Der Mongolenzug von Böhmisch-Leipa

Zehntausend Deutsche über die Grenze gepeitscht. So sah die „humane” Aussiedlung Bennesch’s aus.

Am 14. Juni 1945, abends zwischen 8 und 9 Uhr, rasten die tschechischen Svoboda-Partisanen durch unser Heimatstädtchen auf Lastkraftwagen, Motorrädern und Fahrrädern, trommelten an Läden und Haustüren, ran­dalierten in deutschen Wohnungen und verteilten unter den Deutschen jene berüchtigten Plakate mit dem Svoboda-Erlaß, sie klebten ihn an alle Häuserfronten, tobend, schreiend, drohend, tollkühn gegen die wehrlose Zivilbevölkerung rasend.

„Alle deutschen Männer, Frauen und Kinder, welche nicht in staats­wichtigen Betrieben arbeiten, haben sich am 15. 6. um 6 Uhr morgens beim Bräuhaus einzufinden. Zulässig ist nur die Mitnahme von Handgepäck.”

Lähmendes Entsetzen befiel die Einwohner von Böhmisch-Leipa, die furchtbarste Nacht seit der Hussitenzeit senkt sich auf die .Stadt. Was sich an erschütternden Tragödien in diesen Nachtstunden abspielte, wird die Welt nie erfahren. Die Zahl der Morde und Selbstmorde aus Angst und Verzweiflung wird nie an den Tag kommen. Die Zahl’der in dieser Nacht verübten Grausamkeiten ist unermeßlich. Wo in irgend einer Wohnung Licht brannte, weil die Menschen verstört und gebrochen in Hast und Verwirrung das Wichtigste ihrer Habe zusammenrafften, schössen die Svobodahelden durch die Fenster, drangen in die Wohnungen ein, mißhan­delten die Bewohner und plünderten und verwüsteten die Einrichtungen.

Die Nacht des Grauens ging zu Ende, mit dem ersten Schein des Früh­rots hinter dem Horkaberg wimmelten die Straßen und Gassen von schwer­bewaffneten Svobodatruppen, halbwüchsige Jungen mit unreifen, aber schon vom Laster gezeichneten Gesichtern oder alte Verbrechertypen mit eiskalten, grausamen und habgierigen Augen, mit Maschinenpistolen be­waffnet und die schwere Peitsche in den Stiefelschäften trieben rücksichts­los die Deutschen aus den Häusern, welche ihre letzte Habe in den Händen oder auf den Rücken trugen. Alte und Junge, Männer und Weiber, ein schreckenerregendes Gewirr von. weinenden Frauen, schreienden Kindern, brüllenden Partisanen. Schüsse und Pfiffe zerrissen die Morgenstille, Peitschenhiebe sausten auf zusammenbrechende Menschen. Friedliche Bür­ger, Handwerker, Pensionisten, Arbeiter, Beamte, sie alle gingen an diesem Morgen den bitterschweren Leidensweg.

Dichtgedrängt, ständig bedroht von den tschechischen Rowdies, stauten sich die Massen der Unglücklichen um das Bräuhaus, gegen Alt-Leipa, über die Brücke nach Schwora bis zur Kreuzkirche und noch immer ström­ten Hunderte aus den Häusern und Gassen, getrieben, gejagt, bedroht, geprügelt, gepeinigt…

Eine Orgie tschechischen Sadismusses, ein „würdiges Ruhmesblatt” des „Humanisten” Benesch!

Dann setzte sich der Elendszug in Bewegung. Die Menschen mußten durch Spaliere von Partisanen gehen und ihr Gepäck vorweisen. Alles Wertvolle oder diesen Lumpen wertvoll dünkende wurde entrissen, jeder Versuch des Einspruchs mit brutalen Schlägen erstickt Dann ging es weiter. Beschimpft, beraubt, bedroht, mißhandelt, von flankierenden Partisanen auf Pferden oder Motorrädern angetrieben, so zogen die zehntausend deutscher Leipaer am Siechenhaus vorbei, die Pieszniger Straße entlang gegen den Schiedel, der Grenze zu.

Vorausreitende Partisanen trieben die Bauern von den Feldern und Straßen in die Häuser mit der Drohung: „Die Mongolen kommen”.

Was sich auf dem Markt an Grausamkeiten und Unmenschlichkeiten abspielte, ist unbeschreiblich. Der ganze abgrundtiefe Haß des uniformier­ten tschechischen Mobs entlud sich in endlosen Quälereien und Schikanen gegen die apathisch dahin wankenden Deutschen. Alte Männer und Frauen, welche ihre Habe nicht mehr schleppen konnten, wurde diese entrissen, und sie selbst mit Peitschenhieben weitergejagt, Kinderwagen mit Säuglingen wurden umgekippt und die Gefährte zertrümmert, Frauen und Kinder mit Stöcken und Gewehrkolben niedergeschlagen. Schüsse knallten, blutende,, schreiende, stürzende Menschen, weinende Kinder, brüllende Partisanen …

Aufgewühlte, tierische Instinkte feierten hier eine blutige Orgie, der Blut- und Haßrausch eines entmenschten verbrecherischen Pöbels tobte sich an wehrlosen Menschen aus. Tausende Koffer, Rucksäcke und sonstige Gepäckstücke, hunderte Kinderwagen, Kleidertaschen und Packen säumten die Elendsstraße. Die ungangbarsten felsigsten Wege wurden benützt, um die Qualen der Vertriebenen zu erhöhen und unerwünschten Zeugen aus­zuweichen. Um Mittag war das alte Polzenstädtchen menschenleer, die wenigen Zurückgebliebenen trauten sich nicht auf die Straße. Der ver­nichtende Schlag gegen die deutsche Stadt war gelungen.

Nachmittags mußten die Leipaer Spediteure mit Lastautos und Pferde­fuhrwerken die an dem Marterweg liegen gebliebenen Habseligkeiten der Vertriebenen sammeln und in der tschechischen Volksküche, der ehemaligen NSV.-Dienststelle abladen. Bis in die späte Nacht hinein rollten die Wagen und gröhlten die Partisanen.Und dann begann das widerlichste Schauspiel: Nun plünderten tschechische Offiziere und Mannschaften der Svoboda-Armee in der den Vertriebenen entrissenen Habe. Nun wühlten sie habgie­rig in dem Raube, den sie den Unglücklichen gestohlen hatten, nun bereicherten sich die Verbrecher eines Benesch, eines Gottwald, eines Vierlingers, eines Svobodas, eines Zapotocky. eines Zenkel, eines Masaryk jr. schamlos an dem Gut der Deutschen. Brutale Habgier der Minderwertigsten eines Volkes manifestierten sich in der abstoßendsten Form.

Leipas schwärzester Tag wurde für viele seiner Bürger der Todestag, das elende Ende eines arbeitsreichen Lebens! An der Grenze aber standen zehntausend Menschen und verfluchten mit geballten Fäusten den Vater der Austreibung.

1947 noch rühmte sich Benesch seiner Schandtat und prophezeite: „So lange ich lebe, betritt kein Sudetendeutscher mehr den Boden der Republik!” Gott hat ihn gehört — Gott hat ihm geantwortet: ein Jahr später verendete er durch den Geist, den er gerufen hatte: Moskau!

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Über totoweise

Halt hoch das Haupt was dir auch droht und werde nie zum Knechte. Brich mit den Armen gern dein Brot und wahre deine Rechte! Treib nicht mit heiligen Dingen Spott und ehre fremden Glauben und lass dir deinen Schöpfer und Gott von keinem Zweifler rauben. Sieg oder Spott, folg deinem Gott!
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