Die Freimaurerei

Öffentlicher Vortrag von Pater Odo von Württemberg, Prior des Klosters Beuron, gehalten in Donaueschingen im Jahre 1957:

„Hochwürdige Herren, meine sehr verehrten Damen und Herren, der Name Freimaurer stammt aus dem Mittelalter, aus der Zeit, da die gewaltigen Dome und Münster gebaut wurden. An einer Kathedrale wurde oft ein bis zwei Jahrhunderte gebaut, und neben dem Bauplatz standen die Bauhütten, in denen die Steinmetze und Maurer ihre Arbeit verrichteten. Die Maurer und Steinmetze waren in örtliche Zünfte zusammengeschlossen. Sie verrichteten die grobe, schwere Steinmetzarbeit. Sie hießen in England im 14. Jahrhundert, roughmasons, d.h. rauh arbeitende Maurer.

Neben diesen gab es noch die freien Steinmetze und Maurer. Diese verrichteten die steinernen Arbeiten, die schönen Statuen, Skulpturen, die Fenster, das gotische Maßwerk und was noch alles dazu gehörte. Diese hatten ihre Bauhütten auch neben den Domen und Kathedralen, sie waren aber nicht ortsgebunden wie die hauptberuflichen Steinmetze und Maurer, sondern sie zogen frei umher, von einem Bauplatz zum andern, wo gerade irgend etwas aufgerichtet wurde.

Diese umherziehenden Steinmetze und Maurer hießen in England um das Jahr 1350 freemasons oder freestonemasons, d.h. Freimaurer. Diese Freimaurer waren nicht in Zünften, sondern in Bruderschaften zusammengeschlossen. Ihre Hütten hießen lodges, wovon dann das Wort Loge gekommen ist. Sie hatten eigene Kleidung, Gesetze, Gebräuche und Traditionen. Die Freimaurerhütten dienten bei der Gründung der (heutigen) Freimaurerei als Vorbild. Die ersten Freimaurer nannten sich Symbolische Freie Maurer. Sie wollten einen geistigen Tempel errichten und zwar in der Seele des Menschen, den Tempel der reinen Vernunft, des reinen Menschentums. Sie wollten im Menschen alles Edle und Gute entwickeln. Sie wollten eine rein vernunftmäßige Sittlichkeit schaffen. Aber alles mußte völlig frei von jeglicher Bindung an Gesetze, Gebräuche, Sitten und Traditionen sein, ohne jegliche Bindung an etwas Übermenschliches, Übernatürliches, Ewiges, Göttliches. Der Mensch sollte absolut frei sein, Herr seiner selbst, seines Lebens, seiner Lebensgewohnheit und seiner Lebensgestaltung. Der Mensch ist das Letzte, das Höchste; er regiert die Welt frei, nach eigenem Gutdünken…

Mit der Reformation hatte ja der Bau der großen Kathedralen aufgehört. Aber in England hatten sich diese Bruderschaften der freien Maurer, der Künstler, erhalten. Diese Bruderschaften oder wie sie dort schon genannt wurden, Logen, waren modern ausgedrückt gesellschaftliche Herrenklubs mit reichlichem Alkoholverbrauch bei ihren Zusammenkünften. Aus den Logen im Gasthaus zur Gans, im Gasthaus zur Krone, im Weinhaus zum Römer und im Weinhaus zum Apfelbaum, die alle in London waren, gründeten Désaguliers, Payne und Anderson durch Zusammenfassung dieser vier Logen im Jahre 1717 die Großloge zum Apfelbaum. Als Tag der Gründung wurde das Fest des heiligen Johannes des Täufers, der 24. Juni 1717 gewählt und zwar mit Absicht der Tag des heiligen Johannes. Denn diese Leute sagten: „Mit der Geburt des heiligen Johannes des Täufers hat ja etwa die neue Zeit, das Christentum begonnen. Und so wird auch mit der Freimaurerei eine neue Epoche in der Menschheitsgeschichte eingeleitet.“ Die Freimaurerei wurde streng aufgebaut nach dem Muster der alten Baulogen. Man fing als Lehrling an, dann wurde man Geselle und schließlich Meister. Der Versammlungsraum hieß Loge. Schon damals, gleich bei der Gründung, versuchte man höhere Grade einzuführen. Die sogenannten roten Freimaurer, aber man hatte damit anfangs keinen Erfolg. 1717 wurde die erste Loge in England gegründet. Bis zum Jahr 1740 gab es in London und Umgebung bereits 115 Logen. Die erste Loge auf dem Kontinent wurde 1725 von einem englischen Edelmann in Paris gegründet. Die erste Loge in Deutschland entstand 1737 in Hamburg. Sie wurde von einem englischen Großkaufmann gegründet. 1738 ließ sich der große Freidenker und Gottesspötter, der nachmalige König Friedrich II. von Preußen, der sogenannte Große, in die Loge aufnehmen. 1740 gründete Friedrich II. die Loge „Zu den drei Weltkugeln“ in Berlin. Diese Loge existiert immer noch.

Sehr bald aber verlor die Freimaurerei an Zugkraft, schließlich war es ja ziemlich eintönig und langweilig, in seiner Seele einen geistigen Tempel zu errichten. Es bestand die Gefahr, daß die ganze Freimaurerei auseinanderfalle. Die führenden Meister der Logen suchten neue Ideen, um damit der Freimaurerei neuen Lebensimpuls zu geben. Man suchte daher die ägyptischen und griechischen Geheimkulte, die Mysterien nachzuahmen und von da stammt auch die Behauptung, daß die Logen von diesen Geheimkulten abstammten. Aber auch dieses Mittel half nicht. Dann ging man dazu über zu behaupten, die Logen wären die Nachfolger der alten Ritterorden, besonders der Templer. Aber auch das half alles nichts. Nun besorgte man sich hunderte von orientalischen Mysterien (- Kulten), orientalischen Geheimorganisationen und dachte, auf diese Weise könne man die Freimaurerei wieder lebendig gestalten. Alles war vergebens.

In den Jahren 1750 bis 1760 bestand die Gefahr, daß die Freimaurerei endgültig zusammenbreche. Eine Loge von den „Rittern von Osten und Westen“ in England beauftragte in diesen Jahren den Juden Stephan Morring mit der Reorganisation der Freimaurerei. Dieser Morring baute zuerst eine neue Struktur auf. Er teilte die Loge in 25 Grade ein. Die niederen Grade waren jene von 1 bis ungefähr 12. Das waren allgemeine Grade, wo man auch als Ziel den Menschen hinstellte, den Menschen und das reine Menschentum. Beim Eintritt in die Loge mußte ein Eid abgelegt werden, daß man sich auf Lebenszeit der Loge verschreibt, daß man dem Großmeister unbedingten Gehorsam leistet, und daß bei Verrat oder Austritt die Todesstrafe verhängt wird. Die nächste Gruppe umfaßte ungefähr die Grade 12 bis 20. Das waren die höheren Grade, die sogenannten Rachegrade. Diese Leute hatten die Aufgabe, die niederen Freimaurer zu überwachen, daß niemand töricht redet oder ein Geheimnis ausplaudert oder daß er lau wird und nicht mehr mitmacht….

Also das waren damals die Rachegrade. Jeder Freimaurer war also in ständiger Angst, irgend ein Rachegrad könnte merken, daß er sich dumm benommen hat oder sonstwie einen Fehler begangen hat, und es könnte ihm an den Kragen gehen. Damals war man mit dem Tode sehr rasch bei der Hand. Für die geringste Untreue oder Unregelmäßigkeit wurde so ein Logenbruder kaltblütig umgebracht.

Daraufhin baute dieser Morring noch die obersten, die leitenden Grade auf, von 20 bis 25. Das war das eigentliche Gremium, das die Logen regierte, das die Ziele vorgab, die Arbeit verteilte, und das von oberster Warte aus alles anordnete. Nun hatte Morring eine straffe Organisation. Die niederen Grade, die Rache- oder Terrorgrade und die höchste Führung. Nun mußte er ihnen ein Ziel geben, denn dieser geistige Thronbau in der Seele war wirklich alles andere als ansprechend. Man sagte: „Das Ziel ist die absolute Freiheit des Menschen.“

Wer beschränkt diese Freiheit? – Als erster ist es der Staat, damals waren es die absoluten Monarchien. Der Landesfürst gibt Gesetze, Bestimmungen heraus, und damit wird meine absolute persönliche Freiheit eingeschränkt. Also muß ich gegen diese Staatsautorität, gegen den Landesfürsten den Kampf aufnehmen, denn er ist derjenige, der mir nicht die volle Freiheit gewährt. Der zweite, der die menschliche Freiheit einschränkt, ist der Papst, bzw. die katholische Kirche. Ferner beanspruchen der römische Bischof, der Papst und die katholische Kirche einen göttlichen Ursprung, einen Auftrag von Jesus Christus, dem Gottessohn zu haben. Die Freimaurerei lehnt alles Göttliche ab. Also sind schon aus diesem Grund die Kirche und der Papst zu bekämpfen. Außerdem verkündet die Kirche die Gebote Gottes. Sie erläßt Kirchengesetze, Vorschriften, die meine absolute Freiheit einschränken. Also ist die Kirche, ist der Papst zu vernichten. Man hat nun eine straffe Organisation, man hat das Ziel, den Kampf, die Vernichtung des Landesfürsten, des Papstes, der Kirche, und damit hat man die ganze Freimaurerei gerettet, hat sie neu aufgebaut, ihr neues Leben eingehaucht. Es ist ja typisch, daß in der großen Französischen Revolution von 1789 all die führenden Revolutionäre Freimaurer waren, die darum den Kampf aufnahmen gegen den Fürsten, den Thron und den Altar.

Sehr bald erkannten manche Landesfürsten, welche Gefahr die Freimaurerei für ihren Thron, ihre Regierung bedeutet. Darum versuchten sie sich einzuschalten. Wir haben schon gesehen, wie Friedrich, der sogenannte Große, Freimaurer wurde, wir sehen es heutzutage noch in England, wo verfassungsmäßig der König immer Großmeister der Königsloge sein muß. Wir sehen dies auch in den nordischen Staaten. Ich habe einmal den verstorbenen, greisen König Gustaf Adolf gefragt, wie er als König in einem rein sozialistischen Staat wie Schweden regieren könne. Und Gustaf Adolf antwortete: „Als König habe ich gar nichts zu sagen, das macht die Regierung, aber ich bin der Großmeister aller schwedischen Logen, und damit kann ich jedem Minister, jedem Parlamentarier, der ja Freimaurer sein muß, meinen Willen aufzwingen, kann ich ihm die Befehle geben. Als König von Schweden kann ich nur durch die Loge und über die Loge regieren.“ Ich fragte ihn dann, ob er an die Loge Konzessionen machen müsse, und er antwortete mir: „Ja, die liberale Schule, dann, daß das öffentliche Leben möglichst entchristlicht wird, das Eherecht, wie es früher war, muß aufgehoben werden, in allem muß da den Freimaurern Freiheit gelassen werden.“

Daß die Freimaurerei eine Gefahr für den christlichen Staat ist, erkannte schon der protestantische Oberhofprediger von Darmstadt, Freiherr von Stark. Dieser Freiherr von Stark war von frühester Jugend an ein begeisterter Freimaurer. Seine Predigten waren in der Bibliothek von Darmstadt zu haben, ungefähr sieben dicke Bände, die auch durch die Bomben zerstört wurden. Jede Predigt handelte von der Freimaurerei. Es heißt in den Predigten: „Das wäre doch die Erfüllung der Erlösung, die absolute Freiheit des Menschen, daß er nicht einmal mehr Gott braucht.“ Und dieser gute Hofprediger hat sein ganzes Leben so für die Freimaurerei gepredigt und gesprochen bis er in der Französischen Revolution sah, wie da König Ludwig XVI. und Königin Marie-Antoinette geköpft, durch die Freimaurer zugrunde gingen. Da erkannte er die Gefahr für den Staat, und dann ist der Mann aufgestanden und hat in sich eine völlige Wendung vollzogen. Er ließ am 17. November 1809 ein Flugblatt verteilen, auf dem er die Freimaurerei, die Loge, als den Antichristen, den Aushöhler jeglicher menschlichen Ordnung und Sinnlichkeit darstellte, als die größte Gefahr für die Menschheit brandmarkte. Dieses Flugblatt hatte damals gewaltigen Einfluß und öffnete vielen Menschen die Augen.

Wenige Tage nachdem dieser Hofprediger Freiherr von Stark dieses Flugblatt veröffentlicht hatte, ging er wie gewöhnlich nachmittags seinen Kaffee im Hofgartenrestaurant zu nehmen. Es wurde ihm schlecht, und nach einer Stunde war er tot.

Im Jahre 1804 erklärte der Grand-Orient von Frankreich, das war die führende Loge in Paris: „Die Freimaurerei ist nicht irgend eine Weltanschauung oder eine geistige Richtung, die Freimaurerei ist die Religion der Zukunft. Alle Religionen, das Christentum, die verschiedenen christlichen Bekenntnisse, das Judentum, alles wird verschwinden, nur mehr die neue Religion der reinen Menschlichkeit, das Freimaurertum, wird die Religion der Zukunft, der zukünftigen Jahrhunderte und Jahrtausende sein.“

Die Gefahr der Freimaurerei für die Religion erkannte Papst Clemens XII. sehr bald. Bereits im Jahr 1738 erließ Clemens XII. eine Bulle gegen die Freimaurerei und sagte ihr den Kampf an, weil sie gegen jegliche Gottesreligion und auf jegliche, auf Gottesgesetz basierende Sittlichkeit „pfeift“. Leo XIII. sprach die Exkommunikation aus für jeden Katholiken, der der Freimaurerei angehört oder einer ihrer Nebenbewegungen. Leo XIII. hatte ja auch ein Gebet gegen die Freimaurerei verfaßt, das wir jeden Tag nach der heiligen Messe, der stillen heiligen Messe verrichten; es ist das Gebet zum heiligen Michael.

In den ersten zwei Dritteln des 19. Jahrhunderts war die Freimaurerei national gebunden, Jedes Land hatte seine eigenen Landeslogen. Es gab noch keine Weltlogen, noch keinen Weltgroßmeister, sondern jedes Land hatte seine eigenen Logen. Führend unter den Logen war Frankreich, der Grand-Orient von Frankreich in Paris.

Um Ihnen jetzt zu zeigen, wie diese Logen auf das Weltgeschehen Einfluß nahmen, muß ich zurückgreifen auf den 70erKrieg, auf den Krieg von 1870, den deutsch-französischen Krieg. Auf deutscher Seite war nur König Wilhelm von Preußen, der spätere Kaiser Wilhelm I., Großmeister der Preußischen Landesloge. Alle anderen Bundesfürsten waren nicht Freimaurer. Bei uns in Württemberg war sogar die Freimaurerei verboten. Als Frankreich unter den gewaltigen Schlägen der vereinten deutschen Bundesheere zusammenbrach und für Frankreich keine Rettung mehr vorhanden zu sein schien, griff die französische Großloge Le Grand-Orient von Frankreich ein. Es erging ein Edikt vom Grand-Orient de France an den Freimaurerbruder König Wilhelm von Preußen. Die Loge befahl, sofort alle militärischen Operationen einzustellen und die vereinten deutschen Truppen wieder über den Rhein zurückzuführen. Der König von Preußen achtete natürlich nicht auf dieses Edikt der Loge. Die vereinten Bundestruppen rückten weiter vor, und Paris wurde eingeschlossen und belagert. Nun kam das zweite Edikt. Der Grand-Orient de France zitierte den Logenbruder König Wilhelm von Preußen vor das Freimaurergericht, weil er dem Befehl der Loge nicht Folge leistete. Auch auf dieses Edikt reagierte der König von Preußen, der inzwischen deutscher Kaiser geworden war, nicht und antwortete nicht. Nun sprach der Grand-Orient de France die große Freimaureracht über den Bruder Wilhelm, König von Preußen, aus und verurteilte ihn zum Tod, weil er der Loge nicht gehorcht hatte. Jeder Freimaurer auf der ganzen Welt wurde verpflichtet, wo immer es ihm möglich sei, bei erster Gelegenheit das Todesurteil am König von Preußen, dem neuen deutschen Kaiser, zu vollstrecken. Diese Aufstachelung zum Königsmord ließ sich Wilhelm I. nicht gefallen. So etwas duldete vor allem der eiserne Kanzler Bismarck nicht. Bismarck ordnete, noch von Versailles aus, die völlige Loslösung der deutschen Freimaurerei von jeglicher, auch der entferntesten Verbindung mit der französischen oder sonst einer ausländischen Loge an. Die Trennung wurde rücksichtslos durchgeführt. Die deutsche Freimaurerei wurde eine Art Wohltätigkeitseinrichtung. Sie wurde vollkommen umgewandelt. Sie mußte auf jegliche Politik, auch auf die Politik im eigenen Land oder in der Gemeinde verzichten. Und mit eiserner Strenge sorgte Bismarck dafür, daß diese Gesetze durchgeführt wurden. Kaiser Wilhelm I. legte 1874 sein Amt als Großmeister der preußischen Landesloge nieder. Er blieb aber Logenbruder wie auch sein Sohn, der spätere Kaiser Friedrich, da sie sich durch Eid der Loge auf Lebenszeit verpflichtet hatten. Kaiser Friedrich beschwor seine beiden Söhne, den späteren Kaiser Wilhelm II. und den Prinzen Heinrich von Preußen, sie sollten niemals Freimaurer werden, denn wenn man Freimaurer sei, dann sei man sein Leben lang der Gefangene und Sklave der Großloge. Und Wilhelm II. ist auch nie Freimaurer geworden.

Die französische Großloge sah nach der Niederlage von 1870/71, daß wegen der Umänderung der deutschen Loge in eine reine Wohlfahrtseinrichtung nichts zu machen sei, daß man in Deutschland das Ziel nicht erreichen könne, die deutschen Monarchen, die deutschen Fürsten zu stürzen, um da das Reich der absoluten Freiheit zu errichten. Dann wandte sich die Loge an Österreich, das ja mit Deutschland verbunden und verbündet war, an die österreichische Donaumonarchie. Die französische Großloge hoffte durch Angriffe die österreichische Donaumonarchie auszuhöhlen, die Monarchie dort zum Sturz zu bringen und in Österreich das Freimaurertum erneuern und von da aus dann den Angriff auf Deutschland durchführen zu können. In Österreich regierte damals Kaiser Franz Josef, der von seinen vielen Völkern wirklich geliebt wurde, weil er der Vater aller seiner Völker war. Nun versuchte die Loge durch den Liberalismus gegen Thron und Altar Sturm zu laufen. In Österreich war die Loge gesetzlich verboten. Diese ständigen Angriffe gegen Thron und Altar durch den Liberalismus, den Vorläufer und die Vorhut der Freimaurerei, gingen viel zu langsam.

Nun kam die Großloge auf einen echt freimaurerischen Ausweg. Man suchte den jungen Kronprinzen Rudolf von Österreich für die Freimaurerei zu gewinnen. Zuerst verstand man es, Rudolf seinem Vater Kaiser Franz Josef zu entfremden.

Rudolf war durch zu nahe Verwandtschaftsehe der Eltern und Großeltern moralisch stark belastet. Er gab sich schon früh sittlichen Verirrungen hin. Rudolfs Mutter, die geistreiche Kaiserin Elisabeth, war stark liberal, religiös lau und sehr antiklerikal. Erst nach dem Tod Rudolfs wurde sie wieder religiöser. Rudolf wurde von liberalen und atheistischen Lehrern und Erziehern gebildet und erzogen.

Sie impften ihm liberale und versteckte freimaurerische Ideen und Auffassungen ein. Rudolf hatte an ihnen keinen sittlichen Halt. Gewissenlose Hofärzte und Hofschranzen, die geheime Freimaurer waren, leisteten den sittlichen Verirrungen Rudolfs Vorschub. Als er 18 Jahre alt wurde, damit großjährig, verstanden diese geheimen Freimaurerkreise es einzurichten, daß Rudolf nach England geschickt wurde. Österreich und England hatten gemeinsame Interessen in der Levante und am Suezkanal. In England herrschte damals die greise Königin Victoria. Ihr Sohn, der spätere König Eduard VII., hielt sich entsprechend dem Gesetz der Politik fern. In Wirklichkeit hatte Eduard überall in der Politik seine Finger drin. Er war wohl einer der genialsten politischen Kulissenschieber seines Jahrhunderts. In England besteht die konstitutionelle Monarchie. Das Parlament, das Kabinett regiert. Der König repräsentiert. Nur ein König mit überragendem Geist und mit der Hilfe einer geheimen Macht kann in England wirklich persönlich regieren. Eduard VII. war so ein überragender Geist. Er wußte die Freimaurerei als die größte unwiderstehliche geheime Macht. Darum war er selbst Freimaurer geworden; er war Großmeister der Loge, und er sagte sich, als Freimaurer und König werde er einmal sein Land und die Welt regieren können.

Während des Aufenthalts von einigen Monaten, die Rudolf in England verbrachte, war es natürlich für den 18jährigen, jungen Kronprinzen nicht sehr unterhaltsam, immer mit der uralten Königin zu verkehren. Er suchte junge Freunde, und da kam ihm Eduard VII. entgegen. Er war von bestrickender Freundlichkeit, Liebenswürdigkeit und gewann Rudolf in kürzester Zeit für sich. Eduard VII. frönte ungeniert allen Lastern und es war ein Leichtes, den sittlich hilflosen Rudolf mit sich in den Strudel wüstester Sittenlosigkeit zu reißen. Als Rudolf tief genug in den moralischen Morast eingesunken war, trat Eduard VII. als Erpresser auf. Er sagte dem jungen Rudolf: „Was wird man im katholischen Wien sagen, was wird Dein Vater, Kaiser Franz Josef sagen, wenn er hört, wie Du Dich hier sittlich aufführst, welchen Verirrungen Du Dich hingibst?“ Eduard jagte den armen Rudolf mehr und mehr in die Verzweiflung hinein. Und wie er merkte, daß dieser junge Mensch, der keinen sittlichen Halt hatte, keinen Ausweg wußte, sagte ihm Eduard VII.: „Sei ganz ruhig. Weder Wien noch Österreich noch Dein Vater, Kaiser Franz Josef werden irgend etwas davon erfahren, wie Du Dich hier aufgeführt hast, wenn Du der Loge beitrittst, wenn Du Freimaurer wirst.“ Rudolf, der sehr wenig Religion und keinen Charakter hatte, wählte den Ausweg und wurde Freimaurer.

Eduard VII. führte ihn in die Loge ein, und in drei Monaten durchlief Rudolf die ganze freimaurerische Laufbahn vom Lehrling zum Gesellen, zum Meister und war nach drei Monaten eingeführt in die höchsten Grade; er war selbst Großmeister der Loge geworden. Und nun bekam er von der englischen Loge seinen Auftrag. Sein Auftrag als Logenbruder war, seinen tief religiösen katholischen Vater, den Kaiser Franz Josef vom Thron zu stürzen, sich selbst auf den Thron zu setzen, die Tore Österreichs und der Donaumonarchie der Loge zu öffnen und so Österreich zu einem Freimaurerstaat zu machen (Anm.: Zur Rolle der Freimaurer und zur Rolle des britischen Königs Eduard VII. vgl. den Beitrag „Freimaurer ordnen Mitteleuropa“ auf dieser Homepage und das Buch von Prof. Renate Riemeck „Mitteleuropa, Bilanz eines Jahrhunderts“, Fischer Verlag) Rudolf kehrte nach Wien zurück und nun begann im Geheimen seine Arbeit. Es ging ihm gegen seine Überzeugung, aber weil er haltlos war, und weil die Loge ihn keinen Augenblick frei ließ, ihn ständig unter Druck hielt; begann er diesen Revolutionsplan gegen seinen Vater vorzubereiten. Rudolf bekam den Auftrag, sich der immer rebellierenden Ungarn zum Staatsstreich zu bedienen.

Rudolf hatte in Ungarn großen Anhang und viele Sympathien. Mit Hilfe der Ungarn sollte sein kaiserlicher Vater gestürzt werden. Alles wurde bis ins Kleinste vorbereitet. In die führenden Generalstellen in Ungarn, in anderen führenden Militärstellen wurden Freimaurer eingeschleust. In Wien war es Sitte, daß jeden Monat ein anderes Regiment die sogenannte Wache übernahm, Wachregiment wurde. Dieses Wachregiment hatte die Wache in der Hofburg in Schönbrunn, wo der Kaiser wohnte, am Ballhausplatz im Auswärtigen Amt und in anderen Ministerien. Ein Monat war’s ein österreichisches Regiment, dann ein böhmisches oder bosnisches oder ein rumänisches oder ein ungarisches. Immer gab es Wechsel. Und da verstanden es die Ungarn, ein Regiment zusammenzustellen, in dem sämtliche Offiziere und Unteroffiziere und der größte Teil der Soldaten Freimaurer waren. Und dieses Regiment kam als Wachregiment nach Wien. Auf ein Stichwort hin sollte dieses ungarische Regiment den Kaiser festsetzen, die Minister festsetzen, die Ministerien besetzen und Rudolf zum neuen Kaiser ausrufen. Im letzten Moment sind diese hochverräterischen Pläne Rudolfs entdeckt worden und zwar durch die österreichische Geheimpolizei, die sehr gut arbeitete. Die Polizei brachte noch am selben Morgen den ganzen Umsturzplan zum Armeeinspektor, zum greisen Feldmarschall, dem Erzherzog Albrecht von Österreich, und dieser schlug im selben Augenblick zu; sofort ließ er dieses ungarische Regiment abtransportieren, entwaffnen und überall kaisertreue Truppen einsetzten. Er informierte Kaiser Franz Josef nur ganz allgemein über das, was vorlag. Bis zu seinem Tode war es dem Kaiser ein Rätsel, warum sich Rudolf erschossen hatte. Er ahnte etwas, aber man hatte ihm nie die ganze Wahrheit gesagt.

Rudolf hörte nachmittags um drei Uhr, daß sein Plan verraten sei, daß die Armee Bescheid wisse. Er fuhr hinaus nach Meyerling, dort fand er seine Geliebte Vetsera, und dieses reichlich überspannte junge Mädchen sagte: „Ich will mit Dir sterben, wir wollen gemeinsam in die Ewigkeit eingehen.“ Und dann sieht man ja, daß Rudolf geistig nicht normal war, an der Art und Weise, wie er sich erschoß. Neben dem Bett stellte er ein Kruzifix auf, zündete zwei Kerzen an, das Weihwasser davor, dann einen Spiegel, damit er genau zielen konnte, hierauf wand er sich den Rosenkranz um die Hand und gab der Vetsera das Weihwasser.

Dann erschoß er die Vetsera und jagte sich dann selbst eine Kugel durch die Schläfe. Damit war die Tragödie von Meyerling abgeschlossen und die ganzen Hoffnungen der Freimaurerei auf den Staatsstreich und auf die Ergreifung Österreichs und Ungarns durch die Freimaurerei waren dahin.

Mit dem Tod Rudolfs 1889 war es also aus mit den Aussichten der Freimaurerei, so rasch zum Zuge zu kommen. Interessant sind die Abschiedsbriefe, die Rudolf geschrieben hat. Er schrieb einen an seine Mutter, Kaiserin Elisabeth, in dem alles klar niedergelegt war. Einen zweiten schrieb er an seine beiden Schwestern. Der Brief an die beiden Schwestern ist erhalten geblieben. Kaiserin Elisabeth verbrannte den anderen. Da schrieb er nun seinen Schwestern im Jahr 1889: „Wenn unser Vater stirbt, verlaßt sofort das Land. Dann kommt der große Weltkrieg gegen Österreich, gegen Deutschland, dann wird die Monarchie untergehen, dann kommt die Weltrevolution und alles ist aus.“ Im Jahr 1889 sah er schon den ersten Weltkrieg und die Revolution voraus, weil er die ganzen Pläne der Freimaurer kannte.

Daraufhin wandte sich das Augenmerk der Freimaurer Deutschland zu. Bald war ja Kaiser Wilhelm II. an die Regierung gekommen. Hier konnte man die Komödie nicht machen wie mit Prinz Rudolf, weil der deutsche Kronprinz Wilhelm erst ein Kind war. Aber auch hier wußte Eduard VII. wieder einen Ausweg und Rat. Er faßte den Plan, Deutschland einzukreisen, es vollkommen von den anderen Völkern zu isolieren und dann im gegebenen Moment den Krieg zu eröffnen. Deutschland zerschmettern, die Monarchie stürzen, und dann kann die Freimaurerei auch in Deutschland und damit auch in Österreich zur Herrschaft gelangen.

Eduard VII. verstand es, die guten deutsch-russischen Beziehungen zu trüben. Zar Nikolaus II. von Rußland war kein Freimaurer, nur ein überaus schwacher Mann. Er gab jedem Menschen recht, und wer zuletzt aus dem Zimmer ging, der behielt endgültig recht; und das war immer der englische Botschafter. Da hatte es Eduard VII. durch die verwandtschaftlichen Beziehungen sehr bald so weit gebracht, daß Rußland sich gegen Deutschland stellte.

In Italien war die Großloge allmächtig. Der nicht freimaurerische König Viktor Emmanuel II., der Kleine, der sogenannte Re’bambino, war der Spielball der römischen Großloge. Er hatte nichts zu melden und Italien war sofort bereit, Deutschland zu verraten und anzugreifen. In Frankreich schürten Eduard VII. und die Großloge den Rachegedanken. Immer wieder hielt er den Franzosen vor: „Ihr dürft das Jahr 1870 nicht vergessen, die Demütigung, daß man euch Elsaß-Lothringen genommen hat.“

So bereitete er hier vor, daß der Haß gegen Deutschland immer größer wurde. Im neutralen Belgien schloß England 1910 im kleinen Ardennenort Guillot einen Geheimvertrag mit Belgien ab, wonach englische Truppen im Kriegsfall jederzeit in Seebrügge landen dürften. Alles war also vorbereitet zur Einkreisung und zur Vernichtung der Zentralmächte Deutschland und Österreich.

Die Balkanwirren brachten für die Weltfreimaurerei eine große Überraschung. Sie hatten geglaubt, daß Österreich durch den Liberalismus allmählich morsch wäre, und daß Österreich von selbst zusammenbrechen würde, wenn es zum Kriege käme. Und nun stand auf einmal neben der greisen Gestalt des Kaisers Franz Josef ein machtvoller junger Mann in der Kraft der Jahre, der Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand. In Kürze war es diesem genialen Mann mit eiserner Energie gelungen, eine schlagkräftige Marine auf der Adria zu schaffen. Er reorganisierte das Landheer, rücksichtslos kämpfte der Thronfolger gegen die österreichische Schlamperei und Gemütlichkeit an. In die alte kakanische Armee kam ein neuer Geist. In die Staatsverwaltung, in die Politik griff Franz Ferdinand ein, und überall fühlte man seine klare, zielsichere, eisern feste Hand und seinen Einfluß. Er suchte der Donaumonarchie neues Leben einzuhauchen.

Solch eine Persönlichkeit konnte die Pläne der Weltfreimaurerei zuschanden machen. Solch ein Mann mußte verschwinden. Auf dem Weltfreimaurerkongreß im Sommer 1912 in Lausanne in der Schweiz wurde der Tod Franz Ferdinands beschlossen. Die Freimaurer hatten die Unverschämtheit, das Todesurteil der Gemahlin Franz Ferdinands, der Herzogin Sofie von Hohenberg zu senden. Dank der Wachsamkeit der Wiener Polizei gelang 1913 der geplante Mordanschlag nicht. Im Herbst 1913 wurde auf dem Weltkongreß der Freimaurerei in Lausanne erneut der Tod Franz Ferdinands beschlossen. Wiederum wurde das Todesurteil an die Herzogin von Hohenberg gesandt mit der Bemerkung: „Diesmal wird Franz Ferdinand seinem Schicksal nicht entrinnen, diesmal muß er sterben!“

Das berüchtigte freimaurerische Pariser Medium und Hellseherin Madame de Tètre prophezeite in Paris ganz offen für 1914 den Tod Franz Ferdinands und anschließend den Weltkrieg. Es kam der Juni 1914, die österreichischen Manöver in Bosnien. Franz Ferdinand als Generalinspektor der bewaffneten Macht sollte diese Manöver an Stelle des Kaisers leiten. Lange wollte Franz Ferdinand nichts davon wissen, denn er hatte das bestimmte Gefühl, er werde von Bosnien nicht lebend heimkehren. Endlich entschloß sich Franz Ferdinand für die Fahrt nach Bosnien. Er sagte sich: „Ich bin der Generalinspektor, ich muß hin, ich muß die Manöver leiten, ganz egal was passiert.“ Die Herzogin von Hohenberg, seine Gemahlin, wollte mitreisen, was aber der Thronfolger unter keinen Umständen anfangs zugestehen wollte. Sie sollte bei den Kindern bleiben, außerdem hätten die Frauen nichts bei Manövern zu suchen. Aber sie machte ihm klar, daß bestimmt irgend ein Attentat stattfinden werde, und da wolle sie dabei sein und bei ihm ausharren. Drei Tage vor seiner Ermordung sah ich den Thronfolger das letzte Mal; er fuhr mit dem Großkampfschiff Viribus Unitis auf der Adria nach Süden. Ich war damals wie so oft, weil ich lungenkrank war, im Urlaub auf der Insel Brioni, wo jetzt Tito, dieser Spitzbub sitzt, und dann kam der Thronfolger vorbeigefahren, und er telegrafierte noch, daß er, wenn alles gut gehe, wieder herkomme und uns besuche. Acht Tage später kam er auf demselben Schiff tot zurück, er und seine Gattin, die Herzogin von Hohenberg, beide in Sarajevo ermordet.

Zur selben Zeit, da der Mord in Sarajevo stattfand, war der französische Staatspräsident Franc Carvé Großmeister der französischen Logen, in St. Petersburg und schloß die letzten Abmachungen mit den Russen für den Beginn des Weltkrieges ab. Für uns alle war es damals klar: „Jetzt geht es los.“ Die Erhebungen der österreichischen Polizei nach dem Mord in Sarajevo ergaben klipp und klar den Beweis: „Der Thronfolger ist ermordet worden auf Befehl der serbischen Logen.“ Österreich stellte daraufhin an Serbien das Ultimatum. Österreich verlangte, daß die österreichische Polizei auf serbischem Grund und Boden nach den Verschwörern des Mordes forschen darf und die Schuldigen verhaften kann. Ich war damals von Brioni nach Norden gefahren, in den Golf von Triest, ins Schloß Miramar, das der Kaiser Max von Mexiko sich gebaut hatte und war bei der Mutter des späteren Kaisers Karl von Österreich zu Besuch. Das Ultimatum lief ab. Nachmittags um drei Uhr teilte das Auswärtige Amt in Wien am Ballhausplatz telefonisch im Schloß Miramar mit: „Belgrad hat das österreichische Ultimatum angenommen.“ Alles atmete auf: „Es gibt also keinen Krieg.“ Abends um sechs Uhr läutete wieder das Telefon. Das Auswärtige Amt in Wien teilte mit: „Gerade eben hat Belgrad das Ultimatum abgelehnt und den Krieg erklärt.“ Wir alle standen vor einem Rätsel. Wie ist das möglich? Nachmittags um drei Uhr wird das Ultimatum angenommen, und abends um sechs Uhr wird es abgelehnt.

Nach der Einnahme von Belgrad im Jahr 1915 durch die deutschen und österreichischen Truppen, mein Regiment war auch dabei, fand man die Lösung dieses Rätsels im serbischen Staatsarchiv. Die serbische Regierung hatte das österreichische Ultimatum angenommen, weil einige Mitglieder im serbischen Kabinett nicht Freimaurer waren und diese sagten: „Dieser Mord ist eine solche Gemeinheit, wir müssen da das Äußere wahren und den Österreichern die Gelegenheit geben, nach den Mördern zu forschen.“ Die Belgrader Großloge sah in diesem Zugeständnis eine gewaltige Gefahr für die Weltfreimaurerei. Die Großloge in Belgrad befürchtete mit Recht, die österreichische Polizei werde das Geheimnis der Weltfreimaurerei aufdecken und aktenmäßig beweisen, wie die Weltfreimaurerei den Thronfolger Franz Ferdinand ermorden ließ. Darum telegrafierte die Belgrader Großloge an diesem Tag an den Weltgroßmeister (das erste Mal, daß wir historisch feststellen können, daß es einen Weltgroßmeister der Loge gibt), an einen jungen, etwa dreißigjährigen Russen in Tiflis im Kaukasus und legte die Lage dar. Der Weltgroßmeister telegrafierte daraufhin zurück: „Gefahr, daß unser Geheimnetz aufgedeckt wird, Augenblicklich Ultimatum ablehnen, Krieg erklären.

Auf die serbische Ablehnung des Ultimatums und die Kriegserklärung hin bin ich von Triest zu unseren Gütern in Oberösterreich in Grumten gefahren. Dort traf ich den neuen österreichischen Thronfolger, den Erzherzog Karl, den späteren Karl von Österreich. Er kam gerade von einer Unterredung mit Kaiser Franz Josef in Bad Ischl, und Karl erzählte, daß am Morgen dieses Tages von Rußland die offizielle Mitteilung in Wien eingetroffen sei, Rußland werde nicht losschlagen, werde nicht in den Krieg ziehen, man solle die Serben, die ein freches Pack seien, einmal tüchtig schütteln, aber dann laufen lassen. Rußland werde ein bißchen mit dem Säbel rasseln, aber Rußland werde niemals wegen Serbien den Krieg beginnen (Anm.: Man beachte die Parallelität des Verhaltens der USA gegenüber dem Irak vor dem ersten Golfkrieg). Während diese offizielle Mitteilung dem Kaiser Franz Josef überreicht wurde, marschierten schon die russischen Armeen an der Grenze Deutschlands und Österreichs auf. Zwei Tage später erfolgte auf Befehl der Weltfreimaurerei, was wir auch in den Akten von Belgrad gefunden haben, die russische Kriegserklärung an Österreich. Nun folgte eine Kriegserklärung nach der anderen.

Ich zog als Leutnant mit meinem Truppenteil ins Feld. Nach den großen deutschen Siegen im Westen und Osten mit dem darauffolgenden Stellungskrieg schienen die Pläne der Weltfreimaurerei auf den Sturz der christlichen Monarchien in Deutschland und Österreich vereitelt zu sein.

Im Sommer 1915 traf die Weltfreimaurerei zu ihrem Weltkongreß, wahrscheinlich in Bordeaux oder in der Nähe von Bordeaux in Frankreich, zusammen. Die Franzosen legten dar, nach damaliger Lage, daß es nicht gelingen werde, die Throne und damit den Altar in den Zentralmächten auf militärische Weise zu stürzen. Durch militärische Siege sei das nicht mehr zu erreichen. Und da hat der Weltfreimaurerkongreß beschlossen, durch revolutionäre, politische Wühlarbeit in Deutschland und Österreich den Sturz der Monarchien herbeizuführen. Von da an begann die Tätigkeit dieser revolutionären Agenten, die über die neutrale Schweiz, Dänemark und Schweden nach Deutschland und Österreich kamen. Im Herbst 1915 wurde zum ersten Mal am Bodensee, nicht weit von Kressbronn, der erste Agent geschnappt. Es fuhr ein Boot mit zwei Leuten vorüber, einer konnte entwischen, den anderen schnappte man. Das ganze Boot war voll von revolutionärem Propagandamaterial.

Der Krieg ging weiter. 1917 war es bei den führenden Kreisen auf unserer Seite klar, daß wir den Krieg militärisch nicht mehr gewinnen können. Nur die preußische Generalität war für die Weiterführung des Krieges. Damals griff Papst Benedikt XV. ein und machte sein Friedensangebot. Das Friedensangebot Benedikt XV. war ganz klar: Zurückgehen an die Grenzen von 1914. Wiederaufbau der zerstörten Länder und damit basta. Keine Besetzung, keine Abtretung von Gebieten, keine Kriegsreparationen, nichts.

Ich war damals Oberleutnant und wurde von einem Truppenteil zum anderen versetzt und kam zufällig ins große Hauptquartier. Dort sah ich am Bahnhof Erzbischof Pacelli stehen, den ich schon von der Schweiz her kannte. Ich fragte ihn, was er hier mache, und er sagte mir: ja, ich bin hierhergeschickt worden, um dem Kaiser das Friedensangebot, den Friedensvorschlag Benedikt XV. zu unterbreiten. Ich hatte im Generalstab einige Tage zu tun, und da konnte ich sehen, wie jetzt plötzlich gegen diesen Friedensvorschlag von Benedikt XV. gearbeitet wurde. Durch ein Mißverständnis wurde mir ein Flugblatt der Preußischen Großloge zugeführt. Darin wurde erklärt, Preußen-Deutschland werde nie und nimmer vom römischen Papst einen Frieden annehmen. Mit allen Mitteln mußte dieses Friedensangebot vereitelt werden. Kaiser Wilhelm II. war am Anfang vollkommen dafür, auf dieser Basis, die uns unendliche Mengen an Blut und Leben erspart hätte, Frieden zu schließen. Reichskanzler war Michaelis, eine vollkommene Null, der selbst Freimaurer war, und auf der militärischen Seite Ludendorff. Ludendorff war nicht Freimauer, aber der Sturste, den man sich vorstellen kann. Ich hatte das merkwürdige Vergnügen, unter ihm Generalstabsoffizier zu sein, ich genoß ihn also. Dieser Ludendorff sagte: „Wir siegen, wir kommen durch. Wir machen alles!“ Aber wie, wußte kein Mensch.

Also, die Loge auf der einen Seite und Sturbock Ludendorff auf der anderen Seite, brachten es fertig, daß dieses überaus günstige Friedensangebot abgelehnt wurde.

Der Krieg ging weiter. Die Kriegsnot wurde immer größer, die Unzufriedenheit im Volk wuchs. Auf einmal tauchten unter den politischen Führern Freimaurer auf. Unter den Führern der Sozialdemokraten traf man Vertreter der Loge. Im Sommer 1918 hat Präsident Wilson von Amerika, der Großmeister aller Logen in Amerika, sein berühmtes Friedensangebot von 14 Punkten gemacht. Einer der Punkte war: Man muß die Monarchien in Deutschland und Österreich stürzen, dann gibt es Frieden. Am 9. November 1918 wurde die Revolution gemacht. Die Monarchie wurde gestürzt, und wir bekamen dann den Waffenstillstand. Ich hatte damals auch in der Waffenstillstandskommission zu tun und wir konnten von da an schon bei der ersten Begegnung mit unseren bisherigen feindlichen Generälen feststellen, daß diese ganzen 14 Punkte von Wilson der größte Schwindel waren, den es gab, daß die auf der anderen Seite nicht daran dachten, irgend einen von diesen Punkten einzuhalten, aber das Ziel war erreicht. Die christlichen Monarchien waren gestürzt. Darum ist heute noch in allen Freimaurerlogen der 9. November ein Feiertag, weil an diesem Tag die erste Bresche geschlagen wurde zum Sturz des Altars, der Kirche.

In den folgenden Jahren waren die Großlogen klug genug, nicht sofort die freimaurerische Weltanschauung zwangsmäßig in Deutschland einzuführen. Man mußte erst langsam das Volk darauf vorbereiten. Es gab zuerst sogar eine sehr starke religiöse Toleranz, man gewährte der katholischen Kirche alle möglichen Vergünstigungen, Vorteile und Freiheiten. Wir bekamen damals die Klosterfreiheit, es wurde ein Konkordat geschlossen, mir sagte der spätere Präsidialdirektor von Wirth, Paul Schwarz, der nachher deutscher Generalkonsul in New York war und selbst Großmeister einer Loge: „Wir Logenbrüder haben euch alles gegeben, ihr konntet alles haben, alle Freiheiten der Kirche, denn unsere Wühlarbeit ging so weit, daß wir schon genau den Tag wußten, an dem die Kirche zusammenbricht und ihr mit einem Federstrich alles, was wir gegeben haben, weggenommen wird und wir das freimaurerische Reich in Deutschland errichten.“ Nun, das ging ja auch daneben. Man hat also überall vorbereitet für dieses freimaurerische Reich in Deutschland. Es wurden überall in die Staatsstellen, in die Kommunalbehörden und an die führenden Gemeindestellen Freimaurer gebracht. Es wurden Großlogen gegründet (eine von Berlin bestand ja schon): in Frankfurt, Wiesbaden, Stuttgart, Heilbronn und so weiter. Es entstanden überall Laienlogen. Ich selbst war schon in Beuron eingetreten und konnte also nur die Gegend um Beuron betrachten. Wir hatten da Kleinlogen in Sigmaringen, in Ilzighofen, in Balingen, in Stetten am kalten Markt, in Irrendorf, in Tuttlingen. Die Lockmittel waren hauptsächlich Spiritismus, Okkultismus und Magie.

Es ist mir ein Fall von Geisterbeschwörung in Irrendorf besonders in Erinnerung geblieben. Da war eine brave Frau, sie hatte einen Mann namens Jaköble. Er war am ersten Kampftag in Rußland schwer angeschossen, in russische Gefangenschaft geraten. Diese Frau war so todunglücklich, da sie nicht wußte, was aus ihrem Jaköble geworden war. Sie kam x-mal ins Kloster und jammerte immer wieder: „Ja, mein Jaköble ist tot.“ Sie kam nicht darüber hinweg. Man konnte machen, was man wollte, es ging nicht. Und auf einmal hörte sie von der Loge in Irrendorf und daß man da Geister beschwöre. Es kostete fünf Mark. Also ging sie hin und der Logenbruder sagte: „Ja, das bereitet gar keine Schwierigkeiten. Sie können am Nachmittag mit Jaköble sprechen. Kommen sie nur rein.“ Also, da wurde sie reingesetzt. Dunkles Zimmer, alles war dunkel am Tisch. Da hat sie angefangen nach dem Jaköble zu rufen und auf einmal hat das Jaköble von unten herauf geantwortet. Jaköble erzählte ihr, daß er damals in der ersten Schlacht angeschossen wurde und dann sei er im Lazarett in Nowosibirsk gestorben. Es gehe ihm ganz gut in der Ewigkeit. Die Frau war also selig. Und jetzt unterhielt sie sich jede Woche einmal, von 1918 an, um fünf Mark mit dem Jaköble in der Ewigkeit.

Inzwischen war ich Priester geworden, war Ökonom von Beuron und führte mit den Brüdern eines schönen Tages im Mai 1930 die Heuernte durch. Wir machten da neben der Holzbrücke an der Donau in Beuron Heu. Auf einmal hörte man ein furchtbares Geschrei von Irrendorf herunter. Da schrie jemand, wie wenn er am Messer steckte. Allmählich, wie die Person näher kam, hörten wir immer wieder: „Die Sauluder, die Lügnerbande“ etc. und immer mehr Schimpfworte. Und auf einmal erschien diese Frau. Als sie mich sah, brüllte sie über die Holzbrücke: „Die Saulügner-Bande, die Dreckslügner, Lügner.“ Immer schrie die Frau. „Ja, liebe Frau“, sagte ich, „jetzt mal vernünftig, wer ist denn diese Luderbande?“ – „Na, das wundert Sie! Seit dem Jahre 1918 habe ich jede Woche einmal mit meinem Jaköble aus der Ewigkeit g’sproche und gestern ist’s Jaköble aus Sibirien zurückgekommen.“ Aber mit solchen Mitteln hat man natürlich die Leute gewonnen. Dann standen natürlich der Großloge gewaltige finanzielle Mittel zur Verfügung. Ich erlebte das mit einer Firma Ende in Hannover, die die Industriebahnen baute. Der Mann war Freimaurer und hatte seine Sache nicht gut bewirtschaftet. Er brach zusammen mit 1,5 Millionen Schulden. Der Festbesitz, Fabrikgebäude, Material, Maschinen und die Einrichtung, stellte einen Wert von 500.000 dar. Also wurde der Bankrott feierlich angesagt. Da er Logenbruder war, griff die Großloge ein. Die Schuld von 1,5 Millionen wurde an einem Tag durch die Großloge auf 300.000 Mark reduziert. Er hatte Festbesitz von 500.000, wovon dann 200.000 übrig blieben. Damit fing er wieder an, und in einem Jahr war alles in Ordnung, der Mann war saniert.

Alle antifreimaurerische Literatur verschwand damals. Der österreichische Nationalrat Wichtel – in Wirklichkeit stand dahinter der alte Ritenpater Gruber in Feldkirch – hatte das beste Buch über die Weltfreimaurerei geschrieben, es hieß: „Weltkrieg, Weltrevolution und Weltfreimaurerei. „Ich hatte mir dieses Buch im Krieg gekauft und bei der Revolution von 1918, am 9. November, als die Roten in unser Palais eindrangen, nahmen sie aus meiner Bibliothek von etwa 3.000 Bänden (da stand irgendwo dieses Buch) nur das Freimaurer-Buch mit. Alle anderen ließen sie da. Dieses Buch war nirgends mehr zu bekommen. Da machte man dann eine Neuauflage, es wurde ein Konzern gebildet, der alte Pater Gruber überarbeitete es neu, und dann wurde dieses Buch gedruckt. Es kam an einem Tag mit einer Auflage von einer Million Exemplaren heraus. Am selben Tag war die gesamte Auflage von der Loge aufgekauft und eingestampft. Am selben Tag verbrannten die Druckerei und die Redaktion, vom Keller bis unter dem Dachstuhl blieb nichts mehr übrig; und wenige Tage später, als Pater Gruber wie gewöhnlich in einem Restaurant in Feldkirch sein Viertele getrunken hatte, fiel er vom Stuhl herunter, er war vergiftet und tot. Also gelang es nicht mehr, dieses Buch drucken zu lassen. Es liegt fertig im Manuskript. Die gesamten Akten vom Mord von Sarajevo, wie sie im ersten Krieg und jetzt im zweiten Krieg aus dem Geheimarchiv von Belgrad festgestellt wurden, alle geheimen freimaurerischen Dokumente erwischte man dort in Fotokopien. Es findet sich auf der ganzen Welt kein Verlag, der das Risiko übernimmt, das zu drucken, weil sie sich sagen: „Wenn ich das heute drucke, kann morgen mein Verlag in Flammen aufgehen.“ Das zeigt nur, wie die Loge arbeitet (Anmerkung: Wichtl’s Buch ist in der Stadtbibliothek der Hansestadt Lübeck auszuleihen und bei Bohlinger in Viöl/Nordfriesland als Nachdruck käuflich zu erwerben).

Die Freimaurerei hatte erklärt: „Die absolute Freiheit“ und das war auf politischem Gebiet der größte Fehler, den sie begangen hatte. Denn jetzt nach dem Krieg von 1914 bis 1918 nützten die Sieger diese Freiheit uns gegenüber aus, unterdrückten uns ganz schauerlich. Ich erinnere nur an die Blockade, die noch drei Jahre weiterging, die damals 900.000 deutschen Säuglingen das Leben kostete, weil wir keine Milch hatten, der Versailler Vertrag usw.

Dieser übermäßige Druck auf uns brachte den Gegendruck und das war der Nationalismus, zuerst in Italien, da kam der Faschismus und Mussolini erklärte: „Der Faschismus und der Nationalismus werden unterdrückt von internationalen Kräften, das sind die Freimaurer, das sind die Juden.“ Und Mussolini ergriff da ein sehr drastisches Mittel, um die Logen in Italien kaltzustellen. Er ließ durch die Geheimpolizei sämtliche Logenbrüder feststellen. Auf ein Stichwort hin wurden alle Logen geschlossen, von der Polizei beschlagnahmt, und jedem Logenbruder, den sie erwischten, gossen die Faschisten einen Liter Rizinusöl ein. Damit war die ganze Freimaurerei in Italien erledigt.

Der deutsche Nationalsozialismus von Hitler erklärte ja auch: „Die Internationale ist an allem schuld, die Freimaurer, die Juden, die kath. Kirche.“ Und wir erlebten ja selbst, auf welch‘ bestialische Weise man gegen die Freimaurer, die Juden und auch gegen die katholische Kirche vorging. Ab 1934/35 waren die Achsenstraßen freimaurerfrei – da gab es keine mehr.

Natürlich ließ sich die Weltfreimaurerei diese Niederlage in den Zentralmächten nicht gefallen. Das Großkapital, das internationale Judentum, der Liberalismus, die Freidenker, die Gottesleugner taten sich alle zusammen, um die Achsenmächte zu vernichten. Präsident Roosevelt von Amerika, 32-Grad-Freimaurer, berief im Jahre 1936 eine Geheimkonferenz nach Washington ein. Offiziell hieß es: „Neuorientierung der Weltpolitik“. Roosevelt erklärte damals: „Europa ist für uns uninteressant. Da ist nichts mehr zu holen. Dieses Europa werden wir niemals zu einem Freimaurerstaat machen. Da sind zu viele kulturelle, historische Momente, die das verhindern.“ Roosevelt erklärte daraufhin: „Ganz Europa, nicht nur Deutschland, Italien und Österreich, sondern ganz Europa ist durch einen uneingeschränkten Bombenkrieg zu vernichten. Aus Europa muß eine Wüste gemacht werden. Es darf nichts mehr übrig bleiben an Kulturschätzen, damit niemand mehr nach Europa zieht. Die ganze große militärische, wirtschaftliche und finanzielle Kraft Amerikas und der anderen Länder muß sich auf Ostasien werfen.

Das ist das Zukunftsland der Freimaurerei. Diese Länder mit ihren Religionen, die nur noch Schein sind, können wir für die Freimaurerei gewinnen. Diese Länder werden unser Weltreich darstellen, das wir dann restlos wirtschaftlich und finanziell ausnützen können.“

Roosevelt verrechnete sich da. Der Krieg begann. Ein Teil unseres Vaterlandes ging ja in Trümmer, aber nicht er gewann, sondern Stalin. Was er alles gewinnen wollte, das Weltreich, die Weltfreimaurerei in Asien, das blieb dahin. Rußland war der große Gewinnende. Die Weltfreimaurerei glaubte, den Bolschewismus für ihre Zwecke einspannen zu können und den Bolschewismus zu beherrschen. Die Weltfreimaurerei ging davon aus, daß sowohl die Weltfreimaurerei wie der Bolschewismus alles Übernatürliche ablehnt; es gibt für sie keinen Gott, keine Ewigkeit, keine übernatürliche Bindung. Die Weltfreimaurerei will die absolute Freiheit des Menschen. Der Bolschewismus erklärt: „Der Staat ist alles, der Einzelmensch ist nichts.“ Das war der Moment, wo Weltfreimaurerei und Bolschewismus aneinander geraten mußten.

Solange es galt, Hitler und die Zentralmächte zu vernichten, gingen diese beiden Mächte, Weltfreimaurerei und Bolschewismus, zusammen. Der Bolschewismus benützte sogar die Weltfreimaurerei für seine Zwecke. Das sehen wir am besten im Bulgarien von 1945. Als dort die Russen einmarschierten, brachten sie die Freimaurer, die eine sehr große Rolle spielten, ans Ruder.

Solange Zar Boris, der auf christlicher Grundlage stand, da war, konnte die Weltfreimaurerei nicht herrschen, aber die führenden geistlichen Persönlichkeiten in Bulgarien waren schon Freimaurer, zum Beispiel der orthodoxe Patriarch von Sofia, dann alle großen Advokaten, manche Richter, dann die führenden Wissenschaftler, alle waren Freimaurer. Diese waren Hochfeinde der Orthodoxie, also des bulgarischen griechischen Christen. In dem Moment, als die Russen in Bulgarien einmarschierten, setzten sie diese Freimaurer in die Regierung ein. Sie eliminierten in wenigen Wochen sämtliche christlichen Führer Bulgariens, brachten sie auf bestialische Weise um. Als diese Freimaurer ihr Werk vollbracht hatten, ergriffen die Russen in einer Nacht sämtliche Freimaurer und erledigten sie durch Genickschuß. Da waren sie dann die Führenden. Diese zwei, Freimaurerei und Bolschewismus, gehen nicht zusammen. Die beiden sind Todfeinde, wenn sie auch beide Knechte desselben Herrn, des Satans sind.

In den fünfzehnJahren, die ich in der Verbannung lebte, ich war in der Diözese Rottenburg von Bischof Troll eingesetzt als Jugendführer der gesamten männlichen Jugend, und wir Schwaben haben ja ziemlich dicke Schädel, wir beugten uns also nicht vor dem „göttlichen“ Adolf, noch viel weniger vor Baldur von Schirach, sondern wir hielten einfach unsere Jugend fest zusammen. So wurde ich im Jahre 1933 aus Württemberg und im Jahre 1934 aus ganz Deutschland verbannt. Danach war ich sechs Jahre in der Schweiz und dann neun Jahre in Amerika. Da hatte ich reichlich Gelegenheit, die Freimaurerei von ganz nahe zu studieren.

Amerika ist ja das typische, auf freimaurerischen Ideen aufgebaute Land und wird nach freimaurerischen Grundsätzen regiert. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind ja in Nordamerika gegründet worden, von der Großloge in Boston von George Washington und vom Grand-Orient von Frankreich, von Lafayette. Der amerikanische Staat anerkennt Gott ganz allgemein. Man redet so allgemein und verwässert von Gott, wie Adolf vom Einzigen, vom Allmächtigen gefaselt hat. Der Staat anerkennt prinzipiell in Amerika keine Religion. Er kümmert sich um keine Kirche, Konfession oder Sekte. Er gibt keine Unterstützung an irgend eine religiöse Gemeinschaft. Es herrscht totale Trennung von Kirche und Staat. Der Religionsuntericht ist in öffentlichen Schulen verboten. Er darf nicht in einem öffentlichen Schullokal stattfinden, das muß alles privat gemacht werden, darum haben wir in Amerika überall die Pfarreischulen. Die Religion ist völlig aus dem öffentlichen Leben ausgeschaltet, außer bei der Einführung des Präsidenten. Wenn der Präsident der Vereinigten Staaten eingeführt wird, muß er auf das Evangelienbuch schwören und der betreffende Methodisten- oder Baptistenminister hält ihm die Eidesformel vor. Aber er hält mit der rechten Hand das Evangelium und mit der linken die Freimaurerkelle und das Freimaurerbuch. Die Religion ist aus dem Wirtschaftsleben ausgeschaltet. Da gibt es nur ein Gebot und dieses heißt: „Mein Vorteil“. Jeder Klügere, jeder Stärkere setzt sich durch, der Schwächere hat unterzugehen.

Im politischen Leben hat die Religion keinen Platz. Da gilt nur der Vorteil der Partei oder des Staates. Da gibt es keine Staatsmoral. Das typische Beispiel für die freimaurerische Staatsführung ist der Fall von Pearl Harbor. Sie erinnern sich, daß damals in Pearl Harbor die amerikanische Flotte von den japanischen Fliegern vernichtet wurde. Darüber ist ein Buch herausgekommen. Es heißt: „The final Secret of Pearl Harbor“, „Das letzte Geheimnis von Pearl Harbor“, herausgegeben von Admiral Theobald von der amerikanischen Flotte, der damals die Torpedoflotte kommandierte; er gibt uns die ganze Geschichte wieder, was wirklich in Pearl Harbor passiert ist. Ich habe das alles selbst miterlebt und kann also nur bestätigen, daß das, was dieser Admiral Theobald schreibt, wirklich den Tatsachen entspricht.

Roosevelt war, wie wir schon gesehen haben, fest zum Krieg entschlossen, aber das amerikanische Volk hatte so die Nase voll vom Ersten Weltkrieg von 1917 bis 1918, daß das Volk sagte: „Nie wieder Krieg, wir haben genug davon.“ Jetzt, wie brachte er das Volk in den Krieg hinein? – Nur dadurch, daß eine große nationale Katastrophe konstruiert wurde, daß die Wut und der Zorn des Volkes aufgepeitscht wurde, und dann konnte er das Volk in den Krieg führen. Roosevelt versuchte darum die Japaner bis zum Äußersten zu reizen. Ich war selbst in Washington und konnte das jeden Tag mit Ansehen, ich hatte für die Flüchtlinge zu sorgen, ich war somit jeden Tag auf dem Auswärtigen Amt im State Departement, um für diese Visas zu bekommen, und da konnte man sehen, wie sie die Japaner reizten. Zuerst wurden alle Kredite gesperrt, dann wurde alles Rohmaterial gesperrt, dann wurde auf die Schiffe der Japaner, wenn sie Kriegsmaterial führten, geschossen. Darauf wurde ein Ultimatum nach dem anderen gestellt, immer mehr von den Japanern verlangt. Den Japanern war der Krieg gar nicht recht. Sie waren nicht bereit und wollten keinen Krieg, sie versuchten immer wieder nachzugeben. Eine Mission nach der anderen kam vom Minister, nichts half. Nun sahen die Japaner: „Aha, die Amerikaner wollen den Krieg. Also fangen wir an uns vorzubereiten.“ Und die Japaner hatten natürlich auch ihren Geheimcode, ihre Geheimschrift, mit der sie ihre ganze Mobilmachung losließen; und das war der sogenannte Purple Code, der Purpur-Code. Weil die Pupurfarbe in Japan die kaiserliche Farbe ist, war das der kaiserliche Geheimcode. Sie hatten dafür Maschinen. Da schrieb man wie auf einer Schreibmaschine den Klartext. Die Garnison von Tokio befahl: „Es muß mobilisiert werden.“ Nachdem das geschrieben war, wurde es wie auf einer Rechenmaschine zweimal umgedreht, und dann wurden diese Buchstaben durcheinandergedreht. Dann wurde noch einmal umgedreht, für jeden Buchstaben kam eine andere Zahl, und dann wurde noch einmal umgedreht, dann wurden die Zahlen noch einmal geändert und immer weiter, immer weiter, schließlich kam eine Masse von Zahlen raus, ohne irgend eine Gliederung, da waren für jedes Wort, für jeden Buchstaben vier bis fünf verschiedene Zahlen eingesetzt.

Der beste Mathematiker konnte das nicht mehr entziffern. Wie es die Amerikaner fertigbrachten, zwei von diesen Geheimmaschinen zu erwischen, das weiß ich nicht. Aber wahrscheinlich gab es in Japan auch einige „Ehrenmänner“, die gegen eine tüchtige „Handsalve“ so ein Instrument verschwinden ließen. Item, es gab davon zwei in Amerika. Die eine wurde aufgestellt in Corregidor (Festung vor Manila auf den Philippinen), wo McArthur auf der Insel war. Sie wurde vernichtet als die Japaner kamen. Die zweite stand im Weißen Haus in Washington.

Daraufhin teilte Roosevelt Funkstationen ein: in San Francisco, an der ganzen kalifornischen Küste, auf den Inseln draußen bei den Marinestationen, besetzt mit Offizieren, es war kein Soldat dabei, nur Offiziere. Diese Offiziere unterstanden nicht ihren Vorgesetzten, sondern einzig und allein dem Präsidenten Roosevelt als dem Oberkommandierenden der gesamten Streitmacht. Also kein Admiral, kein General, kein Kriegsministerium, kein Marineministerium hatte da irgend etwas zu erfahren oder hineinzuregieren. Und da fing er jetzt die verschiedenen Funksprüche auf. Diese wurden mit diesem Gerät entschlüsselt, und da kam raus: „Es wird mobilisiert, diese Flotte wird mobilisiert.“ Keine Nachricht gab Roosevelt weiter. Sie blieben bei ihm. Immer weiter reizte und reizte er die Japaner, immer stellte er noch mehr Forderungen, und schließlich stellte er ihnen ein Ultimatum, das einfach den nationalen Selbstmord Japans bedeutete. Danach zogen sich die Japaner zurück und nun kamen immer mehr folgende Funksprüche: „Die Flotte kommt dahin und die Flotte kommt dorthin, es geht los.“ Roosevelt wußte alles.

Der kommandierende General Gorden von Pearl Harbor und der kommandierende Admiral King von der pazifischen Flotte waren ja auch nicht auf den Kopf gefallen, sie merkten: „Jetzt geht der Krieg los.“ Der Admiral ließ sofort die ganze massierte pazifische Flotte auslaufen. Er dachte: „Wenn der Krieg beginnt und wir hier in der Mausefalle bleiben, sind wir alle hin! „,General Gorden setzte Pearl Harbor in Kriegszustand. Alle Flakbatterien wurden besetzt, alle Maschinengewehre aufgestellt, alles war in Kriegszustand. Das erfuhr Roosevelt. Ein gewaltiges Donnerwetter erfolgte, die ganze Flotte mußte zurück, mußte im Hafen von Pearl Harbor bleiben, durfte nicht auslaufen. Alle Mobilmachungsbefehle des Generals Gordon wurden rückgängig gemacht. Kein Flakgeschütz durfte aufgestellt werden, keine Munition bereitgestellt werden. Die Maschinengewehre, alles mußte verschwinden. Es ging weiter, immer weiter. Es kam dann der berühmte 7. Dezember, der letzte Funkspruch. Da wußte Roosevelt ganz genau: „Die japanische Flotte kommt an. Sie hat so und so viele tausend Flugzeuge und um so und so viel Uhr wird sie Pearl Harbor überfallen.“ Der Admiral King hatte draußen U-Boote stehen, amerikanische, die jetzt auch diese Flotten kommen sahen; diese funkten. Da hatte Roosevelt eigene Störsender aufgestellt, die diese Funksprüche störten, damit die Admiralität das nicht erfahren konnte.

Dann kam der Angriff. Die Amerikaner hatten am Abend vorher ein großes Fest gefeiert, und wenn die Amerikaner hier ein Fest „bauen“, dann endet es meist in einem Kanonenrausch, und sie waren natürlich „besoffen“. Wie die Strandhaubitzen lagen die Matrosen, Soldaten und Offiziere „besoffen“ herum. Am frühen Morgen um fünf Uhr kam die erste Welle der japanischen Flugzeuge an. Tausend Flugzeuge. Kein Schuß Abwehr, gar nichts. Sie gingen auf 500 Meter runter und vernichteten in einer halben Stunde die gesamte pazifische Flotte bis auf ein Schiff, und das war ein Torpedoboot, alles war hin. Über 4.000 Seeleute und Soldaten lagen zerrissen, tot in ihrem Blut auf Pearl Harbor. Und dann ging dieser Heuchler Roosevelt ans Radio und sagte zur Nation: „Wir, das friedliebendste Volk, wir sind überfallen worden ohne etwas zu ahnen, von den Japanern. 4.000 eurer Männer, Söhne, Brüder, Väter liegen tot, zerrissen in Pearl Harbor. Was sollen wir tun?“ – Natürlich hat das ganze Parlament gebrüllt: „Krieg, Krieg“, und der Krieg war da. Das hatte er alles überlegt und ausgearbeitet, hatte 4.000 seiner eigenen Landsleute geopfert, um das Volk in den Krieg hineinzubekommen. Das ist typische freimaurerische Moral. Jedes Mittel ist richtig, damit ich mein Ziel erreichen kann.

So wie es in der Politik war, zum Teil auch noch ist, so ist es auch im privaten Leben. Alles ist frei. Jeder kann machen, was er will. Die Kinder brauchen den Eltern nicht zu gehorchen. Eine eheliche Bindung gibt es nicht mehr. Wir dürfen nicht vergessen, daß in Amerika jeder Mann mindestens dreimal und jede Frau vier- bis fünfmal geschieden ist, daß jede zweite Ehe in Amerika geschieden wird. Alles wird entchristlicht. Man hat in Amerika versucht, man ist jedoch nicht durchgekommen, Gott sei Dank, das Christentum auch an den Feiertagen auszumerzen; man hat für jeden christlichen Feiertag einen freimaurerischen eingeführt. Mutterseelen ist der Decoration Day, an dem die Gräber mit kleinen Papierfahnen dekoriert werden; er ist im Juni. Weihnachten sollte abgeschafft werden, dafür gibt’s den Thanksgiving Day, den Danksagungstag am 25. November. Alles sollte weg. Alle christlichen Feiertage sind abgeschafft, und jeden Monat ist ein Festtag oder Erinnerungstag von irgend einem Räuberhauptmann oder sonst jemanden. Man sieht, daß alles entchristlicht werden sollte, aber das Volk in Amerika ist noch gesund genug, um nein zu sagen, und diese Entchristlichung ist nicht gelungen, natürlich nur die Entchristlichung in der Politik, die ist da.

Jetzt will ich Ihnen noch kurz zeigen…. wie die Freimaurerei in Amerika aufgebaut ist. Da gibt es die Massenlogen, die Logen, die die Massen heranholen. Da kostet der Jahresbeitrag einen Dollar, aber mit diesen Millionen von Menschen, die da einen Dollar bezahlen, hat die Loge dieses gewaltige Kapital. Das ist nur Massenvieh, die sind nur in den untersten Graden, sie haben also nichts zu sagen. In jeder Großstadt gibt es Bezirksgroßlogen, also hier in Donaueschingen, da gibt es eine Loge mit einem lokalen Großmeister, in Freiburg gibt es zum Beispiel zwei bis drei Großlogen nach den Bezirken, und diese Logen haben nur die Aufgabe, möglichst viele Leute zu gewinnen. – Wie macht man das? – Das sah ich bei unseren Einwanderern. Ich hatte mich um die Einwanderer zu kümmern gehabt.

Da kam ein bayrisches Bäckerehepaar, junge Leute. Wie sie es fertigbrachten, ziemlich viel Geld aus dem Dritten Reich mitzubringen, weiß ich nicht, aber sie brachten es mit. Diese Leute ließen sich in New York in der 86. Straße Ost, das ist das deutsche Quartier, nieder. Sie fingen eine Bäckerei an und machten bestes deutsches Brot. Es gab hier alles, schwarzes, gutgebackenes Brot, Kipfel und sogar Laugenbrezeln, alles was man haben wollte. Die Amerikaner können ja kein anständiges Brot machen, weil sie zu faul sind, es richtig durchzukneten, deshalb muß ihres immer geröstet werden, sonst liegt es ja wie eine Kanonenkugel im Magen drin, nicht wahr? Und dieser bayrische Mann machte wunderbares Brot, hatte einen schönen Laden, tipptopp eingerichtet. Kein Mensch kam, es war gar nichts zu wollen. Da sagte er zu seiner Frau: „So geht das nicht weiter. Wahrscheinlich sind wir nicht modern genug, wir müssen noch mehr Reklame machen, noch mehr Maschinen hertun.“ Er warf also den letzten Rest hinein und machte noch besseres Brot, und kein Mensch kam. Also sagte der Mann: „Es hilft alles nichts. Jetzt müssen wir Bankrott ansagen.“ Bankrott wird angesagt am Montag und Donnerstag in New York an der City Hall. Die City Hall ist das Rathaus. Da geht man hin und meldet den Bankrott an. Da sitzt der Richter und sagt: „Gut, also, Sie sind jetzt ausgeschieden, machen Sie, daß Sie hinauskommen, Sie dürfen den Besitz nicht mehr betreten, machen Sie, was Sie wollen: verhungern oder Teller waschen oder sonst was, aber der Besitz wird von einem Verwalter übernommen.“ Irgend ein Rechtsanwalt wickelt die Sache ab, und dann ist alles erledigt.

Also, dieser arme Mann sagte zu seiner Frau: „Es hilft alles nichts, am Donnerstag muß ich hinunter in die City Hall und muß Bankrott anmelden.“ Am Mittwoch abend kommt ein Herr rein in den Laden, schaut sich alles an, spricht fließend deutsch und sagt: „Sie haben aber eine schöne Bäckerei und sehr gutes Brot. Es ist eine wahre Freude dies zu sehen. Ha, da müssen wir ein Bombengeschäft machen.“ – „Was heißt hier Bombengeschäft? Ich bin pleite; ich gehe morgen zur City Hall und melde den Bankrott an.“ – „Ach was? Das ist Unsinn, ich garantiere Ihnen, Sie sind ein gemachter Mann. Das kann ich sofort fertigbringen“, das sagte ihm jener. – „Ihr Amerikaner nehmt immer die Gosche voll, nicht wahr, und erzählt große Geschichten und nachher stimmt’s nicht.“ – „Nein, schauen Sie her. Ich bin hier Großmeister der Loge, wenn Sie der Loge beitreten, werden sämtliche Logenbrüder meines Bezirkes das Brot bei Ihnen holen. Dann sind Sie gemacht.“ – „Das kann so jeder sagen“, antwortet der Bäcker. „Gut, wir machen eine Probe. Drei Tage lang werden Sie sehen, daß der Laden ausverkauft ist. Wenn mein Wort in Erfüllung gegangen ist, dann müssen Sie der Loge beitreten.“ Der Mann besprach sich mit seiner Frau und sagte: „Wir probieren es einmal.“ Also, in der Nacht backten sie, und wie sie in der Früh die Rolläden heraufzogen, standen die Leute vor dem Laden Schlange. In einer halben Stunde war der ganze Laden ausverkauft. Den Tag durch kamen die Leute gesprungen, und sie konnten gar nicht genug backen. Am nächsten Tag genau dasselbe, am dritten Tag auch. Am vierten Tag kam der Herr wieder und sagte: „Bitte, ich bin der Großmeister der Loge dieses Bezirkes. Sie haben gesehen, ich habe Wort gehalten, hier ist jetzt der Schein, den Sie unterschreiben. Also Sie schwören, daß Sie der Loge beitreten, und daß Sie immer der Loge angehören werden, nie austreten, nichts verraten, und daß Sie bei uns bleiben. Wir garantieren Ihnen, daß Sie leben werden.“ Die Loge sorgt schon dafür, daß er nicht zu reich wird, denn sonst wird er unverschämt. Sie lassen ihn gut leben, aber nie zu hoch, sie werden ihn immer am Daumen halten. Also, er unterschrieb und dann war’s fertig. Nachdem er unterschrieben hatte, wurde ihm gesagt: „Natürlich, Sie werden jetzt verstehen, daß Sie ihre Kinder nicht mehr in eine religiöse Schule schicken können, und wenn dann die Kinder heiraten, daß sie nur zivil heiraten und nicht mehr kirchlich, das geht so nebenbei.“ Und dann hatte er den Mann! So nützte die Loge die Not der Flüchtlinge aus und nahm diese tausenden von Menschen in sich auf.

Ein Austritt aus der Loge ist unmöglich. Da war ein badischer Landsmann von ihnen, Jäger hieß er, und dieser hatte ein Restaurant in der Lexicon Avenue in der 76. Straße. Dieser Mann hatte ein prachtvolles Restaurant, das bestgehende deutsche Restaurant. Doch ist das nicht so wie bei uns, daß man in eine Wirtschaft reingeht und sich erst mal hinsetzt und mal eine Zeit lang schwatzt, und dann bestellt man ein Viertele und noch eins oder auch drei, und erst dann ißt man. Nein, in Amerika kommt man rein, setzt sich hin, dann ist schon der Kellner mit der Speisekarte da, und zwei Minuten später hat man schon das Essen. Kaum hat man den letzten Bissen runtergeschluckt, kommt er mit der Rechnung und schon geht’s hinaus, denn draußen stehen ein paar hundert Leute, die auch hinein wollen. In den großen Restaurants geht es da von abends sechs Uhr bis nachts um eins durch. Ist man fertig, dann raus, los, und dann kommt der nächste. Und die haben natürlich einen Riesenumsatz. Dieser Jäger führte also sein Restaurant glänzend, ich sprach öfters mit ihm. Er war aber Freimaurer. Er hatte eine Schwester, die war hier im Badischen Klosterfrau, sie war natürlich immer dran, ihn zu bearbeiten. Sie bearbeitete und bombardierte ihn, er solle aus der Loge austreten und sich wieder versöhnen. Er sagte immer wieder: „Das kann ich nicht, das kann ich nicht, sonst bin ich erledigt.“

Im Jahr 1949 kam ich zurück und er kam 1951/52 das erste Mal wieder zurück (nach Deutschland). Gleich nach dem Zusammenbruch war er nach Amerika ausgewandert. Und nun kam er wieder zurück. Da bearbeiteten ihn die Schwestern, er solle doch aus der Loge austreten und sich mit der Kirche versöhnen. Er sagte: „Ja, das wird die Loge aber erfahren.“ Sie sagten: „Nein, nein, das wird alles wunderbar gemacht.“ Das machten sie so, daß er mit dem Auto einen Ausflug unternahm, darauf fuhr er mit dem Postauto, dann lief er, fuhr wieder mit einem anderen Auto usw, und irgendwo im Badischen, ganz hinter Pfui-Teufel traf er einen Geistlichen, beichtete und kommunizierte. Kein Mensch kannte ihn dort, und die Sache war in Ordnung. Er blieb noch drei Monate im Badischen und fuhr zurück nach New York. Da kam er in seinen Laden hinein, und da war natürlich Hochbetrieb. Für so einen Riesenbetrieb haben sie nicht das Geld, um ihn aufrecht zu halten, sondern sie nehmen von der Bank am Montag Kredit auf, durchschnittlich brauchen sie pro Tag 20.000 bis 100.000, je nachdem wie groß das Restaurant ist. 100.000 Dollar waren damals nicht ganz eine Million Mark. Da nehmen sie also diese 600.000 Dollar, denn am Sonntag geht man nicht essen. Da sind alle Restaurants in der Stadt geschlossen, nur von Montag bis Samstag ißt man im Restaurant. Der Kredit wird aufgenommen, und dann am ersten Tag, nehmen wir an, nahm er an einem Abend 110.000 Dollar ein, dann zahlte er die 100.000 an die Bank zurück und 10.000 Dollar gingen auf sein Konto. Am nächsten Tag zahlte er vielleicht nur 105.000 Dollar zurück, 5.000 gingen also auf sein Konto. Dann kam wieder ein Tag mit 120.000 Dollar, er hatte wieder 20.000 für sich. Also, jeden Tag zahlte er die Tagesquote von 100.000, oder was abgemacht war, zurück. Und Herr Jäger war somit sehr erfreut, und es ging wunderbar. Da kam ein Herr herein und fragte: “ Sind Sie der Besitzer?“ Er sagte: „Ja.“ – „Sie haben Ihren Eid gebrochen. Sie haben an dem und dem Tag, an dem und dem Ort, bei dem und dem Geistlichen im Badischen gebeichtet und kommuniziert. Sie sind erledigt.“ Da sagte Herr Jäger: „Um Himmels Willen, das geht Sie doch nichts an, das ist doch Privatsache.“ – „Sie haben Ihren Eid gebrochen, fertig.“ Eine halbe Stunde darauf rief die Bank an: „Der Kredit ist gesperrt.“ Was sollte er machen? Er hatte natürlich noch sein eigenes Bankkonto, aber er bekam natürlich am Montag nicht seine 500.000 Dollar. Also versuchte er es bei der Bank, nichts zu machen. Er ging zur nächsten Großbank, nichts zu machen. Er telefonierte nach Chicago, nach Washington, nach Philadelphia, nach Detroit, nach Boston, überall hin. Keine Bank gab ihm etwas. Während drei Wochen hielt er durch mit seinem eigenen Kapital, dann war er pleite. Erledigt. Das ging dem Mann so zu Herzen, daß er kurz darauf an Herzschlag starb. Das aber zeigt: einer, der einmal in der Loge drin ist, kommt nicht mehr raus. In früheren Jahrhunderten gaben sie den Leuten ein Pülverchen oder spedierten sie sonstwie hinüber. Das machen sie heute nicht mehr. Aber wirtschaftlich werden die Leute ruiniert.

Die Loge beherrscht vollkommen die Presse, das Radio, das Fernsehen, die Kinos, die Theater. Alle religiösen Filme fallen durch. Der einzige religiöse Film, der in Amerika gut gegangen ist, ist „Das Lied von Bernadette“, weil das ein Jude geschrieben hat, Franz Werkel, der selbst Freimaurer gewesen ist. Aber z.B. der Film „Die Jungfrau von Orleans“ mit Ingrid Bergmann, dann „Der heilige Vinzenz von Paul“ haben nach ein paar Tagen in Amerika vom Spielplan abgesetzt werden müssen, weil sie religiös gewesen und einfach nicht gegangen sind. Es muß immer etwas Antireligiöses drin sein oder möglichst etwas Unsittliches, dann geht es gut.

Die verschiedenen Bezirkslogen sind in Großlogen zusammengefaßt. Die Großlogen führen. In den Großlogen ist es der 32. Grad. Der 32. Grad ist der wissende Grad. Dem 32. Grad gehören an: alle größeren Politiker, Industrielle, Generäle, Wirtschaftler, Ärzte, Universitätsprofessoren, Anwälte und Arbeiterführer. Diese haben ihre Weisungen von der Großlogenführung, vom 33. Grad, das ist die höchste Führung, und jene sorgen im ganzen Land, daß das, was die Großloge will, durchgeführt wird. In jedem Dorf sind da mindestens ein bis zwei vom 32. Grad, die dafür sorgen, daß alles genau geht, wie es die Großloge will. Die höchste Führung in Amerika ist der 33. Grad mit 18 Mitgliedern. Ich weiß nicht mehr alle Namen. Präsident ist Henry Morgenthau. Den kennen wir auch, diesen Kerl. Er ist ja ein Landsmann von Ihnen, er ist aus Mannheim. Sein Vater war Schweinehändler, der war doch bekannt. Ein Onkel von ihm ist auch noch dort. Herr Morgenthau hat ja einen Druckfehler in seinem Namen. Das th‘ gehört raus, da muß ein s‘ hinein. Dann gehört zum 33. Grad noch der Präsident Truman, er hat bis zu seinem 17. Lebensjahr Samuel Treumann geheißen, General Eisenhower gehört dazu, General Spatz, General Arnold und vor allem der Ölkönig Faruk, der all die großen Kriege gemacht hat. Der 33. Grad bestimmt die ganze Politik in Amerika. Er hält auch Kontakt zu den anderen Großlogen in England, in Frankreich, in Italien und jetzt auch bei uns in Deutschland. Über ihnen steht der Weltgroßmeister. Der jetzige Weltgroßmeister ist ein ganz junger Tscheche. Ich habe den Kerl vor ein paar Jahren gesehen. Er ist in Prag eingesperrt gewesen; er ist mit Hilfe der Amerikaner nach Budapest entwischt und wieder eingesperrt worden. Er ist dann rübergekommen, sie haben ihn durch den Intelligence Service rausgebracht; und er ist dann durch Süddeutschland gefahren. Da habe ich ihn zufällig gesehen. Dieser Weltfreimaurer, dieser Weltgroßmeister dirigiert alles. Es ist ja typisch, wie schon im Jahr 1943 die großen Freimaurer einem ganz offen gesagt haben, wie sie Deutschland einteilen werden, wer da alles an die Macht kommt.

Mir hat da im Jahre 1943 ein Herr Landau, ein württembergischer Jude aus Stuttgart, der am Marktplatz ein großes Kleidergeschäft hat – er ist jetzt in Whiteblane bei New York Großmeister einer amerikanischen Loge -, gesagt: „Mein Schwager Reinhold Meier wird eingesetzt und wird Ministerpräsident in Württemberg.“ Reinhold Meier gehört der Loge an, und zwar der Loge „Furchtlos und Treu“. Er ist 1922 eingetreten, 1923 ist er Geselle geworden, 1924 Meister vom Stuhl. Jetzt ist er einmal in Amerika drüben gewesen, und da ist er Großmeister einer Loge geworden. Darum sein Kampf gegen die Bekenntnisschule, für die Nivellierung der Gemeinschaftsschule, deshalb ist er gegen das Konkordat und für die Entchristlichung. Es ist ja bezeichnend, daß am 16.,17. und 18. Mai 1953 in Stuttgart eine Geheimsitzung stattgefunden hat zwischen der FDP, der SPD und dem DGB. Diese haben damals miteinander Krach gehabt. Reinhold Meier ist auch dabei gewesen, er hat gesagt: „Meine Herren, wir dürfen uns nicht streiten, wir müssen zusammenhalten.“ Damals ist er Ministerpräsident gewesen. „Wir haben jetzt vielleicht die einzige Gelegenheit, die es gibt, daß wir das Land Württemberg vollkommen entchristlichen können, nicht nur die Schule, sondern das öffentliche Leben, alles, daß das Christentum aus dem öffentlichen Leben verschwindet, aus allem.“ Daraufhin haben sich diese drei Vereinigungen sofort geeinigt und gesagt, das sei so eine wunderbare Sache, da müßte man mitmachen. Allerdings ist es sehr peinlich gewesen, daß durch ein Namensmißverständnis einer unserer Leute auch dabei gewesen ist. Sie haben um elf Uhr ihre Sitzung mit diesem Abkommen geschlossen, und wir haben mit der katholischen Jungmannschaft am Nachmittag um ein Uhr die Versammlung der ganzen Diözese gehabt, und da hat der Bischof schon das Manuskript von diesem Dreierabkommen besessen und hat das vor der ganzen katholischen Jungmannschaft vorgelesen. Das ist Herrn Reinhold Meier etwas peinlich gewesen.

Wenn wir jetzt so gesehen haben, daß Amerika das Land der Freimaurerideen und der freimaurerischen Staatsführung ist, dann können wir uns fragen: Warum gehen wir denn mit Amerika zusammen? – Das ist sehr einfach. Unser Reichskanzler Adenauer mit seiner großen staatsmännischen Klugheit und Weisheit hat genau gesehen: „Wir sind zwischen zwei Polen. Drüben in Amerika herrscht die Freimaurerei, da wird durch Wirtschaft und Propaganda versucht, das Christentum zu verdrängen, es wird aber keine Gewalt mehr angewandt. Wenn man will, kann man sich dort religiös, christlich durchsetzen. Auf der anderen Seite ist Rußland, und Rußland tut alles, um das Christentum mit Stumpf und Stiel auszurotten.“ Wir haben das jetzt erlebt in Ungarn, in Polen und sonst wo. Wir sind dazwischen, wir sind viel zu schwach, um uns dagegen zu wehren. Wir brauchen einen Schutz. Wir müssen mit dem Westen zusammengehen, um uns gegen den Osten zu halten. Darum hat Adenauer die Freundschaft mit Amerika geschlossen. Es hilft uns wirtschaftlich, militärisch und finanziell. Aber den amerikanischen Freimaurergeist, den Geist gegen das Christentum, will er von unserem Land so gut es geht fernhalten. Darum können wir mit Amerika zusammengehen, mit ihnen zusammenarbeiten, weil es in diesem, von Freimaurern regierten Amerika Millionen von Menschen gibt, die nicht Freimaurer sind, Menschen die wirklich christlich sind. Ich erinnere nur an die Deutsch-Amerikaner. Was haben die für uns nach dem Krieg getan? Wer hat uns vor dem Verhungern gerettet? – Das waren die Deutsch-Amerikaner, die den letzten Cent von der Bank geholt haben, um Pakete zu schicken. Die alten Männer und Frauen mit 70/75 Jahren sind in die Fabrik gegangen, um zu arbeiten, um den hungernden Verwandten zu helfen. Das ist das andere Amerika, das ist das christliche Amerika, und mit dem gehen wir zusammen. Und wenn wir mit denen zusammenhalten, wird sich auch dieses christliche Amerika durchsetzten, daß da nicht mehr wie bisher die Freimaurer herrschen, sondern das Christentum. Und darum wollen wir mit denen zusammengehen. Wir können unmöglich meinen, daß es eine Koexistenz mit dem Osten da drüben gibt. Der Landwirtschaftsminister Lübke hat gestern auf der großen Tagung der katholischen Landjugend eine wunderbare Fabel erzählt: „Da geht ein Jäger in den Wald. Auf einmal steht ein riesiger Bär vor ihm. Der Jäger geht in Anschlag und der Bär steht auf und sagt zum Jäger: „He, warum bedrohst Du mich mit Deinem Schießprügel da? Ich bin ein friedlicher Bär, was willst Du denn eigentlich hier im Wald?“ Der Mann sagt: „Ich bin Jäger, und ich friere, jetzt kommt der Winter, und ich will einen Pelz haben.“ Und dann sagt der andere: „Und ich, der Bär, will ein gutes Frühstück haben. Aber weißt Du, wir können doch wunderbar nebeneinander hergehen. Du brauchst mich nicht totzuschießen, und von mir passiert Dir nichts.“ Und der Jäger ist dumm genug und setzt sich neben den Bär. Nach kürzester Zeit hat der Jäger einen Pelzmantel, denn er ist im Bauch des Bären drin, und der Bär hat sein Frühstück, denn er hat den Jäger gefressen. Das ist Koexistenz. Also, dann wollen wir schon vernünftig sein. Wir als katholische Menschen wollen uns unter gar keinen Umständen in die Knechtschaft der Freimaurer begeben, noch in die Knechtschaft des Bolschewismus, beide sind Knechte Satans, sondern wir wollen freie Brüder Christi sein, sie als freie katholische Badener und wir als freie katholische Schwaben. Und wenn wir alle so frei und katholisch sind, werden wir auch die Freimaurer und den Bolschewismus überwinden…“

Über totoweise

Halt hoch das Haupt was dir auch droht und werde nie zum Knechte. Brich mit den Armen gern dein Brot und wahre deine Rechte! Treib nicht mit heiligen Dingen Spott und ehre fremden Glauben und lass dir deinen Schöpfer und Gott von keinem Zweifler rauben. Sieg oder Spott, folg deinem Gott!
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