000 verantwortlich sind, arbeiten derzeit hart an der Spekulationsblase auf dem Ölmarkt.

Durch den Aufkauf einer großen Anzahl an Termingeschäften, wodurch die zukünftigen Ölpreise weiter in die Höhe getrieben wurden,, haben die Spekulanten einen Anreiz für die Ölkonzerne geschaffen, größere Öl-Mengen zu erwerben und zu lagern. Der große Zufluss von spekulativen Investitionen in Öltermingeschäfte hat dazu geführt, dass sowohl ein großes Angebot an Erdöl als auch hohe Erdölpreise vorliegen. Laut Angaben des US-Energieministeriums überwiegt das weltweite Angebot die Nachfrage.

Saudische Amtsleute erinnerten Präsident Bush daran“ dass der Ölmarkt über große Reserven verfügt. Iran wartet mit 30 Millionen Barrel auf, die nicht an Rohölproduktionssysteme (FPSO) weiterverkauft werden können. Würden wir noch mehr Öl produzieren, würden wir keine Abnehmer finden und es hätte absolut keine Auswirkung auf den Ölpreis.“

Die emporgeschnellten Ölpreise gehen daher auf Spekulationen zurück. Die Kontrolle über bzw. Einflussnahme auf Öl-produzierende Unternehmen im Mittleren Osten ist eine Voraussetzung für den Zugang zu billigem Öl. Die Vereinigten Staaten nehmen in bedeutsamen Maße Einfluss auf die größten Ölproduzenten der Region  Saudi Arabien, Kuwait sowie eine Anzahl kleinerer Ölproduzenten.

Warum wollen die Vereinigten Staaten Krieg und politische Unruhen in einer Region anzetteln, die ihre dauerhafte und festetablierte Einflussnahme unterminieren wörden? Um ein demokratisches System und eine repräsentative Regierung in dem Mittleren Osten zu schaffen und aufzubauen? Würden die demokratisch gewählten Regierungen, die die Wünsche der Mehrheit der Staatsbürger vertreten würden, den USA mit ihren wirtschaftlichen und geo-politischen Zielsetzungen und ihrem Bedarf an Erdöl so sehr entgegenkommen, wie es derzeit die pro-Amerika-gesonnenen Führer der Region tun? Wohl kaum.

Am Anfang der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts, begann sich das Muster der örtlichen, nicht wettbewerbsorientierten Preisfestsetzung allmählich abzuändern und zwar zugunsten von regionalen und/oder internationalen Märkten. Heutzutage wird der Ölpreis auf Wettbewerb-orientierten, globalen Energiemärkten zum größten Teil durch Angebot und Nachfrage bestimmt und jedes Land bzw. jede Gesellschaft kann soviel Öl aufkaufen, wie es bzw. sie möchte, wenn dafür der gängige Marktpreis gezahlt wird. Der Umsturz der wettbewerbsfähigen Marktkräfte wurde nicht so sehr von der OPEC oder anderen Öl-produzierenden Ländern als durch manipulative Spekulation der Londoner und New Yorker Finanzgrößen herbeigeführt. Aus diesem Grund stellt der globale Ölmarkt den wichtigsten Faktor für die Festsetzung des Ölpreises dar und der OPEC bleibt nichts anderes übrig, als dem vorgegebenen Weg zu folgen. Wenn der Marktpreis, sowohl für Spot- als auch Termingeschäfte sinkt, senkt die OPEC ihre Fördermenge und wenn der Marktpreis steigt, versucht die OPEC ihre Fördermengen zu erhöhen. Bei gleichbleibenden Marktpreisen, bleiben auch die Fördermengen der OPEC unverändert.

Die Politik der Produzenten, das Öl-Angebot zu drosseln bzw. zu begrenzen, zielt darauf ab, den Handelspreis über den marktdeterminierten Preis steigen zu lassen, um das überleben der kostenintensiven ölproduzenten der USA zu gewährleisten, während die zu niedrigen Preisen produzierenden ölunternehmen des Mittleren Ostens überdurchschnittliche Gewinne einstreichen können.

Es ist auch wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass sich der Wunsch der OPEC, das Ölangebot zu begrenzen, um einen Preisanstieg herbeizuführen, in Grenzen hält. Der Prozentanteil und somit der Einfluss der Ölproduzenten des Mittleren Ostens (OPEC) an der weltweiten Produktionsmenge ist seit ihrer Gründung von 40% bis heute auf 30% geschrumpft.

Darüber hinaus ist die weit verbreitete Auffassung, der zufolge das Streben der Bush-Regierung nach Krieg und Kontrolle über die Ölindustrie sowohl auf Präsident Bushs als auch Dick Cheneys Vergangenheit als Ölmänner zurückzuführen ist, schlichtweg falsch. Bush war nicht mehr als ein erfolgloser, unbedeutender Ölsucher und Dick Cheney leitete die wichtige Halliburton Gesellschaft, die Dienstleistungen für Ölunternehmen und das Pentagon erbrachte und auch weiterhin erbringt.

Es liegen schlagkräftige Beweise vor, dass die Ölgesellschaften die Kriege nicht gut hießen, da ihnen mehr an einer stabilen und vorhersehbaren Lage gelegen ist als an durch Krieg und politische Umwälzungen verursachten Preiserhöhungen. So sagte Thierry Desmarest, Vorstandsvorsitzender und leitender Geschäftsführer von Frankreichs Ölgiganten TotalSinaElf:Einige Monate lang Gewinne einfahren ist keine große Sache, stabile Preise, die keine Schwankungen unterworfen sind, von $25 pro Barrel wäre für alle das Beste. “

Die großen Ölgesellschaften waren ebenfalls nicht glücklich über den Golf-Krieg. Gesellschaften wie Excon-Mobil, Chevvron-Texaco wollen Stabilität und Bush gewährleistet ihnen keine solche im Irak und in der Golf-Region. Das Ausgrenzen der nordamerikanischen Ölgesellschaften vom Fördern großer Ölvorkommen in Ländern wie Russland, Iran, Venezuela sowie einer Reihe zentralasiatischer Länder aufgrund der militaristischen Außenpolitik führt uns das nur allzu deutlich vor Augen. Bei Antritt seines Präsidentenamts war Vladimir Putin noch gewillt, den amerikanische Energieunternehmen grünes Licht für ihre einseitigen Verträge zu geben, die sie noch in der Jelzin-ära abgeschlossen hatten: Schon bald nach der großzügigen Kooperation durch Russland nach den Angriffen vom 1. September, lehnte Bush den Vertrag über die Begrenzung von Raketenabwehrsystemen ab, in dem Glauben, Russland könnte die notwendigen Technologien entwickeln, um einen Atomkrieg zu gewinnen.

Bushs Rückzug von dem Vertrag bedeutete nicht nur eine Bedrohung für Russland, sondern es war ebenfalls ein Vertrauensbruch. Schließlich scheint sich Putin dafür entschieden zu haben, dass jedes Mal, wenn Amerika sich einen Fehltritt gegen Russland erlaubt, Putin Vergeltungsmaßnahmen ergreift, indem er ein weiteres amerikanisches Unternehmen von der Ausbeutung russischer Rohstoffe abhält.

Größere Ölgesellschaften haben sich konsequent der US-Politik und den militärischen Aktionen wie z.B. gegen Länder wie den Iran, Irak und Lybien, entgegengesetzt. Präsident Clinton begann mit dieser Politik im Jahre 1995, als er den Executive Order 1259 verabschiedete, durch den die Sanktionen in ein allgemeines Handels- und Investitionsverbot ausgeweitet wurden. Es ist kein Geheimnis, dass die treibende Kraft bei der Erlassung der Iran/Lybien-Sanktionen der AIPAC (Amerikanisch-Israelischer Ausschuss für öffentliche Angelegenheiten) war, die die bedeutendste zionistische Lobby in Washington darstellt.

Der Erfolg des AIPAC, durch den umfassende Wirtschaftssanktionen gegen Iran und Lybien ausgeweitet wurden und dies gegen den Widerstand der großen Öl-Konzerne, ist Zeugnis dafür, dass in Bezug auf die US-Politik im Mittleren Osten sogar die Ölindustrie gegen die zionistischen Lobby den Kürzeren zieht.

Das allgemein verbreitete Mythos um die Ölmänner Busch und Cheney hält sich hartnäckig und scheint die Folge gewisser, absichtlich herbeigeführter Bemühungen zu sein, die auf die Schaffung einer Legende ausgerichtet sind, um die realen wirtschaftlichen und geo-politischen Sonderinteressen, die der wahre Grund für die militärischen Einsätze im Mittleren Osten sind, zu kaschieren.

Es gibt Beweise dafür, dass der militärisch-industrielle Komplex und die hartgesottenen zionistischen Befürworter eines größeren Israels, das Thema Erdöl auf hinterlistige Weise als eine Angelegenheit von nationalem Interesse benutzen, um ihre eigenen ruchlosen Sonderinteressen und Zielsetzungen zu verschleiern: die Rechtfertigung einer konsequenten Ausweitung der Militärausgaben, die Erweiterung der Absatzmärkte für militärisches Hardware und die Umgestaltung der geo-politischen Landkarte des Mittleren Ostens zugunsten von Israel.

Durch den AIPAC und andere kriegshetzerische Institute, wie das AEI (ein konservatives amerikanisches Forschungsinstitut), das PNAC ( Projekt für das neue amerikanische Jahrhundert) und das JINSA (Jüdisches Institut für nationale Sicherheitsangelegenheiten) in Zusammenarbeit mit einer ganzen Reihe von gleichgesinnten Lobbyverbänden, wie dem SA ( Gremium für Sicherheitsangelegenheiten) und dem NIPP (Nationales Institut für öffentliche Politik), die im weiten Rahmen als eine Art institutionelle Fassade fungieren, um das de facto Bündnis zwischen dem militärisch-industriellen Komplex und der pro-Israel Lobby nach Kräften zu unterstützen, wurden wiederholt die Friedens- und Versöhnungsversuche im Mittleren Osten unterminiert.

Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, dass Wolfowitz ein devoter Vorkämpfer dieser hurrapatriotischen Institutionen und ein wahrer Meister in der Betreibung ihrer aggressiven, unilateralen Politik ist, die darauf abzielt, die Aufmerksamkeit von den treibenden Kräften hinter dem Krieg abzulenkender Rüstungslobby und der pro-Israel Lobby. Diese mächtigen Interessensgruppen sind darauf bedacht, keine Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass sie im Grunde die Hauptanstifter für Krieg und Militarismus im Mittleren Osten sind.

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Über totoweise

Halt hoch das Haupt was dir auch droht und werde nie zum Knechte. Brich mit den Armen gern dein Brot und wahre deine Rechte! Treib nicht mit heiligen Dingen Spott und ehre fremden Glauben und lass dir deinen Schöpfer und Gott von keinem Zweifler rauben. Sieg oder Spott, folg deinem Gott!
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